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Lamm einfach in die Tasche stecken

Mittwoch, 15. Oktober 2014 11:15

Liebe Andrea,

es sind aktuell gerade die vielen kleinen Schweinereien, die mich in der Küche umtreiben. Denn anstatt der klassischen Scheibe Abendbrot bekommt man mit ein klein wenig Mehraufwand erstaunlich gute Endergebnisse. Einmal mehr liess sich das mit dem

Lammfilet in der Brottasche

belegen. Die Fertig-Teigtaschen hatten wir irgendwann einmal bei einer diesen Mediterrane-Woche-zu-Gast-im-Supermarkt-Aktion erstanden und erst einmal im Vorratsschrank gelagert. Ein genauerer Blick dort hinein fördert dann immer wieder Überraschungen längst vergessener Dinge zutage, nun also die Fertigteigtaschen zum Aufbacken bzw. Toasten. Dem Serviervorschlag auf der Umverpackung in Form eines klassischen Gyros (gibt’s im Supermarkt an der Frischfleischtheke nebenan, fertiggewürzt, nur zum sofortigen Verzehr und nicht zum Einfrieren geeignet) wollte ich dann doch nicht folgen.
Statt dessen gab’s frisches Lammfilet mit frischen Zutaten.

Zuvorderst halbierte ich 1 rote Zwiebel und schnitt sie in dünne Ringe. Ein Stück gereiften Hartkäse (sowohl aus dem Gebirge, als auch aus Rohmilch) teilte ich in dünne Streifen. Ein paar Zweige Koriandergrün schnitt ich mit dem Messer klein. Auch ein paar sonnenreife Tomaten teilte ich in Scheiben, wusch ein paar Blätter Romana-Salat und legte diese parat.
Nachdem ich das Lammfilet rosa gebraten hatte nahm ich das Fleisch aus der Pfanne und rührte 1 EL Senf (mittelscharf), 1 EL körnigen Senf sowie 1 EL Ketchup in die Pfanne und vermengte alles mit dem Bratensaft.



Die getoasteten und an der Sollbruchstelle geöffneten Teigtaschen bestrich ich innen mit der Saucenmischung, gab den Salat, dann das in Streifen geschnittene und mit Fleur de Sel gewürzte Fleisch mit dem Käse hinein und beendete die Füllerei mit Tomatenscheiben, Koriandergrün, Zwiebelringen und einem finalen Klecks Sauce.
So ein Abendbrot hat nur einen entscheidenden Nachteil: Die Messlatte liegt dadurch derart hoch, dass einem am nächsten Abend die profane Brotscheibe doch allzu fad erscheint…

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Herr Knusprig beim Abendbrot

Dienstag, 7. Oktober 2014 13:40

Liebe Andrea,

auch, wenn Frankreich nicht gerade mit einer üppigen Brotauswahl gesegnet ist – warum auch, schließlich gibt’s dort Baguette – findet sich in nahezu jedem Pariser Café oder Bistro

Croque Monsieur

auf der Speisekarte. Das ist nicht einfach nur eine mit Schinken und Käse belegte Toastbrotscheibe, sondern schon etwas mehr als das. Als kleiner Imbiss ist der/die/das Croque fix gemacht und kann geschmacklich ordentlich punkten.

Für meinen ersten Croque Monsieur am heimischen Herd habe ich zwei große Sandwich-Toast-Scheiben normal getoastet und mit Salzbutter bestrichen. Auf die eine, unten liegende Brotscheibe habe ich 1 Scheibe gekochten Schinken gelegt (hierfür kann man sich beim Metzger eine dicke Scheibe schneiden lassen!). Für die etwas herzhaftere Variante verstrich ich Dijon-Senf auf dem Schinken. Dann kam, gleichmässig verteilt, frisch geriebener Gruyère auf den Schinken, bevor dieser mit der Butterseite nach unten liegenden zweiten Toastscheibe gedeckelt wurde. Für die obere Abdeckung mischte ich frisch geriebenen Gruyère mit süßer Sahne und würzte mit Pfeffer und Muskatnuss. Die Sahne-Käse-Mischung sollte nicht zu trocken sein und die obere Scheibe großzügig bedecken. Für 4 Toasts hatte ich am Ende 200 g Gruyère kleingerieben. Abschließend schnitt ich noch Scheiben vom rohen Schinken in Streifen und legte ihn auf die Käse-Haube.



