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Rhabarber-Genuss im Quadrat

Freitag, 8. Mai 2020 14:10

Liebe Andrea,

kaum ist die Rhabarber-Saison gestartet, schon fliegen einem schon wieder die schönst dekorierten Rhabarber-Tartes um die Augen. Auch dieses Jahr hoch im Kurs: Die Raute. Rautenförmige Rhabarber-Stücke ergeben auf einer runden Karte die allerschönsten Muster. Als ich jedoch las, dass eine Hobbybäckerin knapp 45 Minuten Extrazeit in das Zurechtschnibbeln der symmetrisch identischen Stücke verbrachthat , war ich raus aus diesem Deko-Rennen. Aber nicht ganz, denn es gibt ja durchaus noch andere Möglichkeiten, seiner

Rhabarber-Tarte

eine gewisse Symmetrie zu verleihen. Anstatt sich also im Kreis zu drehen, reicht es aus, im Quadrat zu denken.

Dafür habe ich erst einmal 600 g Rhabarber bzw. 5 etwa gleich große Rhabarberstangen erworben und einen Sandteig vorbereitet.

Für den Sandteig habe 250 g weiche Butter mit 100 g Puderzucker vermischt, 1 Ei dazugeknetet und den Teig in Klarsichtfolie eingewickelt im Kühlschrank ruhen lassen.

Die Rhabarberstangen schnitt ich in gleich große, ca. 6 cm lange Stücke und schälte diese. So sehr ich sogar rohen Rhabarber mag: Die Schalenstreifen wickeln sich beim Kauen doch oft recht unangenehm um den einen oder anderen Zahn.

Den ausgeruhten Teig rollte ich dünn aus und verteilte ihn auf Boden und Rand einer quadratischen, gebutterten Auflaufform. Den übrig gebliebenen Teig werde ich morgen anderweitig verwursten. Die Form mit Teig schob ich zum Blindbacken für 15 Minuten in den auf 180°C vorgeheizten Backofen, bevor ich darauf waage- und senkrecht abwechselnd je 3-4 Rhabarberstücke platzierte.

Damit die ganze Chose nicht zu trocken und sauer wird, verrührte ich 2 Eigelb mit 50 g Zucker, gab ein paar Tropfen Vanillearoma sowie 1 TL Zimt dazu und verquirlte alles mit 100 g Sahne. Diese Mischung goss ich über den Rhabarber.

Nach weiteren 30 Minuten bei nun auf 150° C im Ofen war meine Rhabarber-Tarte fertig. Und was soll ich sagen!? Er was eine runde Sache!

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Nahezu Unaussprechliches, unglaublich lecker

Sonntag, 22. Dezember 2019 14:02

Liebe Andrea,

als wir vor Kurzem in Budapest waren, lief uns dort eine äußerst leckere Süßspeise mit dem recht sperrigen Namen Kürtöskalács über den Weg. Es brauchte etwas, um herauszufinden, dass die dort angepriesene nationale Spezialität bei uns besser als

Baumstriezel

bekannt ist. Wird diese Süßspeise in Ungarn ganzjährig angeboten, passt sie für mich perfekt in die Weihnachtszeit.

Größte Herausforderung bei der heimischen Baumstriezel-Bäckerei ist es, eine geeignete Form zu finden, durch die der Striezel seine typische Baumform erhält. Ich probierte mit einem Ramequin-Förmchen aus Edelstahl, einer Suppentasse aus Porzellan und dem Inneren einer Springform drei Backformkandidaten, von denen die bauchige, ofenfeste Suppentasse die besten Ergebnisse lieferte und das Rennen machte – denn gegessen wird der Striezel eh eher in seine einzelne Ringe gelöst.

