Hin und weg mit Thunfisch – Pasta, meine Pasta (37)

Freitag, 2. März 2018 11:27

Liebe Andrea,

Du kennst diese Momente. Meist treten sie an trüben November- oder viel zu kalten Wintertagen ein. Man will einfach nur weg. Und zwar sofort. Da die Jungs, die sich mit der Weiterentwicklung des Beamens beschäftigen sollten, immer noch noch nicht aus den Puschen gekommen sind, muss man die Sache selbst in die Hand nehmen und sich sein eigens Hintertürchen öffnen. Der Schlüssel dazu liegt – wie so oft – in der eigenen Küche. Dann nennt man das im allgemeinen Soulfood und verleiht einem Gericht damit eine besondere Güte.

Solltest Du also demnächst mal wieder einen spontanen Exit aus dem alltäglichen Hier und Jetzt suchen, brauchst Du nicht nach einer Raum- oder Zeitkapsel Ausschau halten oder Scottie anfunken. Es reicht, die im nachfolgenden beschriebenen

Spaghetti mit Thunfisch

zuzubereiten und Dich mit wenigen Bissen ganz weit weg zu bringen. Und das geht so: Die Kürze der Zubereitungszeit erlaubt, zuerst einmal das Kochwasser für die Nudeln aufzusetzen.

Bis das Wasser brodelt, habe ich 2 Knoblauchzehen sowie 3 Sardellenfilets kleingeschnitten, 10 Cocktail-Tomaten geviertelt und alles zusammen in ca. 4 EL Olivenöl sanft angeschwitzt. Wer Schärfe mag, kann hier noch 1 Chilischote in kleingeschnittenen Ringen dazufügen; ich habe 1 TL Piment d’Espelette genommen, was für eine reduziertere, sanfte Schärfe sorgte. In die Pfanne gab ich dann 2 TL Kapern und den kompletten Inhalt von 1 Dose Thunfisch in eigenem Saft (ca. 180 g).



Die zwischenzeitlich in Salzwasser fast fertig gegarten Spaghetti habe ich aus dem Topf mit der Küchenzange in die Pfanne gehoben und noch 3 Schöpfkellen Nudelwasser hinzugefügt. Bevor ich den Pfanneninhalt ordentlich miteinander verrührte, gab ich noch 2 Handvoll Rucola und den Saft 1/2 Zitrone dazu.
Zur finalen Deko der Pasta auf den Tellern würzte ich weiteren Rucola mit Zitronensaft, bestem Olivenöl sowie einer Prise Fleur de Sel und vermengte alles per Hand.

Als ich dann vor dem Teller mit dampfender und duftender Pasta sass und die ersten Bissen im Mund hatte schloss ich kurz die Augen und war sofort weit weg: Ich sass auf der kleinen Terrasse eines Restaurants an der Hafenmole, hörte entfernt eine Vespa die Küstenstraße entlangknattern, roch das Salz in der Luft und sah über die silbernen Wellenrücken des Meers hinweg am Horizont die orangefarbene Sonne untergehen…

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Viel Fingerlecken oder viel Finger krumm zu machen

Dienstag, 27. Februar 2018 17:32

Liebe Andrea,

es ist eins dieser Gerichte, dass mit der passenden Sauce steht – oder fällt. Die Rede ist einmal mehr – von Sparribes. Nachdem ich an früherer Stelle schon einmal eine Spareribs-Monologie mit einer etwas aufwendigeren Saucen-Variante für den Grill beschrieben hatte, folgt nun die nicht minder leckere Variante in Karo, Pardon: Spareribs-Saucen einfach. Denn für die

Spareribs aus dem Ofen

braucht’s gutes Grundmaterial in Sachen Fleisch und eine diesmal warmgerührte Sauce, die schnell fertig ist. Dazu habe ich 1 Knoblauchzehe und 2 Schalotten kleinst gewürfelt und in 2 EL Butter angeschwitzt. Die weich gekochten Würzwürfel habe ich mit 4 EL braunem Zucker bestreut und diesen bei sanfter Hitze karamellisieren lassen.

