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Plan B in grün-weiß

Sonntag, 19. April 2020 12:57

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Liebe Andrea,

der Start in den Frühling geht einher mit so vielen altbekannten Geschmäckern und Genüssen: Frische Erdbeeren, Rhabarber und Spargel aus lokaler Herkunft buhlen förmlich darum, als erster in den Schubladen der Geschmacks-Erinnerungen wühlen zu dürfen und Glücksmomente hervorzurufen.

Heuer jedoch (für den Chronisten: 2020, Corona, Pandemie) ist es noch gar nicht so einfach, sich auf den ersten Spargel zu stürzen. Zumindest bei uns. Noch vor dem mittäglichen Zwölf-Uhr-Geläut war unser Wochenmarkt spargeltechnisch nahezu leergefegt. Aber immerhin: Statt weißen gab’s noch grünen Spargel. Zeit also für Plan B. Dass sich das quasi aus der Not geborene

Spargel-Risotto

als geschmacklicher Volltreffer erwies, ist sicher auch unserem geschätzten Claudio del Principe zu verdanken, dessen Rezeptvorlage die Inspiration für meinen Risotto lieferte.

Von 500 g grünen Spargel habe ich die holzigen Enden abgeschnitten und die unteren 5 cm geschält. Die Stangen teilte ich in ca. 1,5 cm große Stücke und legte die Spargelköpfe beiseite.

Die übrigen Spargelstangenstücke schwitzte ich mit 1 Schalotte, feinst gewürfelt, in 2 EL Olivenöl an. Ich löschte dann mit 1 l Gemüsebrühe ab, liess alles einmal aufkochen und dann bei kleinster Hitze vor sich hinwallen.

In einem zweiten Topf schwitzte ich 1 Schalotte, ebenfalls feinst gewürfelt, in 1 EL Butter an und gab 250 g Risottoreis (ca. 1 Kaffeebecher voll) dazu. Nachdem der Reis unter stetem Rühren rundum glasig war, goss ich 100 ml Weißwein an, den ich komplett einkochen ließ.

Danach folgte das gewohnte Risotto-Einerlei: Immer wieder eine Schöpfkelle Brühe (nebst Spargelstücken) in den Reistopf, rühren, absorbieren lassen und wieder von vorne.

Währenddessen ließ ich die Spargelspitzen in einer Pfanne bei hoher Hitze und mit etwas Olivenöl Farbe annehmen und hobelte 100 g Parmesan fein.

Nach etwas weniger als 20 Minuten war die Brühe in den Reis transferiert und eins geworden. Ich hob den Parmesan zusammen mit 2 Stück Butter à 20 g unter, würzte die Spargelspitzen in der Pfanne mit Meersalzflocken und dekorierte diese auf den fertigen Risotto-Tellerportionen.

Eine ganz feine Verbindung von Spargel und Risotto – und eigentlich ein perfekter Plan zum Einstieg in die noch junge Spargelsaison.

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100 % Gemüsejieper

Mittwoch, 15. April 2020 17:00

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Liebe Andrea,

Auch im Leben eines Flexitariers gibt es diese Tage, an denen die Lust auf Fisch und Fleisch zu 100 % gegen Null geht. Doch hier gibt es weitaus mehr Lösungsansätze als den profanen Apfel (ok, diesen sogar in verzehrfertige Schnitze geschnitten) oder einen frischen Salat. Die Gemüseküche hat so viel mehr zu bieten!

Mein Sommer-Genüsse mit Ofen-Gemüse ist ein vielfach bewährtes Mittel gegen den Gemüsehunger, gerne auch in Verbindung mit Bulgur. Wie inspirierend das Kochen mit Gemüse sein kann, zeigte sich letztens wieder, als mir einmal mehr ein passender Film-Clip über die Timelime flimmerte. Zugegeben, eine so spektakuläre Hintergrundkulisse wie im Video von Giada de Laurentiis hatte meine

Gebratene Zucchini mit Cocktailtomaten

bei weitem nicht. Wahrscheinlich waren auch die Aromen meines Gemüses weitaus weniger spektakulär als die sonnenverwöhnten Zutaten in diesem Video. Aber geschmeckt hat es. Sehr sogar.

