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Flotte Nummer mit Kartoffeln und Bohnen – Da haben wir den Salat (20)

Montag, 18. Juli 2022 14:37

Liebe Andrea,

ein schnell gemachter und immer leckerer Salat hat die besten Chancen, auf meiner Beliebtheitsskala für Rezepte ganz weit oben zu landen. Nach unzähligen Varianten dazu hat sich der

Kartoffelsalat mit grünen Bohnen

seinen Spitzenplatz redlich verdient. Gerade an wärmeren Tagen als vollwertiger Mahlzeitensalat oder als Beilage, wie zum Beispiel Frankfurter Würstchen, etwas sehr Feines!

Für diesen leckeren Sommersalat habe ich 500 g Kartoffeln geschält, in dicke Scheiben geschnitten und in einem Topf mit Salzwasser für ca. 15 Minuten gekocht. In der Zwischenzeit schnitt ich die Enden von 200 g grünen Bohnen ab, teile diese mittig und gab sie 5 Minuten vor Kochende zu den Kartoffeln.

Während die Kartoffel mit den Bohnen garkochen, würfelte ich 1 rote Zwiebel sowie 1 frische Knoblauchzehe kleinst und verrührte die Würfel in einer Schüssel mit 2 EL weißem Balsamico, 4 EL Olivenöl, etwas Salz, frisch gemahlenem Pfeffer sowie 2 TL Oregano.

Die fertig gegarten, abgeschütteten Kartoffeln und Bohnen gab ich zur Zwiebelmarinade und ließ diese noch ein paar Minuten unverrührt so stehen, um Zwiebeln und Knoblauch ein wenig anzugaren. Noch 1 handvoll Cherryomaten in Ringe geschnitten, in die Schüssel gegeben und alles miteinander verrührt – fertig war die Kartoffelsalat-Laube.

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Schätzelein, isch hab Rücken

Dienstag, 18. Januar 2022 21:25

Liebe Andrea,

Rückenprobleme ganz besonderer Art beschäftigten mich kürzlich bei der Vorbereitung eines wochenendlichen Festmahls. Unsere Nachbarn zählen einen Jäger zu ihrem Bekanntenkreis; und von dem haben wir ein halbes Reh in Teilen erhalten. Alles schon sauber vorportioniert, vakuumiert und tiefgefroren. Und eins dieser Pakete enthielt Rehrücken – das Beste vom Reh! Ich selber habe Rehrücken zwar schon einmal gegessen, zubereitet jedoch habe ich dieses Fleisch bislang noch nie! Und jetzt blättere Dich einmal durch all Deine Kochbücher und wirf die Suchmaschine im world wide web an, um DAS passendes Rezept zu finden. Weil das Fleisch so ganz besonders ist, scheint es das auch ganz besonders viele ganz besondere Zubereitungsarten zu geben. Allesamt aus der Rubrik: Wenn schon, denn schon. Dabei finde ich mein Glück doch beim Kochen vor allem in der Einfachheit. Aber, gut: ich wurde fündig. Und so bereitete ich meine

Rehrücken-Filets

eben nicht mit viel Chi-Chi und Tam-Tam, sondern einfach nur lecker zu. Die Schlichtheit bei der Fleisch-Zubereitung setzte dann aber doch noch ausreichend Ehrgeiz frei, bei den Beilagen etwas (aber auch wirklich nur etwas) Bohei zu machen.

Aber zurück zum Reh. Da dies butterzarte Fleisch wenig Hitze und Zubereitungszeit benötigt, habe ich den Hauptgang hinten angestellt und mich erst einmal um das Beiwerk gekümmert.

