Tag-Archiv für » Kartoffeln «

Wolf im Gemüsebett

Samstag, 17. August 2019 15:24

Liebe Andrea,

vor vielen Jahren las ich ein Interview mit Johann Lafer, in dem von der Zubereitung seines allerersten Wolfbarsches und vor allem vom anschließenden Genuss dieses Fisches schwärmte. Zu jener Zeit wurde der Wolfsbarsch an Fischtheken in recht kapitaler Größe angeboten. In den vergangenen Jahren jedoch fand ich zwar vermehrt Wolfsbarsch im Handel, die Exemplare jedoch wurden immer kleiner und fielen eigentlich unter das Jugendschutzgesetz.

Unser lokaler Fischmatador bietet seit kurzem auch wieder den Wolfsbarsch in einer Gewichtsklasse von bis zu 800 g an; ein Grund mehr, endlich mal wieder diesen Fisch auf den Tisch zu bringen. Für den

Wolfsbarsch aus dem Ofen

braucht es neben dem Fisch guter Qualität nicht allzu viele Zutaten und Arbeitsschritte. Ich habe 2 größere Kartoffeln geschält, längs halbiert und ebenfalls wie 2 kleine Zucchini in in Scheiben geschnitten. 1 Fenchelknolle habe ich (vom Strunk her) erst in Scheiben und dann in Streifen geteilt. 1 rote Zwiebel, in groben Stücke geschnitten, 6 halbierte Kirschtomaten sowie 6 Knoblauchzehen, in der Schale und leicht angedrückt, wanderten ebenfalls in eine große Reine, in der ich alles mit Meersalz würzte, ca. 4 EL Olivenöl dazugab und alles gut vermengte.

Den vorbereiteten Wolfsbarsch von ca. 800 g (ausgenommen, geschuppt und entkiemt) würzte ich innen mit einem Schwung Meersalz und steckte 1 Knoblauchzehe, geschält und in Scheiben, 3 Scheiben Bio-Zitrone sowie 2 Stängel Rosmarin in Bauchhöhle.

Ich legte den Fisch auf das Gemüsebett in der Reine, streute auf die Oberseite etwas Meersalz und goss 100 ml Weißwein an.

Danach wanderte der Fisch für 45 Minuten in den auf 180° C vorgeheizten Backofen und reduzierte dessen Hitze auf 160° C. Während des Apéro genoss ich den eisgekühlten Roséwein, der uns auch zur späteren Hauptspeise ein hervorragender Begleiter war. Kurz und gut: So kann Fisch auch schmecken, einfach und gut.

Thema: Monologe Küche | Kommentare (0) | Autor:

Sally’s Kartoffel-Ecken

Mittwoch, 2. Januar 2019 16:44

Dieser Artikel enthält Werbung, unbezahlt.

Liebe Andrea,

was gibt es Schöneres, als bei Heißhunger ein neues Rezept zu entdecken und alle Zutaten im Haus zu haben? So geschehen beim Blick in Sally’s Kochbuch für die Kinderküche. Denn dort waren die notwendigen Bestandteile für beschriebenen

Kartoffelecken mit Kräuterquark

allesamt vorhanden und im Handumdrehen ein Genuss für Klein und Groß zubereitet.

Für die Ecken habe ich ca. 5 Kartoffeln geschält, halbiert und dann in nicht zu dünne Scheiben geschnitten. Danach habe ich die Kartoffelstücke mit 2 EL Olivenöl in einer großen Schüssel vermengt, zudem mit Fleur de Sel und Kräutern der Provence gewürzt.

Auf einem Backblech mit Backpapier habe ich die Kartoffeln für 20 Minuten in den auf 200° C vorgeheizten Backofen (Umluft) geschoben. In der Zwischenzeit habe ich aus 200 g Schmand, einem Schwung TK-Kräutern (bunte Gartenmischung), ein wenig Salz und Pfeffer einen Kräuterdipp angerührt, in dem wir die fertig und knusprig gebackenen Kartoffelecken tunken und danach genießen konnten.
Es muss also gar nicht immer opulent und schwierig sein; auch die einfachen Dinge können richtig großen Genuss bieten.

