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Grüner Reis und lecker Lamm

Dienstag, 24. April 2018 17:16

Liebe Andrea,

es gibt kaum etwas Verwerflicheres, als mit hungrigem Magen Rezepthefte zu durchblättern. Wie schön dagegen ist es, sich – wohlgesättigt – im Schatten eines prächtigen Baumes im Garten bequem zu machen und dabei durch Kochzeitschriften zu blättern, für die bis dahin einfach noch keine Zeit war…

Gekrönt wird dieser Müssiggang dann meist durch konkrete Inspirationen für die kommenden Speisepläne. So erst kürzlich mal wieder geschehen bei dem

Erbsen-Risotto mit Lamm im Kräutermantel

Das Originalrezept sah Spieße aus Lammlachsen vor, von denen ich auch ein Exemplar zubereitete. Der Rest – und der schaffte es auch in unseren feinen Blog – waren halbierte, am Stück gebratene Lammlachse, die ich nach dem Braten in einer Kräutermischung wendete.

Aber wie so häufig: Immer schön der Reihe nach! Für das Risotto würfelte ich 1 Zwiebel klein, die ich in einem großen Topf mit 4 EL Olivenöl sanft anschwitzte. Zu den glasigen Zwiebelwürfeln gab ich 200 g Risotto-Reis und lies auch diesen rundherum „einölen“. Das Ganze löschte ich mit 100 ml Weißwein ab, den ich nahezu gänzlich verkochen liess. Dann folgte das übliche Risotto-Einerlei: Immer mal wieder einen Schöpflöffel von 750 ml Gemüsebrühe (ideal heiß) in den Topf geben und unter Rühren einkochen lassen. Kurz vor dem kompletten Verkochen der Flüssigkeit die nächste Kelle nachschütten und zurück auf Anfang.

Währenddessen rieb ich 100 g Parmesankäse klein und fein, stellte 150 g TK-Erbsen zum Antauen bereit und begab mich an die Kräutermischung: Die Blätter von 4 Stielen Minze schnitt ich klein, rieb die Schale von 1 Bio-Zitrone ab und vermischte alles mit Meersalz, grobem Pfeffer und 2 EL Olivenöl zu einer feuchten Gremolata.
Eigentlich hätte ich nun 2 Lammlachse in Würfel schneiden und diese mit der Kräutermischung marinieren sollen, ich würfelte jedoch nur einen halben Lammachs. Die restlichen, in der Länge halbierten Lachse habe ich ohne weitere Würze scharf in der Pfanne angebraten und erst danach in den Kräutern gewendet. Zum Finalisieren habe ich das Fleisch dann bei 80° C im Ofen auf einer Reine ruhen und ziehen lassen.



Mittlerweile war meine Gemüsebrühe nahezu vollständig in das Risotto aufgegangen. Ich rührte den Parmesan sowie die Erbsen unter den Reis und liess alles nochmal bei ausgeschalteter Flamme im Topf durchziehen.

Auf dem Teller angerichtet habe ich den Risotto-Reis mit frischer Minze und mit den aufgeschnittenen Lammlachsen belegt. Ein leckeres und irgendwie auch schnelles Mahl, das den Status Festessen durchaus verdient.

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Reiskugeln Balla-Balla

Mittwoch, 19. Juli 2017 8:57

Liebe Andrea,

für die einen ist ein simple Vorspeise oder Resteessen, für die anderen eine extra hergestellte Sünde und Suchtmittel zugleich. Zudem sind sie fast schneller weg, als als man das Wort Reisbällchen aussprechen kann. Die frittierten Reiskugeln, in Italien auch

Arancini

genannt, sind aber auch zu lecker. Zeit genug also, sich diesem Thema einmal mit einem Küchen-Monolog zu nähern.

Für meine Reisbällchen gab es keine Reste, daher rührte ich zuerst ein ordentliches Risotto an.