In Ermangelung an Knochen kaufte ich 1 Glas Wildfond (400 ml), den ich jedoch noch aufpimpte. In einem größeren Topf liess ich 1 rote Zwiebel, 3 Karotten, 2 Stangen Sellerie und 3 braune Champignons, allesamt grob kleingeschnitten, in 2 EL Olivenöl bei hoher Hitze Farbe annehmen und löschte mit 100 ml Rotwein ab, um damit unter Rühren den Bratensatz zu lösen. Nachdem der Wein zum größten Teil verdunstet war, goß ich den Wildfond an, gab 10 Pfefferkörner, 2 Zweige Rosmarin und 2 Lorbeerblätter dazu und gab allem bei kleinster Hitze ca. 45 Minuten Zeit, zu ziehen.

Eine weitere Komponente zum finalen Gericht konnte ich auch entspannt vorbereiten: Preisselbeer-Konfitüre. Hierzu schälte ich 1 großen Apfel (Welland), würfelte ihn klein und schwitzte ich sanft mit 1 EL Butter in einem kleineren Topf an. Nach ca. 5 Minuten goss ich den ersten Teil von 1/2 l Rotwein an und gab 3 EL Preiselbeeren dazu. Bei kleiner Hitze und gelegentlichem Rühren goss ich den restlichen Wein nach und nach zu. Ich liess das Töpfchen während der restlichen Kochzeit vor sich hinblubbern und füllte immer dann etwas Rotwein nach, wenn der Inhalt zu trocken werden drohte.

Erwähnte ich jemals, dass ich Kartoffelpüree bzw. Kartoffelstampf arg sehr liebe? Vor allem zu Wild und einer Sauce passt so ein Stampf für mich immer. Heuer kochte ich knapp 600 g Kartoffeln zusammen mit 300 g Knollensellerie, beides natürlich vorher geschält und – zumindest die Sellerie – grob gewürfelt. Nach einer Kochzeit von knapp 25 Minuten in Salzwasser habe ich Kartoffeln und Sellerie abgegossen, im Topf kurz ausdampfen lassen, dann mit 100 g Butter und knapp 150 ml Milch gestampft. Final, also nach einer ausreichenden Schlotzigkeit der Masse, habe ich mit frischer Muskatnuss abgeschmeckt.

Und dann noch eine Beilage: Rosenkohl. Der hat grad Saison und passt, wie ich finde, auch ganz hervorragend zu Wild. Hier habe ich ein Karo-Einfach-Rezept mit maximaler Wirkung angewandt: die geputzten 500 g Rosenkohl habe ich geviertelt und rundherum mit 2 EL Butter in einer großen Pfanne mit Deckel sanft angebraten, dabei mit je 1 Prise Salz und Zucker gewürzt, dann den Deckel aufgelegt und bei kleinerer Flamme ca. 15 Minuten fertiggegart (den Deckel habe ich dabe gelegentlich angehoben und den Pfanneninhalt geschwenkt).

Nun aber kam das Reh! Das komplette Rückenfilet hatte ich rechtzeitig, also 2 Stunden vorher, aus dem Kühlschrank geholt, in zwei Stücke geteilt und in einer Mischung aus 3 EL Erdnussöl und 1 EL Butter rundherum sehr kurz (und das heisst: maximal 45 Sekunden pro Seite) in einem Bräter angebraten. In dieser Zeit bekommt das Fleisch noch nicht einmal ausgeprägte Röstaromen, aber das gehört so. Die Rehfilets habe ich danach mit 2 EL Butter auf 3 Rosmarinzweigen in eine Auflaufform gelegt und ca. 20 Minuten im auf 90° C vorgeheizten Backofen ziehen lassen.

In der Zwischenzeit goss ich den Fond durch ein Sieb, rührte Beurre Manie (aus 1 EL Mehl und 1 EL Butter) in die aufwallende Flüssigkeit und liess den Fond auf knapp sirupartige Konsistenz einköcheln.