Um dem Croque Monsieur seinen namensgebenden „crock“ zu verleihen, habe ich die vorbereiteten Brote in den auf 200° C vorgeheizten Ofen (ohne Umluft) für ca. 10 Minuten auf den mit Backpapier belegten mittleren Rost knusprig werden lassen. Mit einem Spiegelei obendrauf wird aus dem Croque Monsieur schnell eine Croque Madame. Diesmal aber gab es den nur den Monsieur, der definitiv nicht nur was für Jungs ist.

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Durchblick beim Bagel

Freitag, 12. September 2014 13:27

Liebe Andrea,

Bagels sind für mich so eine Mode-Erscheinung wie Halloween und Donuts. Donuts sind die süßen Kollegen der Bagels, haben aber auch ein Loch in der Mitte (wofür auch immer). Nun, all diese Sachen finden in unserem Kulturkreis immer weitere Verbreitung. Zeit also sich einmal der schmackhaften

Bagel-Belegung

anzunehmen, denn trocken werden die Dinger ja selten angeboten. Von der Konsistenz erinnern Bagels an Butterhörnchen, geschmacklich jedoch gehen sie ihren eigenen Weg. Neben den Klassikern, belegt zum Beispiel mit Frischkäse und Lachs, gibt es jedoch eine Vielzahl an Möglichkeiten, sich einen Bagel aufzupimpen.

Ich bin die Sache wie folgt angegangen:

Den Bagel habe ich mir nicht selbst gebacken, sondern fertig gekauft, aufgeschnitten und die Hälften getoastet. Bagelbacken ist wie Hamburgerbrötchen backen: Will man immer mal machen, aber erst einmal fehlt die Zeit. Vielleicht mache ich mich ein anderes Mal an diese Herausforderung, aber im ersten Schritt war die Fertigware eine gute Basis.

Zuvorderst lagen nun also erst einmal zwei trockene Bagelringe vor mir. Die Unterseite bestricht generös mit Frischkäse. Spätere Versuchsrunden zeigten, dass hier Ziegen-Frischkäse für geschmacklichen Nuancen sorgen kann. Die in Scheiben geschnittenen Tomaten haften rutschfest auf dem Käse und bildeten den nächsten Arbeitsschritt, belegt wurden sie dann von ein paar Blättern Pflücksalat. Als nächsten kam Mozzarella in Scheiben zum Einsatz. Den Mozzarella bestrich ich mit grünem Pesto und drehte die Mozzarella-Scheiben danach vor allem auch aus Haftungsgründen auf den Salat.

Die innere Oberseite des Bagels bestrich ich mit Tomatentraum, einen Aufstrich, den ich kürzlich mal beim lokalen Krämer erstanden hatte. Die Konsistenz geht Richtung Marmelade, der Inhalt besteht aus Tomaten, Zwiebeln, Gewürzen, ein wenig Essig sowie Öl und ist eine durchaus schmackhafte Würze.



Bei den Bagels ist es wie bei Toasts oder anderen Brotscheiben: Man kann den an sich trockenen Scheiben durch den richtigen Belag erstaunlich viel Leben und Geschmack einhauchen und sich durch variantenreiches Belegen weit mehr als reine Pausenfüller basteln.

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Knackig und knusprig – Da haben wir den Salat (4)

Samstag, 5. Juli 2014 11:53

Liebe Andrea,

in der heißen Jahreszeit lassen wir die Schmorgerichte und allzu deftigen Dinge dann doch eher still in ihrer Rezeptekladde und widmen uns den leichten bzw. leichter verdaulichen Sachen. Ein

Sommerfrischer Brotsalat

ist so eine Sache. Der Salat ist schnell zusammengewürfelt, lässt eine Vielzahl an Interpretations-Möglichkeiten in alle Richtungen zu und schmeckt somit eigentlich immer.