Und so ging’s los. Zuerst einmal habe ich 2 Zucchini in knapp weniger als 1 cm dicke Scheiben geschnitten, in einer Pfanne mit ausreichend Olivenöl goldbraun angebraten und mit Meersalz gewürzt.

Die fertig gebratenen Zucchinischeiben lagerte ich auf einer Servierplatte zwischen und bestreute sie mit viel frisch geriebenem Parmesankäse bzw. hobelte diesen direkt darüber.

Als nächstes gab ich 2 Sardellenfilets und 2 Knoblauchzehen in die Pfanne, beides hatte ich vorher kleingeschnitten. Dazu gab ich dann noch 1 Handvoll Cocktailtomaten. Die Tomaten hatte ich vorher halbiert, schwenkte nun alles für ca. 3 Minuten in der nicht zu heißen Pfanne und gab derweil noch 1 EL Kapern dazu.

Ich würzte mit getrocknetem Oregano, dem Saft einer 1/2 Zitrone und gab einen Schwung frisch gehackter Petersilie dazu.

Die Tomatenmischung verteilte ich über den Zucchinischeiben – und schon war das neueste Rezept gegen den Gemüsejieper fertig. Natürlich sind hier frisches Baguette sowie ein gekühlter Weißwein ideale Begleiter für ein leckeres Essen in der Abendsonne, die nun wirklich nicht zwingend in Capri untergehen muss.

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Nebendarsteller in der Hauptrolle

Samstag, 25. Januar 2020 16:44

Liebe Andrea,

Früher war nicht nur viel mehr Lametta, sondern auch viel mehr Mehlschwitze. Mit großer Wonne denke ich zurück an die legendären Rahmkartoffeln daheim. Dabei wurden dort jedoch keinesfalls Sahne, sondern Butter, Mehl und Milch zu einer herrlich bappigen, weißen Sauce verarbeitet. Das sind Kindheitserinnerungen! Ebenfalls mit aller Regelmässigkeit gab es auch

Kohlrabi in Béchamelsauce

als Beilage zu paniertem Schnitzel, Kotelett, Bratwurst und dergleichen. Dazu noch Salzkartoffeln und fertig war das Mahl. Aber warum nur Beilage? Kohlrabigemüse eignet sich nicht nur als Rohkost durchaus für die Hauptrolle!

Für drei Personen habe ich 2 Kohlrabiknollen geschält, in Scheiben und darauf in Stifte geteilt. Während die Salzkartoffeln vor sich Hingarten, liess ich 2 EL Butter in einem Topf schmelzen und rührte 2 EL Mehl dazu. Bevor das Mehl Farbe annahm, goss ich Milch dazu. Erst ein wenig, dann, nachdem alles klümpchenfrei war, mehr und mehr. Nachdem die so entstandene Béchamelsauce die gewünschte Konsistenz – nicht zu dick-, nicht zu dünnflüssig – hatte, gab ich die Kohlrabistifte zusammen mit 1 Lorbeeblatt dazu und schmeckte zurückhaltend mit Salz und weißem Pfeffer ab.

Nach ca. 10 Minuten bei moderater Hitze und immer wieder mal Umrühren waren die Kartoffeln und das Kohlrabigemüse auch schon servierfertig. Wer braucht da noch irgendein Stück Fleisch als Beilage!?

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Bananen-Nirwana

Sonntag, 20. Oktober 2019 12:47

Liebe Andrea,

wenn es beim klassischen Nirwana darum geht, die höchste Stufe der Vollkommenheit zu erreichen, so ist dieses Streben durchaus auch auf die Küche übertragbar. Auch hier kann es ein – sicher: hoch gestecktes – Ziel sein, die beste Zubereitung eines Lebensmittels zu erreichen. Der vollkommene Glückseligkeit ziemlich nahe gekommen bin ich, als ich meinen Lieben kürzlich

Gebratene Bananen mit Sahnekaramell

servierte. Allein die innere Dankbarkeit und Freude, den eigentlich braunen (und daher als ungenießbar eingestuften) Bananen noch solch einen Geschmack verliehen zu haben, war Glücksgefühl pur.