Für den Teig mischte ich 500 g Mehl (Typ 405) mit 70 g Zucker, 2 Päckchen Vanillinzucker, 1 Päckchen Trockenhefe und 1 Prise Salz. Dann klepperte ich 2 Eier dazu, goss vorher aufgekochte und leicht abgekühlte 200 ml Milch dazu und verarbeitete alles mit dem elektrischen Knethaken zu einem glatten Teig. Den Hefeteig liess ich erst einmal 45 Minuten abgedeckt an warmer Stelle ruhen und gehen.

Den fertigen Teig teilte ich (aufgrund der Platzprobleme auf der Arbeitsplatte) in zwei Hälften, die ich dann nacheinander nicht zu dünn ausrollte. Ich versuchte dabei, den Teig so quadratisch wie möglich auszurollen. Danach schnitt ich den Teig mit einem scharfen Messer in ca. 1,5 cm breite Streifen.

Die einzelnen Suppentassen hatte ich außen ordentlich mit Butter eingerieben und legte die Teigstreifen nun von unten an leicht überlappend um die umgedrehten Tassen herum, drückte alles nochmals sanft an und bestrich den Teig mit frisch zerlassener Butter.
Danach setze ich die Tassen einzeln auf einen großen Teller und bestreute den Teig mit einer Mischung aus 6 EL Zucker und 3 TL Zimt. Ich setzte die Suppentassen auf der Gitter einer Reine und schob diese für ca. 13 Minuten in den auf 200° C vorgeheizten Ofen.

Wenn die Teigstreifen goldbraun sind, ist der Striezel fertig. Die Streifen löste ich locker von der Suppentasse und richtete diese auf Tellern an. Ein finales Bestreuen mit Koksraspeln peppt die ganze Sache nochmals zusätzlich auf. Dazu einen frisch gebrühten Adventskaffee, so lässt sich dieses Hefegebäck mit dem nahezu unaussprechlichen Originalnamen unglaublich gut schmecken!

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Pack den Apfel in die Tasche

Sonntag, 1. Oktober 2017 17:43

Liebe Andrea,

es herbstelt mal wieder. Und alle Herbstjahre wieder kullern einem in dieser Jahreszeit die reifen Äpfel nur so über den Weg. Gottlob gibt es die eine oder andere Möglichkeit, auch aus Äpfeln schnell eine kulinarische Leckerei zu bauen. Für meine

Heiße Apfeltaschen

fanden sich alle Zutaten im gut sortierten Kühlschrank und nur wenig später hatten wir den passenden Begleiter für unseren Sonntagnachmittags-Kaffee auf dem Tisch stehen.

Zuerst einmal habe ich 3 kleine Apfel entkernt, geschält, erst in Scheiben und dann in kleine Stücke geschnitten. In einem Topf zerliess ich 1 EL Butter zusammen mit 1 EL brauner Rohrzucker sowie 1 großen Prise Zimt und dünstete die kleingeschnittenen Apfelstücke für wenige Minuten darin.

Zwischenzeitlich hatte ich den Backofen auf 200° C vorgeheizt und auf dem Backblech 1 Rolle Fertig-Blätterteig ausgebreitet.
Den Blätterteig teilte ich in sechs gleich große Rechtecke und verteilte auf diesen jeweils diagonal die Apfelmasse. Die Teig-Rechtecke bestrich ich an den Rändern mit einer Mischung aus 1 Eigelb und 1 TL Sahne. Dann faltete die Teigstücke zu Dreiecken zusammen.

Die aufeinanderliegenden Ränder der Dreiecke drücke ich sanft mit einem Gabelrücken fest und bepinselte die Oberseiten der Teigtaschen mit der restlichen Eigelb-Sahne-Mischung.



In den folgenden knapp 10 Minuten verwandelten sich die Teigtaschen im Ofen zu goldgelben, duftenden Apfeltaschen. Die hervorragenden Begleiter zu den heißen Apfeltaschen waren frisch gebrühter Kaffee und ein ordentlicher Klecks Schlagsahne.