Wie Du weißt, schätze ich ja tendenziell die eher pragmatische Küche. Und da muss die Paprika vor dem Würfeln nicht zwingend gehäutet werden. Diesmal habe ich es jedoch (zum ersten Mal überhaupt!) gemacht und bin hin und weg. Manchmal braucht es eben eine Zeit, bis die Glühbirne der Erleuchtung zu flackern anfängt …

Je 1 rote und 1 gelbe Paprikaschote habe ich halbiert, entkernt und mit der Schnittfläche nach unten auf Alufolie unter den Backofengrill geschoben. Nach ca. 10 Minuten waren die Schoten äußerlich schwarz wie Kohle, aber das soll ja auch so sein. Als nächsten Schritt habe ich die Schoten in einen Gefrierbeutel gesteckt und beiseite gelegt. Dieses nach ihrem Promoter oftmals auch Jamie-Oliver-Methode genannte Verfahren ist wahrlich einfach und effektiv zugleich. Die Schoten verfügen über genug Feuchtigkeit, durch die die schwarze Schale aufweicht. So lässt sich die Schale nach Abkühlen der Schoten ganz einfach abziehen.

Das Ergebnis ist frappant. Und sorgte gleich für ein schlechtes Gewissen in Gedenken an all die ungeschälten Schoten der Vergangenheit. Das Häuten lässt sich sicher auch gleich für mehrere Schoten durchführen, die dann im Laufe der kommenden Tage – mit Olivenöl, Kräutern und Knoblauch mariniert – eine wunderbare Vorspeise abgeben.

Aber zurück zum Salat.

Die Basis meines Salates bildeten 2 Romana-Salat-Herzen, die ich kleinschnitt, wusch und trockenschleuderte. Für die Sauce verquirlte ich 1 EL Apfelessig und 1 EL Weißweinessig mit einer ordentlichen Prise Salz und 6 EL Olivenöl. Wo ich schon beim Häuten war, wurden diesmal sogar auch die 4 sommerreifen Tomaten geschält; die am Fruchtansatz auf eine Gabel gespickten und oben kreuzweise eingeschnittenen Tomaten tauchte ich für ca. 2 Minuten in kochendes Wasser, dann ließ sich die Schale leicht abziehen. Die gewürfelten Tomaten gab ich mit einer handvoll entsteinter und in Scheiben geschnittener schwarzen Oliven, 2 TL Kapern und der in Streifen geschnittenen Paprika in die Sauce und schmeckte mit Pfeffer ab. Zudem schnitt ich 2 vorher geschälte und halbierte rote Zwiebeln in dünne Scheiben.

Dann kamen die Brotwürfel an die Reihe. Ein Baguette schnitt ich erst einmal in mehr als daumendicke Scheiben und teilte diese in ca. 6 Stücke. Die Brotwürfel röstete ich mit ein wenig Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze golden, presste kurz vor dem Finale noch 2 Knoblauchzehen dazu und salzte mit Meersalz. Nachdem ich den Salat mit der Sauce und den Zwiebeln ordentlich vermengt hatte, kamen die XXL-Croutons obendrauf und fertig war der Sommersalat.



Thunfisch, Sardellen, Käse, frische Kräuter, Käsestreifen, gekochte Eier und viele andere Zutaten, die sich Hoffnung auf ihren Einsatz gemacht hatten, werden beim nächsten Mal sicher zum Zuge kommen. Denn dieser Salat lädt ein zum Kombinieren, Ausprobieren und Genießen.

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Stapelbrot und Maulsperre

Freitag, 13. Dezember 2013 16:08

Liebe Andrea,

es war ein Rezept von Tim Mälzer, das kürzlich bei Facebook von essen & trinken gepostet wurde und mir spontan das Wasser im Munde zusammenlaufen lief. Eine Inspiration für fixe und zudem leckere Stapelbrote ist derzeit aber auch der gefundene Fressen für mich. Die logische Schlussfolgerung daraus landete gestern Abend bei uns auf dem Tisch:

Sandwich-Maulsperren deluxe

Ich hatte ja schon in einem früheren Küchenmonlog die Bauanleitung für ein schmackhaftes Rezept widergegeben. Hier jedoch bestand das Sandwich aus drei XL-Toastscheiben zuzüglich Zwischenbelag. Eine echte Maulsperre eben, aber was für eine leckere!

Es ging los mit Bacon, den ich mit ein wenig Öl in der Pfanne knusprig gebraten habe. In Pfanne und Bratfett hinein kamen darauf zwei halbierte Hühnerbrüste, die ich während des Bratens mit milder Paprika, Salz und Zitronenpfeffer würzte. Nach den Hühnerbrüsten kamen 3 Eier in die Pfanne, die ich einmal kurz wendete und ein wenig kross werden ließ.

