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Hack zum Hundertsten

Samstag, 16. April 2016 20:16

Lieber Christoph,

wenn’s mal wieder schnell gehen muss und trotzdem gut schmecken soll, bietet sich ein Auflauf an. Und wenn einem die Pasta zu den Ohren rauskommt, warum nicht mal eine

Süßkartoffel-Lasagne

zubereiten?

Zuerst habe ich alles benötigte Gemüse geschält bzw. geputzt. 4 Möhren habe ich in handliche Würfel von ca. 1 cm Kantenlänge geschnitten, ebenso eine Handvoll Kartoffeln und 3 Süßkartoffeln, deren Verbleib in meinem Gemüsefach nun endlich ein Ende haben musste. 2 Stangen Lauch habe ich in Ringe geschnitten.

Die härteren Gemüse habe ich zunächst in einem großen Topf in etwas Olivenöl angedünstet bevor ich die Lauchringe dazugab. Hinzu kamen 500 ml Gemüsebrühe, in der Karotten & Co. für einige Minuten vor sich hinköchelten.

Dann habe ich 800 g Hackfleisch vom Rind in einer großen Pfanne krümelig-braun gebraten und gab 2 große gehackte Schalotten und 2 gehackte Knoblauchzehen dazu. Nachdem ich 1 Dose Tomatenstücke und etwas Tomatenmark (für die schöne Farbe) hinzugegeben hatte, würzte ich mit Salz, Pfeffer und etwas Thymian (mangels frischem musste ich auf getrockneten zurückgreifen).



Nach alter Väter Sitte bereitete ich eine Béchamel-Sauce zu und goss sie über das nun mit dem Gemüse gemischte Hackfleisch, das schon in einer Reine wartete. Obenauf gab ich geriebenen Gouda und ließ die „Lasagne“ für gut 20 Minuten bei 160 Grad im Ofen vorgaren. Dann nahm ich sie heraus, ließ sie ein wenig abkühlen, um den Käse dann bei 190 Grad in ca. 12 Minuten final bräunen zu lassen. Durch das Vorbacken erhält der Auflauf etwas Festigkeit und zerfließt auf dem Teller nicht wie Butter in der Sonne.

Heraus kam ein wunderbar schlotzig-cremiger Auflauf, der uns allen sehr gut geschmeckt hat. Von der Menge her reicht er für vier hungrige Esser. Oder er lässt sich am nächsten Tag noch einmal aufbacken und schmeckt dann noch besser.

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Dem Schafhirten sein Leibgericht

Freitag, 19. Februar 2016 9:00

Liebe Andrea,

Mitte dieser Woche flackerte einmal mehr ein Filmchen über meine Facebook Timeline, in dem binnen knapp einer Minute die Zubereitung einer leckeren Mahlzeit vorgestellt wurde. Inspiriert davon – und angetan von den dafür notwendigen, übersichtlichen Handgriffen – machte auch ich mich an die Herstellung eines ersten

Shepherd’s Pie

aus eigener Produktion. Und damit und aus dem Mahl nix für Kuhhirten wird, habe ich mir beim Fachmann um die Ecke erst einmal frische 600 g Lammhack besorgt.

Bevor ich nun das Hack mit 2 Zwiebeln, feingewürfelt natürlich, bei hoher Hitze in einer Pfanne mit Olivenöl angebraten habe, setze ich noch Kartoffeln für das dem Pie obligatorische Kartoffelpüree auf. Die Kartoffeln, festkochend von der Art, schälte ich, kochte sie in ausreichend Salzwasser, schüttete sie ab und stampfte sie mit knapp 3 EL Butter sowie 2 Glas Milch zu einer geschmeidigen Masse. Final schmeckte ich den Kartoffelstampf noch mit Muskatnuß ab.

