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Hühnchen aus dem Nahen Osten

Donnerstag, 15. Juli 2021 19:58

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Liebe Andrea,

Bösen und hartnäckigen Gerüchten zufolge soll ja der eine oder andere Gickel nach Fisch schmecken, da beim Füttern nahrhaftes Fischmehl verwendet wird. Was Salzwiesenlämmer können, dass sollte Hühnchen bei ihrer Nahrungsaufnahme auch gelingen! Wie so häufig im Leben: Der Kauf von – zumindest in der Theorie – hochwertigen Lebensmittel kann den ein oder andern negativen Beigeschmack vermeiden helfen. Also, mein Huhn schmeckte bislang nicht nach Fisch. Aber beim

Hühnchen mit Orangen-Fenchel-Sauce

schmeckte mein Huhn ähnlich WIE ein Fisch-Gericht, das ich anderer Stelle einmal ausprobierte. Die Inspiration dazu, die Zutaten des Fischgerichts nun auch einmal bei einem Hühnchengericht zu verwenden, lieferte mir ein gewisser Herr Ottolenghi mit seiner levantischen Küche.

Also denn: Das (Bio-)Hühnchen von knapp 1,7 kg teilte ich in 7 Teile (je 2x Keulen, Flügel und Brust, 1x Rücken). Die Hühnerteile legte ich zusammen mit 2 Fenchelknollen, die ich erst längst halbiert und dann in 4 Teile geschnitten hatte, in eine Reine. 1 Bio-Orange schnitt ich in 0,5 cm breite Scheiben und legte diese ebenfalls in die Auflaufform. Abschließend streute ich noch 1 EL Fenchelsamen, frisch kleingemörsert dazu.

Aus 3 EL Zitronensaft, 3 EL Orangensaft, 3 EL Olivenöl, 10 cl Pastis, 2 EL Senf, 3 EL braunem Zucker , 2 EL getrockneten Thymian sowie 2 TL Meersalz rührte ich eine Marinade zusammen. Die Marinade gab ich in die Reine und vermengte alles zusammen mit Hühnchen und Gemüse.

Wer will, kann alle Zutaten auch in einen Plastikbeutel füllen und für mehrere Stunden im Kühlschrank vormarinieren. Bei mir ging’s gleich in den auf 220° C vorgeheizten Ofen (Umluft). Bei den 2 Hühnerbrüsten und dem Rückenstück achtete ich darauf, dass die Hautseite nach oben zeigte.

Nach knapp 30 Minuten reduzierte ich die Hitze auf 150° C, liess Gemüse und Hühnerteile im Ofen und reduzierte die Garflüssigkeit in einem separaten Topf auf dem Herd um knapp die Hälfte. In dieser Zeit kochte ich auch Bulgur, den ich lediglich mit etwas Instant-Hühnerbrühe und etwas Salz würzte.

Der Rest war schnell gegessen und ist ebenso schnell erzählt: Ab auf die Teller und schmecken lassen. So kocht sich’s entspannt und lecker!

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Immer wieder sonntags…

Sonntag, 28. Februar 2021 12:42

Liebe Andrea,

Irgendwie hallen die Worte des französischen Königs Henry IV bis heute durch meine Küche. Forderte der damalige König, jeder Bürger solle sonntags ein Huhn im Topf haben, so ist das sonntägliche Hühnchen auch bei uns eine nie endende Küchengeschichte. Auch, wenn wir nun auch nicht jede Woche ein Sonntagshuhn haben, so flattert dies doch recht häufig über unseren Speiseplan. Und es muss ja nicht immer ein komplettes Huhn sein, wie die