Ich schälte und würfelte 2 Schalotten und schwitze diese sanft in einem Topf mit Olivenöl an. Dazu rührte ich 1 Becher Risotto-Reis. Nachdem der Reis rundherum von Öl umgeben und glasig war goss ich 100 ml Weißwein dazu und liess die Flüssigkeit nahezu verdampfen. Schöpflöffelweise gab ich in den folgenden 20 Minuten immer wieder heiße Gemüsebrühe dazu und lies diese – bei moderater Hitze und stetem Rühren – einkochen. Die 1 l Gemüsebrühe hatte ich mit 1 Briefchen Safran veredelt.

Zum Ende der Risotto-Garzeit mischte ich 100 g geriebenen Parmesan unter den Reis und liess diesen etwas abkühlen, bevor ich 1 Ei unter die Masse knetete.

Von dem Reis stach ich nun jeweils einen Esslöffel ab und strich dessen Inhalt auf die Innenseite einer Handfläche. Darüber streute ich vorgewürfelte Stücke einer Chorizo-Wurst bzw. kleingeschnittenen gekochten Schinken und bedeckte die Wurst jeweils mit der Reis-Menge eines weiteren Esslöffels. Aus der Masse in der Hand formte ich hernach Kugeln, die in etwa die Größe von Tischennis- oder Golfbällen hatten. Ein paar der Arancini – Jugend forscht! – liess ich auch ungefüllt.



In einem flachen Teller verklepperte ich 1 Ei und wendete die Reisballen darin, anschließend wälzte ich diese in Semmelbröseln. Die panierten Reisbällchen frittierte ich portionsweise in einem Topf mit Sonnenblumenöl und liess sie auf Küchenkrepp abtropfen. Und das war’s auch schon. Das Ergebnis waren kleine, schmackhafte Happen, die bei jedem Biss ein Verlangen nach mehr davon hervorriefen. Kurz: Ganz schön lecker, diese kleinen Reiskugeln.

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Reis in der Hauptrolle

Samstag, 13. Mai 2017 12:15

Liebe Andrea,

im Gegensatz zu Nudeln haben es Kartoffeln und Reis – zumindest bei uns – immer etwas schwerer, als Hauptgericht auf den Tisch zu kommen. Dabei war das erste Gericht, das ich als damals 6-jähriger kochte, mit Risi e bisi ein veritables Reisgericht. Und auch Paella, Arroz Marisco sowie die zahlreichen Risotto-Varianten zeigen, dass sich mit Reis so einiges machen lässt. Und auch zum heutigen Thema habe ich bereits eine Variante monologisiert. Zu meinem erneuten

Tomaten-Risotto

gab es diesmal zwar auch noch ein paniertes Schnitzel, der Star auf dem Teller jedoch war eindeutig der Reis.

Für das neue Tomaten-Risotto habe ich zuerst 400 ml Wasser aufgekocht, mit 1 EL Hühnerbrühe (Instant) verrührt und dann noch 300 ml passierte Tomaten dazugegeben.

Während die Brühe bei kleinster Flamme vor sich hinköchelte, erhitze ich in einem großen Topf bei mittlerer Hitze Olivenöl und schwitzte darin 2 Schalotten und 1 Knoblauchzehe an, die ich vorher kleingewürfelt hatte. Zu den glasigen Zwiebeln gab ich 1 Becher Rundkornreis und rührte den Topf-Inhalt ca. 1 Minute um.
Ich löschte alles mit 100 ml Weisswein ab und liess die Flüssigkeit fast vollständig verkochen. Dann gab ich die erste von einigen Suppenkellen Tomatenbrühe zum Reis. Immer dann, wenn – unter stetem Rühren natürlich – die Brühe nahezu verkocht bzw. aufgesogen war, sorgte ich suppenkellenweise für Nachschub. Zwischenzeitlich würzte ich den Reis mit 1 TL Thymian.