Derweil war mein Fleisch auch schon fertig. Nach dem Anbraten gab ich 3 Karotten – geschält, längs geviertelt und in grobe Würfel geschnitten – sowie 1 Schale TK-Erbsen zum Hackfleisch. Nachdem ich noch 2 gehäufte EL Mehl mit dem Gargut in der Pfanne vermischt hatte, goss ich 500 ml Rinderbrühe an und würzte mit 2-3 Spritzern Worcester-Sauce sowie ordentlich Pfeffer aus der Mühle.
Den Pfanneninhalt lises ich nun sanft vor sich hinschmurgeln und Flüssigkeit verdampfen.



Die fertige Hackfleisch-Mischung gab ich in eine Auflaufform und verspachtelte den Kartoffelstampf darüber. Die Form stellte ich für 20 Minuten in den auf 200° C vorgeheizten Ofen. An dieser Stelle hätte ich auch meine Barbour-Jacke anziehen und eine Runde um den Block gehen können. Oder auf eine nächstgelegene Schafweide, zur Einstimmung. Das Ergebnis jedenfalls war – auch wenn ich mehr als 57 Sekunden zur Zubereitung brauchte – schnell fertig und ordentlich lecker.

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Die große Buletten-Braterei

Montag, 8. Februar 2016 11:52

Liebe Andrea,

Fleischbällchen kommen nicht nur in schwedischen Möbelhäusern prima an. Auch auf Geburtstagen, Firmenfeiern, beim Picknick und zum Karnevalszug sind Frikadellen oder Buletten immer ein Garant für gute Verpflegung. Vor allem dann, wenn man nicht zu Fertigware greift, sondern selbst Hand legt. Muss die Metzgerware laut deutscher Frikadellen-Verordnung Zutaten in klar geregelten Mengenverhältnissen beinhalten, darf man in der heimischen Küche durchaus freestyliger werden. Für die Serienproduktion meiner

Frikadellen aus dem Ofen

habe ich keinerlei altbackenes Brötchen eingeweicht, sondern auf gekochte Kartoffeln zurückgegriffen. Um am Ende knapp 100 Frikadellchen aus dem Ofen zu holen habe ich 1 kg Rinderhack und 1 kg gemischtes Hack (Rind-Schwein) als Basis genommen. 4 große Kartoffeln habe ich geviertelt und in Salzwasser gar gekocht. In der Zwischenzeit habe ich 3 Zwiebeln klein gewürfelt und in Olivenöl sanft angeschwitzt sowie 200 g Parmesan fein gehobelt.

Die fertigen Kartoffeln habe ich kurz ausdampfen lassen und mit der Kartoffelpresse zum Hackfleisch gepresst. Ebenfalls dazu kamen die weich geschwitzten Zwiebelwürfel, der geriebene Parmesan, 4 Eier, Salz , Pfeffer und 50 g getrocknete Petersilie (gerebelt).

Nachdem alle Zutaten ordentlich miteinander vermischt sind – das geht immer noch am allerbesten mit den Händen – habe ich ein Schälchen mit Olivenöl und zwei Backbleche mit Backpapier bereitgestellt. Nun tauchte ich die Finger der einen Hand in das Olivenöl, rieb beide Hände damit ein, griff mir ein wenig der Hackfleischmasse und rollte diese mit den beiden Handflächen zu Bällchen. Das ganze wiederholt sich danach noch ein paar Mal, bis die zwei Bleche ordentlich mit den Bratlingen belegt sind. Idealerweise haben die Hackbällchen die gleiche Größe und etwas Abstand zueinander.



Im auf 200° C vorgeheizten Ofen brauchen die Frikadellchen knapp 30 Minuten zum goldbraun braten; keine Option (für mich) wäre es, die Hackbällchen portionsweise in einer Pfanne anzubraten!
Am Ende steht ein großer Berg herrlich duftender und hochgradig leckerer Hackbällchen, die man (zusammen mit einer großen Gruppe Gleichgesinnter) wahlweise mit Senf seiner Wahl, aber hervorragend auch pur genießen kann.
Den Unterschied von Freakadellen und Bulletten übrigens erklärt ein Cartoon von Gerhard Seyfreid, den ich schon zu Schulzeiten klasse fand.