 

Thema: Monologe Küche | Kommentare deaktiviert für Sally’s Kartoffel-Ecken | Autor:

Verhältnismäßig gute Bratkartoffeln

Montag, 28. Mai 2018 10:20

Liebe Andrea,

Bratkartoffeln und daraus resultierende Dauer-Bekanntschaften muten wie Relikte längst vergangener Zeiten an. Liegt es an der zunehmenden Bequemisierung unserer Gesellschaft und all den verfügbaren Fertiggerichten? Speck und Fett, essentielle und geschmackliche Grundlage der Bratkartoffeln, scheinen ebenfalls wie der nachbarschaftliche Kontakt auf dem Index zu stehen, doch gerade aus dem unmittelbaren Wohnumfeld generierten sich früher oftmals die viel besungenen Bratkartoffelverhältnisse. Dabei bieten die sich mehrenden Single-Haushalte doch eine durchaus günstige Basis, um mal wieder in trauter Zweisamkeit eine richtig gute Portion

Bratkartoffeln

gemeinsam zu genießen. Ein wenig Vorbereitung braucht es jedoch schon, vielleicht liegt auch darin der Rückgang der Bratkartoffel-Kultur. Denn für die schnelle Nummer – fix sind die Bratkartoffeln ja durchaus zubereitet – braucht es idealerweise gekochte Kartoffeln, mindestens vom Vortag.

Die bereits gekochten und im Kühlschrank aufbewahrten Kartoffeln habe ich in ca. 1,5 cm dicke Scheiben geschnitten. Zusammen mit 1 großen Zwiebel, fein gewürfelt, und 200 g Speck, in Stifte geschnitten, habe ich die die Kartoffeln mit einem großen Stück Butterschmalz in einer Pfanne verteilt, die Hitze auf ca. 3/4 hochgedreht und den Deckel aufgelegt.

Erst nach knapp 10 Minuten habe ich das erste Mal den Deckel angehoben. So konnte sich auf der Unterseite des Garguts bereits eine knusprige, nicht zu dunkle Kruste bilden. Die restliche Bratzeit verbrachte ich bei geöffnetem Deckel und dem Pfannenwender in der Hand und ließ Kartoffeln, Speck und Zwiebeln unter stetem Wenden rundherum lecker werden.



Bratkartoffeln, oftmals als Randfigur eines Essen oder gar zur Beilage degradiert, stellen für mich alleine eine durchaus vollwertige Mahlzeit dar. Aber natürlich eröffnen sich hier zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten. Neben dem klassischen Schnitzel oder einem Salat sind mir eine gute Kesselsülze mit ordentlich Remouladensauce willkommene Begleiter für meine verhältnismäßig sehr leckeren Bratkartoffeln.

Thema: Monologe Küche | Kommentare deaktiviert für Verhältnismäßig gute Bratkartoffeln | Autor:

Fisch zum Auf-der-Haut-Braten

Sonntag, 10. Dezember 2017 15:33

Liebe Andrea,

wie schön, endlich mal wieder eine Analogie! Diesmal zum Thema Fisch. Mein Beutezug beim lokalen Fischhändler brachte mir ein paar großartige Saiblingsfilets aus der Region. Eine der Zutaten lag gleich nebenan in der Fischauslage. So brauchte es gar nicht so viel mehr, um das auf der Haut gebratene

Saiblingsfilet mit Queller

in die Tat umzusetzen bzw. auf den Teller zu bringen. Queller, oder auch Meeresspargel genannt, ist eine recht salziges Grüngemüse, dass küstennah wächst und auch optisch richtig was hermacht.

Der größte Aufwand für meinen Beitrag zur Fisch-Analogie bestand somit im Schälen von knapp 400 g Kartoffeln, 1/2 Sellerieknolle und 2 Pastinaken. Die geschälten und geviertelten Kartoffeln setzte ich in Salzwasser auf und gab nach etwa der Hälfte der Garzeit die Würfel von Pastinaken und Sellerie dazu.