In einem Schälchen hatte ich aus 3 TL Ketchup und 2 TL Mayonnaise eine Sandwich-Sauce angerührt, die ich noch mit ein paar Spritzern Worcester-Sauce würzte. Final kamen noch vorbereitende Schnibbelarbeiten an 2 Tomaten (Scheiben) und Eisbergsalat (Streifen) dazu.

Und dann wurde belegt. Auf die unterste Toastscheibe kamen:
> 1 großer Klecks Sauce
> Eisbergsalat
> Hühnerbrust
> Tomatenscheiben
Dann kam, quasi als Zwischenetage die zweite Toastscheibe darüber, die ich sanft andrückte. Auf diese Scheibe kamen:
> 1 großer Klecks Sauce
> 1 Spiegelei
> 2 Streifen Bacon
> Eisbergsalat
Den Abschluss bildete eine dritte Toastscheibe deren Unterseite ich auch noch mit etwas Sauce bestrichen hatte.



Einmal quer halbiert, serviert, tief durchgeatmet, fest zugegriffen und an einem Stück verschlungen. Das was Fast Food vom Feinsten. Und. Was. Tat. Das. Gut. Richtig lecker eben.

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Lecker Brote für Hochstapler

Montag, 23. April 2012 17:11

Liebe Andrea,

bevor wir uns mit der nächsten Analogie in kulinarische Gipfelregionen bewegen, hier noch ein Monolog für das Basislager des täglichen Hunger(n)s:

Einfach mal Sandwiches

Denn wem die gemeine Butterbemme, das langweilige Pausenbrot oder die Wurst ohne Brot zum Halse raushängt, braucht manchweilen nur den entscheidenen Kick an Motivitation, um sein täglich Brot wieder mit Hingabe zu essen. Ruckzuck lässt sich aus in der Regel allesamt daheim verfügbaren Zutaten etwas neues, appetitanregendes und -stillendes zusammenzimmern.

Im vorliegenden Fall kamen zwischen die altbekannten Toastscheiben, übrigens ungetoastest, folgende Dinge:

1.  je 1 Klecks Senf und Ketchup vermischt, die HP-Steaksauce kann an dieser Stelle würdigen Ersatz bieten

2.  Salat

3. kross gebratener Bacon

4. 1 Scheibe Käse

5. 2-3 Scheiben Tomate

6. hartgekochtes Ei, ebenfalls in Scheiben

7. Salat

8. Mayonnaise, auf die zuklappende Toastscheibe gestrichen.

Alles sanft zusammendrücken, einmal durchschneiden und schon genießen. So bekommt das durchschnittliche Pausenbrot ohne allzu großen Mehraufwand ein vielfaches mehr an Essgenuß.

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Panem et tomates

Freitag, 27. August 2010 10:05

Lieber Christoph,

keine fünf Minuten, nachdem wir dieses Gericht abgesprochen hatten, hätte ich am liebsten wieder abgesagt. Es ist nämlich so, dass mein liebster Olivendealer, der Türke in der Darmstädter Straße, im Urlaub ist. Eine Katastrophe! Nirgendwo sonst im Dörfli gibt es so gute schwarze Oliven, schön ohne Stein und in reichlich Knoblauch und Petersilie eingelegt. So lecker! Die französischen Oliven, die ich in einem anderen Laden kaufte, sind kein adäquater Ersatz und stellten sich außerdem als viel zu salzig heraus.

Da in meinem Backofen gerade Tomaten zum Trocknen rumschmurgeln (mehr dazu in der Monologen Küche), habe ich das Ciabatta in Scheiben geschnitten und im Toaster geröstet.

Ich bin ein Tomaten-Nerd. Ich mag es vor allem im Salat nicht, wenn die Kerne und das weiche noch in der Tomate sind, deswegen entferne ich all das akribisch. Und weil ich den hartnäckigen Tomatengeruch an den Händen nicht mag, müssen ab einer gewissen Menge zu verarbeitender Tomaten auch immer ein Paar Latexhandschuhe her. Jedem seine Meise.