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Kochen für Drückeberger

Dienstag, 5. Januar 2016 22:51

Liebe Andrea,

an dieser Stelle erst nochmal ein hoch-offizielles, inner-bloggerisches HAPPY NEW YEAR und nur die besten Wünsche für ein neues, geschmacklich abwechslungsreiches Jahr in unserer Analogen Küche!

In einer immer hektischer werdenden Zeit, die vielen viel zu oft die Lust und Laune am Kochen nimmt, stelle ich an dieser Stelle einmal mehr ein schnelles Mahl aus der Monologen Küche vor, das jedem Fertigprodukt schlichtweg die Show stiehlt – und jedem Drückeberger vor’m Selberkochen einmal mehr den Respekt vor einer eingeschalteten Herdplatte nehmen soll. Zudem wird dieser

Kartoffel-Karotten-Stampf

bei uns in der mittlerweile (mindestens) dritten Generation gepflegt und erfreut nach wie vor kleine und große Genießer.

Die Zutatenliste ist übersichtlich: Man nehme ein paar Kartoffeln und etwas weniger Karotten, schäle und schneide diese in grobe Stücke und koche diese in Salzwasser gar. Das dauert je nach Größe der Stücke 15 bis 20 Minuten.

Nach dem Abgießen habe ich die Gemüsewürfel zurück in den Topf gegeben und mit dem Gemüsestampfer grob bearbeitet. So, dass durchaus noch Bröckchen sichtbar bleiben. Geschmeidig wird die Masse durch einen ordentlichen Stich Butter sowie ausreichend Milch. Nur: Zu flüssig soll die ganze Chose auch nicht werden.



Final abgeschmeckt habe ich mit Salz, Pfeffer und Muskat. Dann wurde noch einmal umgerührt, der Stampf auf die Teller geschaufelt und einfach genossen.
Will man’s vegetarisch halten passt ein Salat dazu, in der carnivoren-freundlichen Variante sind Bratwürstchen die perfekte Ergänzung.

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Tonangebendes Huhn

Donnerstag, 3. Dezember 2015 21:33

Lieber Christoph,

zuweilen lünkern wir ja gerne mal in die schönen Blogs aus unserer Blogroll, und so war dir diesmal ein Artikel von Claudio aufgefallen, den du dringend analog nachkochen wolltest. Daher gab es

Huhn aus irgendwo in Nordafrika

Bevor es losgehen konnte, habe ich dem eigens zu diesem Zweck von meiner lieben Schwester ausgeliehenen Römertopf ein Bad in meiner Wanne gegönnt, auf dass er im Ofen nicht zerplatze.

Die Vorbereitung der Zutaten war höchst einfach: Ca. 1 Kilo kleine Kartöffelchen mit Schale habe ich gewaschen und dann geviertelt. 5 mittelgroße Karotten habe ich geschält und dann in dickere Scheiben geschnitten. 2 große Schalotten habe ich ebenfalls geschält und geviertelt und dann noch 3 Knoblauchknollen (die ohne einzelne Zehen) geschält.

Das alles gab ich auf den Boden des Römertopfes. Dazu noch eine Handvoll schwarzer Oliven.

Sodann habe ich 12 Hähnchenunterkeulen in einer Mischung aus etwas Butterschmalz und Olivenöl angebraten, so dass sie ein bisschen Farbe annehmen konnten. Den entstandenen Bratensatz löschte ich mit 150 ml Weißwein und 1 l Gemüsebrühe ab.

Dann ging’s ans Würzen. In den Sud gab ich: 1 EL Paprika (rosenscharf), je 1 gestr. TL Kreuzkümmel und Kurkuma, 1 daumengroßes Stück Ingwer und 2 Lorbeerblätter. Damit wir alle nicht an der Schärfe versterben, habe ich entgegen Claudios Rezept nur 1/4 TL Harissa dazugegeben. 1/4 Bund glatte Petersilie kam ebenfalls noch dazu.

Die Keulen, die natürlich mit Salz und Pfeffer gewürzt wurden, habe ich dann auf die Gemüsemischung drapiert und zuletzt die Sauce darübergegeben.



