Shalala, Shakshuka!

Donnerstag, 24. Mai 2018 21:23

Lieber Christoph,

wenn doch alles so einfach wäre. Man braucht nur eine Pfanne und die Zutaten, um schnell etwas leckeres auf den Tisch stellen zu können.

Für

Shakshuka

habe ich zunächst 2 Schalotten in feinste Würfel geschnitten und in etwas Olivenöl angedünstet. Später gab ich 2 Knoblauchzehen, der Einfachheit halber gepresst, dazu. Es folgten 2 Dosen Tomatenstücke (so langsam kann man sich qua Saison auch an frische Tomaten herantrauen). Auf frische Paprika habe ich mangels allseitiger Unverträglichkeit verzichtet.

Gewürzt habe ich die ganze Chose dann mit Salz und Pfeffer, 1 TL Kreuzkümmel (gemahlen), 1 TL edelsüßes Paprikapulver und 1 TL Koriander (gemahlen). Die Saucengrundlage habe ich dann erst einmal für ca. 15 Minuten etwas einkochen lassen. Dann habe ich mit einem Löffel Mulden in der Sauce gebastelt und vorsichtig 4 Eier hineingegeben. Deckel druff und die Eier stocken lassen, für (zu lange) 10 Minuten.

Am Schluss gab ich noch gehackte Blattpetersilie in die Pfanne.


Die Eier hätten für meinen Geschmack etwas weniger Ziehzeit haben dürfen, denn das Eigelb war komplett gestockt und nicht mehr schlotzig. Ich schätze, dass maximal fünf Minuten die bessere Idee gewesen wären.

Alles in allem haben wir unser Baguette aber trotzdem mit großem „Oh, hallo, wie lecker!“ in die Sauce getaucht.

Schnell, einfach, einfach fein.

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Schakalaka mit Shakshuka

Donnerstag, 24. Mai 2018 21:23

Liebe Andrea,

unsere neueste Küchenanalogie hat ganz schön was auf der Pfanne! Und wieder einmal ein ganz heißer Kandidat für die Rubrik „Total lecker und schnell gemacht, warum hab ich das nicht schon vorher mal gemacht?“. Die Rede ist von einem Klassiker der nahöstlichen Küche. Und für die

Shakshuka

gibt es entsprechend viele Herangehensweisen. Flächendeckend bekannt geworden ist Shakshuka in meiner Wahrnehmung durch eine Folge von Kitchen Impossible, in der Tim Mälzer seinen Koch-Kontrahenten, immerhin Sternekoch Hans Neuer, nach Israel schickte – um eben dort bei einem Großmeister dieses Pfannengerichts eine Shakshuka nachzukochen. Ausgerechnet auf die nahezu überall angeführte Haupteigenschaft, die ordentliche Schärfe, verzichtete ich aus Jugendschutzgründen; so konnten wir uns immerhin in voller Familienstärke über die auf dem Tisch stehende Pfanne hermachen.

Doch davor stand ja erst einmal deren Zubereitung. Banal bezeichnen könnte man die Shakshuka als ordentliche Tomatensauce mit Ei. Und das sind dann auch schon zwei Hauptzutaten.

Zuerst einmal habe 1 Zwiebel und 1 Knoblauchzehe kleingewürfelt und in einer Pfanne, auf die ein Deckel passt, mit Olivenöl sanft angeschwitzt. Dazu gab ich 1 rote Paprikaschote, halbiert, entkernt und ebenfalls in kleine Stücke geschnitten. Kurz darauf rührte ich 2 EL Tomatenmark sowie 400 g Dosentomaten (stückig) dazu, würzte mit 1 TL Zucker, 1 TL Paprika (edelsüß), 1 TL Kreuzkümmel (kleingemörsert), 1 EL Piment d’Espelette sowie etwas Meersalz und liess alles bei kleiner Hitze knapp 20 Minuten vor sich hinblubbern.