Die Tomaten habe ich also in Stücke geschnitten und mit einer Mischung aus Olivenöl und Balsamico, Salz und Pfeffer gemischt. Tim Mälzers Idee, das Brot in Balsamico „einzuweichen“, gefiel mir nicht, also habe ich stattdessen einen Extraschuss Olivenöl über das Brot gegeben. Dann alles schön mit dem Basilikum vermischt und die Oliven und die Kapernäpfel extra dazu gereicht (denn meine Esser mögen solche Sachen nicht).

Kapernäpfel sind nicht meins. Beim nächsten Mal werde ich lieber ein paar Kapern an den Salat geben, denn ich kann mir gut vorstellen, dass deren fruchtige Säure gut zu den milden Tomaten und dem leichten Brot passt. Eine gehackte Sardelle im Dressing wäre bestimmt auch lecker.

Ein großartiges Essen! Man muss sich aber ein bisschen beeilen, damit das Brot nicht zu matschig wird.

Hier das Original-Rezept:

100 ml Balsamico im Topf erhitzen.

200 g altbackenes Ciabatta in Scheiben geschnitten auf ein tiefes Blech legen und rösten. Das Brot dann vorsichtig mit etwas warmen Essig beträufeln.

400 g geviertelte Tomaten, 100 g gehackte Oliven und 20 halbierte Kapernäpfel mit Olivenöl, Salz und Pfeffer und dem restlichen Essig mischen.

Das marinierte Brot grob würfeln und mit Blättern von 1 Bund Basilikum mischen und zu dem Salat geben.

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Los, Pilze putzen!

Montag, 2. August 2010 10:01

Lieber Christoph,

oh Mann, Rinderfilet! Andere Leute kaufen sich von dem Geld, das es kostet, einen Kleinwagen oder leisten sich eine Woche Urlaub am Meer. Naja, ganz so teuer war es natürlich nicht, aber leider reicht mein Budget nicht, um öfter dieses wunderbare Fleisch beim Biometzger zu kaufen.

Die Metzgersfrau war so nett, mir die Mitte aus einem ganzen Filet zu schneiden, so dass es kein Problem war, auch mit meinem billigen und leicht schartigen Asialaden-Lieblingsmesser das angefrorene Filet in sehr dünne Scheiben zu schneiden. Dabei musste ich wohl aufpassen, nicht auf die Katzen zu treten, die schon immer ganz nervös werden, wenn ich den Wetzstahl hervorhole. Wir haben uns dann eine rohe Scheibe von dem Fleisch brüderlich geteilt, lecker!

Die Pfifferlinge hat die Gemüsefrau handverlesen, als sie hörte, dass es dazu Rinderfilet geben soll. Pilze putzen gehört definitiv nicht zu meinen Hobbys, zumal nicht Pfifferlinge putzen. Aber der Aufwand lohnt sich, denn ihr Geschmack ist umwerfend.

Der Balsamico war mir in dem Salat ein bisschen zu heftig, Ablöschen mit einem schönen Rotwein hätte sicher einen feineren Geschmack gebracht. Doch insgesamt war das ein sehr leckeres Essen, sehr fein und auch sehr hübsch anzusehen.

Hier ist das Rezept:

250 g Rinderfilet 20-30 Minuten anfrieren lassen. Inzwischen 200 g Pfifferlinge putzen. Große Pilze halbieren. 2-3 Lauchzwiebeln putzen, waschen und in Ringe schneiden. 4-5 Stiele Thymian waschen, trockenschütteln und die Blättchen abzupfen.

Rinderfilet in dünne Scheiben (1-2 mm) schneiden. 75 g geräucherten durchwachsenen Speck sehr fein würfeln und in einer großen Pfanne ohne Fett knusprig braten. Herausnehmen. 2 EL Öl im Speckfett erhitzen. Pfifferlinge unter Wenden darin kräftig anbraten. Lauchzwiebeln und Thymian kurz mitbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Speck unterrühren. Mit 3 EL Balsamico-Essig beträufeln, kurz aufkochen. Herausnehmen und abkühlen lassen.

2 EL Öl in der Pfanne erhitzen. Filetscheiben darin bei starker Hitze portionsweise ca. 10 Sekunden pro Seite braten. Herausnehmen, mit Salz und Pfeffer würzen. Alles mischen und anrichten.

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Eine Knochenarbeit!