Abgelöscht habe ich den Karamell mit 150 ml Apfelessig sowie 5 EL Worcestere-Sauce und 3 EL Sojasauce. Dazu rührte ich noch knapp 200 ml Ketchup dazu – und fertig war die Würzsauce.

Die Spareribs (1,2 kg für 2 Personen) hatte ich vor der Saucenzubereitung in portionsgerechte Stücke geteilt und in gesalzenem Wasser knapp 1 Stunde vorgekocht.



Die abgetropften Rippchen pinselte ich großzügig von beiden Seiten mit der Sauce ein, legte das Fleisch in eine Reine und schob diese in den auf 170° C vorgeheizten Ofen (Umluft). Dort verbrachten die Spareribs unter gelegentlichem Saucen-Nachpinseln weitere 40 Minuten. Dann war das Fleisch soweit, dass es sich fast schon von selbst vom Knochen löste. Anstatt Krautsalat oder anderer Sättigungsbeilagen gab’s kühles Bier und die Gewissheit, dass man sich nach so manchem Essen richtig dolle auf’s Fingerlecken freuen darf.

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Fleischwürfel ruhig einmal etwas schmoren lassen

Sonntag, 17. Dezember 2017 13:51

Liebe Andrea,

es ist Schmorgerichtezeit. Und was gibt es Schöneres, als leckere Dinge im Laufe einiger Stunden Schmurgelei in einem Topf zu einem wohlschmeckenden Gericht zu transformieren!?

Gulasch ist so ein klassischer Schmorgerichte-Kandidat. Zum Gulasch – es es nun der, die oder das Gulasch? – gibt es landauf, landab eine Vielzahl an Rezepten und exakten Vorstellungen, wie das perfekte Gulasch denn nun auszusehen habe. Bisher habe ich meine – schon wieder so ne Herausforderung: Wie ist der Plural von Gulasch!? – Gulaschgerichte immer frei Schnauze zusammengebrutzelt. Zeit also, diese Aus-der-Lamäng-Kocherei einmal in texterische Bahnen zu lenken. Für den nun vorliegenden Küchen-Monolog von meinem

Paprika-Gulasch

habe ich mich jedoch nicht selbst zur Materialbeschaffung, also zum Metzger, begeben. Das Ergebnis waren gemischte Fleischwürfel von Schwein und Rind, deren Kantenlänge ICH viel größer bemessen hätte. Sei’s drum. Es sollte ja sowieso lediglich die Bestandsaufnahme einer von vielen Möglichkeiten der Gulasch-Zubereitung werden.

Das 1 kg Würfelfleisch habe ich portionsweise mit ausreichend Olivenöl scharf in einem Bräter angebraten und in einer Reine zwischengelagert. In vielen Rezepten wird als Faustformel die gleiche Menge Zwiebeln wie Fleisch vorgeschlagen. Ich entschied mich jedoch für eine 70%-Regelung an geschälten, halbierten und in in grobe Würfel geschnittene Zwiebeln, also ca. 700 g Zwiebeln, die ich im Bratfett und bei reduzierter Hitze anschwitzte. Mit den Zwiebeln schwitzte ich noch 2 Karotten an, die ich zuvor geschält, längs geviertelt und in große Stifte geschnitten hatte.

Dann kam – wieder so eine Frage: der, die oder das!? – Paprika zum Einsatz. In einem zur Inspiration gelesenen Rezept hatte ich von stolzen 50 g Paprikapulver gelesen, ich gab ca. 20 g rosenscharfen Paprika zu den Zwiebeln. Dazu gab 1 EL Kümmel, den ich grob zermörsert hatte sowie 1 TL Majoran und 3 EL Tomatenmark in den Bräter. Nach kurzem Umrühren kam das Fleisch zurück in den Topf. Ich goss 500 ml Rotwein (Côte du Rhone) sowie 300 ml Wasser dazu, legte den Deckel auf und liess den Topfinhalt bei kleinster Hitze für knapp 2 Stunden vor sich hinköcheln.



Mit Blick auf den jugendlichen Mitesser am Tisch entschärfte ich das Endergebnis im Topf noch mit 2 EL Creme Fraiche, die ich kurz vor dem Servieren in die Sauce einrührte. Eine für mich klassische Beilage zu diesem Essen sind Salzkartoffeln, die wir uns dazu dann auch schmecken liessen.
Und wie bei jedem dieser Schmorgerichte stellten wir zwei Tage später beim Resteessen erneut fest, dass es aufgewärmt nochmal so gut schmeckt.