Dann kam der Teil, den ich am meisten mag: Essen im vorgeheizten Ofen einfach vergessen, in diesem Fall für gute drei Stunden (zwei davon bei 180 °C, die letzte bei 100 °C).

Als mir während der Wartezeit ein wenig langweilig wurde, habe ich noch Couscous zubereitet. Dafür habe ich 1,5 Tassen Couscous mit 3 Tassen kochendem Wasser übergossen und quellen lassen. Dann habe 1/2 Gurke geschält, entkernt und gewürftelt, mit 1/2 Paprikaschote (rot) das selbe gemacht, ein weiteres 1/4 Bund glatte Petersilie gehackt und alles mit einem Dressing aus 5 EL Olivenöl, 2 EL Tomatenmark und 1 EL Zitronensaft vermischt und zum Ziehenlassen in den Kühlschrank gestellt.

Als die drei Stunden endlich vorbei waren, waren nicht nur unsere Teller zum Bersten gefüllt, sondern auch unsere Mägen. Danke, lieber Claudio.

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Marokkanischer Riad im Elsässer Fachwerkhaus

Donnerstag, 3. Dezember 2015 21:31

Liebe Andrea,

der Blick in andere Kochtöpfe bzw. Kochblogs bringt doch immer wieder überraschend schöne Dinge zutage. So war es letztens ein Beitrag von Claudio del Principe auf dem Blog Anonyme Köche, der meine Vorstellungskraft nachhaltig aktivierte und mich dazu animierte, dich für eine Küchen-Analogie des dort vorgestellten

Hühnereintopf, marokkanische Art

zu gewinnen. Der Original-Post von Claudio und dessen wunderbare Beschreibung dazu ist hier zu finden. Aber zurück zu unserem analogen Nachbau, Teil Christoph.

In der hintersten Ecke meines Kellers schlummerte ein bereits mehrfach mit umgezoger, doch bislang nie genutzter Tontopf. Ursprünglich hatte ich den einmal bei einem Elsass-Besuch für den heimischen Nachbau eines Baeckeoeffe erstanden, das Original-Rezept lag auch noch im Topf. Aber nun musste der Topf bei seiner Premiere für ein Gericht aus einem ganz anderen Kulturkreis herhalten (ein bisschen erinnerte mich das an ein schon einige Jahre zurückliegendes Länderspiel der Tschechischen Republik gegen die Türkei, bei dem die übersetzen Texte der Nationalhymnen eingeblendet wurden; wer mag kann sich DAS mal ergooglen!).

Zuerst einmal musste jedoch mein konventioneller Bräter ran, denn die Hähnerunterschenkel sollten rundherum bei sanfter Hitze angebraten werden. Hähnerunterschenkel! Das Schweizer Küchenlatein von Claudio hält mit Pouletkeulen eine akustisch weitaus aromatischere Bezeichnung parat. Nun denn.

Während des Rundherumanbratens schälte ich Karotten, Kartoffeln und 2 Zwiebeln und schnitt diese in grobe Stücke. Das mischte ich, ebenfalls grob geteilt, 3 Selleriestangen. Alles schichtete ich in den Tontopf und verteilte 2 Handvoll schwarze Oliven sowie die ungeschälten Zehen einer Knoblauchknolle sowie 3 Lorbeerblätter darauf. Die mittlerweile gebräunten Hühnerkeulen verteilte ich auf dem Gemüse.

Derweil löschte ich den Bratensatz im Bräter mit 1 Glas Weißwein ab, gab 400 ml Hühnerfond sowie 800 ml Hühnerbrühe dazu und ließ alles einmal aufwallen. Zur Würze gab ich 1 TL Kurkuma, 1 TL rosenscharfen Paprika, 1 TL gemahlenen Kreuzkümmel, 1 Döschen Safranfäden und 1 Stück Ingwer, in kleine Würfel geschnitten, dazu. Die Flüssigkeit goss ich über die Hühnerkeulen in den Tontopf, legte noch 1 Bund Petersilie darüber und schob den Topf mit Deckel in den auf 180° C vorgeheizten Ofen. Dort blieb der Bräter dann für die folgenden zwei Stunden.