Das gargekochte Gemüse schüttete ich ab und presste es durch die Kartoffelpresse zurück in den Topf. Den Kartoffelschnee ergänzte ich um 200 ml Milch und ein großes Stück, sicherlich 40 g Butter, und rührte alles mit einem Holzlöffel schlotzig. Final mit frisch gemahlener Muskatnuss abgeschmeckt war das Püree auch schon fertig. Auf zusätzliches Salz verzichtete ich hier ebenso wie beim Fisch, da der Queller genügend davon mitbringt. Den Queller schwenkte in einem Topf lediglich in ein wenig Butter.



Die Saiblingsfilets habe ich entgrätet, in zweifingerdicke Stücke geschnitten und diese in einer heißen Pfanne mit Olivenöl auf der Hautseite scharf angebraten, bis das Fischfleisch glasig wurde. Lediglich vor dem Servieren wendete ich die Filets ganz kurz gewendet und schon war alles fertig.

Auf den vorgewärmten Tellern schichtete ich den Queller auf das in Form gebrachte Püree und setzte die Fischfilets darauf. Schnell gemacht und richtig lecker war diese Analogie, die auch das Auge ordentlich mitessen liess.

Thema: Analoge Küche | Kommentare deaktiviert für Fisch zum Auf-der-Haut-Braten | Autor:

Schwein gehabt zwischen Himmel und Erde

Mittwoch, 15. März 2017 18:52

Liebe Andrea,

wenn man in einem Kölner Brauhaus „Himmel un Ääd“ bestellt, ist die Sache klar: Man bekommt eine gebratene (oder gebackene) Blutwurst mit Apfelkompott (Himmel) und Kartoffelstampf (Erde). Anstatt des Blutwurstrings habe ich auf Reste vom Angrillen am vergangenen Wochenende zurückgegriffen und so gab es mit

Schweinesteaks mit Kartoffel-Apfel-Stampf

eine süßlich-deftige Novität auf unserem Esstisch. Die 3 Nackensteaks vom Schwein, schön durchwachsen, habe ich erst einmal in einem Bräter mit Olivenöl bei hoher Hitze von beiden Seiten knapp 3 Minuten angebraten.
Das Fleisch nahm ich heraus und legte die Scheiben in eine Auflaufform. Im Bratensatz schwenkte ich dann 4 Zwiebeln, die ich vorher geschält, halbiert und dünne Ringe geschnitten hatte.

Während die Zwiebeln nun bei 3/4-Hitze zu Schmorzwiebeln wurden, setzte ich zwei neue Töpfe auf den Herd.
In dem einen Topf kochte ich 4 Kartoffeln, geschält und kleingewürfelt und knapp mit Wasser bedeckt, mit 1 Brühwürfel (Fette Brühe) auf und gab nach knapp 7 Minuten Kochzeit 4 Äpfel, geschält, kerngehäuseentfernt und ebenfalls kleingewürfelt, mit dazu.
In dem zweiten Topf liess ich 1 EL Butter bei mittlerer Hitze aufschäumen, rührte 1 EL Mehl dazu und löschte alles mit 100 ml Weisswein sowie 100 ml Sahne ab. Während der Topfinhalt einmal aufwallte, gab ich 2 EL körnigen Senf dazu.

Zwischenzeitlich hatten die Zwiebeln im Bräter einen ordentlichen Bräunungsgrad erreicht. Die Schweinesteak bedeckte ich mit den Schmorzwiebeln, goss meine Senf-Béchamel darüber und schob die Auflaufform für 10 Minuten in den auf 180° C vorgeheizten Ofen.