Hühnerbrust mit Tagliatelle und Champion-Parmesan-Sauce

zeigt; eine Variante übrigens der erst kürzlich vorgestellten Version mit viel Basilikum. Ein Gericht übrigens, ich mag ja sowas, das in knapp 30 Minuten auf dem Tisch steht. 2 Hühnerbrüste (ca. 500 g) habe ich waagerecht halbiert, gesalzen, in einer Pfanne mit Olivenöl angebraten, herausgenommen und beiseite gestellt. In der Pfanne sautierte ich danach 250 g braune Champignons, die ich vorher in Scheiben geschnitten hatte. Auch die Champignons lagerte ich außerhalb der Pfanne zwischen und gab 1 EL Butter in die Pfanne. Darin schwitze ich nun 2 Knoblauchzehen, schön kleingewürfelt, an und gab dann 1 EL Mehl dazu. Ich goss 300 ml Milch, würzte mit 1 TL Hühnerbrühe (Instant) und kochte die so entstehende Sauce unter stetem Rühren mit dem Schneebesen auf. Ein wenig zusätzliches Wasser verhindert, dass die Sauce zu dickflüssig wird.

Als nächsten rührte ich 50 g Parmesan dazu, den ich zuvor frisch gerieben hatte. Zum Schluss kamen das Hühnchenfleisch und die Champignons zum Aufwärmen zurück in die Pfanne, deren Inhalt ich final mit etwas Piment d’Espelette abschmeckte.

Bevor ich die fast al dente gekochten Tagliatelle in die Pfanne schöpfte und mit der Sauce mischte, arrangierte ich die Hühnerbrustfilets auf vorgewärmten Tellern und ergänzte diese mit Nudeln und Sauce.

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Schnelle Nummer mit lecker Huhn

Dienstag, 19. Januar 2021 20:30

Liebe Andrea,

die Tatsache, dass auch die konventionellen Supermärkte um die Ecke immer häufiger (und vor allem regelmässiger) Huhn in Bio-Qualität anbieten, schlägt sich vermehrt auch auf unserem Speiseplan nieder. Neben dem kompletten Federvieh gibt es auch klassische Hühnerbrust und ausgelöste Einzelteile. Einkaufstipp am Rande: Komplettes Huhn kaufen, Brustfilets auslösen und aus dem Rest eine schöne Suppe kochen. Aber zurück zur „festen Nahrung“. Die Hühnerbrust habe ich kürzlich zu einem würzigen

Parmesan-Basilkum-Huhn

mit leckerer Sauce weiterverarbeitet. Dazu habe ich knapp 500 g Hühnerbrust (2 Stück) horizontal halbiert und erhielt so relativ dünne Filetscheiben.

Das Hühnerbrustscheiben habe ich mit Salz und Pfeffer gewürzt, in einer Pfanne mit ausreichend Olivenöl scharf von beiden Seiten angebraten, herausgenommen und beiseite gestellt.

In der Pfanne schwitzte ich dann 1 kleine rote Zwiebel und 1 Knoblauchzehe, beide klein gewürfelt, bei sanfter Hitze an und löschte mit 100 ml Weißwein ab. Nachdem der Wein etwas reduziert war, goss ich 100 ml Hühnerbrühe sowie 200 ml Sahne dazu. Während alles bei nun höherer Flamme einkochte, gab ich frisch geriebene 80 g Parmesankäse in die Pfanne und würzte mit Piment d’Espelette.

In Ermangelung an frischem Basilikum griff ich auf gehäckselte TK-Ware zurück und gab ca. 5 EL Basilikum zur Sauce, die ich für die letzten 3 Kochminuten um 1 rote Paprika in Längsstreifen ergänzte. Die Hühnerbrüste durften sich so lange auch noch etwas in der Pfanne aufwärmen, dann ging’s auch schon zu Tisch. Serviert mit einer Mischung aus Langkorn- und Wildreis war das ein sehr leckeres und fix zubereitetes Abendessen für 3 Personen.

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One-Pot-Chicken

Montag, 4. Januar 2021 13:37

Liebe Andrea,

neben Schmorgerichten mag ich vor allem an vielen Ofengerichten, dass man hier alles, was sich noch Kühlschrank oder Vorrat befindet und nicht bei drei auf dem Baum ist, zusammenwerfen und als komplette Mahlzeit zubereiten kann. So hatten wir zuletzt einmal mehr

Hühnchen aus dem Ofen

mit allerlei leckeren Zutaten. Im Unterschied zu dem an anderer Stelle vorgestellten Ofenhuhn gab es diesmal saisonal begünstigt Rosenkohl mit dazu.