Lässt man Bananen nicht durch Ignoranz braun werden, braucht man zumindest Geduld (oder ein paar Äpfel in der Nähe, dann vollzieht sich der Reifeprozess schneller). Beim Reifen der Banane wandelt sich Stärke in Zucker um, also gilt: je brauner die Schale, desto süßer der Inhalt.

Drei geschälten Bananen habe ich in einer Pfanne bei mittlerer Hitze mit 50 g Butter und 25 g Zucker ca. 5 Minuten gebraten, bis sich ein sanfter Karamell um die Bananen legte.
Parallel dazu habe ich in einem kleinen Topf 50 g Zucker karamellisieren lassen, dann 150 ml Sahne zugegossen und noch 2 weitere Minuten unter Rühren cremig werden lassen.

Den Sahnekaramell habe ich auf einem Teller gespiegelt, je eine Banane daraufgelegt und etwas mit dem Karamell überzogen, je eine Kugel Vanilleeis und Sprühsahne daneben gesetzt und alles mit grob zerstoßenen Walnusskernen bestreut. Der Rest war andächtiges Schweigen und geschmackliche Glückseligkeit.

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Eine Pfanne Buntes

Freitag, 18. Oktober 2019 14:53

(unbezahlte Werbung – Markennennung)

Liebe Andrea,

Globalisierung, Klimawandel, Massenproduktion – aktuell gibt es mehr als genügend Gründe, den Appetit zu verlieren. Und das durchaus in Bezug auf Fleisch und Gemüse. Da wird gezüchtet, gespritzt, gedüngt und optimiert auf Teufel komm raus.
Von der Tendenz her fühle ich mich da bei biologisch gelabeltem Gemüse derzeit am wohlsten (auch wenn manches Etikett nur Schall und Rauch zu sein scheint); und natürlich darf’s auch weiterhin immer wieder mal ein gutes Stück Fleisch sein!

Aber gerne auch mal ein ganzer Teller voll Gemüse. Dass dies schmeckt und satt macht, hat bei uns dieser Tage einmal mehr eine

Süßsaure Wokpfanne

bewiesen. Das Rezept habe ich aus Jamie Olivers neuesten Werk Veggies entliehen, natürlich leicht abgewandelt und dennoch sehr genossen.

Zuerst habe ich in einer Pfanne ohne Zugabe von Fett 2 EL Sesamsaat golden angeröstet, in eine Schale umgefüllt und die Pfanne mit vorgeschnittenem Gemüse gefüllt: 1 Karotte, 2 rote Zwiebeln, 1 rote Paprika, 1 gelbe Paprika. Nachdem ich die Gemüsestücke knapp 5 Minuten ohne Fett bei ordentlich Hitze etwas angebräunt hatte, gab ich – vorher kleinstgewürfelt – 2 Knoblauchzehen und ein ca. 3 cm großes Stück Ingwer mit 2 EL Olivenöl in die Pfanne und rührte alles 2 weitere Minuten bei mittlerer Hitze durch.

Dann wurde es fruchtig und ich mischte 400 g Dosenpfirsiche in Spalten sowie deren Dosensaft dazu. Einen Tel des Pfirsichsafts hatte ich mit 1 EL Speisestärke, 1 EL Garam Marsala, 1 EL weißem Balsamico und ein paar Spritzern Sojasause verquirlt und gab diese Mischung ebenfalls in die Pfanne.
Es folgten 6 Blätter Chinakohl, die ich in grobe Stücke geteilt hatte, sowie 1 Tasse TK-Erbsen, bevor ich den Deckel auf die Pfanne legte und alles knapp 5 Minuten bei ordentlich Hitze schmoren liess.

Zuletzt schmeckte ich den Pfanneninhalt mit Sojasauce ab und servierte das Pfannengemüse zusammen mit frisch gekochten Reisnudeln, nachdem ich alles mit den gerösteten Sesamsamen bestreut hatte. Wo das Fleisch war? Hat keiner vermisst!