Mit dem Rücken eines großen Löffels drückte ich sanft drei Mulden in die Tomatensauce und füllte jede mit einem frisch aufgeschlagenen Ei. Nun verrührte ich das Eiklar mit dem Stiel eines Kochlöffels kreisförmig um die Eier, so dass sich dies mit der Tomatensauce verbinden konnte. Das Eigelb sollte bei diesem Manöver intakt bleiben. Ich legte den Deckel auf die Pfanne und ließ die Eier knapp vier Minuten in der Pfanne stocken.



Und das war’s dann auch schon; idealerweise ist am Ende das Eigelb noch nicht gestockt. Frisch gehackte Petersilie hübscht das alles – auch geschmacklich – schön auf und – ganz wichtig – viel frisches, knuspriges Brot (Baguette oder Ciabatta) hilft, die geschmackige Sauce entweder direkt aus der Pfanne oder vom Teller in den Mund zu befördern.

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Was vom Spargel übrig blieb (Suppe 20)

Dienstag, 8. Mai 2018 19:45

Liebe Andrea,

Der Frühling und die Spargelzeit bringen so einige Leckereien mit sich und endlich wieder auf den Tisch. Wenn ich mir nur die wie Pilze aus dem Boden schießenden Spargelbuden in unserer Region anschaue: Frischer Spargel, frische Erdbeeren, neue Kartoffeln…
Die letzten Jahre hatten wir uns immer beim Biohof unseres Vertrauens mit Spargel eingedeckt und dabei den 1-Euro-Aufpreis-Service genutzt, den Spargel gleich vor Ort maschinell schälen zu lassen. So schnell und lecker der frische Spargel dann auch war, mit Bedauern entsorgte ich dann regelmässig den Spargelsud. Dabei lässt sich aus dem Sud doch mit wenig Aufwand eine hervorragende

Spargelcremesuppe

herstellen. Diese gelingt vor allem dann, wenn man im Spargelwasser noch Schalen und Abschnitte von den Spargelstangen auskocht. Endlich einmal hatten wir nun vor kurzem wieder ungeschälten Spargel im Haus. Und am Tag nach dem Stangenspargel gab’s das Derivat davon (von einem Abfallprodukt mag ich an dieser Stelle nun gar nicht sprechen).

Die frische geschälten Spargelstangen koche ich meist in viel Wasser mit etwas Salz und ein wenig Zucker. Nach dem Kochen der Stangen habe ich nun in ca. 3 Liter Spargelwasser die Spargelschalen und Abschnitte des Spargels für knapp 45 Minuten bei hoher Hitze ausgekocht. Praktisch dabei ist auch, dass sich die Flüssigkeit derweil reduziert und konzentriert. Die Flüssigkeit habe ich durch ein Sieb gegossen und hatte damit die Grundlage für meine Spargelsuppe.

In einem separaten Topf habe ich dann aus 3 EL Butter und 3 EL Mehl eine Mehlschwitze angerührt und den Spargelsud unter Rühren dazugegeben. Weiteres Aroma folgte aus 200 ml Geflügelfond, hier griff ich auf das Fertigprodukt aus dem Glas zurück.

In die Flüssigkeit habe ich dann noch fast 200 ml süße Sahne gerührt und alles noch einmal aufwallen lassen. Den Fast-Anteil der Sahne, knapp 3 EL, habe ich dann mit 1 Eigelb verrührt und die heiße, aber nicht mehr kochende Suppe damit legiert. Die letzte – fast schon geheime Zutat – war eine ordentliche Messerspitze Currypulver, so wenig, dass das Gewürz nur eine subtile Nuance in der Suppe hinterließ.



Ein zweites kleines Highlight waren die 2 Spargelstangen, die ich mir für die Suppe aufbewahrt hatte. Diese, geschält und in feine Scheiben geschnitten, gab ich roh in die Suppenteller und füllte die Suppe darauf.