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Apfel zum Reinsetzen

Dienstag, 25. Oktober 2016 9:24

Liebe Andrea,

die Herbstzeit hat in der letzten Zeit für den einen oder anderen Apfel-Monolog geführt. Zu guter Letzt gibt es nun, quasi als Nachtisch, einen letzten Nachschlag in Sachen Apfel, bevor ich mich wieder anderen Grundzutaten widme. Aber mein allererstes, selbstgekochtes

Apfelmus

war ordentlich lecker, geradezu zum Reinsetzen. Und im Gegenteil zu fertig gekaufter Glasware weiss man hier einmal mehr, was man zur Herstellung alles verwendet hat.

Die Zutatenliste für Apfelmus ist an sich sehr übersichtlich, ich habe sie um wenige Positionen ergänzt. In einem Topf liess ist 5 EL Wasser mit 3 EL Zucker aufkochen und gab 3 Boskop-Äpfel dazu. Die Äpfel habe ich vorher geschält, entkernt und kleingeschnitten.

1 Zimtstange, den Saft von 1 Zitrone sowie ein dünn abgeschältes Stück Zitronenschale gab ich ebenfalls in den Topf reduzierte die Hitze auf kleine Stufe, legte den Deckel auf und liess alles knapp 15 Minuten weich dünsten.



Nachdem ich die Zimtstange und die Zitronenschale entfernt hatte wollte ich das Mus eigentlich noch pürieren. Die Masse war jedoch schon so sehr zusammengefallen, dass ich mir diesen zusätzlichen Zerkleinerungsvorgang sparte – und dadurch schneller als gedacht das lauwarme Apfelmus in einer Schüssel vor mir stehen hatte. Lang hat’s nicht gedauert, die Schüssel zu leeren. Denn in diesem Zustand schmecken frische Äpfel einmal mehr grossartig!

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Zwischen Italien und Orient

Donnerstag, 19. Mai 2016 20:15

Lieber Christoph,

wenn bei diesen mai-lauen Temperaturen mal wieder die halbe Stadt die letzten abendlichen Sonnenstrahlen in den Straßencafés genießt, kommt doch glatt ein bisschen Urlaubsstimmung auf. Was liegt also näher, als einen kulinarischen Ausflug in den Süden zu machen, der sich irgendwo zwischen Italien und dem Morgenland wiederfindet.

Für

Lamm-Hackbällchen mit Pasta

habe ich gut 400 g Lammhackfleisch in eine Schüssel gegeben. Vor dem späteren Genuss stand allerdings ein großes Gehäcksel an und so kamen 1/2 Bund glatte Petersilie und einige Zweige Basilikum unters Messer. Ebenso mussten 50 g geröstete Pininenkerne dran glauben. In die Schüssel wanderten dann noch 1 Handvoll gehackter Rosinen, die ich in Balsamicoessig für einige Zeit eingeweicht hatte und etwas frisch geriebener Parmesan. Neben dem Abrieb von 1/2 Zitrone gab ich – neben Salz, Pfeffer und etwas Oregano, noch die Frikadellenklassiker dazu: Etwas Paniermehl und 1 Ei.

Aus der verkneteten Masse habe ich dann feine Bällchen gerollt und diese von allen Seiten in Olivenöl angebraten.

Für die Sauce habe ich 1 rote Zwiebel, 1 halbe rote Chilischote, 1 Knoblauchzehe und 2 Sardellen – all dies fein gehackt – in dem verbliebenen Olivenöl leise angeschwitzt und dann 1 Dose Kirschtomaten dazugegeben. Nach dem Würzen mit 1/2 TL ZimtSalz, Pfeffer und etwas Zucker gab ich noch einen Schuss Balsamicocreme sowie einen Spritzer Zitronensaft dazu und ließ die Sauce auf kleiner Flamme etwas einköcheln.

Die Sauce gab ich dann in einer Reine über die Hackbällchen und zerrupfte 1 Kugel Mozzarella, bevor die ganze Chose für ca. 30 Minuten bei 200 °C in den Backofen überwechselte.