Vor Ende der Garzeit bereitete ich einen Topf Bulgur mit Hühnerbrühe vor und deckte den Tisch, auf dem dann der komplette Topf landete, damit alle beim Lüften des Deckels olfaktorisch daran teilhaben dürfen. Es war bombastisch!



Und da ausreichend Bulgur vorhanden war, kam auch die flüssige, hocharomatische Sauce nach Verspeisen der Festbestandteile vollends auf ihre Kosten. Allein den 1 EL Harissa, der im Originalrezept mit in den Topf landet, habe ich aufgrund minderjähriger Mitesser außen vorgelassen und die Tube mit der Würzpaste zum individuellen Nachwürzen mit auf den Tisch gelegt.

Und dann war da noch etwas, was mir spontan fehlte und beim nächsten Mal mit in den Topf wandern wird: Getrocknete Aprikosen, die würden sicher ganz wunderbar mit in dieses großartige Geschmacks-Potpourri passen.

To be continued…

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Etwas Französisches nur für SIE (von Andrea für C.)

Dienstag, 3. November 2015 17:41

Lieber Christoph,

ich habe dir ja neulich davon erzählt, dass eine liebe Freundin für ihren Liebsten einen Adventskalender vorbereitet hat, hinter dessen Türchen Rezepte aus unserem feinen, kleinen Blog versteckt sind, die die beiden dann im Dezember nachkochen wollen. So eine schöne Idee.

Für den Fall, dass sie noch ein 25. Türchen aufmachen möchte, wollte ich ein

Schweinekarree

zubereiten, scheiterte beim Metzger meines Vertrauens allerdings daran, dass man ein Stück, das die karree-typischen Knochen aufweist, vorbestellen muss. Also kaufte ich einfach 4 Halskoteletts am Stück, Gesamtgewicht ca. 1,3 kg.

Das Fleisch habe ich in Butterschmalz und Olivenöl auf allen Seiten ordentlich angebraten und danach mit Salz und Pfeffer gewürzt. Dann habe ich es in eine Reine bei ca. 180 °C in den Backofen gegeben.

Nach ca. 15 Minuten gab ich die Scheiben von 4 Karotten und 4 Schalotten dazu, sowie 1 geviertelte Knolle frischen Knoblauchs. Etwas später gab ich noch 1 Sträußchen Thymian dazu und außerdem noch ca. 150 ml Wasser. Ca. 300 g geräucherter Bauchspeck kamen auch noch dazu; diesen hatte ich zuvor in dicke Scheiben geschnitten.

Ca. 300 g  geschälte und geviertelte Kartoffeln habe ich durch eine Mischung aus Olivenöl, Fleur de Sel und etwas Thymian gezogen und auch noch in die Reine gegeben.

Dann hieß es warten, den Duft genießen und ab und an etwas von der entstandenen Flüssigkeit über den Braten geben.



Ca. 1,5 Stunden später hatten wir ein sensationelles Gericht auf dem Teller, ohne Schnickschnack, einfach zuzubereiten und so wunderbar lecker.

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Etwas Französisches nur für SIE (von Christoph für C.)

Dienstag, 3. November 2015 17:41

Liebe Andrea, 

als Du mir von dem Projekt Deiner Freundin erzählt hast, mit unseren Rezepten einen Adventskalender zu bestücken, habe ich mich riesig gefreut. Wie lecker ist das denn?! Einmal mehr zeigt sich da, dass Liebe durch den Magen geht!

Für das besondere Rezept hatten wir uns ja schnell auf ein analoges Schweinekarree geeinigt. Da das angepeilte Schweinekarree auch hier an einer Vorbestellung scheiterte, landete bei mir mit dem

Schweinebraten mit Schmorgemüse und Kartoffelpüree

eine mehr als passable Alternative im Ofen. Für den Braten habe ich ein Stück mit knapp 500 g Schweinekamm ausgewählt, dessen Struktur schön durchwachsen und somit ordentlich saftig war.