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Fisch zum Auf-der-Haut-Braten

Sonntag, 10. Dezember 2017 15:33

Liebe Andrea,

wie schön, endlich mal wieder eine Analogie! Diesmal zum Thema Fisch. Mein Beutezug beim lokalen Fischhändler brachte mir ein paar großartige Saiblingsfilets aus der Region. Eine der Zutaten lag gleich nebenan in der Fischauslage. So brauchte es gar nicht so viel mehr, um das auf der Haut gebratene

Saiblingsfilet mit Queller

in die Tat umzusetzen bzw. auf den Teller zu bringen. Queller, oder auch Meeresspargel genannt, ist eine recht salziges Grüngemüse, dass küstennah wächst und auch optisch richtig was hermacht.

Der größte Aufwand für meinen Beitrag zur Fisch-Analogie bestand somit im Schälen von knapp 400 g Kartoffeln, 1/2 Sellerieknolle und 2 Pastinaken. Die geschälten und geviertelten Kartoffeln setzte ich in Salzwasser auf und gab nach etwa der Hälfte der Garzeit die Würfel von Pastinaken und Sellerie dazu.

Das gargekochte Gemüse schüttete ich ab und presste es durch die Kartoffelpresse zurück in den Topf. Den Kartoffelschnee ergänzte ich um 200 ml Milch und ein großes Stück, sicherlich 40 g Butter, und rührte alles mit einem Holzlöffel schlotzig. Final mit frisch gemahlener Muskatnuss abgeschmeckt war das Püree auch schon fertig. Auf zusätzliches Salz verzichtete ich hier ebenso wie beim Fisch, da der Queller genügend davon mitbringt. Den Queller schwenkte in einem Topf lediglich in ein wenig Butter.



Die Saiblingsfilets habe ich entgrätet, in zweifingerdicke Stücke geschnitten und diese in einer heißen Pfanne mit Olivenöl auf der Hautseite scharf angebraten, bis das Fischfleisch glasig wurde. Lediglich vor dem Servieren wendete ich die Filets ganz kurz gewendet und schon war alles fertig.

Auf den vorgewärmten Tellern schichtete ich den Queller auf das in Form gebrachte Püree und setzte die Fischfilets darauf. Schnell gemacht und richtig lecker war diese Analogie, die auch das Auge ordentlich mitessen liess.

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Kräuter bei die Fische!

Sonntag, 10. Dezember 2017 15:32

Lieber Christoph,

während draußen ein paar leise Schneeflocken zu Boden rieselten, war mir heute nach einem Gericht aus etwas wärmeren Gefilden. Ich hatte mir in der Bücherei ein Frankreich-Kochbuch ausgeliehen, das eine Vielzahl von feinen Rezepten unserer Nachbarn enthält, unter anderem

Seelachs mit Kräuterkruste

Fünf – zugegeben etwas schwachbrüstige – Filets vom Seelachs (TK-Ware) gab ich eine Reine, die ich vorher mit Olivenöl ausgestrichen hatte. Den Fisch würzte ich mit Fleur de Sel und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer sowie etwas Zitronensaft.

Für die Kräuterkruste habe ich die Blättchen von ein paar Zweigen Thymian abgezupft und einige Zweige glatter Petersilie zerpflückt. Zusammen mit Würfeln von 3 Scheiben Toastbrot, 1 EL Dijon-Senf und 5 EL Olivenöl durften die Kräuter im Multihacker solange Karussell fahren, bis eine pastöse Masse entstanden war. Diese gab ich auf die Fische, und die wiederum bei 200 Grad (Ober-/Unterhitze) für ca. 20 Minuten in den Ofen.

Nach dem Anrichten gab etwas geriebener Pecorino dem Fisch den letzten Schliff.

Fisch mit Kräuterkruste

Dazu gab es Baguette mit frischer Knoblauchbutter und Salat.

Und so konnten wir – mitten im Winter – einen kleinen analogen Ausflug in den vergangenen Sommer machen.

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Alles Käse – Pasta, meine Pasta (36)

Dienstag, 7. November 2017 21:37

Liebe Andrea,

gerade die Dinge, die immer erst einen auf „ach wie einfach“ machen, entpuppen sich schnell zu durchaus kniffligen Herausforderungen. So geschehen bei einem banal anmutenden Gericht aus der italienischen Pastaküche. Denn für

Spaghetti cacio e pepe

wird neben Nudeln eigentlich nur noch Käse gebraucht. Eigentlich. Aber meinst Du, mir wäre das Rezept auf Anhieb bei meinen ersten drei Anläufen gelungen!? Ein paar Videotutorials später schaffte aber auch ich es endlich, den Käse mit Pastawasser zu einer schlotzigen Sauce zu verarbeiten, die sich um die langen Nudeln schmiegt. Da das alles ordentlich köstlich ist, folgt hier nun die Detailbeschreibung.

Zuerst einmal rieb ich ca. 100 g Pecorinokäse frisch vom Laib in eine Schüssel. Die langen Nudeln, vorzugsweise Spaghetti, kochte in heißem, gesalzenem Wasser bis zur Hälfte der angegebenen Garzeit.

Zwischendurch habe ich in eine Pfanne ordentlich grob geschroteten Pfeffer gemahlen und erhitzt. Abgelöscht habe ich den „heißen Pfeffer“ mit einer Kelle Nudelwasser und liess die Flüssigkeit eindampfen.

Die Nudeln schöpfte ich mit einem Spaghettilöffel in die Pfanne und gab noch so viel Nudelwasser mit dazu, dass der Pfannenboden gut bedeckt war.

In einer kleinen Rührschüssel verrührte ich mit einem Schneebesen gut 90% des vorher geriebenen Pecorino (den Rest behielt ich zur finalen Deko) mit einer Schöpfkelle heißem Nudelwasser. Ich schöpfte noch so viel Wasser nach, wie notwendig war, um den Käse klumpenfrei aufgelöst, aber nicht zu flüssig zu bekommen.
Diese Käsesauce goss ich hernach über die Pasta in der Pfanne und vermischte beides unter stetem Rühren bei immer noch eingeschalteter Hitze. Auch hier hilft ein wenig Nudelwasser, Geduld, Demut sowie Erfahrung weiter, alles eine homogene Geschichte werden zu lassen. Die Rührerei lohnt sich! Am Ende werden – so die Theorie – die Nudeln schön von klumpenfreier Käsesauce umschlotzt.



Die fertig mit der Sauce vermengte Pasta drehte ich mit einer großen Gabel auf und transferierte diese Drehhaufen mithilfe eines großen Löffels auf die Teller.

Und schon liess sich eine ordentlich scharfe und herrlich käsig-würzige Pasta genießen. Da man sich ja nicht den Mund verbrennen mag, muss man ein wenig warten. Dies wiederum kann dazu führen, dass die Pasta (Achtung, kalter Käse!) auf dem Teller verbabbt. Hier hat sich gezeigt, dass ein paar Streifen bestes Olivenöl die ganze Kiste wieder geschmeidig machen und der Pasta geschmackstechnisch den letzten Kick Richtung „richtig großartig gute Pasta“ geben. Dazu passt ein trockener Rotwein und die Gewissheit, dass es am Ende doch meist die ganz einfachen Sachen sind, die richtig groß sind.

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Dem Herbst eins auslöffeln (Suppe 19)

Dienstag, 24. Oktober 2017 14:20

Liebe Andrea,

nach einem fast schon hochsommerlichen Sonnenwetter mitten im Oktober passen sich die Außentemperaturen langsam wieder der gefühlten Normalität an. Endlich, mag man sagen. Denn damit wandern nach langer Warterei wieder all jene Speisen auf den Tisch, für die Herbst und Winter doch erst erfunden wurden.
Als einer dieser essbaren Aufwärmer hat sich bei uns die

Bohnensuppe mit Salcsiccia-Wurst

durchaus bewährt. Schöner Nebeneffekt dabei: Diesmal habe ich auf weiße Bohnen aus dem Glas zurückgegriffen. Damit war der Suppenschmaus im Handumdrehen fertig.

Zuerst habe ich 100 g Räucherspeck kleingewürfelt und zusammen mit 1 Zwiebel, geviertelt und in halbe Ringe geschnitten, und Salsiccia-Würsten in einem Topf bei mittlerer Hitze mit etwas Olivenöl sanft angeschwitzt. Pro Person hatte ich eine Salsiccia eingeplant und die Wurst vor dem Anschwitzen mehrmals mit einer Gabel eingestochen.
Dann füllte ich den Inhalt von einem 200 g Glas weiße Bohnen in den Topf und goss 1 l Fleischbrühe an. Für die Brühe hatte mich eines Fertigwürfels „Fette Brühe“ bedient.

Nachdem ich mit einem Holzlöffel die Röststoffe vom Topfboden gelöst und damit der Brühe zugeführt hatte gab ich noch 2 Blätter Wirsing und 2 Rippen Fenchelknolle, beides jeweils in dünne Streifen geschnitten, in den Topf liess alles knapp 20 Minuten sanft ohne Deckel köcheln.



Die fertige Suppe verteilte ich auf Teller, streute frisch gehackte Petersilie sowie frisch geriebenen Parmesan darüber und würzte mit schwarzem Pfeffer. Das wärmende Süppchen, serviert mit ein paar Scheiben Graubrot, ist immer wieder ein Highlight, wenn sich das Wetter draußen von seiner herbstlichsten Seite zeigt.

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Kotelett mit schweinisch guter Tomatensauce

Donnerstag, 12. Oktober 2017 17:32

Liebe Andrea.

ja, hin und wieder darf bei mir ein ausgesuchtes Stück Schweinefleisch auf den Teller kommen. Vor allem ein schön durchwachsenes Nackenkotelett ist mir immer wieder – nicht seit dem doppelstöckigem Karbonat beim früheren Lommerzheim in Köln – ein Hochgenuss!
Neben der klassischen Panade hau ich mir ein gutes Schweinekotelett auch gerne mal nebst Sauce pur in die Pfanne. Und mit dem

Schweinekotelett in Tomatensauce

hat man schnelle eine leckere Mahlzeit zubereitet. Nach dem gleichen Grundmuster lassen sich viele Stücke Fleisch zuzubereiten, der Italiener spricht hier gerne von „alla pizzaiola“. Zuerst habe ich aber nach einem guten, durchwachsenen Nackenkoteletts Ausschau gehalten. Das bleibt beim Braten schön saftig und ist genau nach meinem Geschmack.

Das Fleisch habe ich von jeder Seite scharf angebraten und Farbe bzw. Röstaromen bilden lassen. Danach nahm ich die Koteletts aus der Pfanne und lagerte das Fleisch zwischen zwei Tellern zwischen. Das Bratfett entsorgte ich und gab frisches Olivenöl sowie 2 Knoblauchzehen in kleinen Stücken in die Pfanne. Bevor der Knoblauch zu kross oder bitter wurde, löschte ich mit 1 Glas trockenen Rotwein ab und gab den Inhalt von 1 Dose Tomatenstücke (400 g) dazu. Bei moderater Hitze würzte ich die Sauce mit 1 TL Oregano sowie einer Prise Zucker und etwas Meersalz und liess sie unter gelegentlichem Rühren ein wenig eindicken.

Die Koteletts legte ich zurück auf die Tomatensauce und den Deckel auf die Pfanne. Der hoch aromatische Fleischsaft, den die Koteletts in ihrer Ruhephase von sich gegeben hatten, kam natürlich auch mit in die Pfanne! Nach 5 Minuten wendete ich das Fleisch und liess alles bei geschlossenem Deckel und kleinster Flamme weiter schmurgeln.



Zum Finale nahm ich das Fleisch aus der Pfanne richtete es mit der Sauce obenauf auf Tellern an servierte den bewährten Ofenreis dazu. Da sich das Ablecken der Teller zu Tisch als gute Tischsitte nie richtig durchgesetzt hat, sollte man viel Weißbrot zum Tunken und Aufwischen der Sauce bereithalten.

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Sündenfall und Hochgenuss – Pasta, meine Pasta (37)

Sonntag, 8. Oktober 2017 12:51

Liebe Andrea,

seit meiner Hospitanten-Zeit in einer italienischen Küche weiss ich, dass sich Pasta und Sahne in Italien weitestgehend ausschließen. Und es gibt ja auch überaus zahlreiche Belege dafür, dass Nudeln auch ohne Sahnesaucen auskommen. Dennoch: Pasta und Sahne halten auf der nach oben offenen Kalorienskala zwar nicht zwingend den Leib, aber zumindest die Seele zusammen. Und auf ein wenig Soul kommt es beim Essen ja hin und wieder auch an. Daher gibt es bei uns auch immer wieder einmal Soulfood mit Pasta. Und die

Nudeln mit Speck-Sahne-Sauce

sind nicht nur schnell gemacht, sie schmecken auch den Vertretern aller Generationen. Am Anfang steht die Wahl zwischen Speck oder gekochtem Schinken, beides in gewürfelter Form.

Im vorliegenden Küchenmonolog habe ich mich mal wieder für Speck entschieden, da dieser gerade verfügbar. So schnitt ich 150 g Speck in kleine Würfel und liess diese bei mittlerer Hitze in einer Pfanne mit 1 El Olivenöl aus.

Den Pfanneninhalt löschte ich mit 200 ml süßer Sahne ab und rührte 100 g Schmelzkäse dazu. Bei kleiner Hitze liess ich alles sanft aufwallen und den Käse auflösen. Final schmeckte ich mit Salz, Pfeffer aus der Mühle und frisch geriebener Muskatnuss ab.



In der Zwischenzeit kochte ich die Nudeln al dente. Zu dieser Nudelsauce passen die unterschiedlichsten Pasta-Formen, heuer gab es Linguine dazu. Die al dente gegarten Nudeln schöpfte ich mit einem Nudellöffel direkt in die Pfanne und vermengte Pasta und Sauce.
Die frisch gefüllten Teller bestreute ich noch mit frisch gehackter Petersilie – dann war das durchaus schmackhafte Mahl auch schon fertig und wir geschmacklich eher im Himmel als in der Hölle…

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Pack den Apfel in die Tasche

Sonntag, 1. Oktober 2017 17:43

Liebe Andrea,

es herbstelt mal wieder. Und alle Herbstjahre wieder kullern einem in dieser Jahreszeit die reifen Äpfel nur so über den Weg. Gottlob gibt es die eine oder andere Möglichkeit, auch aus Äpfeln schnell eine kulinarische Leckerei zu bauen. Für meine

Heiße Apfeltaschen

fanden sich alle Zutaten im gut sortierten Kühlschrank und nur wenig später hatten wir den passenden Begleiter für unseren Sonntagnachmittags-Kaffee auf dem Tisch stehen.

Zuerst einmal habe ich 3 kleine Apfel entkernt, geschält, erst in Scheiben und dann in kleine Stücke geschnitten. In einem Topf zerliess ich 1 EL Butter zusammen mit 1 EL brauner Rohrzucker sowie 1 großen Prise Zimt und dünstete die kleingeschnittenen Apfelstücke für wenige Minuten darin.

Zwischenzeitlich hatte ich den Backofen auf 200° C vorgeheizt und auf dem Backblech 1 Rolle Fertig-Blätterteig ausgebreitet.
Den Blätterteig teilte ich in sechs gleich große Rechtecke und verteilte auf diesen jeweils diagonal die Apfelmasse. Die Teig-Rechtecke bestrich ich an den Rändern mit einer Mischung aus 1 Eigelb und 1 TL Sahne. Dann faltete die Teigstücke zu Dreiecken zusammen.

Die aufeinanderliegenden Ränder der Dreiecke drücke ich sanft mit einem Gabelrücken fest und bepinselte die Oberseiten der Teigtaschen mit der restlichen Eigelb-Sahne-Mischung.



In den folgenden knapp 10 Minuten verwandelten sich die Teigtaschen im Ofen zu goldgelben, duftenden Apfeltaschen. Die hervorragenden Begleiter zu den heißen Apfeltaschen waren frisch gebrühter Kaffee und ein ordentlicher Klecks Schlagsahne.

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