Zusammen mit al dente gekochten Linguine hatten wir dann ein leckeres Stück Frühsommer auf dem Tisch. Jetzt aber nichts wie ab zum Digestiv ins Straßencafé!

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Wenn Äpfel zu Röschen werden

Montag, 28. September 2015 7:35

Liebe Andrea,

Neuigkeiten im Web verbreiten Sich ja immer in Wellen. Kürzlich traf mich – auch das eine relativ wiederkehrende Konstante – die zweite zum gleichen Thema. Nun endlich beugte ich mich der Macht der Massenmedien und machte mich ans Werk. Zugegeben: Es gibt unangenehmere und selbstlosere Eigenversuche aufgrund des Herdentriebs. Aber die

Apfelkuchen-Röschen

sahen einfach zu verlockend aus, um sie nicht auch einmal selbst ausprobiert zu haben. Apropos einfach: Vor allem die überschaubare Vorbereitungszeit steht im krassen Gegensatz zum Endergebnis.

Zuerst einmal entkernte ich als 2 knackig-rote Äpfel, halbierte diese und schnitt die Hälften in hauchdünne Scheiben. Die Apfelscheiben schob ich in einer Reine (mit Gitter) für 5 Minuten in den auf 180° C vorgeheizten Ofen, damit diese an Biegsamkeit gewannen.

Eine Fertigteig-Rolle Blätterteig teilte ich vertikal in fünf gleichgroße Stücke und bestrich diese mit einem Mix aus 3 EL Aprikosenmarmelade und 1 EL Wasser. Erst bestreute ich die Marmelade mit Zimtzucker, dann startete der eigentliche Belag. Pro Teigstreifen legte ich auf den äußeren Teilrand überlappend Apfelscheiben, dann klappte den Teig der Länge nach mittig ein und rollte die Apfel-Teig-Streifen auf.

Das Ergebnis waren tatsächlich kleine Apfel-Röschen, die ich in eine Muffin-Backform setzte, final nochmals mit Zimtzucker bestreute und knapp 30 Minuten bei 180° C im Ofen vollendete.



Die fertig gebackenen Apfel-Törtchen brauchte ich nach dem ersten Abkühlen nur etwas mit Puderzucker zu bestreuen, um in punkto Ahh und Ohhh geradezu Höchstnoten einzuheimsen. Ein wahrlich großartiges Ergebnis für – was mir als Backmuffel ja geradezu in die Karten spielt – einen geringst möglichen Aufwand.

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1A-Ofengericht mit Zimtsternchen

Samstag, 9. Juli 2011 20:40

Liebe Andrea,

da sich meine letzten Küchen-Monologe irgendwie immer rund ums Mittelmeer bewegten war es nun ja nur eine Frage der Zeit, bis ich mich an der Königin der griechischen Kochkunst zu schaffen machte, der

Moussaka

Für diesen Auberginen-Hackfleisch-Auflauf mit Béchamel-Sauce gibt es – wie bei jedem Klassiker oder Nationalgericht – eine unendliche Anzahl von Zubereitungsformen. Dabei habe ich zwei elementare Unterschiede ausgemacht: die Variante mit und die mit ohne Kartoffeln. Ich habe mich für letztere Variante entschieden. Dafür aber kam in meine heutige Version frisch durchgedrehtes Lammhack rein.

In einer Zeit, in der sich die Discounter bei den Preisen für reinrassiges oder gemischtes Hackfleisch wöchentlich zu unterbieten versuchen, in einer Zeit, in der man mehr und mehr für die Qualität von Fleisch sensibilisiert wird, habe ich eigentlich nur noch wenig Appetit auf „fertiges“ Hackfleisch. Dem Vorgang des frischen Duchdrehens beizuwohnen, verschafft zumindest ein klein wenig Sicherheit über die Beschaffenheit der verwendeten Zutaten. Bei unserem türkischen Supermarkt wohnte ich also dem Entbeinen einer Lammschulter und dem kompletten Zubereitungsprozess meines Hackfleischs bei. Ein irgendwie besseres Gefühl, als ein abgepacktes Paket mit zerkleinertem Irgendwas aus der Kühltheke zu nehmen.