Die Apfel-Kartoffeln goss ich ab und fing die Garflüssigkeit auf. Mit der aufgefangenen Brühe verdünnte ich die gestampfte Apfel-Kartoffel-Masse, bis diese die gewünschte Konsistenz – nicht zu fest, nicht zu flüssig – erhielt. Ok ok, aus rein geschmacklichen Gründen rührte ich noch die restlichen 100 ml Sahne dazu, um den angebrochenen Sahnebehälter leer zu haben…
Als dann alles auf dem Teller angerichtet war, streute ich noch klein geschnittene Petersilie drüber und fertig war ein schweinisch leckeres Mahl irgendwo zwischen Himmel und Erde.

Thema: Monologe Küche | Kommentare deaktiviert für Schwein gehabt zwischen Himmel und Erde | Autor:

Nürnberg meets Leipzig

Samstag, 7. Januar 2017 15:39

Liebe Andrea,

hin und wieder entdecke ich in den Untiefen des Kühlschranks, dass das Kühlschrank-Licht gar nicht kaputt ist. Kurz: Ein mit viel zu viel Vorräten vollgestopfter Kühlschrank braucht in regelmäßigen Abständen eine Expedition in die kühlen Tiefen und fördert die eine oder andere Änderung des Speiseplans hervor. Erst kürzlich fand ich einen 12er-Pack Nürnberger Würstchen, deren MHD immerhin noch nicht abgelaufen war und die sich somit als spontanes Abendessen anboten. Aber schon wieder mit Kartoffelstampf und ordentlich Senf (so mag ich die Würstchen eigentlich am liebsten) hatte ich diesmal keine Lust. Beim Blick ins Gemüsefach drängten sich dann noch ein paar Karotten auf – und so stand schon kurze Zeit später

Nürnberger Wurst-Gulasch

auf dem Tisch. Man könnte es auch Nürnberger Allerlei nennen, aber im Leipziger Original ist dann noch mehr Gemüse drin als in meiner fränkischen Variante.

Zuerst einmal schwitzte ich in einer Pfanne mit Olivenöl 12 Nürnberger Würstchen an, die ich vorher jeweils in drei Teile geschnitten hatte. Nachdem die Würstchen den von mir gewünschten Bräunungsgrad erreicht hatten, nahm ich die Wurststücke aus der Pfanne und gab das Gemüse ins Bratfett: 1 Zwiebel, kleingehackt, 2 Möhren, die ich nach dem Schälen erst längs geviertelt und dann in kleine Stücke geschnitten hatte, sowie 3 Kartoffeln, geschält, in drei Scheiben geschnitten und diese gewürfelt.

Nach kurzem Rühren und Braten streute ich 1 EL Mehl ein, vermengte den Pfanneninhalt und goss 0,5 l Gemüsebrühe dazu. Bevor ich den Deckel auflegte und alles bei mittlerer Hitze knapp 15 Minuten schmurgeln liess, rührte ich noch 1 EL Senf dazu.



Nachdem das Gemüse gargekocht war, gab ich die Wurststücke zum Wiederaufwärmen in die Pfanne und schmeckte mit Pfeffer ab. Zum Servieren und Garnieren streute ich noch frisch gehackte Petersilie darüber und sass dann vor einem Teller Allerlei, der sogar den kleinen Mitessern des Hauses ganz besonders mundete.

Thema: Monologe Küche | Kommentare deaktiviert für Nürnberg meets Leipzig | Autor:

Wenn Kartoffeln auf Brautschau gehen…

Freitag, 11. November 2016 9:54

Liebe Andrea,

vor einiger Zeit entdeckte ich auf der absolut und regelmässig lesenswerten Website vom Splendido Magazin die Zubereitung eines einfachen und – wie sich herausstellen sollte – sehr leckeren Kartoffelgerichtes. Allein schon der Name der Speise:

Patate Maritate – Verheiratete Kartoffeln

verspricht etwas durchaus Besonderes. Zutaten und Aufwand des Gerichtes stehen im krassen Gegensatz zu einer realen Hochzeit, die Kartoffel scheint es hier deutlich bodenständiger zu lieben.