Die ganze Kocherei und Rührerei dauerte ca. 15 Minuten, dann wurde der Reis langsam schlotzig, das Innere der Reiskörner war noch leicht bissfest.
Nun rührte ich 1 Kugel Mozzarella (125 g, kleingewürfelt) sowie 100 g Parmesan (fein gerieben) unter den Reis und rührte weiter, bis alles eine homogene Konsistenz erreichte. Final mit Meersalz abgeschmeckt war der (oder das) Risotto auch schon fertig.



Die panierte Schnitzelbeilage (flachgeklopftes, doppelt paniertes und in reichlich Öl ausgebackenes Schnitzel) zum Risotto war nett, aber wirklich nicht notwendig und zeigte einmal mehr, dass es Reis durchaus öfter mal als Hauptgericht auf unseren Esstisch schaffen sollte.

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Ein Lachs kommt selten allein

Mittwoch, 1. Februar 2017 17:35

Lieber Christoph,

da es selten genug vorkommt, dass wir echt analog kochen, musste diesmal ein besonderes Rezept zur Feier des (Sonn-) Tages her. Im Netz hatten wir ein Video entdeckt, in dem

Gefülltes Lachsfilet 

zubereitet wurde. Ich habe mich dazu entschieden, den Lachs in der Papillote zuzubereiten, also in Backpapier eingewickelt.

Zum Zwecke der Zeitersparnis habe ich 300 g TK-Blattspinat auftauen lassen. Diesen gab ich in eine große Schüssel, denn es sollten sich noch einige Zutaten dazugesellen. Z.B. 75 g Pinienkerne, die ich in der trockenen Pfanne angeröstet habe, um sie dann vermittels eines Messers in feine Stücke zu hacken. Eine Handvoll Cocktailtomaten (leicht gesalzen und gepfeffert) habe ich geviertelt und dann noch 1 Stück Feta in die Schüssel gebröselt. Zuletzt gab ich 2 fein gehackte Knoblauchzehen dazu und verrührte alles kräftig. Weiteres Gewürz gab ich nicht dazu.

Als die Mischung fertig war, habe ich 600 g Lachsfilet (mit Haut) in Portionen geteilt und längs aufgeschnitten. Innen und außen gab ich Salz, Pfeffer und etwas Olivenöl auf die entstandenen Flächen und befüllte die Lachsstücke dann mit der Spinatmischung. Dann drehte ich das Backpapier an den Enden zu und gab die vier Papilloten für ca. 20 Minuten in den auf 170 °C vorgeheizten Ofen.



Da mir das Lachsfilet auf dem Teller etwas einsam vorkam, habe ich Basmatireis dazugereicht. Das wäre aber gar nicht nötig gewesen, der Lachs hätte es auch alleine geschafft, uns zu sättigen. Ein wunderbares Gericht, schnell zubereitet und sehr schmackhaft.

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Paprika, die glücklich macht

Montag, 2. Januar 2017 19:14

DIESER BEITRAG ENTHÄLT WERBUNG.

Liebe Andrea,

über die zahlreichen Feiertage und freien Tage zum Jahresende isst man in aller Regel nicht nur zu viel, sondern – jeder will halt was ganz Besonderes auftischen – ordentlich viel Fleisch. Als bekennender Flexitarier freue ich mich nach all dem – durchaus leckeren – Fleischgenuss auf jene Gerichte, die Gewissen, Seele und Körper gleichsam guttun.

Der von uns gleichermaßen geschätzte Claudio del Principe hat in seinem großartigen Buch Italien vegetarisch eine Vielzahl wohlschmeckender Alternativen zum Fleisch- und Fischverzehr. Ganz besonders angetan hat es mir die

Mit Risotto gefüllte Paprika

angetan, die nachweislich glücklich macht. Dazu habe ich erst einmal 1 rote Zwiebel kleinstgewürfelt und in einem Topf mit Olivenöl sanft angeschwitzt. Knapp 200 g Risotto-Reis gab in den Topf und rührte den Reis so lange umher, bis die Reiskörner rundherum glänzten. Nun goss ich, so wie es sich für ein ordentliches Risotto gehört, kellenweise heiße Gemüsebrühe dazu und liess diese unter stetem Rühren immer wieder vom Reis aufnehmen bzw. verkochen. Auf diese Weise brachte ich in knapp 20 Minuten 1/2 l Gemüsebrühe in den Topf ein.