So wanderten daheim angekommen ca. 750 g Lammhack in eine heiße Pfanne mit Olivenöl und wurden krümelig gebraten. Gerade, als das Fleisch anfing Wasser zu ziehen, kamen 3 Zwiebeln und 3 Knoblauchzehen, jede für sich kleingehackt, mit in die Pfanne. Nach kurzem Mitdünsten habe ich dann noch 2 EL Tomatenmark, 450 g Tomaten (stückig, aus der Dose) sowie einiges an Gewürzen hinzugefügt. Für die Würze sorgen 1 EL Meersalz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle, 2 TL Oregano, 2 TL Kräuter der Provence, 1 Bund Petersilie (frisch und kleingehackt), 1 TL Zucker sowie 2 Prisen Zimt (gemahlen). Bei meiner ersten Moussaka war ich beim Griff in die Zimtdose wohl etwas zu tief geraten und das Endergebnis schmeckte arg nach Weihnachten vor. Ein Hauch Zimt, der das Endergebnis durchzieht, ist gerade recht. Den Pfanneninhalt habe ich dann bei kleiner Hitze noch etwa 10 Minuten vor sich hinschmurgeln lassen.

Den obligatorisch durstigen Auberginen habe ich diesmal ein Schnippchen geschlagen und die ca. 1 cm dicken Scheiben von 3 Auberginen im Ofen auf geöltem Backpapier zubereitet. Nach knapp 20 Minuten bei 180° C – und unter Verwendung eines Bruchteils von Öl gegenüber der Pfannenzubereitung – waren die Scheiben braun geröstet, weich und gut.

Eine quadratische Ofenform habe ich dann zuerst mit Olivenöl ausgeschwenkt und den Boden mit reichlich Semmelbröseln aka Paniermehl eingestreut. Darauf kamen dann nebeneinander die Auberginen-Scheiben und darüber die Hackfleisch-Mischung. Ein paar wenige überschüssige Auberginen-Scheiben kamen noch obendrauf, bevor die Béchamel-Sauce alles abgdeckte. Die Sauce habe folgendermassen zubereitet: 4 EL Salzbutter in einem Topf aufschäumen lassen, 4 EL Mehl eintstreuen und ein wenig braun werden lassen. Dann ½ l Milch angießen und alles unter Schneebesen-Rühren aufkochen und glatt rühren. Den Topf beiseite ziehen und den Inhalt mit Salz und Pfeffer würzen. Anschließend 4 Eier verkleppern, ordentlich mit Muskat würzen und das alles mit ca. 100 g Parmesankäse (frisch gerieben) in die Sauce einrühren. Die fertig Sauce wird als Abschluss über das Hackfleisch in die Form gegeben und diese wandert dann in für 45 Minuten in den (immer noch) 180° C heißen Ofen.



Vor Ort, in Griechenland, lässt man sich die Moussaka gern lauwarm schmecken. So lange jedoch wollte hier keiner warten, zog doch ein verlockernder Auflauf-Duft nebst dezenter Zimtnote durch die Wohnung. Der Nachschlag zu späterer Stunde hatte dann schon eher griechische Temperaturen.

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Ente – gewusst wie!

Sonntag, 26. Dezember 2010 14:08

Lieber Christoph,

an Weihnachten kocht man ja gerne mal etwas besonderes und so habe ich mich nach dem gescheiterten Versuch im September noch einmal an eine Entenbrust gewagt. Diesmal habe ich mich an Deine Anweisungen gehalten (naja, fast…) und es hat geklappt, hurra!