Freitag, 21. Mai 2010 9:59

Liebe Andrea,

Mann, das hört sich doch – rein theoretisch – ganz schön an: ein knuspriges Huhn, das man knochenlos, quasi wie einen Braten, aufschneiden und genießen kann. Vor diesen Genuß hat der liebe Gott jedoch das Entbeinen des Federviechs gestellt. Und das ist, gerade beim allerersten Male, doch aufregend und knifflig zugleich. Vor allem, wenn ein Co-Koch bereits vermeldet hat, dass sein Huhn erst nach recht mühevoller Zeit halbwegs entbeint war. Schön, wenn man da einen Laden hat, in dem es auch eigens zur Entbeinung vorgesehene Messer gibt…

Ich habe mich messertechnisch für die „Vollmetallvariante“ des Güde-Messers (Serie Kappa) entschieden, obwohl ich die Güde Messer mit Holzgriff sonst lieber mag. Aber wenn Hand und Messer gleichermassen zum Entbeinen in einem Federvieh verschwinden, war mir dieses Modell – vor allem im Hinblick auf die spätere Reinigung – dann doch lieber. Und hier zeigte sich dann einmal mehr, dass Handwerk mit dem richtigen Werkzeug durchaus machbar ist. Nach knapp 20 Minuten war „mein“ Fleischhahn bis auf Beine und Flügel entkernt und dementsprechend platt!

Ein Zustand, der schnell wieder behoben war, nachdem die Füllung im Huhn und alles ordnungsgemäß vernähnt war. Zur Füllung hatte ich der Einfachheit halber neben Weißbrot, Zwiebeln und Petersilie eingeweichte Trocken-Steinpilze genommen. Gerade der Einweichsud gibt dann beim Anbraten der einzelnen Füllzutaten nochmal viel Aroma mit auf den Weg. Nachdem ich die Pilze mit den Zwiebeln ordentlich angebraten, den Pilzsud auverkocht und die abgekühlte Bratmasse mit Bröseln und Petersilie vermengt hatte, gings nach dem Füllen und Vernähnen des Huhns so weiter:
Das bratfertig verschlossene Huhn landete in einer feuerfesten Form und dort auf einem Bett aus rohen Kartoffelscheiben (mit flüssiger Butter geschmeidig und Thymian geschmackig gemacht), bevor es in den Ofen ging.

Also, „mein“ Huhn hat dann – auch ohne Rückgrat – sehr ordentlich gemundet und es war eine wahre Wonne, das Federvieh ohne die sonst übliche Geflügelschere wie einen (echten) Braten aufzuschneiden.

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Präpkurs 2.0

Freitag, 21. Mai 2010 9:59

Lieber Christoph,

ein Koch-Artikel aus dem Stern, den ich vor Jahren mal gesehen habe, hat mich nicht mehr losgelassen. Dort wurden diverse Vögel entbeint, ineinander gefüllt, um dann zu einem Mega-Weihnachtsbraten zu werden. Irre!

Heute muss ein einzelnes Huhn reichen. Handschuhe an, Messer gewetzt und schon kann’s losgehen. Es hat ziemlich lange gedauert, das Huhn bis auf die Unterschenkel und die Flügel von seinen Knochen zu befreien und zwischendurch fühlte ich mich doch deutlich an meinen Präparierkurs im Medizinstudium erinnert. Spaß gemacht hat’s trotzdem, und aus der übrig gebliebenen Karkasse ist zusammen mit diversen Gemüsen ein wunderbarer, stark konzentrierter Fond geworden.

Für die Füllung habe ich in Milch eingeweichtes dunkles Brot, Champignons und eine Kräutermischung genommen. Die hat am Ende allerdings den zarten Geschmack des Huhns überdeckt und außerdem war es viel zu viel Füllung für viel zu wenig Fleisch. Beim Aufschneiden ist das Huhn dann in tausend Teile auseinander gefallen, so dass es leider leider kein Tellerfoto davon geben kann *hüstel*

Ein einfaches Brathuhn würde ich daher jederzeit vorziehen. Meine Freunde aber, die ich angesichts der Menge Essen kurzfristig eingeladen hatte, waren begeistert (wobei ich glaube, dass sie mich angesichts der Ausbein-Aktion heimlich für verrückt erklärt haben).

Wer weiß, vielleicht schaffen wir es ja eines Tages mal, gemeinsam ein Huhn-in-einer-Ente-in-einer-Pute zuzubereiten. Wir wissen ja jetzt, wie es geht.

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