Für die neueste Version des Ofenhuhns habe ich Hühnerkeulen mit Rückenstück in drei Teile getrennt: Erst den Schlegel losgelöst und dann „den Rest“ nochmals geteilt. Die Hühnerteile habe ich in einer Reine mit Kartoffeln (gewaschen, nicht geschält und längs gedrittelt), roten Zwiebeln, (halbiert und in breite Streifen geschnitten), Bio-Zitronen (erst längst halbiert und dann geviertelt) sowie Rosenkohl vermischt. Den Rosenkohl hatte ich vorher von den äußeren Blättern und dem holzigen Strunk entfernt und den Strunk nochmals kreuzweise eingeschnitten.

Nachdem ich alle Zutaten mit Olivenöl vermischt und mit Meersalz bestreut hatte (die Hühnerteile bekamen noch eine Extraportion Thymian-Rosmarin-Würzung), schob ich das Ofenhuhn für knapp 40 Minuten in den auf 180 °C vorgeheizten Ofen. Das Ergebnis dieses One-Pot-Wonders war einmal mehr hoch schmackhaft und ein weiterer Beleg dafür, dass sich auch ohne großen Aufwand lecker kochen lässt.

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Das brathähnigste Brathähnchen ever

Samstag, 28. März 2020 14:46

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Liebe Andrea,

meine Frankophilie im Kulinarischen zeigt sich nicht nur beim Frühstück, wenn ich ein Croissant – natürlich stückchenweise – in meinen Milchkaffee tunke und dies dann als vollwertige Mahlzeit betrachte. Auch beim sonntäglichen Huhn schlägt mein Herz regelmäßig voller Freude im Takt der Marseillaise.

Neben zahlreichen Varianten vom Coq au Vin habe ich mich sonntags in den letzten Jahren auch immer wieder an Brathähnchen aller Art versucht. Bei dem

Brathähnchen à la Clotilde

bin ich dem brathähnigsten Brathähnchen nun so ziemlich nahe gekommen.

In ihrem wunderbaren Blog Chocolade & Zucchini beschreibt Clotilde Dusolier verschiedene Hähnchenrezepte, zwei davon stellt sie u.a. auch in ihrem neuen Buch vor. Eine aus diesen Rezepten inspirierte Variante landete in den vergangenen Monaten immer wieder einmal auf unserem Esstisch.

Es geht los wie eigentlich immer: Mit dem allerbesten Geflügel, das sich auftreiben lässt. Das ist im Vergleich zu ehemaligen Käfiginsassen mehr als teuer, lohnt sich aber mit jedem Bissen. Hier blickt der Flexitarier in mir besonnen in die Runde: Lieber x-mal weniger, dafür dann aber richtig gut!

Mein Bio-Hähnchen mit knapp 1,7 kg habe ich mit dem Bürzel nach oben und zu mir zeigend auf ein Arbeitsbrett gelegt und mit einer stabilen Küchenschere rechts neben dem Hähnchenrückgrat aufgeschnitten; danach habe ich das Hähnchen um 180 ° umgedreht und den Scherenschnitt auf der anderen Seite des Rückgrats wiederholt (Linkshänder verfahren hier gerade andersrum). Der somit entfernte Rückenknochen nebst Haut und Fleisch eignet sich mit diversem Wurzelgemüse perfekt zum Kochen eines leckeren Fonds oder Süppchens.

Aber zurück zum Huhn. Das habe ich nun mit der Innenseite nach unten auf das Brett gelegt und von oben beidhändig plattgedrückt. Ja, dabei können durchaus (Hühner-)Knochen knacken, aber das Endergebnis liegt dann flach vor einem.

Nun kommt der große Auftritt der im voraus vorbereiteten Knoblauchbutter. Diese habe ich aus 50 g Butter, 2 Knoblauchzehen (durchgepresst), Meersalz, Piment d’Espelette, viel frisch gehackter Petersilie und 1 Spritzer Tabasco zusammengemischt. Fährt man nun von außen mit den Fingerspitzen vorsichtig unter die Haut des Hähnchens, kann man die Haut ganz einfach vom Hähnchenfleisch lösen. Und genau in diese Zwischenräume habe ich die zimmerwarme Knoblauchbutter nach und nach einmassiert.