Da ich ziemlich sicher bin, dass die Kinder Ente nicht so gerne essen würden, gab’s für die Jungs Hähnchenkeulen. Die aber auch nicht in Karo einfach, sondern lecker gefüllt mit jeweils anderthalb Scheiben Serrano-Schinken und einem Thymianzweig. Ich habe die Haut der Keulen vorsichtig mit dem Finger gelöst, das Fleisch direkt mit Salz und Pfeffer gewürzt und dann den Schinken und den Thymian eingearbeitet. Verschlossen wurde das ganze mit Hilfe einer Rouladennadel. Die Keulen kamen dann in den kalten Ofen, der sich langsam auf 170 Grad aufheizte, wurden dort vergessen und wir sind mit dem Hund rausgegangen.

Zur Ente sollte es Knödel und frischen Rotkohl geben. Ein Selbstgemachte-Klöße-Desaster vor einigen Jahren gepaart mit unserer Gnocchi-Katastrophe im März, lassen mich hierfür ohne jeden Schmerz auf Pulver zurückgreifen. Am liebsten mögen wir die ‚Knödel halb und halb‘ von Feinkost Albrecht.

Für den Rotkohl habe ich mich an einem Rezept aus dem gar wunderbaren Kochbuch „Satt“ von Werner Köhler orientiert, das ich mir selber zu Weihnachten geschenkt habe. Ein Kopf Rotkohl wird – ohne die äußeren Blätter und ohne den Strunk – auf dem Gemüsehobel in feinste Streifen gehobelt. Die Hobel werden dann mit 1 EL Salz und ca. 100 ml Rotweinessig vermischt und für mindestens zwei Stunden stehengelassen. Durch die Säure des Essigs bekommt der Kohl eine wunderbare rote Farbe.

Eine Schalotte und ein geschälter Apfel werden in feinste Würfel geschnitten (ich bekam zu Weihnachten dieses sagenhafte Messer geschenkt, mit dem diese Aufgabe überhaupt kein Problem mehr darstellt!) und in 1 EL Butter angeschwitzt. Der Rotkohl kommt mitsamt der ausgetretenen Flüssigkeit aus der Schüssel dazu und wird mit 500 ml Gemüsebrühe angegossen. 1 bis 2 EL Zucker kommen dazu ebenso wie ein Säckchen mit 1 Zimtstange, ein paar Nelken und 1 oder 2 Lorbeerblättern. Einmal kurz aufkochen und dann für gute 30 Minuten bei niedriger Hitze schmoren lassen.



Die Entenbrust wurde in wenig Butterschmalz kurz auf der eingeritzten Hautseite angebraten, dann auf die Fleischseite gewendet und mit 500 ml Wildfond abgelöscht. Die Ente durfte dann bei den Hähnchenkeulen im Ofen weiterbraten und in der Zwischenzeit durfte eine fein gewürfelte Schalotte in dem köchelnden Fond herumdünsten. 200 ml Schlagsahne, ein großer Schluck Lemberger und noch etwas Salz und Pfeffer sorgten, vernünftig eingekocht, für eine der leckersten Saucen, die ich in jüngster Zeit gegessen habe.

Zuletzt wurden die Hähnchenkeulen und die Entenbrust noch einmal übergrillt und fertig war das feine Weihnachtsessen, das allseits gut angekommen ist. Aber sprechen wir lieber nicht darüber, wie die Küche hinterher aussah…

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Auf Obelix‘ Spuren

Sonntag, 17. Oktober 2010 22:57

Liebe Andrea,

der gute Obelix hätte am bayerischen Untermain seine helle Freude gehabt. Der nahe Spessart liefert Wildschweine satt (manch einer, allen voran die Bauern, sprechen derzeit von einer wahren Plage) und ein stattlicher Bevölkerungsteil stammt von den Hugenotten ab. Aber auch zu seiner Zeit hätte Obelix entlang des Limes am römischen Befestigungswall das eine oder andere Römerkastell mit Freude erstürmt. Bei uns ging es nun am Wochenende wild her, es gab ein veritables