Nachdem ich 100 ml Olivenöl in meinem Bräter erhitzt hatte, habe ich das (ungewürzte!) Fleisch von allen Seiten ordentlich angebraten. Danach stellte ich das Fleisch mit Deckel in den auf 150° C vorgeheizten Ofen. Alle 15 Minuten übergoss das Fleischstück mit dem heißen Olivenöl. Nach insgesamt 1 Stunde Garzeit gab ich 2 Karotten, gedrittelt, und 1 dicke Scheibe Räucherspeck, ebenfalls in 3 Teile geschnitten, sowie 4 Schalotten und 1/2 Bund Thymian in den Topf. Ich ließ den Deckel weg, schaltete den Ofen auf 180° C und ließ alles so für die nächsten 75 Minuten – nicht ohne das Fleisch jedoch hin und wieder mit Braten-Olivenöl-Saft zu benetzen und die anderen Zutaten im Bratensatz zu wenden.

Ich nutzte die Wartezeit und bereitete aus 2 Teilen Kartoffeln und 1 Teil Sellerie ein Kartoffelpüree zu. Nach 10 Minuten Kartoffelzeit gab ich die in Würfel geschnittenen Sellerieknollen-Stücke mit ins gesalzene Kochwasser, presste alles zusammen nach Ende der Garzeit durch und rührte 1 ordentliches Stück Butter sowie ausreichend Milch unter. Final schmeckte ich mit das Püree mit ein wenig Salz und Muskat ab.




Mittlerweile war der Braten gar und zart. Zusammen mit dem Schmorgemüse und dem Kartoffelpüree lag dann ein wundervoll duftender und schweineleckerer Braten auf dem Teller. Und beim nächsten Mal werde ich noch ein paar Apfelschnitze zusammen mit dem Gemüse in den Bräter werfen – das apfelige Süß-Sauer wird geschmacklich noch einen Tacken mehr zu diesem wunderbaren Gericht beisteuern.

 

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Schrankenwärter auf Probe

Sonntag, 18. Oktober 2015 10:23

Liebe Andrea,

endlich geht es in unserer Analogen Küche mal wieder richtig um die Wurst. Für die einen stellt sie ein nahezu tägliches Grundnahrungsmittel dar, für andere ist sie ein wahres Werk des Teufels: Die Currywurst.

Mit allzu vielen gesundheitlich wertvollen Aspekten kann dieses Gericht – trotz seiner „vitaminreichen“ Inhaltsstoffe, F, E, und T2 – nicht wirklich punkten, sprengt ihr Kaloriengehalt doch locker das Tagespunkte-Konto jedes Weight Watcher-Speiseplans. Aber hin und wieder braucht auch die Seele mal etwas Futter. Und getreu dem Motto „Mein Körper ist kein Tempel, sondern ein Freudenhaus“ kann auch ich mich einer guten

Currywurst mit Pommes und Mayo

beizeiten nicht verwehren. Eine gute Currywurst lasse ich mir auch gerne einfach mit einer Scheibe (gutem) Graubrot schmecken, aber die rot-weiße Schranke ist nun einmal ein echter Klassiker. So stand nun einmal mehr so ein Ding auf unserem Analogen Speiseplan, das man sonst nur auswärts zu sich nimmt.

Allein schon zur Sauce kann man Trilliarden unterschiedlicher Zubereitungen ergooglen. Aber so gern ich die fruchtige Schärfe auch mag: Zutaten wie Mango, Ananas und Ingwer waren in der Ur-Curry-Suppe der Nachkriegszeit wohl eher nicht drin. Und da ich erst einmal „original“ starten wollte, führte mich meine Currysaucen-Premiere zu einer eher bodenständigen Zubereitungsart ohne viel Schnick und großartigen Schnack.

Für die Tomatenbasis der Sauce wählte ich 500 ml passierte Bio-Tomaten. Diese kochte ich mit 2 EL Rotweinessig, 4 EL Waldhonig und 1 TL Hühnerbrühe (instant) auf. Zur weiteren Würze gab ich 1 EL Worcester Sauce, 1 EL rosenscharfen Paprika sowie drei Spitzer Tabasco Sauce hinzu.