Zuerst habe ich Kartoffeln geschält und in Salzwasser fast gar gekocht. Währenddessen vermengte ich Semmelbrösel mit frisch geriebenem Parmesan und würzte die Mischung mit ein wenig Salz und etwas mehr Pfeffer.

Die abgeschütteten Kartoffeln habe ich in breite Scheiben geschnitten und eine erste Schicht davon in eine mit Olivenöl ausgepinselte Auflaufform gelegt.
Darüber streute ich dann eine Schicht der Semmelbrösel und – in Ermangelung frischer Ware – TK-Petersilie. Es folgte eine Schicht mit Mozzarella-Scheiben und eine abschließende Schicht Kartoffelscheiben. Die oberen Kartoffeln bedeckte ich großzügig mit den Semmelbröseln und träufelte ebenso generös Olivenöl darüber.



Dann schob ich die Auflaufform für ca. 20 Minuten in den auf 200° C vorgeheizten Backofen und wartete, bis die obere Schicht goldbraun wurde und sich im Inneren die Kartoffeln mit Käse und Bröseln vermählten.
Das Ergebnis war eine vollwertige und schmackhafte Mahlzeit, auch ganz ohne weitere Fisch- und Fleischbeilagen.

Thema: Monologe Küche | Kommentare (1) | Autor:

Reste in die passende Form bringen

Freitag, 28. Oktober 2016 8:39

Liebe Andrea,

einer der am meisten missbrauchen Gegenstände in meiner Küche ist die Muffinform. Die kleinen antihaftbeschichteten Portionsgrößen bieten sich doch immer wieder für die überraschendsten Experimente jenseits der süßen Backwaren an. Den neuesten Missbrauch gab es, um

Kartoffel-Muffins mit Speck

herzustellen. Die Idee zu dieser herzhafte Muffin-Variante entstand in erster Linie durch den Blick auf diverse Reste im Kühlschrank. Dort fanden sich im angebrochenen Zustand: Räucherspeck, diverse Käsereste und Schmand. Also: Ran an den Speck!

Als erstes jedoch schälte ich knapp 500 g Kartoffeln und kochte diese in Salzwasser gar. Zwischendurch würfelte ich 150 g Räucherspeck in kleine Stücke, verteilte diese in den Schalen einer Muffin-Backform und stellte die Form in den auf 200° C vorgeheizten Ofen.

Dann hobelte ich knapp 200 g Käse fein, darunter Emmentaler, irgendein anderer Hartkäse aus den Bergen und Gouda. Die abgeschütteten Kartoffeln presste ich durch eine Kartoffelpresse und liess die Kartoffelmasse kurz auskühlen. Dann rührte ich den geriebenen Käse, 1 Ei, 2/3 Becher Schwand sowie die mittlerweile kross gebratenen Speckwürfel unter die Kartoffeln.



Die Kartoffelmischung verteilte ich auf die Förmchen des Muffin-Backblechs und schob das Blech für knapp 20 Minuten in den immer noch 200° C heißen Ofen.
Nach Ende der Backzeit löste ich die Kartoffel-Muffins aus der Backform und servierte die duftenden Kartoffelküchlein mit einem grünen Salat und klassischer Vinaigrette. Fazit: Das Beste kommt zum häufig zum Schluss, denn auch Reste können richtig glücklich machen.

Thema: Monologe Küche | Kommentare deaktiviert für Reste in die passende Form bringen | Autor:

Schwedenhappen ohne Inbus-Schlüssel

Montag, 6. Juni 2016 7:48

Liebe Andrea,

beim Stichwort Schweden assoziiert jeder von uns ganz bestimmte Dinge. Neben Abba, Pippi Langstrumpf, Elch und Volvo nicht selten auch IKEA. Und irgendwie steht das schwedische Möbelhaus auch mit unserer aktuellen Analogie in Verbindung. Denn neben Knäckebrot, Dill-Happen und Hot Dog sorgt der Möbelschwede mit kleinen Fleischbällchen für die kulinarische Grundversorgung vor Ort. Für diese

Köttbullar

muss man jedoch nicht zuerst durch das schier endlose Labyrinth einer Möbelausstellung irren, man kann sie auch daheim genießen. Also denn: Ran an die Buletten!