Wildschweingulasch mit allerlei Gewürz und Spätzle

Schmorgerichte sind ja eine feine Sache an sich. Ist erst einmal alles geschnibbelt, angebraten und aufgegossen, kann man die Sache in aller Ruhe und zum perfekten Garpunkt vor sich hin blubbern lassen. Zuerst jedoch kommt die Marinade. In einem großen Topf habe ich 1 Flasche Rotwein und 5 EL Balsamico aufgekocht. Dazu kam folgende bunte Mischung: 3 Lorbeerblätter, 2 Nelken, 12 Wacholderbeeren, 12 Pfefferkörner, je 2 Möhren und 2 Stangen Staudensellerie in Scheiben, 1 große Zwiebel in groben Stücken, 2 Sternanis, 7,5 g Kardamom (gemahlen, ein Tütchen), 1 Stange Zimt, 3 Zweige Thymian und 1 TL Zucker. Nachdem alles 5 Minuten bei geschlossenen Deckel vor sich hingeköchelt hatte, zog ich den Topf beiseite und ließ ihn auskühlen. Dann kamen – für 2 Personen – ca. 800 g Wildschwein in Würfeln mit 3-4 cm Kantenlänge in eine Schüssel und der Gewürzsud darüber. Die nächsten 12 Stunden ist nun Zeit genug für alle Protagonisten, sich im Kühlschrank gegenseitig anzufreunden und auszutauschen. Man kann die ganze Chose zwischendurch immer mal wieder auf- und durchmischen, das braucht’s aber eigentlich nicht.

Vor dem Kochen werden nun die Fleischstücke aus der Marinade gefischt und auf Küchenkrepp ordentlich trockengetupft. Hat man wie ich durch eine glückliche Fügung perfektes Butterschmalz zur Hand, wird dieses in einem großen Bräter erhitzt. Ansonsten müßte man wohl zu einem Pflanzenöl greifen. Nachdem die Fleischwürfel nun portionsweise angebraten wurden, kommt das Fleisch komplett in den Topf und wird mit 2/3 der durch ein Sieb gegossenen Marinade abgelöscht. Noch einmal den Bratensatz mit einem Holzlöffel vom Topfboden lösen, Deckel drauf und alles bei niedirgster Stufe ca. 3 Stunden vor sich hin köcheln lassen.

Eine gute Handvoll Backpflaumen und 3 EL Sultaninen gesellen sich nun in den restlichen, durchgesiebten Sud und warten auf ihren Einsatz.

Zwischendurch wird die Beilage vorbereitet: Spätzle. Hervorragend würden auch Kartoffel-Sellerie-Püree dazu passen oder breite Papardelle. Aber selbstgemachte Spätzle sind nun einmal eine Nummer für sich. Dazu habe ich ca. 350 g Mehl mit 3 Eiern sowie 2 Eigelb mit 100 ml Wasser und 1 TL Salz zu einem viskösen, nicht zu flüssigen Teig verrührt. Die Konsistenz lässt sich während des Rührvorgangs mit mehr oder weniger Mehl recht gut steuern. In heißem Salzwasser gegart sind die hineingeschabten bzw. bei mir hineingehobelten Spätzle ratz-fatz feritg und sofort lecker.



Kurz vor den Spätzle habe ich dann noch das Finale für das Wildschweinragout vorbereitet: 1 Zwiebel in Würfeln wird zunächst in 1 EL Butter glasig gedünstet. Hinzu kommen die nun in Streifen geschnittenen Pflaumen und die Rosinen nebst 2 TL Orangeat. Nach kurzer Braterei wird alles mit der Mariande abgelöscht und eingekocht. Der Pfanneninhalt wird dann kurz vor dem Servieren in den Bräter mit dem Ragout gerührt.

Tja, und dann ist auch schon Zeit zum Anrichten: Spätzle, Ragout und ausreichend Sauce auf die Teller, einen schönen, kräftigen Rotwein eingeschenkt und sich kurz – aber nur ganz kurz – fragen, warum Obelix seine Schwarzkittel immer nur gegrillt verschlungen hat.

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