Während alles die nächsten 45 Minuten bei kleinster Flamme vor sich hinblubberte, bereitete ich aus 1 Eigelb, 1 TL Senf, 1 TL Weißweinessig, 1 Prise Salz und ca. 200 ml Sonnenblumenöl eine Mayonnaise, schälte und teilte Kartoffeln in Stifte und wässerte diese für 15 Minuten. Die trockengetupften Pommes frittierte ich in zwei Schritten in heißem Pflanzenöl – und endlich einmal gelangen mir die krossen Kartoffelstifte, die ich mit Meersalz würzte!



Bei der Wurstware hatte ich mich für Thüringer Würstchen entschieden – die kann man auch mal mit Senf genießen. Meine Würste hingegen schnitt ich nach dem gar brutzeln in der Pfanne schräg in Stücke, legte dieses Stückwerk in eine artgerechte Schale, gab erst die Tomatensauce und dann ordentlich Curry-Pulver darüber.

Am Ende stand die Erkenntnis im Küchenraum, dass man an der Frittenbude seines Vertrauens schneller ans Essen kommt. Aber das wäre ja viel zu einfach. Und nicht unbedingt leckerer!

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Exkursion ins Ruhrgebiet

Sonntag, 18. Oktober 2015 10:23

Lieber Christoph,

schon 1982 hat Herbert Grönemeyer auf seiner großartigen LP „Total egal“ ein Loblieb auf die Currywurst gesungen, natürlich im allerfeinsten Ruhrpott-Slang.

Ich liebe das Lied, ich liebe

Currywurst mit frischen Pommes

also, ran an die Kochlöffel! Aus gut zehn von über 80.ooo Links mit dem Suchbegriff „die beste currywurst“ habe ich mir das passende zusammengesucht.

Zuerst habe ich 3 Schalotten in allerfeinste Würfel atomisiert und 2 Knoblauchzehen fein gehackt. Die Zwiebelwürfel ließ ich bei geringer Hitze in einer Pfanne mit etwas Olivenöl glasig dünsten, bevor ich den Knoblauch dazugab. Dann wanderten noch feinste Würfel von 1 geschälten roten Paprika dazu.

Danach habe ich den Inhalt von 1 Dose Tomatenmark (140 g) mit 140 ml Orangensaft und 140 ml Wasser verrührt. 1 Dose passierte Tomaten kam noch dazu. In diese Mischung gab ich einen ganzen Haufen Gewürze: je 1/2 TL Kreuzkümmel, Koriander und rosenscharfen Paprika, 1 TL Kurkuma und 1 gehäuften TL edelsüßen Paprika. Schließlich noch 1 EL Zucker, einen Schuss Essig und Salz und Pfeffer.

Die Sauce ließ ich bei geringer Hitze etwas einkochen.

Anschließend habe ich ca. 1 kg möglichst gleich große Kartoffeln geschält und in möglichst gleich große Stäbchen geschnitten. Diese habe ich dann für etwa fünf Minuten in Salzwasser vorgekocht. Während die Kartoffeln danach im Sieb ordentlich abtropften habe ich 3 Grillwürste in einer Mischung aus etwas Butter und etwas Distelöl auf beiden Seiten goldbraun gebraten.

Zuletzt waren dann wieder die handgeschnitzen Pommes dran, die ich in ca. 2 Liter Distelöl in mehreren Etappen ausbuk. Leider sind sie nicht knusprig geworden, dabei hatte ich zu einer vorwiegend festkochenden Sorte gegriffen. Lecker waren sie trotzdem. Die Sauce schmeckte ich final noch mit etwas fertigem Currypulver ab.



Nachdem meine Küche dann endgültig wie eine Pommesbude in Bochum-Dahlhausen roch, habe ich die Wurst nebst Sauce und Pommes angerichtet. Ein bisschen scharf, ein bisschen fruchtig, ein bisschen säuerlich, kurzum: Großartig!

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