Die Teller hatte ich die letzten Minuten vor dem Anrichten zum Vorwärmen mit den Ofen gestellt – und dann ging alles recht fix: die Filets aus dem Ofen holen, kurz ruhen lassen und dann schräg in Stücke schneiden. Kartoffelstampf, Rosenkohl, einen Klecks Preisselbeer-Marmelade sowie einen Streifen Saucenspiegel auf den Tellern anrichten, das Fleisch darauf drapieren, mit ein paar Prisen Meersalz würzen und ab auf den Esstisch. Dort saßen danach rundherum zufrieden lächelnde Münder, denn manchmal ist es wahrlich ein Glück, Rücken zu haben!

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Schneller Auflauf gut in Form

Samstag, 15. Mai 2021 14:06

Liebe Andrea,

manchmal muss es einfach schnell gehen. Und gerne auch einfach. Dabei sollte am Ende aber immer etwas Leckeres bei herauskommen. Willkommen in der täglichen Küchen-Challenge zur Mittagszeit! Aber die Küchengötter sind milde gestimmt und haben uns so viele Auflaufrezepte beschert, dass wir eigentlich nicht mehr etwas anderes essen bräuchten. Zumindest wochentags. Zumindest mittags. So nun aber fix. Die Gescichte zum

Kartoffel-Hack-Auflauf

ist aber auch schnell erzählt: ich schälte 3-4 große Kartoffeln geschält und schnitt sie in ca. 0,5 cm breite Scheiben. In einer großen Pfanne habe ich etwas Olivenöl erhitzt, darin 400 g Rinderhack scharf angebraten, 100 g Schmelzkäse dazugerührt sowie 200 ml Sahne und 200 ml Milch angegossen. Nachdem ich alles mit 1 TL Kräuter der Provence und 1 TL Oregano gewürzt hatte, gab ich die Kartoffelscheiben dazu und liess alles mit Deckel 10 Minuten bei kleiner Hitze vor sich hinschmurgeln.

Danach rührte ich 2 EL Röstzwiebeln in die Pfanne, füllte den Pfanneninhalt in eine Auflaufform, streute noch 100 g Mozzarella (Reibekäse) darüber und schob die Form für knapp 30 Minuten in den auf 180° C vorgheizten Backofen.

Und das war’s auch schon. Einen schönen, knackigen grünen Salat dazu – so kann man sich auch an hektischen Tagen die Mittagspause ordentlich schmecken lassen!

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Ab und zu ein Muss: Moussaka!

Donnerstag, 29. April 2021 21:46

Liebe Andrea,

die Küche Griechenlands besteht nicht nur aus Unmengen gegrilltem Fleisch in allen Variationen (Akropolis-Platte!), gefüllten Weinblättern und dem obligatorischen (und zumeist auch mehr als notwendigen) Ouzo hinterher. Eine meiner kulinarischen Kindheitserinnerungen, als ich als mit meinen Eltern während der Schulferien mit Fährschiffen von einer zur nächsten Kykladen-Insel reiste, kommt nicht vom Grill, sondern aus dem Ofen. Und meist stand die

Moussaka

bereits ab Mittag in der Vitrine des lokalen Restaurant und wurde nach Bestellung nur nochmals aufgewärmt. Mittlerweile weiß ich, dass sich Gelehrte und Geister darüber streiten, was nun wirklich reingehört: Kartoffeln oder Auberginen oder beides. Ich habe für meinen aktuelle Küchenmonolog den bewährten Mittelweg mit beiden Zutaten gewählt.

Zuerst habe ich 5 große Kartoffeln ungeschält gekocht und etwas ausdampfen lassen.
Während die Kartoffeln vor sich in kochten, schnitt ich 1 Aubergine in ca. 1,5 cm breite Scheiben, legte diese auf ein Backblech mit Backpapier und pinselte die Auberginentaler beidseitig mit ausreichend Olivenöl ein. Danach schob ich die Auberginen für 20 Minuten in den auf 180° C vorgheizten Backofen.