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Fenchel. Einfach. Lecker. – Da haben wir den Salat (17)

Sonntag, 17. Februar 2019 18:50

Liebe Andrea

die guten Vorsätze für’s Neue Jahr tragen Früchte bzw. bringen vermehrt Gemüse und andere gesunde Dinge auf unseren Tisch. Natürlich haben wir unseren Speiseplan nicht komplett umgestellt, jedoch um ein paar schöne und durchaus leckere Dinge ergänzt. Kleine feine Salate zum Beispiel, die man als geschmackvolle Beilage oder – mit Brot ergänzt – durchaus als leckere (Zwischen-)Mahlzeit genießen kann. Der

Fenchelsalat mit Scamorza

ist zum Beispiel einer dieser leckeren Appetithappen. Und so schnell zubereitet! Denn einmal mehr braucht es gar nicht viel, um glücklich zu sein!

Ich habe 1 Fenchelknolle geputzt, in ihre „Einzelteile“ zerlegt und in feine Streifen geschnitten. Knapp 150 g Scamorza-Käse – ein geräucherter und schnittfester, dem Mozzarella ähnlicher Käse – habe ich erst in Scheiben, dann ebenfalls in knapp streichholzdicke Stifte geschnitten und zusammen mit den Fenchelstreifen auf einer Servierplatte angerichtet.

In einer separaten Schüssel habe ich dann 4 EL Olivenöl mit den abgezupften Blättern von 4 Stängeln Zitronen-Thymian, dem Saft von 1 Zitrone sowie 1 TL Senf, Salz und Pfeffer verrührt.

Fenchel- und Käsestifte habe ich final mit dem Dressing überzogen, kurz ziehen und es mir dann schmecken lassen. So einfach, so gut. Und einmal mehr eine schnell zubereitete Neuentdeckung!

 

 

 

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Aus Kohl mach Kraut – Da haben wir den Salat (15)

Donnerstag, 18. Oktober 2018 18:19

Liebe Andrea,

unsere deutsche Sprache hat ja das eine oder andere Kuriosum in petto. Und da ist bei der unterschiedlichen Bedeutung von „eine Person umfahren“ (drumherum) oder „eine Person umfahren“ (mitten drüber) noch lange nicht Schluss… Auch beim Kohl gibt es kuriose Deutungswendungen. Weißkohl, einmal in kleine Stücke gehobelt wird da ganz schnell zum Kraut. Kraut hingegeben würde man ohne die Kohl-Vorgeschichte jedoch eher anders, auf jeden Fall wohl grüner vernorden. Und im Süden des Landes wird aus Rotkohl dann auch fix mal Blaukraut. Verlassen wir jedoch diesen Exkurs in die Abundanz und widmen uns wieder den kulinarischen Dingen.
Denn ich habe mir kürzlich einen durchaus veritablen

Krautsalat

produziert, dessen Entstehung allemal festhaltenswert ist. Seit gefühlt mehreren Wochen hatte ich im Browserfenster meines Rechners einen Tab geöffnet, auf dem unsere geschätzte Kollegin Astrid Paul von ihrem Standard-Krautsalat-Rezept berichtete. Nun endlich kann ich den Tab schließen und auch meinen Senf zum Thema Krautsalat geben.

Für eine ordentliche Portion Krautsalat habe ich 1/2 Weißkohl mit dem Hobel auf meiner Küchenreibe kleingeschnitten. Für die Optik und den Geschmack habe ich noch 1 Bund Radieschen hinterhergehobelt.

Gewürzt habe ich alles generös: Mit 2 EL Meersalz und 1 EL Zucker bestreut knetete ich das Kraut so lange in einer Rührschüssel durch, bis sich am Boden der Schüssel deutlich Flüssigkeit absetzte. Die komplette Knetmasse nebst Flüssigkeit füllte ich in einen Gefrierbeutel, den ich – fest verschlossen – zur Sicherheit in einen weiteren, fest verschlossenen Gefrierbeutel steckte. Beutel nebst Inhalt strich ich flach und legte ihn, mit einem dicken Topf beschwert, in den Kühlschrank.