Und schon war das lecker „Sparschelsüppschen“ fertig. Zur Deko kann man frischen Kerbel oder wie bei uns frischen Schnittlauch in Röllchen über die Suppe geben und dazu geröstetes Weißbrot reichen. So bekommt das eigene Spargelschälen eine ganz neue Motivation, denn zum Entsorgen ist Spargelsud nach wie vor viel zu schade!

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Grüner Reis und lecker Lamm

Dienstag, 24. April 2018 17:16

Liebe Andrea,

es gibt kaum etwas Verwerflicheres, als mit hungrigem Magen Rezepthefte zu durchblättern. Wie schön dagegen ist es, sich – wohlgesättigt – im Schatten eines prächtigen Baumes im Garten bequem zu machen und dabei durch Kochzeitschriften zu blättern, für die bis dahin einfach noch keine Zeit war…

Gekrönt wird dieser Müssiggang dann meist durch konkrete Inspirationen für die kommenden Speisepläne. So erst kürzlich mal wieder geschehen bei dem

Erbsen-Risotto mit Lamm im Kräutermantel

Das Originalrezept sah Spieße aus Lammlachsen vor, von denen ich auch ein Exemplar zubereitete. Der Rest – und der schaffte es auch in unseren feinen Blog – waren halbierte, am Stück gebratene Lammlachse, die ich nach dem Braten in einer Kräutermischung wendete.

Aber wie so häufig: Immer schön der Reihe nach! Für das Risotto würfelte ich 1 Zwiebel klein, die ich in einem großen Topf mit 4 EL Olivenöl sanft anschwitzte. Zu den glasigen Zwiebelwürfeln gab ich 200 g Risotto-Reis und lies auch diesen rundherum „einölen“. Das Ganze löschte ich mit 100 ml Weißwein ab, den ich nahezu gänzlich verkochen liess. Dann folgte das übliche Risotto-Einerlei: Immer mal wieder einen Schöpflöffel von 750 ml Gemüsebrühe (ideal heiß) in den Topf geben und unter Rühren einkochen lassen. Kurz vor dem kompletten Verkochen der Flüssigkeit die nächste Kelle nachschütten und zurück auf Anfang.

Währenddessen rieb ich 100 g Parmesankäse klein und fein, stellte 150 g TK-Erbsen zum Antauen bereit und begab mich an die Kräutermischung: Die Blätter von 4 Stielen Minze schnitt ich klein, rieb die Schale von 1 Bio-Zitrone ab und vermischte alles mit Meersalz, grobem Pfeffer und 2 EL Olivenöl zu einer feuchten Gremolata.
Eigentlich hätte ich nun 2 Lammlachse in Würfel schneiden und diese mit der Kräutermischung marinieren sollen, ich würfelte jedoch nur einen halben Lammachs. Die restlichen, in der Länge halbierten Lachse habe ich ohne weitere Würze scharf in der Pfanne angebraten und erst danach in den Kräutern gewendet. Zum Finalisieren habe ich das Fleisch dann bei 80° C im Ofen auf einer Reine ruhen und ziehen lassen.



Mittlerweile war meine Gemüsebrühe nahezu vollständig in das Risotto aufgegangen. Ich rührte den Parmesan sowie die Erbsen unter den Reis und liess alles nochmal bei ausgeschalteter Flamme im Topf durchziehen.

Auf dem Teller angerichtet habe ich den Risotto-Reis mit frischer Minze und mit den aufgeschnittenen Lammlachsen belegt. Ein leckeres und irgendwie auch schnelles Mahl, das den Status Festessen durchaus verdient.

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Hin und weg mit Thunfisch – Pasta, meine Pasta (37)

Freitag, 2. März 2018 11:27

Liebe Andrea,

Du kennst diese Momente. Meist treten sie an trüben November- oder viel zu kalten Wintertagen ein. Man will einfach nur weg. Und zwar sofort. Da die Jungs, die sich mit der Weiterentwicklung des Beamens beschäftigen sollten, immer noch noch nicht aus den Puschen gekommen sind, muss man die Sache selbst in die Hand nehmen und sich sein eigens Hintertürchen öffnen. Der Schlüssel dazu liegt – wie so oft – in der eigenen Küche. Dann nennt man das im allgemeinen Soulfood und verleiht einem Gericht damit eine besondere Güte.

Solltest Du also demnächst mal wieder einen spontanen Exit aus dem alltäglichen Hier und Jetzt suchen, brauchst Du nicht nach einer Raum- oder Zeitkapsel Ausschau halten oder Scottie anfunken. Es reicht, die im nachfolgenden beschriebenen

Spaghetti mit Thunfisch

zuzubereiten und Dich mit wenigen Bissen ganz weit weg zu bringen. Und das geht so: Die Kürze der Zubereitungszeit erlaubt, zuerst einmal das Kochwasser für die Nudeln aufzusetzen.

Bis das Wasser brodelt, habe ich 2 Knoblauchzehen sowie 3 Sardellenfilets kleingeschnitten, 10 Cocktail-Tomaten geviertelt und alles zusammen in ca. 4 EL Olivenöl sanft angeschwitzt. Wer Schärfe mag, kann hier noch 1 Chilischote in kleingeschnittenen Ringen dazufügen; ich habe 1 TL Piment d’Espelette genommen, was für eine reduziertere, sanfte Schärfe sorgte. In die Pfanne gab ich dann 2 TL Kapern und den kompletten Inhalt von 1 Dose Thunfisch in eigenem Saft (ca. 180 g).



Die zwischenzeitlich in Salzwasser fast fertig gegarten Spaghetti habe ich aus dem Topf mit der Küchenzange in die Pfanne gehoben und noch 3 Schöpfkellen Nudelwasser hinzugefügt. Bevor ich den Pfanneninhalt ordentlich miteinander verrührte, gab ich noch 2 Handvoll Rucola und den Saft 1/2 Zitrone dazu.
Zur finalen Deko der Pasta auf den Tellern würzte ich weiteren Rucola mit Zitronensaft, bestem Olivenöl sowie einer Prise Fleur de Sel und vermengte alles per Hand.

Als ich dann vor dem Teller mit dampfender und duftender Pasta sass und die ersten Bissen im Mund hatte schloss ich kurz die Augen und war sofort weit weg: Ich sass auf der kleinen Terrasse eines Restaurants an der Hafenmole, hörte entfernt eine Vespa die Küstenstraße entlangknattern, roch das Salz in der Luft und sah über die silbernen Wellenrücken des Meers hinweg am Horizont die orangefarbene Sonne untergehen…

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Viel Fingerlecken oder viel Finger krumm zu machen

Dienstag, 27. Februar 2018 17:32

Liebe Andrea,

es ist eins dieser Gerichte, dass mit der passenden Sauce steht – oder fällt. Die Rede ist einmal mehr – von Sparribes. Nachdem ich an früherer Stelle schon einmal eine Spareribs-Monologie mit einer etwas aufwendigeren Saucen-Variante für den Grill beschrieben hatte, folgt nun die nicht minder leckere Variante in Karo, Pardon: Spareribs-Saucen einfach. Denn für die

Spareribs aus dem Ofen

braucht’s gutes Grundmaterial in Sachen Fleisch und eine diesmal warmgerührte Sauce, die schnell fertig ist. Dazu habe ich 1 Knoblauchzehe und 2 Schalotten kleinst gewürfelt und in 2 EL Butter angeschwitzt. Die weich gekochten Würzwürfel habe ich mit 4 EL braunem Zucker bestreut und diesen bei sanfter Hitze karamellisieren lassen.

Abgelöscht habe ich den Karamell mit 150 ml Apfelessig sowie 5 EL Worcestere-Sauce und 3 EL Sojasauce. Dazu rührte ich noch knapp 200 ml Ketchup dazu – und fertig war die Würzsauce.

Die Spareribs (1,2 kg für 2 Personen) hatte ich vor der Saucenzubereitung in portionsgerechte Stücke geteilt und in gesalzenem Wasser knapp 1 Stunde vorgekocht.



Die abgetropften Rippchen pinselte ich großzügig von beiden Seiten mit der Sauce ein, legte das Fleisch in eine Reine und schob diese in den auf 170° C vorgeheizten Ofen (Umluft). Dort verbrachten die Spareribs unter gelegentlichem Saucen-Nachpinseln weitere 40 Minuten. Dann war das Fleisch soweit, dass es sich fast schon von selbst vom Knochen löste. Anstatt Krautsalat oder anderer Sättigungsbeilagen gab’s kühles Bier und die Gewissheit, dass man sich nach so manchem Essen richtig dolle auf’s Fingerlecken freuen darf.

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Fleischwürfel ruhig einmal etwas schmoren lassen

Sonntag, 17. Dezember 2017 13:51

Liebe Andrea,

es ist Schmorgerichtezeit. Und was gibt es Schöneres, als leckere Dinge im Laufe einiger Stunden Schmurgelei in einem Topf zu einem wohlschmeckenden Gericht zu transformieren!?

Gulasch ist so ein klassischer Schmorgerichte-Kandidat. Zum Gulasch – es es nun der, die oder das Gulasch? – gibt es landauf, landab eine Vielzahl an Rezepten und exakten Vorstellungen, wie das perfekte Gulasch denn nun auszusehen habe. Bisher habe ich meine – schon wieder so ne Herausforderung: Wie ist der Plural von Gulasch!? – Gulaschgerichte immer frei Schnauze zusammengebrutzelt. Zeit also, diese Aus-der-Lamäng-Kocherei einmal in texterische Bahnen zu lenken. Für den nun vorliegenden Küchen-Monolog von meinem

Paprika-Gulasch

habe ich mich jedoch nicht selbst zur Materialbeschaffung, also zum Metzger, begeben. Das Ergebnis waren gemischte Fleischwürfel von Schwein und Rind, deren Kantenlänge ICH viel größer bemessen hätte. Sei’s drum. Es sollte ja sowieso lediglich die Bestandsaufnahme einer von vielen Möglichkeiten der Gulasch-Zubereitung werden.

Das 1 kg Würfelfleisch habe ich portionsweise mit ausreichend Olivenöl scharf in einem Bräter angebraten und in einer Reine zwischengelagert. In vielen Rezepten wird als Faustformel die gleiche Menge Zwiebeln wie Fleisch vorgeschlagen. Ich entschied mich jedoch für eine 70%-Regelung an geschälten, halbierten und in in grobe Würfel geschnittene Zwiebeln, also ca. 700 g Zwiebeln, die ich im Bratfett und bei reduzierter Hitze anschwitzte. Mit den Zwiebeln schwitzte ich noch 2 Karotten an, die ich zuvor geschält, längs geviertelt und in große Stifte geschnitten hatte.

Dann kam – wieder so eine Frage: der, die oder das!? – Paprika zum Einsatz. In einem zur Inspiration gelesenen Rezept hatte ich von stolzen 50 g Paprikapulver gelesen, ich gab ca. 20 g rosenscharfen Paprika zu den Zwiebeln. Dazu gab 1 EL Kümmel, den ich grob zermörsert hatte sowie 1 TL Majoran und 3 EL Tomatenmark in den Bräter. Nach kurzem Umrühren kam das Fleisch zurück in den Topf. Ich goss 500 ml Rotwein (Côte du Rhone) sowie 300 ml Wasser dazu, legte den Deckel auf und liess den Topfinhalt bei kleinster Hitze für knapp 2 Stunden vor sich hinköcheln.