Zu guter Letzt rührte ich noch 100 g frisch geriebenen Parmesan sowie 1/2 Bund Petersilie – frisch, glatt und feingehackt – unter den Reis.

Während der Reis auskühlte entdeckelte ich 3 rote Paprika, entfernte die Kerne und salzte die Paprika von innen mit ein wenig Meersalz. Dann füllte ich den Risotto-Reis in die Paprika-Hohlkörper setzte diese in eine geölte Auflaufform und legte den jeweils passenden Paprika-Deckel wieder obenauf.



Die Deckel der Paprika olivenölte ich noch ein wenig ein und schob die Auflaufform für knapp 40 Minuten in den auf 180° C vorgeheizten Ofen. Claudio sieht eine geringere Ofentemperatur vor, daher schwärzte sich die Haut meiner Paprika ein wenig – das jedoch mit voller Absicht. Denn unter der – nun geschwärzten und leicht entfernbaren – Paprikahaut entwickelt die Paprika eine wunderbare Süße. Und die macht mich, wie der Rest dieses schmackhaften Ofengerichtes, ganz einfach glücklich.

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Vorweihnachtlicher Ausflug gen Asien

Mittwoch, 21. Dezember 2016 19:30

Lieber Christoph,

ich gehe nicht aus diesem Jahr heraus, ohne meine Schreib- und Kochfaulheit zu überwinden! Mea maxima culpa hierfür, aber du kennst das ja, wenn man dauernd zu nichts kommt … Und dann versagt auch noch die Technik und es gibt nur Handyfotos. Herrje.

Nichtsdestotrotz: Ich habe den Kochlöffel geschwungen und ein

Süßkartoffel-Curry 

gezaubert.

Während meine fleißige Helferin 800 g Süßkartoffeln geschält und in Würfel geschnitten hat, habe ich 1 Schalotte und 1 große Knoblauchzehe in kleine Stücke gehackt. Dann habe ich 1 Bund Lauchzwiebeln geputzt und in Ringe geschnitten. Alles Zwiebelige gab ich in einen großen Topf, in dem schon 2 EL Olivenöl ordentlich warm geworden waren.

Als dies alles ausreichend angedünstet war, gab ich die gewürfelten Süßkartoffeln dazu, rührte bei hoher Hitze einmal kräftig durch und löschte mit 800 ml Kokosmilch und etwas Wasser ab. Schließlich gab ich noch den Saft von 1 Limette und  1 Stengel Zitronengras dazu, den ich vorher in kleinere Stücke zerteilt und in ein kleines Säckchen (aka Teebeutel mit Küchengarn verschnürt) gegeben hatte. 2 EL milde Currypaste kamen auch noch dazu. Sodann konnte alles für ca. 20 Minuten auf mittlerer Hitze vor sich hinköcheln.


In der Zwischenzeit habe ich Basmatireis gekocht und 2 Handvoll gehackte Erdnüsse dazugegeben. Das Originalrezept sah Babyspinat vor, der im Curry baden sollte. Ich habe aber keinen bekommen und so habe ich Blattspinat aus dem TK, gewürzt mit Salz und Pfeffer separat gereicht. Noch ein paar Granatapfelkerne zur Deko und fertig war das feine Abendessen.

PS: Das Kochbuch bekam ich von einem Kollegen geschenkt, ich sollte das Päckchen erst zu Weihnachten öffnen. Die Neugier hat gesiegt. Dankeschön!

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Last Minute nach Portugal

Dienstag, 23. August 2016 8:59

Liebe Andrea, nachdem mich in der vergangenen Woche mehrere Reportagen mit auf die gedankliche Reise nach Portugal genommen hatten – allen voran der einmal mehr wunderbar geschrieben Reisebericht von Stevan Paul – reichte es mir zum Wochenende: Ich musste dem ganzen „Meerweh“ kulinarisch entgegenwirken.

Nun verhält es sich so, dass Aschaffenburg zwar den Zweittitel „Das bayerische Nizza“ für sich beansprucht, ansonsten jedoch so einiges vermissen lässt, was eine Küstenstadt auszeichnet. Allen voran eine täglich (außer montags) frisch bestückte Fisch-Markthalle mit allem Seegetier und was so dazugehört. Da hilft auch unser sonst so verlässsliche und mit dem Sea Food Star ausgezeichneter Fischhändler nur bedingt weiter. Es musste also ein wenig improvisiert werden, um den

Arroz de Marisco

einigermassen stabil und schmackhaft auf den Esstisch zu bekommen. In verschieden Tiefkühltruhen wurde ich beim Einkauf fündig und erstand für meine küstenferne Interpretation des portugiesischen Reisgerichts mit Meeresaroma unter anderem: Green-Shell-Muscheln, Miesmuschelfleisch, Gambas (Qualität 21/30), Tiefseegarnelen (Qualität 16/20), 1 Hummer (350 g) sowie einen bunte Mischung Meeresfrüchte (mit Pulpo, Crevetten, Muscheln & Co).
Um auf Nummer Sicher zu gehen legte ich gleich noch 1 Glas Krustentierfond mit in den Einkaufswagen.

Wieder daheim am Herd schwitze ich in einem tiefen Topf 1 Zwiebel und 3 Knoblauchzehen an, die ich vorher kleingewürfelt hatte. Dazu gab ich 2 große Tomaten. Die Tomaten hatte ich geschält, in Scheiben geschnitten und gewürfelt.
Den bereits vor dem Tiefkühlen vorgekochten Hummer habe ich auseinandergebrochen (Kopf, Schwanz) und das Schwanzstück in drei Teile geschnitten. Den Kopf gab ich zu diesem frühen Zeitpunkt mit in den Topf, um das Möglichste an Geschmack in meinen nun folgenden Sud zu bekommen.
Es folgten die Meeresfrüchte, der Krustentierfond sowie 1/2 l Gemüsebrühe (zur Feier des Tages mal wieder aus Eigenproduktion). Nachdem alles bei großer Hitze aufwallte gab ich die Fäden aus 1 Briefchen Safran dazu.

Nun rührte ich 500 g Langkornreis in die kochende Flüssigkeit und reduzierte die Temperatur. Kurz danach gab ich die Gambas und Crevetten in den wallenden Sud und schmeckte mit 4 cl Portwein, Piment d’Espelette, Paprika (rosenscharf) und Meersalz ab.



Kurz bevor der Reis fertig gegart war, gab ich die Hummerschwanz-Stücke lediglich zum Aufwärmen mit dazu. Portionsweise auf den Tellern verteilt servierte ich meinen Meeresfrüchte-Reistopf mit ordentlich frisch gehacktem Koriander und eisgekühltem Vinho Verde.
Und so langsam kam das die Woche über Gelesene nun auch geschmacklich am Gaumen an.
Aber es fehlte natürlich wieder etwas: Der wacklige Holzstuhl mit Korbgeflecht auf der sandigen Terrasse, die Meeresbrandung, der Sonnenuntergang… Dafür träumte ich hernach satt und zufrieden von fernen Reisezielen in meinem eigenen Bett.

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Risotto? Einfach mal machen!