Jetzt sollte man dem Kraut einen halben, bis besser ganzen Tag Zeit zum entwickeln geben. Gesagt, getan. Am Folgetag drückte ich das Kraut aus und entsorgte die Würz-Flüssigkeit. Ich schmeckte mit ein wenig weißem Balsamico-Essig, Rapsöl sowie frisch gemahlenem Pfeffer ab und mischte noch 1 TL Kümmel, grob angemörsert, unter das Kraut. Zur Deko (und zum Geschmack) gab’s noch eine Handvoll frischer Petersilie obendrüber. Ob nun zünftig mit Brezeln und Bier, als Beilage zum Steak oder mit frischem Landbrot und Butter – der Kohl als Krautsalat hat mir auf vielfältige Weise gemundet!

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Musikalische Mahlzeit mit Mainzerkäse

Samstag, 4. August 2018 14:58

Liebe Andrea,

12 Jahre in Frankfurt und die weiterhin örtliche Nähe zur Mainmetropole hinterlassen ihre Spuren. Nicht, dass ich jetzt „unenenweescht hässisch babbele wüdde“, aber rein kulinarisch gibt es doch durchaus das eine oder andere Schmankerl, das ich immer wieder gerne verspeise. Neben dem großen Klassiker, der Grünen Sauce, gibt es auf nahezu allen gutbürgerlichen Speisekarten in Frankfurt – meist als Vorspeise – eine kleine Käsespezialität. Dieser


Handkäs mit Musik

braucht auch gar nicht viel, um richtig großartig zu schmecken. Mein Lieblingslokal im Frankfurter Nordend setzte die Marinade für den Handkäs immer mir Calvadosessig an, was geschmacklich am Ende natürlich ordentlich auftrumpfte. Man muss ja auch nicht gleich Essigessenz nehmen, so kann einem der marinierte Käse nämlich auch aufgetischt werden.

Für meinen hausgemachten Handkäse habe ich 400 g Mainzer(!) Handkäse in seine vorkonfigurierten Scheiben geteilt und in einer Schüssel mit einer Marinade aus 2 Zwiebeln, kleinst gewürfelt, 8 EL Apfelessig, 4 EL Olivenöl, 3 EL Apfelwein, 1,5 TL Kümmelsamen, Salz und Pfeffer übergossen. Der verwendete Apfelessig, im Detail ein französischer Cidre-Essig, verlieh dem Gereicht eine tendenziell dunklere Note als sonst in und um Frankfurt üblich.



Das Ganze sollte nun abgedeckt ein paar Stunden kühl durchziehen. Interessante Effekte lassen sich aber auch dadurch erzielen, wenn man das alles in die pralle Sonne stellt (und danach wieder abkühlt)!
Für die einen steht fest, dass mit dem Zusatz Musik eindeutig die Marinade gemeint ist; andere Stimmen dagegen behaupten, die Musik stelle sich erst nach dem Verzehr des Handkäses (nebst Zwiebeln) ein. Wie auch immer: Serviert mit frischem Bauernbrot, einem Stück Butter und einem kalten Äppler (aka Apfelwein) lässt sich der Handkäse mit Musik vor allem an warmen und heißen Sommertagen immer wieder gut genießen – als kleiner Snack zwischendurch, als Appetitanreger oder als vollwertige Mahlzeit, wenn man in der Hitze eh nix Großes essen mag.

Kleine Anekdote am Rande: Im Kleingärtnerverein Feldbergblick e.V., im Schatten des Frankfurter Fersehturms – auch Ginnheimer Spargel genannt -, erklärte mir Anfang der 90er Jahre, ich war frisch in Frankfurt angekommen, ein älteres Ehepaar, wie man den Handkäs mit Musik originalgetreu zu essen habe: Und zwar solle man den Käse mit einer Gabel teilen und nicht mit einem Messer, da durch den glatten Schnitt keine Musik in den Handkäse gelangen könne.

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Coole Pizza, frisch aus dem Kühlschrank

Mittwoch, 1. August 2018 10:45

Liebe Andrea,

wenn die Jahreszeiten unseren Essensplan bestimmen, dann schreit das derzeitige Wetter geradezu nach Wassermelone! Aber so schön saftig, durststillend und wohltuend Wassermelone an heißen Tagen auch ist – irgendwann sehnt man sich doch danach, den auf Dauer etwas faden Eigengeschmack der Melone aufzupeppen. So gesellen sich zur Honigmelone gerne einmal ein paar Scheiben Prosciutto und auch ich habe mich ja schon einmal an einer Salat-Variante mit der Wassermelone versucht. Ganz aktuell jedoch habe ich mit der

Wassermelonenpizza

ein nicht nur optisches Highlight der Sommerküche für mich entdeckt. Denn das sieht nicht nur nett aus, das schmeckt auch richtig chic!



Das Wort „Zubereitung“ wäre schon zu hoch gegriffen, es geht allein ums Anrichten: Eine bowlingkugelgroße Wassermelone (nicht das Kaliber vom Ausmass einer amerikanischen Fliegerbombe) habe ich halbiert und von einer Hälfte eine 2 cm dicke Scheibe abgeschnitten. Diese Melonenscheibe habe ich – ähnlich wie ich es auch mit Pizza mache – mit einem großen Messer und drei Schnitten in sechs Stücke geteilt. Auf jedes Stück habe ich einen Klecks Vanillequark gesetzt und mit halbierten Heidelbeeren, Himbeeren und Scheiben von Erdbeeren garniert. Als finaler Deko- und Geschmacks-Kick erwiesen sich kleine Blätter frischer Minze.

Die vorbereitete Pizza habe dann anstatt in den Ofen in den Kühlschrank gestellt und dann frisch gekühlt genossen.

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Nudeln für das schnelle Glück – Pasta, meine Pasta (33)

Sonntag, 22. Januar 2017 11:08

Liebe Andrea,

es ist doch immer das Gleiche: Man bekommt urplötzlich Hunger, reißt den Kühlschrank und sämtliche Türen von Vorratsschränken auf und steht rätselnd vor der Aufgabe, aus den vorhandenen Zutaten auf die Schnelle etwas Leckeres zu zaubern. Nachdem ich den ersten Ärger beiseite gewischt hatte, wieder einmal nicht vorausschauend das Essen für die Woche durchgeplant zu haben, machte ich mich an die Bestandsaufnahme. Der Mozzarella musste weg, bevor er eigene Füße bekam. Und so stand er schnell der Entschluss fest,

Spaghetti mit Tomaten-Mozzarella-Sauce

auf den spontanen Speiseplan zu setzen. Denn bei aller Ungeplantheit finden sich dann ja – gottlob – doch noch immer genügend Zutaten aus der „stillen Reserve“.

So würfelte ich 2 Knoblauchzehen nach dem Schälen kleinst und schwitzte die Würfel sanft in Olivenöl an. Dazu gab ich dann knapp 10 getrocknete Tomaten, die ich vorher in Streifen schnitt; die Tomaten waren in Olivenöl und Kräutern eingelegt und verfügten über ein ordentliches Aroma. Als nächstes goss ich 150 ml Sahne an und gab 1 Kugel Mozzarella dazu. Den Mozzarella hatte ich – nach dem Schmeckt-der-überhaupt-noch-Test – klein gewürfelt.

Während sich die Sauce auf kleiner Hitze unter stetem Rühren nun quasi zubereitete, setzte ich Salzwasser auf und kochte 200 g Spaghetti al dente.



Die abgetropften Nudeln gab ich in die Pfanne zur Sauce, vermengte alles und pfefferte mit Rücksicht auf die Jugend erst auf dem Teller. Und am Ende war wirklich wieder alles das Gleiche: Die Erkenntnis, auch ohne straff organisierten Speiseplan über die Runden zu kommen, lag sich glücklich und zufrieden grinsend mit dem Geschmack eines leckeren Pasta-Gerichtes in den Armen.

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