In einer Reine habe ich dann geschälte und geviertelte Kartoffeln verteilt; die Menge hängt vom Appetit und der Anzahl der Mitesser ab. Die Kartoffeln habe ich nur leicht in Olivenöl gewendet, gerade so viel, dass sie später nicht am Boden der Reine ansetzen. Auf das Bett aus Kartoffelschnitzen platzierte ich dann das Flachhähnchen, mit der Hautseite nach oben. Die Haut rieb ich noch mit ein wenig Meersalz ein und schob die Reine für ca. 40 Minuten in den auf 180 °C vorgeheizten Ofen. Nach der Hälfte der Zeit habe ich den Ofen einmal geöffnet, um die Kartoffeln etwas im nun reichlicheren Fett zu wenden.

Das Ergebnis ist schlichtweg sensationell lecker! Das Huhn isst sich mit den mitgebratenen Kartoffeln geradezu von alleine, ein wenig Baguette für die ungeheuer aromatische (Fett-)Sauce und ein kühler Wein schaden jedoch nicht.

Und wenn etwas übrig bleiben sollte: Auch kalt schmeckt das Huhn am Folgetag immer noch richtig gut; ich bevorzuge dann zum kalten Gericht einen schön scharfen Senf.

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Tonangebendes Huhn

Donnerstag, 3. Dezember 2015 21:33

Lieber Christoph,

zuweilen lünkern wir ja gerne mal in die schönen Blogs aus unserer Blogroll, und so war dir diesmal ein Artikel von Claudio aufgefallen, den du dringend analog nachkochen wolltest. Daher gab es

Huhn aus irgendwo in Nordafrika

Bevor es losgehen konnte, habe ich dem eigens zu diesem Zweck von meiner lieben Schwester ausgeliehenen Römertopf ein Bad in meiner Wanne gegönnt, auf dass er im Ofen nicht zerplatze.

Die Vorbereitung der Zutaten war höchst einfach: Ca. 1 Kilo kleine Kartöffelchen mit Schale habe ich gewaschen und dann geviertelt. 5 mittelgroße Karotten habe ich geschält und dann in dickere Scheiben geschnitten. 2 große Schalotten habe ich ebenfalls geschält und geviertelt und dann noch 3 Knoblauchknollen (die ohne einzelne Zehen) geschält.

Das alles gab ich auf den Boden des Römertopfes. Dazu noch eine Handvoll schwarzer Oliven.

Sodann habe ich 12 Hähnchenunterkeulen in einer Mischung aus etwas Butterschmalz und Olivenöl angebraten, so dass sie ein bisschen Farbe annehmen konnten. Den entstandenen Bratensatz löschte ich mit 150 ml Weißwein und 1 l Gemüsebrühe ab.

Dann ging’s ans Würzen. In den Sud gab ich: 1 EL Paprika (rosenscharf), je 1 gestr. TL Kreuzkümmel und Kurkuma, 1 daumengroßes Stück Ingwer und 2 Lorbeerblätter. Damit wir alle nicht an der Schärfe versterben, habe ich entgegen Claudios Rezept nur 1/4 TL Harissa dazugegeben. 1/4 Bund glatte Petersilie kam ebenfalls noch dazu.

Die Keulen, die natürlich mit Salz und Pfeffer gewürzt wurden, habe ich dann auf die Gemüsemischung drapiert und zuletzt die Sauce darübergegeben.



Dann kam der Teil, den ich am meisten mag: Essen im vorgeheizten Ofen einfach vergessen, in diesem Fall für gute drei Stunden (zwei davon bei 180 °C, die letzte bei 100 °C).

Als mir während der Wartezeit ein wenig langweilig wurde, habe ich noch Couscous zubereitet. Dafür habe ich 1,5 Tassen Couscous mit 3 Tassen kochendem Wasser übergossen und quellen lassen. Dann habe 1/2 Gurke geschält, entkernt und gewürftelt, mit 1/2 Paprikaschote (rot) das selbe gemacht, ein weiteres 1/4 Bund glatte Petersilie gehackt und alles mit einem Dressing aus 5 EL Olivenöl, 2 EL Tomatenmark und 1 EL Zitronensaft vermischt und zum Ziehenlassen in den Kühlschrank gestellt.