Vorbereitend zu meinen schwedischen Fleischbällchen vermischte ich 4 EL Semmelbrösel mit 4 EL Wasser und liess die Mischung fünf Minuten quellen. In dieser Zeit würfelte ich 1 Zwiebel sehr fein und schwitze die Zwiebelwürfel sanft in Olivenöl an.

Semmelbrösel und Zwiebelwürfel gab ich in eine Schüssel mit 400 g Bio-Rinderhack und mischte 1 Ei, 1 EL Petersilie, 1 TL Salz sowie 3 Pimentkörnern, fein zermörsert, darunter.

Aus der ordentlich durchgekneteten Fleischmasse formte ich knapp 30 kleine Fleischbällchen; das ging ganz hervorragend mit regelmässig eingeölten Fingern. Buletten dieser Größenordnung backe ich mittlerweile gerne im Ofen. Diesmal jedoch hatte ich es – die für Köttbullar typische Sauce lässt grüßen – auf den Bratensatz abgesehen. So wanderten die Fleischbällchen mit Olivenöl in die heiße Pfanne und ich liess sie von allein Seiten Farbe annehmen. Dann nahm ich die Fleischbällchen aus der Pfanne, rührte 1 EL Mehl ins heiße Öl und löschte mit 400 ml Kalbsfond ab. Zu der sich nun bei Hitze reduzierenden Flüssigkeit goss ich knapp 150 ml Sahne und rührte 2 EL Johannisbeergelee dazu.



Dann gab ich die Fleischbällchen zurück in die Sauce und schwenkte sie darin. Zwischendurch hatte ich geschälte Kartoffeln weichgekocht, durchgepresst und mit Butter, Milch und Muskatnuss zu einem schlotzigen Püree gerührt. Das Kartoffelpüree war die perfekte Beilage für die Köttbullar mit ihrer unvergleichlichen Sauce.

Und weder vorher, noch nachher, musste irgendein Regal oder ein anderes Möbelstück aufgebaut werden. Smaklig måltid!

Thema: Analoge Küche | Kommentare deaktiviert für Schwedenhappen ohne Inbus-Schlüssel | Autor:

Nicht nur eine Beilage

Sonntag, 29. Mai 2016 20:29

Lieber Christoph,

ich liebe ja Kartoffeln. Weil ich aber keine Lust auf die mir bekannten Zuereitungsarten der Knolle  hatte, habe ich mich im Netz nach einer neuen Alternative umgesehen und stieß auf

Schwedenkartoffeln

Hierfür habe ich pro Person je 3 Kartoffeln gründlich gewaschen und sie im Abstand von ca 1 cm eingeritzt. Hierfür hat mir ein Esslöffel als Stütze gute Dienste getan, so dass die Kartoffeln nicht in Einzelteile zerfielen.

Dann bereitete ich eine Marinade zu. 100 ml Olivenöl vermischte ich mit 1 EL grobem Meersalz, etwas Pfeffer und 2 gepressten Knoblauchzehen. Dazu kommen noch Kräuter nach Gusto: Oregano, Thymian oder Rosmarin, am besten frisch gehackt. Da ich leider keine frischen Kräuter im Haus hatte, habe ich 1 gehäuften TL getrockneten Oregano dazugegeben. Die Kartoffeln gab ich dann in eine Reine und beträufelte sie mit der Marinade. Den Boden der Reine bedeckte ich knapp mit Wasser.

Der Backofen war schon auf 190 °C Umluft vorgeheizt und die Kartoffeln durften eine gute Dreiviertelstunde in der Hitze verbringen.



Zusammen mit einem knackigen Salat aus dem väterlichen Schrebergarten ergab dies ein leckeres Abendessen aus einer Beilage, die keine weitere Beilage nötig hatte.

Thema: Monologe Küche | Kommentare deaktiviert für Nicht nur eine Beilage | Autor: