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Tian 2.0

Mittwoch, 24. März 2021 21:39

Liebe Andrea,

der Begriff „Tian“ steht in Frankreich für einen provenzalischen Gemüseauflauf. Kein Wunder, dass es für dieses Gericht ungefähr so viele Rezepte wie Auflaufformen in südfranzösischen Küchenschränken gibt. „Man nehme, was da ist“ definiert die grobe Ausrichtung eines Tians am besten. Auch mein bisher an dieser Stelle vorgestellter Tian war auch nur eine Momentaufnahme. Für einen aktuellen

Tian

habe ich nur 2 Gemüsesorten verwendet. Lecker wars allemal. Im konkreten Fall habe ich 8 Kartoffeln geschält und ebenso wie 3 Zucchini in ca. 0,3 cm dicke Scheiben geschnitten.

In einer quadratischen Auflaufform verteilte ich nach und nach immer wieder etwas Olivenöl, in dem ich die einzelnen Gemüsespalten wendete und abwechselnd hochkant hintereinander schichtete.

Nachdem die komplette Auflaufform voll war, benetzte ich das Gemüse mit etwas weiterem Olivenöl, streute Kräuter der Provence sowie Meersalz und 3 Knoblauchzehen darüber, die ich vorher geschält und kleingewürfelt hatte.

Nach knapp 30 Minuten im auf 180°C vorgeheizten Backofen war der Tian des Tages fertig. Der Tian schmeckt auch als rein vegetarisches Hauptgereicht richtig gut, heuer spielte er die Nebenrolle bei kurz gebratenen Lammfiltes.

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Neues vom Asia-Schnellimbiss

Donnerstag, 18. März 2021 17:28

Liebe Andrea

gerade die warme Mittagsküche bringt ja einige An- und Herausforderungen mit sich: Es soll schnell gehen, gerne gesund sein und, ach ja, schmecken soll es auch noch!

Stete Wiederholungen von Bewährtem stoßen am Ende dann doch eher auf Ablehnung, es lebe also die Abwechslung! Zu dem pfannengerührten Gemüse mit Asia-Nudeln habe ich mit

Nasi Goreng

eine veritable Alternative gefunden. Und zugleich nach längerer Recherche den entscheidenden Kniff gefunden. Denn wie beim Rührei auch, macht sich das Ei, das man zum Reis in die Pfanne rührt, recht dünne und ist am Ende gar nicht mehr als solches wahrnehmbar.

Die Lösung lautet „Omelette“. Also wird bei diesem Gericht erst einmal 1 Ei mit 1 Schuss Milch sowie 1 Prise Salz verquirlt und mit ein wenig Pflanzenöl in der Pfanne zum Omelette ausgebacken.

Auch den Reis sollte man vorkochen. Präziser: Eigentlich sollte man den Reis schon einen Tag vorher kochen. Denn geradezu elementar ist es, ähnlich wie bei Bratkartoffeln, dass der Reis ausgekühlt und nicht mehr kochfrisch-feucht ist. So setzt der Reis beim Braten schön in der Pfanne an und bekommt seinen „Crunch“. Ich habe mich für eine Mischung aus Langkorn- und Wildreis entschieden und davon 1 Becher Reis mit der doppelten Menge Wasser (leicht gesalzen) vorgekocht.

Das Omelette habe ich aus der Pfanne auf eine Platte gestürzt und hernach erst in Streifen und dann kleine Quadrate geschnitten. Wenn man schon am Schnibbeln ist: 1 rote Zwiebel, 1 rote Paprika, 2 Karotten und 1 Zucchini gilt es ebenfalls kleinzuschneiden.

Bis auf die Paprika habe ich das ganze Gemüse mit Pflanzenöl in der Pfanne scharf angebraten, dann den Reis dazugegeben und ihm die Chance für den erwähnten „Crunch“ gegeben. Heißt: reduziert umrühren und dem Pfanneninhalt Zeit geben, um etwas anzusetzen.

Zum Schluss habe ich noch 1 Tasse TK-Erbsen, die Paprika und die Eierflecken dazugegeben, mit Sojasauce abgeschmeckt und für die Mutigen Sambal Olek mit auf den Tisch gestellt.

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World wide pasta – Pasta meine Pasta (47)

Mittwoch, 3. März 2021 14:50

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Liebe Andrea,

Vor mehr als zwei Jahren ging eine Pasta-Posting aus Finnland viral und trat seinen Siegeszug durch das world wide web an. Die Zutatenliste dafür was übersichtlich:
Spaghetti, Cocktailtomaten, Feta-Käse und frischer Basilikum.

Dennoch (oder gerade deshalb) ging das von Jenni Häyrinen (@liemessa) produzierte Video zur Uunifetapasta steil und bis heute sieht man immer wieder einmal Variationen zu diesem Thema. Nun also steht die

Pasta mit Feta und Cocktailtomaten

auch in der Analogen Küche auf dem Tisch, zumindest als Küchenmonolog. Jahrestag des internationalen Uunifetapasta-Tages ist übrigens der 4. Februar.

Zuerst legte ich 350 g Cocktailtomaten zusammen mit 200 g Feta in eine Auflaufform, gab ordentlich Olivenöl mit dazu, würzte mit Meersalz und schob die Form für 20 Minuten in den auf 220° C vorgeheizten Ofen.

Zwischenzeitlich kochte ich in Salzwasser eine große Portion Tagliatelli al dente. Den Feta-Käse verrührte ich zusammen mit den Tomaten in der Auflaufform, mischte zuerst frische und klein geschnitttene Basilikumblätter und dann die abgetropfte Pasta dazu.

Final streute ich noch frische Basilikumblätter über die Nudeln, schon war der Pasta-Hit aus dem Internet fertig. Und ja, lecker war die Pasta natürlich allemal. Wer will, der Varianten gibt es mittlerweile unzählige, der kann zu Käse und Tomaten auch Knoblauch und Chili mit in die Auflaufform geben.

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Nr. 34 zum daheim essen

Mittwoch, 6. Januar 2021 14:01

Liebe Andrea,

Zum Jahresstart haben sich ja viele einmal mehr eine gesündere Ernährung auf die Speisekarte geschrieben. Wenn’s dann auch noch schnell gehen soll, ist der Griff zu einem Apfel zwar nicht weit, aber gesund und schnell lässt sich durchaus auch kochen. Die alles und nichts sagende Kombination

Asia-Nudeln mit Gemüse

lässt sich unter verschiedenen Bezeichnungen auch in zahlreichen Garküchen und Schnellimbissen finden. Eine geplante oder eben komplett schief gelaufene Vorratsplanung sind dabei durchaus hilfreich. Denn was letztlich als Gemüse in den Nudeln landet, ist hochvariabel und vielfältig kombinierbar.

Zuerst einmal 1 Zwiebel (rot oder weiß) kleinzuwürfeln und in einer Pfanne mit Öl anzuschwitzen ist eine gute Idee. Aber auch hier geht’s schon los: die Zwiebel kann natürlich auch halbiert und in Streifen geschnitten kann. Danach folgt das, was das Gemüsefach hergibt, z.B.: Karotten, Stangensellerie, grüne Bohnen, Zuckerschoten, Champignons, Maiskölbchen, Zucchini, Auberginen, Brokkoli, Lauch, Paprika, grüner Spargel, Fenchel und und und.

Das Gemüse, jeweils küchenfertig vorbereitet und ggf. kleingeschnitten, zusammen oder nach Garart getrennt zu den Zwiebeln in die Pfanne gegeben. Wer einen Wok hat, kann diesen nun endlich wieder einmal nutzen. Nach kurzem Anschwitzen lösche ich alles mit Sojasauce ab und gieße Wasser bzw. Brühe nach. Dann folgen 1-2 Handvoll Asia-Nudeln. Das sind kurze und dünne Eiernudeln, die auch schon einmal als Wok-Nudeln angeboten werden.

Während die Nudeln bei kleiner Hitze und mit stetem Rühren die Flüssigkeit aufnehmen (hier kommt auch der Begriff „Pfannenrühren“ ins Spiel), entsteht quasi im Handumdrehen eine schmackhafte und gesunde Mahlzeit, die ich final mit etwas Fischsauce (dann wird’s aber unvegetarisch) und weiterer Sojasauce abschmecke sowie mit grünem Koriander garniert serviere. Aktuell nutze zum finalen Drüberstreuen auch gerne eine Mischung aus gerösteten Kokosflocken mit Erdnüssen (Fertigprodukt). Nach Geschmack und Mut kann dann jeder am Tisch mit Sambal Olek o.ä. nachschärfen.

Und wenn mal etwas übrigbleibt, hat man für später oder am nächsten Tag schon gleich einen leckeren Nudelsalat parat.

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Ein Mantel für die Mandel

Samstag, 26. Dezember 2020 21:44

Liebe Andrea,

Covid-19- und pandemiebedingt präsentierte sich auch die Weihnachtszeit 2020 von einer bislang so nicht gekannten Seite. Unser tradioneller Weihnachtsmarkt wär hüttenweise in der Stadt verteilt und konnte so bis zum zweiten Lockdown noch hier und da für ein klein bisschen Weihnachtsstimmung sorgen. Danach jedoch war Schicht im Schacht, Schluss mit dem verlocken Duft verschiedener Vorweihnachtsköstlichkeiten. Zu der Kakophonie der Düfte tragen auf nahezu jedem Weihnachtsmarkt auch immer

Gebrannte Mandeln

bei. Wenn also schon die Weihnachtsmärkte und deren Buden die Segel streichen mussten, haben wir uns ein klein bisschen von diesem Weihnachtsgenüssen nach Hause geholt. Neben (absolut selbstlosen) Eigenversuchen mit Glüh-Gin habe ich mich auch ans Brennen von Mandeln begeben.

Um den Mandeln einen Zuckermantel anzulegen sind wenig Zutaten notwendig, auch der Arbeitsaufwand bleibt überschaubar. Dennoch gibt es die eine entscheidende Hürde, die das Ergebnis schnell Richtung Abfalleimer wandern lässt.

In einem Edelstahltopf habe ich 200 g Zucker mit dem Inhalt von 1 Tütchen Vanillezucker und 1 TL Zimt vermischt, 100 ml Wasser angegossen und alles aufkochen lassen. Alsbald der Topfinhalt zu kochen begann, gab ich 200 g Mandeln dazu. Verschiedene Testreihen bei der Herstellung haben gezeigt, dass die Mandeln später besser eine bessere Zuckerbindung haben, wenn sie ungeschält sind. Die Abbildung unten zeigt das Ergebnis bzw. den Unterschied recht deutlich.

Wer schon einmal mit heißem Zucken und Karamell hantiert hat, der weiß: Die Sache kann sehr, sehr heiß werden und sehr schnell zu dunkel, damit bitter und durchaus rauchig werden. Was in kaum einem Rezept steht: Direkt nachdem sich die Mandeln im heißem Zuckerwasserbad befinden, sollte die Hitze auf maximal halbe Kraft reduziert werden. Unter stetem Rühren verdampft dann das Wasser und der Topfinhalt wird trocken, geradezu sandig. Ab diesem Zeitpunkt schalte ich die Hitze nochmals runter und lasse den nun an den Mandeln klumpenden Zucker leicht karamellisieren. Je nach Gusto kann man hier ein wenig mehr Zuckerkristalle übrig oder diese schmelzen lassen.

Danach habe die die Mandeln auf die mit Backpapier geschützte Arbeitsfläche geschüttet und mit mit Hilfe von zwei Gabeln die einzelnen Mandeln voneinander getrennt. So können die Mandeln nun – jede für sich – ein wenig abkühlen und der Zuckermantel kann aushärten.

Du kannst Dir vorstellen, dass zu diesem Zeitpunkt die komplette Küche und bei offen stehender Küchentür die halbe Wohnung in einen olfaktorischen Weihnachtszauber gehüllt ist, was unwillkürlich die verschiedenen Mitbewohner aus ihren Lebensbereichen anlockt und zu einer schnellen Abnahme der frisch produzierten Zuckermandeln führen kann. Aber dafür ist etwaig notweniger Nachschub ja schnell nachproduziert.

PS: Für den Glüh-Gin habe ich übrigens frisch gepressten O-Saft und naturtrüben Apfelsaft mit Glühwein-Gewürz aufgekocht und nach dem Umfüllen in Becher mit einer individuell bemessenen Menge Gin ergänzt.

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Mein lieber Otto! Aubergine einmal anders

Sonntag, 19. Juli 2020 18:45

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Liebe Andrea,
stöbert man sich zum Thema „Yotam Ottolenghi“ durchs Internet, gewinnt man den Eindruck, dass man als Foodblogger nur eine geduldete Daseinsbeechtigung hat, wenn man bislang noch kein Rezept von dem „neuen Küchenpapst der levantinischen Küche“ selbst ausprobiert und gepostet hat. Allen voran die

Auberginen mit Buttermilch und Granatapfelkernen

stellen so etwas wie den Heiligen Gral des Ottos dar. Nun denn: Auf in eine neue Analogie, lass uns gemeinsam die Stufen zum Kochblog-Olymps erklimmen!

Ein großer Dank für die Inspiration geht an dieser Stelle an Astrid vom Blog Arthurstochterkocht, deren Ausführungen die nachfolgenden Kocherlebnisse nachhaltig beeinflussten.

Für zwei Personen kalkulierte ich je eine Aubergine, ansonsten reicht als Vorspeise auch eine Auberginenhälfte pro Person. Wir waren zu zweit, daher teilte ich 2 Auberginen, inklusive Stielansatz, der Länge nach mittig. Die Schnittflächen der Auberginen ritzte ich danach kreuzweise tief ein, ohne dabei die äußere Schale zu durchtrennen.

Ich legte die eingeritzten Auberginenhälften mit der Schnittfläche nach oben in eine ofenfeste Form und pinselte paritätisch 80 ml Olivenöl auf die Oberflächen, bis alles Öl aufgebraucht bzw. in die Auberginen eingesogen war. Danach würzte ich die Oberflächen noch mit Zitronenthymian sowie Flocken vom Maldon Sea Salt und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer.

Während sich die Auberginen für die nächsten 30 Minuten im auf 220° C vorgeheizten Backofen (Umluft) quasi von selbst zubereiteten, machte ich mich an das spätere Topping: Granatapfelkerne und ein Buttermilch-Joghurt-Dressing.

1 Granatapfel schnitt ich mittig entzwei, legte die Schnittflächen auf eine Handinnenfläche und klopfte mit einem Holzlöffel in der anderen Hand von oben auf die Granatapfelhälfte. Die Kerne purzelten nur so durch meine Finger in die darunter stehende Schale. Es war der erste Granatapfel in meiner Küche – und die beschriebene Vorgehensweise funktionierte hervorragend!

Für den weiteren späteren Belag der Auberginen rührte ich die Sauce an: 140 ml Buttermilch mischte ich mit 100 g griechischem Joghurt. Dazu presste ich 1 kleine Knoblauchzehe, rührte 1,5 EL Olivenöl dazu und schmeckte mit ein 1 großen Prise Salz ab.

Nachdem die Auberginen wohlgebräunt aus dem Ofen kamen, liess ich sie fünf Minuten abkühlen. In dieser Zeit nutzte ich den noch heißen Ofen zum Aufbacken von ein paar Fladen (irgendein Fertigprodukt zwischen Dürüm Döner und Tortilla), die sich später vor allem wegen der Sauce als hilfreich und schmackhaft zugleich erwiesen.

Zum Anrichten löffelte ich die Buttermilch-Joghurt-Sauce über die Auberginen, streute Granatapfelkerne darüber, würzte generös mit Za’atar (auch bzw. auf der Dose als Zahatar beschrieben, eine spannende Gewürzmischung mit Sesamsaat, Zumaq, Thymian und Oregano) und träufelte final etwas Olivenöl drüber.

Und schon saß er direkt mit uns am Tisch: Yotam Ottolenghi, nickte wohlwollend in die Runde und verlieh mir stumm die Absolution, mich fortan als „echter Fooodblogger“ bezeichnen zu dürfen. Und eins ist sicher: Dieser Ausflug in die levantinische Küche wird bestimmt nicht mein letzter gewesen sein!

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Laues Gemüse mit Wumms

Sonntag, 19. Juli 2020 18:29

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Lieber Christoph,

es gibt einige Dinge, die ich schön finde, die ich aber nicht mag. So liebe ich Lavendel, aber von seinem Duft wird mir etwas „plümerant“. Und ich fasse so gerne die glatte Haut von Auberginen an, aber essen eigentlich mag ich sie nicht. Da aber jedes Gemüse (außer Wirsing und Brokkoli, Sie wissen schon …) eine weitere Chance verdient, machten wir uns heute – nach langer Zeit mal wieder analog – an

Auberginen mit Buttermilchsauce

Das Originalrezept beschert uns Yotam Ottolenghi in seinem Buch „Genussvoll vegetarisch“. Leider bekam ich nicht alle Original-Zutaten, so dass ich ein wenig improvisieren musste.

Zunächst habe ich 3 große Auberginen gründlich unter fließendem Wasser gewaschen. Diese habe ich dann in der Mitte geteilt und rautenförmig eingeschnitten, ohne dabei die Haut zu verletzen. Gewürzt habe ich sie mit Salz, Pfeffer und etwas frisch geriebener Muskatnuss. Dann habe ich die Auberginenhälften mit reichlich Olivenöl eingepinselt und für gut 50 Minuten in den auf 190° C (Umluft) vorgeheizten Ofen gegeben, bis sie schön weich und gebräunt waren.

In der Zwischenzeit habe ich die Sauce zusammengerührt:

150 g Joghurt habe ich mit 150 ml Buttermilch verkleppert, 1 Knoblauchzehe hineingepresst und Salz und Pfeffer dazugegeben. Final abgeschmeckt habe ich die Sauce mit 1/2 TL Za’atar, einer Gewürzmischung, die man in jedem gut sortierten türkischen oder orientalischen Supermarkt kaufen kann.

Als die Auberginen abgekühlt waren, habe ich sie mit der Sauce bedeckt und mit Granatapfelkernen (TK-Ware), ein paar Tropfen Olivenöl und etwas gehacktem Basilikum (statt des eigentlich angedachten Zitronenthymians) dekoriert.

Und so wurde aus der an sich sehr geschmacksarmen Aubergine ein geschmacklicher Sommerkracher, der sicher wieder einmal den Weg auf meinen Teller finden wird: Eine Auberginenhälfte als Vorspeise oder gleich drei als Hauptgericht.

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Bayerische Matscherei

Samstag, 18. Juli 2020 17:23

Liebe Andrea,

schon vor vielen Jahren, ich war bereits Bürger des Freistaates Bayern, bereitete ich meinen ersten Obatzter daheim zu. Und ja, man kann die Phonetik auch als Obazda, Obatzda oder ähnlich in Buchstaben umsetzen. Damals bereitete ich meinen ersten Obatzter als Bestandteil eines deftig-zünftigen Weißwurst-Frühstücks, mit Brezen, süßem Senf, Radi und allerlei mehr, was es für einen bayerischen Frühschoppen braucht.
Verändert hat sich mein Grundrezept seitdem kaum, allein habe ich meinen

Obatzter

bislang nicht in einer Küchen-Monologie festgehalten, was ich hiermit nun nachhole.

Man kann echten Camembert verwenden, ich jedoch greife (und zwar nur für dieses Gericht) gerne zur bayerischen Variante, die dann Sahne-Weichkäse mit Edelschimmel oder ähnlich heißt. Keep it local!

Den kompletten, zimmerwarmen Käselaib (350 g Weichkäse) zerdrücke ich mit ein Gabel in kleine Brocken und gebe die folgenden Zutaten dazu: 70 g weiche Butter, 1 Zwiebel in kleinsten Würfeln, 1 Prise Salz, 2 TL Kümmel (grob gemörsert), einige Prisen Paprika rosenscharf und Piment d’Espelette sowie 1 Schuss Weizenbier.

Das alles verknete ich weiterhin mit der Gabel zu einer homogenen Masse, lasse diese etwas ruhen und serviere den Obatzter dann mit frischen Laugenbretzeln oder tische ihn im Rahmen eines oben erwähnten Frühschoppens auf.

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Ein Kessel Buntes mit einer Prise Nordafrika

Freitag, 29. Mai 2020 18:14

Liebe Andrea,

Couscous oder Bulgur macht sich auf unserem Speiseplan immer breiter. Das Schöne an vielen Gerichten mit diesen Weizen-Varianten ist, dass man Reste (so es denn welche gibt) am Folgetag prima als Salat genießen kann, aufgepeppt mit allem, was nicht auf drei auf dem Kühlschrank sitzt: Tomaten, Gurken, Feta, Kräuter undundund.

Aber ganz besonders mag ich Couscous oder vor allem den extra-feinen Bulgur, wenn er mit einem saucenlastigen Hauptgericht einhergeht. So freue ich mich immer wieder auf’s Neue, wenn einmal mehr

Bulgur mit Gemüse-Eintopf & Kichererbsen

auf unserm Esstisch steht. Hier lautet wie bei vielen andern Gemüse-Eintöpfen das Prinzip: Alles geht, was da ist. Im vorliegenden Fall habe ich eine bunte Mischung aus 3 Karotten, 2 Zucchini, 1 Aubergine, 1 roten Paprika, 1 gelben Paprika, 1 Zwiebel und 2 Frühlingszwiebeln in (nicht zu kleine) Stücke geschnitten, zudem 3 Frühlingsrüben geschält und in Spalten geschnitten.

Die Gemüsestücke habe ich in einem Topf mit gut 3 EL Olivenöl angebraten und 2 EL Tomatenmark sowie einem ganzen Schwung an Gewürzen dazugerührt: 1 EL Koriandersamen (gemörsert), 1 EL Kreuzkümmel (gemörsert) und 1 TL Raz-el-Hanut. Nachdem alles ordentlich miteinander verrührt war, habe ich 1 l Gemüsebrühe angegossen und das Gemüse ca. 30 Minuten bei kleiner Hitze und offenem Deckel vor sich hinköcheln lassen.

Knapp 200 g Kichererbsen hatte ich am Vorabend gründlich abgespült, in reichlich Wasser quellen lassen und dann in frischem Wasser 2 Stunden gekocht. Die abgetropften Kichererbsen gab ich nach der Hälfte der Kochzeit zum Gemüse.

Für den Bulgur kochte ich 300 g Köftelik-Bulgur mit der doppelten Menge gesalzenem Wasser einmal auf und liess ihn bei kleiner Hitze soweit quellen, bis alles Wasser absorbiert war. Den „obligatorischen“ 1 EL Butter hob ich beim Auflockern des Bulgurs mit einer Gabel darunter.

Zusammen auf dem Teller ergänzten sich Gemüse, Sauce und Bulgur aufs Feinste. Für alle, die gerne etwas Schärfe wollen, darf man auch eine Tube Harissa oder ein Glas Sambal Olek sowie einen Feuerlöscher bereit stellen.

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Ein kurzer Exkurs in die Schweiz

Donnerstag, 28. Mai 2020 23:01

Liebe Andrea,

die Tatsache, dass man für Schweizer Rösti vor allem Kartoffeln benötigt, ist naheliegend. Dass man diese Spezialität jedoch ausschließlich mit Kartoffeln zubereitet, das war mir neu.
Aber es funktioniert und es schmeckt. Und so geht’s: Für meine

Schweizer Rösti

habe ich festkochende Kartoffeln am Vortag geschält, gekocht, auskühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahrt. Am Zubereitungstag dann habe ich die Kartoffeln auf einer groben Reibe kleingeraspelt; ich hatte im Vorfeld möglichst große Kartoffelexemplare ausgesucht, von wegen Fingerkuppen usw.

In einer Pfanne erhitzte ich nun richtig viel Butterschmalz, also so viel, dass der Pfannenboden gut bedeckt ist. In das heiße Bratfett nun verteilte ich meine Kartoffelraspeln flächendeckend und drückte sie mit einem Pfannenheber sanft in Form.

Bei mittlerer Hitze konnten die Kartoffeln hernach für gut 10 Minuten vor sich hinbraten. Dann kam das Wendemanöver: Mit einem flachen Teller, den ich über die Pfanne legte, zwei Küchenhandschuhen, einem durchgehenden Schwung und dem Glück der Küchengötter beförderte ich den (der local expert sagt auch gerne: die) Rösti auf den Teller. Nachdem ich erneut ein ordentliches Stück Butterschmalz in der Pfanne erhitzt hatte, liess ich den Kartoffelpuffer XXL vom Teller zurück in die Pfanne gleiten.

Nach weiteren 10 Minuten war der, die, das Rösti dann auch fertig. Und im aktuellen Fall die perfekte Beilage für Schweinemedaillons in Rahmsauce (leckerst!), hier schnitt ich das Röstiteil wie Pizzastücke in Portionen. Es ist immer gut, wenn man viel (Sahne-)Sauce als Begleitung für Rösti hat. Der Rest ist stilles Genießen und das Wissen, was alles die Zutaten für gute Rösti sind.

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