Mittwoch, 25. November 2015 9:26

Liebe Andrea,

alle sagten, das geht nicht. Dann kam einer, der wußte das nicht. Und machte es einfach. Diese Weisheit könnte auch auf Risotto zutreffen. Was wird man an nahezu jeder Ecke mit Warnhinweisen über „Ständig Rühren“, „Aber nur in eine Richtung“, „Nur in Knochenmark anschwitzen“ und „Schwierig, schwierig“ davon abgehalten, sich einfach mal wieder ein einfaches und leckeres Reisgericht zuzubereiten!
Unser beiderseits geschätzter Claudio del Principe hat kürzlich in seinem Blog eine nicht nur einfache Vorgehensweise bei der Risotto-Zubereitung beschrieben – auch seine Grundzutaten zum

Tomaten-Risotto

waren übersichtlich genug, um sich nicht gleich wieder von irgendeiner irritierenden Kleinigkeit von der Zubereitung eines geschmackvollen Risottos abschrecken zu lassen.

Die Basis des Tomaten-Risottos à la Claudio ist eine gute Tomatensauce, eine Sauce, wie ich sie auch immer wieder gerne für Basis-Nudelgerichte zubereite. Zuerst wird 1 Zwiebel in feine Würfel geschnitten und mit Zeit und Olivenöl so lange sanft angeschwitzt, bis sie schön weich ist. Dann kommen passierte Tomaten dazu, der Doseninhalt wird nochmals mit Wasser gefüllt und mit in den Topf gegeben. Wenn überhaupt wird mit ein wenig Salz und Zucker gewürzt und der Sugo hernach für mindestens 1 Stunde bei kleiner Flamme vor sich hinblubbern lassen. Wenn fast sämtliche Flüssigkeit verkocht ist kommen 1 Karotte sowie 1 Selleriestange in kleinste Würfel geschnitten und zusammen mit knapp 1 Liter Wasser in den Topf. Alles bei kleiner Flamme simmern lassen und fertig ist die Basis-Brühe für den Risotto-Reis.

In einem anderen Topf habe ich Olivenöl erhitzt und darin 1 Becher Risotto-Reis glasig gerührt. Nun kommt das Procedere, das beim Risotto nun einmal unumgänglich ist: 1-2 Schöpflöffel Brühe zum Reis, ein wenig Rühren, Flüssigkeit einkochen, aufsaugen oder verdampfen lassen und wieder von vorne beginnen. Ständiges Rühren, zudem nur in eine Richtung ist Mumpitz und Hokuspokus, eine Mär, die einen viel zu oft vom Risotto-Kochen abhält.
Nach knapp 20 Minuten ist die komplette Brühe in den Reistopf rübergewandert und dort mit dem Reis zu einem Risotto verschmolzen.



Final abgeschmeckt habe ich mit ein wenig Meersalz, bevor ich 2 Stich großzügige Butter und 2 Handvoll frisch geriebenen Parmesankäse unter das Risotto rührte.
Das cremig-schlotzige Ergebnis harmonierte hervorragend mit gehacktem Basilikum und einmal mehr der Erkenntnis, dass die einfachen Dinge doch meist die besten sind.
Man muss sie einfach nur mal machen.

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Huhn nach Art des herbstlichen Wetters

Mittwoch, 2. September 2015 22:36

Liebe Andrea,

nachdem sich mein letzter Küchenmonolog noch um ein Sommer-Huhn drehte, bin ich nun eine Jahreszeit weiter. Irgend jemand hat zum 1. September das Kalenderblatt runtergerissen und damit die heiße Phase des Sommers beendet.

Zeit also, sich langsam mal nach den Dingen umzuschauen, die der Herbst einem so zu bieten hat. Bei unserem 365-Tage-Koch Stéphane Reynaud wurde ich schnell fündig und fand bei dem

Pfifferling-Huhn mit Reis

ausreichend Inspiration. Die ersten Pilze der Saison also! Der lokale Dealer hatte auch gleich ein paar prächtige Kandidaten im Angebot.