Unterdessen habe ich 500 g Lammhack (frisch vom türkischen Vertrauensmetzger um die Ecke) scharf in einer Pfanne mit Olivenöl angebraten, 2 Zwiebeln und 2 Knoblauchzehen (jeweils kleingewürfelt) dazugegeben und bei reduzierterer Hitze angeschwitzt.
Ich würzte mit Salz sowie Pfeffer, rührte 2 EL Tomatenmark dazu und gab nach kurzem Anbraten des Marks noch 1 Dose Tomaten (350 g, stückig) dazu. Ich verrührte alles und liess den Pfanneninhalt bei mittlerer Hitze knapp 15 Minuten vor sich hinköcheln. Final abgeschmeckt habe ich den Sugo mit Zucker, Oregano und NICHT mit der Prise Zimt, die man in vielen Rezepten findet. Meine hauptberufliche Mitesserin beschwert sich noch heute über meine (und ihre erste) Moussaka mit Zimt, mit der sie noch immer in erster Linie Weihnachtsplätzchen assoziiert.

Fehlt noch die Bechamelsauce. Hierzu liess ich 3 EL Butter in einem Topf schmelzen, rührte 3 EL Mehl dazu, liess alles sanft miteinander verschmelzen und goss nach und nach 750 ml Mlich an, die ich vorher mit 1 Zwiebel, gespickt mit 3 Nelken, aufgekocht und zum Ziehen beseite gestellt hatte. Unter stetem Rühren und ohne die Zwiebel, die ich vorher entfernt hatte, entsteht so eine ordentlich babbige Sauce, die sich zur Not noch mit ein wenig Milch im Babbigkeitsgrad justieren lässt. Ich zog den Topf vom Herd, rührte 2 Eier in die Sauce und schmeckte mit etwas Salz, weißem Pfeffer und ordentlich Muskatnuss ab.

In einer mit Olivenöl eingefetteten Auflauffom schichte ich nun zuerst die gepellten und in Scheiben geschnitten Kartoffeln. Es folgte eine Schicht mit Auberginen sowie ordentlich frisch geriebener Pecorinokäse. Darüber verteilte ich dann die Fleischsauce, verspachtelte abschließend die Bechamelsauce über alles und streute Reste vom geriebenen Pecorino darauf.

Nach knapp 35 Minuten im immer noch 180° C heißen Ofen (Umluft) war die Moussaka des Tages fertig. Ich stellte den Auflauf jedoch nicht in eine Vitrine vor der Tür, sondern gleich auf den Esstisch, wo sich sodann 5 hungrige Esser über diesen griechischen Schmackofatz hermachten. Dazu gab’s Salat. Und hinterher keinen Ouzo.

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Tian 2.0

Mittwoch, 24. März 2021 21:39

Liebe Andrea,

der Begriff „Tian“ steht in Frankreich für einen provenzalischen Gemüseauflauf. Kein Wunder, dass es für dieses Gericht ungefähr so viele Rezepte wie Auflaufformen in südfranzösischen Küchenschränken gibt. „Man nehme, was da ist“ definiert die grobe Ausrichtung eines Tians am besten. Auch mein bisher an dieser Stelle vorgestellter Tian war auch nur eine Momentaufnahme. Für einen aktuellen

Tian

habe ich nur 2 Gemüsesorten verwendet. Lecker wars allemal. Im konkreten Fall habe ich 8 Kartoffeln geschält und ebenso wie 3 Zucchini in ca. 0,3 cm dicke Scheiben geschnitten.

In einer quadratischen Auflaufform verteilte ich nach und nach immer wieder etwas Olivenöl, in dem ich die einzelnen Gemüsespalten wendete und abwechselnd hochkant hintereinander schichtete.

Nachdem die komplette Auflaufform voll war, benetzte ich das Gemüse mit etwas weiterem Olivenöl, streute Kräuter der Provence sowie Meersalz und 3 Knoblauchzehen darüber, die ich vorher geschält und kleingewürfelt hatte.