Mit Blick auf den jugendlichen Mitesser am Tisch entschärfte ich das Endergebnis im Topf noch mit 2 EL Creme Fraiche, die ich kurz vor dem Servieren in die Sauce einrührte. Eine für mich klassische Beilage zu diesem Essen sind Salzkartoffeln, die wir uns dazu dann auch schmecken liessen.
Und wie bei jedem dieser Schmorgerichte stellten wir zwei Tage später beim Resteessen erneut fest, dass es aufgewärmt nochmal so gut schmeckt.

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Fisch zum Auf-der-Haut-Braten

Sonntag, 10. Dezember 2017 15:33

Liebe Andrea,

wie schön, endlich mal wieder eine Analogie! Diesmal zum Thema Fisch. Mein Beutezug beim lokalen Fischhändler brachte mir ein paar großartige Saiblingsfilets aus der Region. Eine der Zutaten lag gleich nebenan in der Fischauslage. So brauchte es gar nicht so viel mehr, um das auf der Haut gebratene

Saiblingsfilet mit Queller

in die Tat umzusetzen bzw. auf den Teller zu bringen. Queller, oder auch Meeresspargel genannt, ist eine recht salziges Grüngemüse, dass küstennah wächst und auch optisch richtig was hermacht.

Der größte Aufwand für meinen Beitrag zur Fisch-Analogie bestand somit im Schälen von knapp 400 g Kartoffeln, 1/2 Sellerieknolle und 2 Pastinaken. Die geschälten und geviertelten Kartoffeln setzte ich in Salzwasser auf und gab nach etwa der Hälfte der Garzeit die Würfel von Pastinaken und Sellerie dazu.

Das gargekochte Gemüse schüttete ich ab und presste es durch die Kartoffelpresse zurück in den Topf. Den Kartoffelschnee ergänzte ich um 200 ml Milch und ein großes Stück, sicherlich 40 g Butter, und rührte alles mit einem Holzlöffel schlotzig. Final mit frisch gemahlener Muskatnuss abgeschmeckt war das Püree auch schon fertig. Auf zusätzliches Salz verzichtete ich hier ebenso wie beim Fisch, da der Queller genügend davon mitbringt. Den Queller schwenkte in einem Topf lediglich in ein wenig Butter.



Die Saiblingsfilets habe ich entgrätet, in zweifingerdicke Stücke geschnitten und diese in einer heißen Pfanne mit Olivenöl auf der Hautseite scharf angebraten, bis das Fischfleisch glasig wurde. Lediglich vor dem Servieren wendete ich die Filets ganz kurz gewendet und schon war alles fertig.

Auf den vorgewärmten Tellern schichtete ich den Queller auf das in Form gebrachte Püree und setzte die Fischfilets darauf. Schnell gemacht und richtig lecker war diese Analogie, die auch das Auge ordentlich mitessen liess.

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Kräuter bei die Fische!

Sonntag, 10. Dezember 2017 15:32

Lieber Christoph,

während draußen ein paar leise Schneeflocken zu Boden rieselten, war mir heute nach einem Gericht aus etwas wärmeren Gefilden. Ich hatte mir in der Bücherei ein Frankreich-Kochbuch ausgeliehen, das eine Vielzahl von feinen Rezepten unserer Nachbarn enthält, unter anderem

Seelachs mit Kräuterkruste

Fünf – zugegeben etwas schwachbrüstige – Filets vom Seelachs (TK-Ware) gab ich eine Reine, die ich vorher mit Olivenöl ausgestrichen hatte. Den Fisch würzte ich mit Fleur de Sel und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer sowie etwas Zitronensaft.

Für die Kräuterkruste habe ich die Blättchen von ein paar Zweigen Thymian abgezupft und einige Zweige glatter Petersilie zerpflückt. Zusammen mit Würfeln von 3 Scheiben Toastbrot, 1 EL Dijon-Senf und 5 EL Olivenöl durften die Kräuter im Multihacker solange Karussell fahren, bis eine pastöse Masse entstanden war. Diese gab ich auf die Fische, und die wiederum bei 200 Grad (Ober-/Unterhitze) für ca. 20 Minuten in den Ofen.

Nach dem Anrichten gab etwas geriebener Pecorino dem Fisch den letzten Schliff.

Fisch mit Kräuterkruste

Dazu gab es Baguette mit frischer Knoblauchbutter und Salat.

Und so konnten wir – mitten im Winter – einen kleinen analogen Ausflug in den vergangenen Sommer machen.

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Alles Käse – Pasta, meine Pasta (36)

Dienstag, 7. November 2017 21:37

Liebe Andrea,

gerade die Dinge, die immer erst einen auf „ach wie einfach“ machen, entpuppen sich schnell zu durchaus kniffligen Herausforderungen. So geschehen bei einem banal anmutenden Gericht aus der italienischen Pastaküche. Denn für

Spaghetti cacio e pepe

wird neben Nudeln eigentlich nur noch Käse gebraucht. Eigentlich. Aber meinst Du, mir wäre das Rezept auf Anhieb bei meinen ersten drei Anläufen gelungen!? Ein paar Videotutorials später schaffte aber auch ich es endlich, den Käse mit Pastawasser zu einer schlotzigen Sauce zu verarbeiten, die sich um die langen Nudeln schmiegt. Da das alles ordentlich köstlich ist, folgt hier nun die Detailbeschreibung.

Zuerst einmal rieb ich ca. 100 g Pecorinokäse frisch vom Laib in eine Schüssel. Die langen Nudeln, vorzugsweise Spaghetti, kochte in heißem, gesalzenem Wasser bis zur Hälfte der angegebenen Garzeit.

Zwischendurch habe ich in eine Pfanne ordentlich grob geschroteten Pfeffer gemahlen und erhitzt. Abgelöscht habe ich den „heißen Pfeffer“ mit einer Kelle Nudelwasser und liess die Flüssigkeit eindampfen.

Die Nudeln schöpfte ich mit einem Spaghettilöffel in die Pfanne und gab noch so viel Nudelwasser mit dazu, dass der Pfannenboden gut bedeckt war.

In einer kleinen Rührschüssel verrührte ich mit einem Schneebesen gut 90% des vorher geriebenen Pecorino (den Rest behielt ich zur finalen Deko) mit einer Schöpfkelle heißem Nudelwasser. Ich schöpfte noch so viel Wasser nach, wie notwendig war, um den Käse klumpenfrei aufgelöst, aber nicht zu flüssig zu bekommen.
Diese Käsesauce goss ich hernach über die Pasta in der Pfanne und vermischte beides unter stetem Rühren bei immer noch eingeschalteter Hitze. Auch hier hilft ein wenig Nudelwasser, Geduld, Demut sowie Erfahrung weiter, alles eine homogene Geschichte werden zu lassen. Die Rührerei lohnt sich! Am Ende werden – so die Theorie – die Nudeln schön von klumpenfreier Käsesauce umschlotzt.



Die fertig mit der Sauce vermengte Pasta drehte ich mit einer großen Gabel auf und transferierte diese Drehhaufen mithilfe eines großen Löffels auf die Teller.

Und schon liess sich eine ordentlich scharfe und herrlich käsig-würzige Pasta genießen. Da man sich ja nicht den Mund verbrennen mag, muss man ein wenig warten. Dies wiederum kann dazu führen, dass die Pasta (Achtung, kalter Käse!) auf dem Teller verbabbt. Hier hat sich gezeigt, dass ein paar Streifen bestes Olivenöl die ganze Kiste wieder geschmeidig machen und der Pasta geschmackstechnisch den letzten Kick Richtung „richtig großartig gute Pasta“ geben. Dazu passt ein trockener Rotwein und die Gewissheit, dass es am Ende doch meist die ganz einfachen Sachen sind, die richtig groß sind.

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