Als die drei Stunden endlich vorbei waren, waren nicht nur unsere Teller zum Bersten gefüllt, sondern auch unsere Mägen. Danke, lieber Claudio.

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Das Huhn zum Sonntag

Sonntag, 20. September 2015 13:02

Liebe Andrea,

vor kurzem entdeckte ich in meiner alten Rezeptekladde einen über 10 Jahre alten Eintrag zu einem Hühnchenrezept, das ich mit dem Vermerk „nahezu perfekt“ kommentiert hatte. Zeit genug also, den Schätzen der eigenen Vergangenheit auf den Grund zu gehen und das

Coq au vin

erneut auf unseren Speiseplan zu setzen. Ein Huhn im Topf zuzubereiten ist für mich von Grund auf immer eine Freude, entsteht dadurch doch nahezu immer ein leckeres Gericht, das idealerweise eine schmackhafte Sauce produziert, während alles im Topf ohne viel Zutun vor sich hinschmurgelt.

Die Grundlage meines Küchenmonologes bildete 1 Fleischhahn mit 1,7 kg Gewicht, den ich in seine sieben Stücke teilte. Nur mit Meersalz gewürzt habe ich die Hühnerteile in Erdnussöl portionsweise scharf angebraten, herausgenommen und beiseite gestellt.
Das Bratfett entsorgte ich, schäumte 2 EL Salzbutter auf und gab 3 Karotten, in Streichholzstifte geschnitten, 200 g braune Champignons, jeweils gesechstelt, 1 Bund Frühlingszwiebeln, ohne das obere grüne Drittel, den Rest schräg in Stücke geschnitten, sowie 1 Zwiebel, kleingewürfelt, dazu.

Nachdem ich das Gemüse kurz angeschwitzt hatte, legte ich die Hühnerteile darauf, goss 200 ml Weisswein sowie 200 ml Wasser dazu, legte den Deckel auf und überliess die folgenden 40 Minuten den Topfinhalt bei keiner Flamme sich selbst.
Währenddessen bereitete ich aus 500 g Kartoffeln, geschält gekocht, abgegossen und gepresst, Salzbutter, Muskatnuss und Milch ein schlotziges Kartoffelpüree.



Die Hühnerteile nahm ich aus dem Bräter und stellte diese im vorgeheizten Ofen bei knapp 100° C warm, erhöhte die Flamme unter dem Topf aufs Maximum und reduzierte die Bratenflüssigkeit ein wenig ein.
Diese Zeit nutze ich für die Herstellung einer Mehlbutter aus 1 EL Salzbutter und 1 EL Mehl in einer kleinen Schale. Die Mehlbutter verquirlte ich mit einem Schöpflöffel Hühnersud und gab diese Flüssigkeit nach und nach in die wallende Bratensauce, bis die Konsistenz semifluid war.

Zum Anrichten bekam jeder seinen Klecks Kartoffelpüree und das gewünschte Stück Geflügel sowie ausreichend Sache auf den Teller. Und einmal mehr zeigte es sich, wie schön und geschmacklich wertvoll es sein kann, in der Vergangenheit herumzukramen.

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Shalalala, Jambalaya

Mittwoch, 22. Juli 2015 20:07

Lieber Christoph,

warst du schon einmal in Louisiana? Ich auch nicht. Müssen wir auch nicht, denn wir können uns die Cajun-Küche auch ganz einfach nach Hause holen, zum Beispiel in Form von

Jambalaya

Zu allererst habe ich eine Gewürzmischung aus gefühlt tausend Zutaten gebastelt:

3 TL edelsüßer Paprika, je 2 TL Oregano und Thymian, 1 TL Knoblauchpulver und je 1/2 TL rosenscharfer Paprika, Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel. Zum Schluss noch etwas frisch geriebene Muskatnuss. Das Ganze habe einmal durch meine Oldschool-Ex-Kaffee-jetzt-Gewürzmühle gejagt, so dass ein homogenes Pulver entstand.