Die 300 g Pfifferlinge wusch ich in klarem Wasser und drückte sie dann mit Küchenkrepp einzeln sanft trocken. Die Pfifferlinge gab ich mit Erdnussöl kurz in eine heiße Pfanne und schmurgelte die Pilze rundherum an. Dann nahm die Pilze aus der Pfanne und gab 2 Hühnerbrüste in dünnen Streifen mit 1 EL Butter hinein. 1 rote Paprika in kleinen Stücken sowie 2 rote Zwiebeln, geviertelt und in Scheiben geschnitten, und 1 Knoblauchzehe gab ich dazu und liess alles 10 Minuten sautieren.
Mit den Pfifferlingen gab ich noch 100 ml Weisswein, 1 EL Demi Glace sowie 1 Prise Thymian in die Pfanne uns liess alles die folgenden 5 Minuten alles ein wenig eins werden.



Als Beilage gab es den vielfach bewährten Ofenreis des Hauses. Und finale Würze steuerte frischer Koriander bei, dessen Blätter ich vor dem Überstreuen noch klein schnitt.

So sassen wir am 2. September mit dem passenden Gericht für Wetter, Gemüt und Jahreszeit zu Tisch und hatten einen ersten Vorgeschmack auf einen leckeren Herbst, der da draußen vor der Türe steht.

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Huhn nach Art des französischen Hauses

Donnerstag, 27. August 2015 7:52

Liebe Andrea,

sollte meine kulinarische Berichterstattung aus dem südfranzösischen Urlaubsdomizil in letzter Zeit überhand genommen oder gar zu Verdruss geführt haben, kann ich Dich beruhigen: Dies ist der vorerst letzte Beitrag des monologen Küchenlebens im Süden Frankreichs und ein weiterer Nachweis dafür, wie schnell doch so eine Woche des Müßiggangs vorübergehen kann …

Für mein

Poulet „Les Tourelles“

lief mir im hiesigen Supermarkt – weniger lebendig und dann noch in Teilen – ein ehemals freilaufender Mistkratzer über den Weg. Und so nahm ich die 2 Hähnchenkeulen unter meine Obhut und bereitete diese wie folgt zu:

Zuerst einmal schnitt ich 2 Zucchini, 1 Karotte und 1 Gemüsezwiebel in passende Würfel. Die Hühnerkeulen rieb ich mit Meersalz ein und legte diese in einen mit Olivenöl aufgeheizten Topf. Nachdem die Keulen beidseitig knusprig und goldbraun angebraten waren, nahm ich diese heraus und schüttete das Bratfett ab. In neuem Olivenöl schwitzte ich 150 g Speck in Streifen an und gab nach kurzer Zeit das Gemüse und die Zwiebeln dazu.

Nachdem alles schön Farbe angenommen und einen großartigen Duft in der Küche verteilt hatte, goss ich 200 ml Hühnerbrühe (Instant) sowie 200 ml Roséwein an, legte frisch gepflückten Rosmarin aus der Nachbarschaft dazu, gab noch 1 TL Kräuter der Provence hinterher und legte erst die Hühnerkeulen in den Topf, dann den Deckel auf den Topf.

Danach folgte bei kleiner Flamme eine 30-minütige Wartezeit, die wir uns mit dem Aperitif auf dem Balkon vertrieben.



Kurz unterbrochen wurde der Apéro lediglich durch das Einstreuen von 1 Tasse Reis in den Topf bzw. die Flüssigkeit. Bei weiterhin kleiner Hitze und aufliegendem Deckel zog der Reis gar und nahm sich derweil der überschüssigen Flüssigkeit an.

Am Ende hatten wir ein dufte Hähnchen vor uns auf dem Teller liegen. Begleitet vom Zirpen der Grillen und einem trockenen Landwein genossen wir einmal mehr einen schönen Abend an der Côte d’Azur – und natürlich das Baguette dazu und den Käse danach.

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