Nach knapp 30 Minuten im auf 180°C vorgeheizten Backofen war der Tian des Tages fertig. Der Tian schmeckt auch als rein vegetarisches Hauptgereicht richtig gut, heuer spielte er die Nebenrolle bei kurz gebratenen Lammfiltes.

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One-Pot-Chicken

Montag, 4. Januar 2021 13:37

Liebe Andrea,

neben Schmorgerichten mag ich vor allem an vielen Ofengerichten, dass man hier alles, was sich noch Kühlschrank oder Vorrat befindet und nicht bei drei auf dem Baum ist, zusammenwerfen und als komplette Mahlzeit zubereiten kann. So hatten wir zuletzt einmal mehr

Hühnchen aus dem Ofen

mit allerlei leckeren Zutaten. Im Unterschied zu dem an anderer Stelle vorgestellten Ofenhuhn gab es diesmal saisonal begünstigt Rosenkohl mit dazu.

Für die neueste Version des Ofenhuhns habe ich Hühnerkeulen mit Rückenstück in drei Teile getrennt: Erst den Schlegel losgelöst und dann „den Rest“ nochmals geteilt. Die Hühnerteile habe ich in einer Reine mit Kartoffeln (gewaschen, nicht geschält und längs gedrittelt), roten Zwiebeln, (halbiert und in breite Streifen geschnitten), Bio-Zitronen (erst längst halbiert und dann geviertelt) sowie Rosenkohl vermischt. Den Rosenkohl hatte ich vorher von den äußeren Blättern und dem holzigen Strunk entfernt und den Strunk nochmals kreuzweise eingeschnitten.

Nachdem ich alle Zutaten mit Olivenöl vermischt und mit Meersalz bestreut hatte (die Hühnerteile bekamen noch eine Extraportion Thymian-Rosmarin-Würzung), schob ich das Ofenhuhn für knapp 40 Minuten in den auf 180 °C vorgeheizten Ofen. Das Ergebnis dieses One-Pot-Wonders war einmal mehr hoch schmackhaft und ein weiterer Beleg dafür, dass sich auch ohne großen Aufwand lecker kochen lässt.

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Jetzt wird’s Wild: Herbstliches Gulasch

Sonntag, 22. November 2020 16:56

Liebe Andrea,

der Herbst hat nicht nur kalendarisch den Einzug in unser Leben gehalten, auch in der Küche herbstelt es derzeit kräftig.

Ein neuester kulinarischer Streifzug durch den Herbst brachte uns ein schmackhaftes

Hirschgulasch

auf den Tisch. Nachdem ich auf dem hiesigen Markt frische Ware aus den benachbarten Waldregionen des Spessarts erstehen konnte, war der Weg frei für das nächste kulinarische Herbst-Highlight.

Die 1 kg Hirschgulasch (der Händler des Vertrauens hatte dies bereits auf ca. 3 Kantenlänge vorgewürfelt) habe ich zunächst portionsweise in einem Bräter mit ordentlich Butterschmalz scharf angebraten. Die Fleischmenge hatte ich für insgesamt 5 Esser geplant. Das Bratfett entsorgte ich anschließend und schwitzte in frischem Öl 3 Karotten, 3 Zwiebeln, 2 Stangen Sellerie sowie 1 Petersilienwurzel, allesamt entsprechend kleingeschnitten, an.

Ich rührte 2 EL Tomatenmark dazu, gab das Fleisch (samt „Lagersaft“) in den Bräter zurück und löschte alles mit 200 ml Rotwein ab. Den Wein liess ich kurz reduzieren und goss 400 ml Wildfond (Fertigprodukt aus dem Glas) dazu.

Ich würzte mit 4 Wacholderbeeren, 2 Nelken, 1 Lorbeerblatt und 1 handvoll getrockneter Steinpilze, gab 3 Zweige Thymian dazu und rührte 1 EL Balsamicoessig sowie 3 EL Preisselbeerkompott in den Sud. Deckel drauf, Hitze auf kleinste Stufe und knapp 3 Stunden in Ruhe vor sich hinköcheln lassen. Zeit, die sich übrigens prima mit einem ausgedehnten Herbstspaziergang überbrücken lässt – regt den Appetit an und sorgt für zusätzliches Herbstfeeling.

Wieder daheim setzte ich Salzkartoffeln auf, rührte 2 EL Crème Fraîche in mein Gulasch und band die Sauce final mit ein bisschen Mehlbutter ab.
Der Inhalt von 1 Dose Birnen lieferte mir die Birnenhälften, von denen ich zwei auf jedem Teller platzierte und mit je 1 EL Preisselbeerkompott füllte. Dazu kamen dann die dampfenden Kartoffeln sowie 2 Kellen Gulasch auf jeden Teller und der Herbst präsentierte sich von einer seiner leckeren Seiten auf unserem Esstisch.

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Simply the best

Samstag, 8. August 2020 13:56

Liebe Andrea,

es sind immer wieder die kleinen Dinge, die ganz große Freude bereiten. Und gerade, weil Du derzeit nicht in Kompaniegrößte den Kochlöffel schwingst, anbei eine kleine Motivation zu einer großen Köstlichkeit, die sich schnell auf den Esstisch zaubern lässt. Für die

Kartoffeln mit grünen Bohnen

braucht es weder viel Zeit, noch viele Zutaten. Die grünen Bohnen hatte ich sogar vorbereitet: von ca. 150 g Buschbohnen habe ich die Enden abgeschnitten, die großen Bohnen gedrittelt und die kleinen halbiert. Danach blanchierte ich die Bohnen für 4 Minuten in kochendem Salzwasser mit Bohnenkraut und schreckte sie mit kaltem Wasser ab.

Später schälte ich dann 4 Kartoffeln (kinderfaustgroß), schnitt sie in Viertel und kochte sie für knapp 15 Minuten. In der Zwischenzeit würfelte ich 1 Zwiebel sowie 2 Knoblauchzehen fein und schwitzte diese in einer Pfanne mit etwas Olivenöl sanft an. Nach etwa 5 Minuten gab ich 2 EL Ajwar sowie 3 Tomaten, in kleine Würfel geschnitten, dazu.

Es folgten die noch nicht ganz durchgegarten, abgeschütteten Kartoffelviertel in die Pfanne sowie 200 ml Gemüsebrühe. Während die Kartoffeln nun unter gelegentlichem Rühren fertiggarten, mischte ich die grünen Bohnen zum Aufwärmen mit in die Pfanne. Das was’s auch schon. Als Beilage gab’s Lammbratwurst vom Grill, aber auch als eigenständiges Gericht sind die Kartoffeln eine vollwertige vegetarische und vor allem richtig leckere Mahlzeit!

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Ein kurzer Exkurs in die Schweiz

Donnerstag, 28. Mai 2020 23:01

Liebe Andrea,

die Tatsache, dass man für Schweizer Rösti vor allem Kartoffeln benötigt, ist naheliegend. Dass man diese Spezialität jedoch ausschließlich mit Kartoffeln zubereitet, das war mir neu.
Aber es funktioniert und es schmeckt. Und so geht’s: Für meine

Schweizer Rösti

habe ich festkochende Kartoffeln am Vortag geschält, gekocht, auskühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahrt. Am Zubereitungstag dann habe ich die Kartoffeln auf einer groben Reibe kleingeraspelt; ich hatte im Vorfeld möglichst große Kartoffelexemplare ausgesucht, von wegen Fingerkuppen usw.

In einer Pfanne erhitzte ich nun richtig viel Butterschmalz, also so viel, dass der Pfannenboden gut bedeckt ist. In das heiße Bratfett nun verteilte ich meine Kartoffelraspeln flächendeckend und drückte sie mit einem Pfannenheber sanft in Form.

Bei mittlerer Hitze konnten die Kartoffeln hernach für gut 10 Minuten vor sich hinbraten. Dann kam das Wendemanöver: Mit einem flachen Teller, den ich über die Pfanne legte, zwei Küchenhandschuhen, einem durchgehenden Schwung und dem Glück der Küchengötter beförderte ich den (der local expert sagt auch gerne: die) Rösti auf den Teller. Nachdem ich erneut ein ordentliches Stück Butterschmalz in der Pfanne erhitzt hatte, liess ich den Kartoffelpuffer XXL vom Teller zurück in die Pfanne gleiten.

Nach weiteren 10 Minuten war der, die, das Rösti dann auch fertig. Und im aktuellen Fall die perfekte Beilage für Schweinemedaillons in Rahmsauce (leckerst!), hier schnitt ich das Röstiteil wie Pizzastücke in Portionen. Es ist immer gut, wenn man viel (Sahne-)Sauce als Begleitung für Rösti hat. Der Rest ist stilles Genießen und das Wissen, was alles die Zutaten für gute Rösti sind.

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Die kleine Kneipe an unserem Esstisch

Sonntag, 24. Mai 2020 15:22

Liebe Andrea,

COVID-19, Lockdown und das ganze Virengedöns haben unser aller Leben mit ordentlich Veränderungen versehen.

Aber mir geht es jetzt gar nicht um etwaige Diskussionen über Grundrechte und dergleichen. Ein leckeres Mahl in einem Gasthaus meiner Wahl, das wäre schon etwas Feines. Denn so gern ich derzeit für mich und meine Lieben mehr denn je den Kochlöffel schwinge, so gerne gehe ich doch hin und wieder auch mal auswärts lecker essen.

Aktuell aber: Ist nicht! So mußte ich auch bei meinen

Frikadellen mit Kohlrabi-Gemüse

wieder am heimischen Herd selbst Hand an legen. Für mich ist traditionelles „Kneipen-Essen“ pures Soulfood, also ran die Buletten!

Für meine Version der Fleischpflanzerl habe ich mich an die strikten Vorgaben der deutschen Küche gehalten und erst einmal altbackenes Brot (drei dicke Scheiben Baguette) mit ca. 2 Tassen Wasser begossen und weich werden lassen. Dann gab ich 500 g gemischtes Hackfleisch, 1 Ei, 1 Zwiebel (kleingehackt und vorab in ein wenig Öl glasig gedünstet), 1 TL Senf sowie ca. 1/2 TL Salz dazu und verknetete alles ordentlich.

Für die Beilage schälte ich 2 Kohlrabi, schnitt diesen erst in Scheiben und dann in Stifte. Die Kohlrabistifte kochte ich für ca. 10 Minuten in Salzwasser, goss sie ab und verwahrte etwas Kochwasser.

In einem Topf ließ ich 10 g Butter schmelzen, rührte 1 EL Mehl dazu und goss 150 ml Milch an. Beim Aufkochen der Milch verdünnte ich die entstehende Béchamel-Sauce mit etwas Kohlrabi-Kochwasser und weiterer Milch, bis die Sauce die gewünschte, sämige Konsistenz erreicht hatte. Auf kleine Hitze reduziert fügte ich nun den Kohlrabi zu und würzte mit Salz und Muskat ab.

Als weitere Beilage hatte ich Salzkartoffeln aufgesetzt, die ebenfalls auf dem Herd vor sich hin kochten.

Aus der Hackmasse formte ich sechs Fleischklopse, die ich mit „gehörig ausreichend“ Butterschmalz in einer Pfanne bei mittlerer Temperatur und unter mehrmaligem Wenden Farbe annehmen laß.

Nachdem ich die fertigen Frikadellen aus der Pfanne genommen hatte, schwenkte ich noch kurz die fertig gekochten und abgetropften Kartoffeln darin. Und auf dem Teller vereint schwebte dann doch so ein wenig Wirtshaus-Gefühl durch unser Esszimmer, inklusive dem – ach so aktuellen – Physical Distancing.

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