Mangels Kaufmöglichkeit für Chorizo habe ich mir mit Aufschnitt von Paprikasalami geholfen, was wahrscheinlich nicht die beste Idee war, aber was will man machen. Die Streifen hiervon habe ich zunächst in etwas Olivenöl ausgebraten.

Während die Wurst so rumschwitzte, habe ich das Gemüse vorbereitet. 1 rote Paprikaschote habe ich geschält und in dünne Streifen geschnitten. 2 Stangen Staudensellerie habe ich in feine Würfel geschnitten (ich mag den prominenten Geschmack großer Stücke nicht so sehr) und 1 rote Zwiebel habe ich ebenfalls gewürfelt.

Die Zwiebel habe ich in der Pfanne, aus der ich die Wurst vorerst entfernt hatte, glasig gedünstet und noch 1 gepresste Knoblauchzehe dazugegeben. Das restliche Gemüse und die Wurststreifen kam dann dazu. 1 Hähnchenbrustfilet hatte ich schon am Vortag gewürfelt und angebraten, das wanderte ebenfalls in die Pfanne.

Schließlich habe ich 500 ml Gemüsebrühe angegossen, alles einmal ordentlich aufgekocht und dann 1 Tasse Reis und etwas mehr als die Hälfte der Gewürzmischung dazugegeben. Dann habe ich die Hitze auf Nur-etwas-blubbern reduziert und die Pfanne für ca. 15 Minuten ihrem Schicksal überlassen.

Für die letzten fünf Minuten Kochzeit gab ich dann noch 250 g Garnelen dazu, die nach kurzem Bad in der Menge auch schon gar waren.



Bevor die ganze Chose auf den Teller kam, habe ich noch mit etwas von der Gewürzmischung abgeschmeckt und schon konnte die Südstaaten-Schlemmerei losgehen.

Dieser Artikel ist meiner lieben Freundin Anja gewidmet. Sie weiß schon warum 🙂

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Das Ergebnis eines verregneten Samstags

Sonntag, 12. Oktober 2014 10:21

Liebe Andrea,

nix da mit goldener Oktober! Hier hingen am Samstag nahezu ganztägig graue Wolken am Himmel, die sich in unregelmässigen Abständen ihres Regens entledigten. Kein Tag, um unbedingt längere Zeit im Freien zu verbringen. Ein idealer Tag also, um mal wieder ein paar Dinge anzugehen, für die man nur kurz – nämlich zur Materialbeschaffung – das Haus verlassen muss. Das Ergebnis konnte sich am Abend sehen, schmecken und den restlichen Tag vergessen machen. Denn so ein feines

Hühnerfrikassee

lässt für mich kulinarisch immer die Sonne aufgehen! Für dieses Gericht unabdingbar ist ein ordentlicher Mistkratzer. Meinen ca. 1,7 kg schweren Fleischhahn bedeckte ich in einem großen Topf gänzlich mit Wasser, das ich langsam erhitzte. Die aufsteigenden Trübstoffe fischte ich mit einer Suppenkelle heraus und gab – nachdem das Wasser in Hitzewallung gekommen war – Gemüse und Gewürze dazu. An Gemüse hatte ich 2 Zwiebeln, 3 Karotten und 1/2 Sellerieknolle kleingeschnitten, an Gewürzen 2 Lorbeerblätter, 2 Nelken und 10 Pfefferkörner bereitgelegt.
Bei kleiner Hitze liess ich alles im offenen Topf (der Duft soll schließlich auch durch die ganze Wohnung ziehen) für 90 Minuten vor sich hinsimmern.

Danach nahm ich den Hahn aus dem Sud und reduzierte die Flüssigkeit bei hoher Hitze um etwa ein Drittel und goss sie durch ein Sieb. Die Brühe entfettete ich grob und gab die Hälfte davon mit 200 ml Sahne in einen neuen Topf. Hier reduzierte ich die Flüssigkeit abermals um ca. ein Viertel. Einen Teil der restlichen Brühe ohne Sahne ließ ich mir – mit Fleur de Sel gewürzt – aus einem Henkelbecher schmecken und bekämpfte damit einmal mehr und wirkungsvoll eine aufkeimende Erkältung. Zwischenzeitlich war das gekochte Huhn genug abgekühlt, um das Fleisch mit den Händen von den Knochen zu lösen. Ich beliess die Stücke, die mir in die Hände fielen, in ihrer Größe. Allein die Hühnerbrüste teilte ich in kleinere Stücke.

Die wallende Sauce band ich stückchenweise mit Mehlbutter ab, die ich zuvor aus 2 EL Salzbutter und 2 EL Mehl zusammengeknetet hatte. Die finale Konsistenz der Flüssigkeit soll sich eher an Cremesuppe als Tapetenkleister orientieren. Mit den Fleischstücken gab ich noch die Filetes von 1 Zitrone in den Sud. Irgendwann nebenbei hatte ich noch 300 g braune Champignons blättrig geschnitten, in Butter und Öl scharf angebraten und mit Zitronensaft abgelöscht. Die Pilze gab ich auch noch kurz vor dem Servieren mit in die Sauce. Ganz zum Schluß rundete ich mit Fleur de Sel, Cayennepfeffer und der Gewürzmischung Mélange Blanc von Herrn Holland den Geschmack ab.



Klassischerweise gibt es zum Frikassee Reis. Den hatte auch ich – nach altem Hausrezept im Ofen zubereitet – vorgesehen. Und so sassen wir dann an einem nasskalten Oktoberabend daheim und hatten so gar nichts mehr über das miese Wetter draußen zu erzählen…

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Stapelbrot und Maulsperre

Freitag, 13. Dezember 2013 16:08

Liebe Andrea,

es war ein Rezept von Tim Mälzer, das kürzlich bei Facebook von essen & trinken gepostet wurde und mir spontan das Wasser im Munde zusammenlaufen lief. Eine Inspiration für fixe und zudem leckere Stapelbrote ist derzeit aber auch der gefundene Fressen für mich. Die logische Schlussfolgerung daraus landete gestern Abend bei uns auf dem Tisch:

Sandwich-Maulsperren deluxe

Ich hatte ja schon in einem früheren Küchenmonlog die Bauanleitung für ein schmackhaftes Rezept widergegeben. Hier jedoch bestand das Sandwich aus drei XL-Toastscheiben zuzüglich Zwischenbelag. Eine echte Maulsperre eben, aber was für eine leckere!

Es ging los mit Bacon, den ich mit ein wenig Öl in der Pfanne knusprig gebraten habe. In Pfanne und Bratfett hinein kamen darauf zwei halbierte Hühnerbrüste, die ich während des Bratens mit milder Paprika, Salz und Zitronenpfeffer würzte. Nach den Hühnerbrüsten kamen 3 Eier in die Pfanne, die ich einmal kurz wendete und ein wenig kross werden ließ.

In einem Schälchen hatte ich aus 3 TL Ketchup und 2 TL Mayonnaise eine Sandwich-Sauce angerührt, die ich noch mit ein paar Spritzern Worcester-Sauce würzte. Final kamen noch vorbereitende Schnibbelarbeiten an 2 Tomaten (Scheiben) und Eisbergsalat (Streifen) dazu.

Und dann wurde belegt. Auf die unterste Toastscheibe kamen:
> 1 großer Klecks Sauce
> Eisbergsalat
> Hühnerbrust
> Tomatenscheiben
Dann kam, quasi als Zwischenetage die zweite Toastscheibe darüber, die ich sanft andrückte. Auf diese Scheibe kamen:
> 1 großer Klecks Sauce
> 1 Spiegelei
> 2 Streifen Bacon
> Eisbergsalat
Den Abschluss bildete eine dritte Toastscheibe deren Unterseite ich auch noch mit etwas Sauce bestrichen hatte.



Einmal quer halbiert, serviert, tief durchgeatmet, fest zugegriffen und an einem Stück verschlungen. Das was Fast Food vom Feinsten. Und. Was. Tat. Das. Gut. Richtig lecker eben.

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