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Da gehen die Herzen auf – Da haben wir den Salat (16)

Sonntag, 13. Januar 2019 18:33

Liebe Andrea,

eine alte Lebensweisheit besagt, dass es weniger relevant ist, was man zwischen Weihnachten und Neujahr isst, sondern vielmehr wichtig ist, was man zwischen Neujahr und Weihnachten verzehrt… Nun, der kulinarische Ablauf rund um die Weihnachtsfeiertage ist in aller Regel durch übermässige Futterei geprägt. Schließlich kommt man ja mit netten Menschen zusammen und tischt dabei große (Gänse-)Braten und allerlei andere Völlerei auf.

Zeit also, den Blick einmal wieder auf einen schönen Teller Salat zu richten. Ein optisch und geschmackliches Highlight habe ich uns kürzlich mit dem

Bresaola-Brot-Salat

auf den Tisch gezaubert. Dazu habe ich 2 Romana Salatherzen kleingeschnitten und ebenso wie den Inhalt 1 Schale Rucola-Salat gewaschen und trockengeschleudert.
Im Vorfeld hatte ich – insgesamt waren wir 3 Esser – pro Person 1 Ei hartgekocht und dies jeweils geviertelt. Weitere Vorbereitungsschritte bestanden im Halbieren von 300 g Cocktailtomaten sowie dem Anrösten von 4 Toastbrotscheiben, die ich zuerst entrindet sowie geviertelt und dann mit ein wenig Olivenöl in der Pfanne angeröstet hatte. Für die vorgeschnittenen 100 g Bresaola musste ich lediglich die Verkaufsverpackung öffnen. Bresaola ist in etwa das gleiche wie Bündner Fleisch, in jedem Fall ein schön magerer und luftgetrockneter Rinderschinken.

Für die Vinaigrette verrührte ich in einer großen Schüssel 2 EL weißen Balsamico-Essig mit Salz, Pfeffer und 4 EL Olivenöl, danach presste ich noch 1 Knoblauchzehe dazu. Den vorbereiteten Salat gab ich mit mit den Cocktailtomaten sowie 1 Handvoll schwarzen Oliven zur Vinaigrette und mischte alles ordentlich miteinander.

Nachdem ich den angemachten Salat ich auf Tellern angerichtet hatte, garnierte ihn mit den gerösteten Toastecken, den geviertelten Eiern sowie den Bresaola-Scheiben und hobelte noch mit der groben Reibe generös Parmesan darüber. Nach all den üppigen Braten der Weihnachtsfeiertage war dieser Salat eine willkommene und schmackhafte Einstimmung auf frische Vitamine und tendentiell weniger gehaltvolle Kost.

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Sündenfall und Hochgenuss – Pasta, meine Pasta (37)

Sonntag, 8. Oktober 2017 12:51

Liebe Andrea,

seit meiner Hospitanten-Zeit in einer italienischen Küche weiss ich, dass sich Pasta und Sahne in Italien weitestgehend ausschließen. Und es gibt ja auch überaus zahlreiche Belege dafür, dass Nudeln auch ohne Sahnesaucen auskommen. Dennoch: Pasta und Sahne halten auf der nach oben offenen Kalorienskala zwar nicht zwingend den Leib, aber zumindest die Seele zusammen. Und auf ein wenig Soul kommt es beim Essen ja hin und wieder auch an. Daher gibt es bei uns auch immer wieder einmal Soulfood mit Pasta. Und die

Nudeln mit Speck-Sahne-Sauce

sind nicht nur schnell gemacht, sie schmecken auch den Vertretern aller Generationen. Am Anfang steht die Wahl zwischen Speck oder gekochtem Schinken, beides in gewürfelter Form.

Im vorliegenden Küchenmonolog habe ich mich mal wieder für Speck entschieden, da dieser gerade verfügbar. So schnitt ich 150 g Speck in kleine Würfel und liess diese bei mittlerer Hitze in einer Pfanne mit 1 El Olivenöl aus.

Den Pfanneninhalt löschte ich mit 200 ml süßer Sahne ab und rührte 100 g Schmelzkäse dazu. Bei kleiner Hitze liess ich alles sanft aufwallen und den Käse auflösen. Final schmeckte ich mit Salz, Pfeffer aus der Mühle und frisch geriebener Muskatnuss ab.



In der Zwischenzeit kochte ich die Nudeln al dente. Zu dieser Nudelsauce passen die unterschiedlichsten Pasta-Formen, heuer gab es Linguine dazu. Die al dente gegarten Nudeln schöpfte ich mit einem Nudellöffel direkt in die Pfanne und vermengte Pasta und Sauce.
Die frisch gefüllten Teller bestreute ich noch mit frisch gehackter Petersilie – dann war das durchaus schmackhafte Mahl auch schon fertig und wir geschmacklich eher im Himmel als in der Hölle…

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Quickie mit Quiche

Dienstag, 14. Februar 2017 11:19

Liebe Andrea,

auf der Suche nach der schnellen Nummer zum Abendessen wurde ich einmal mehr in dem – laut Eigentitel – sehr einfachen Kochbuch fündig. So gab es in der nahezu der gleichen Zeit, in der es auch ein Fertiggericht auf den Tisch geschafft hätte, mit der

Blätterteig-Quiche

eine Ratzfatz-Variante zu der teigbedingt zeitintensiveren Mürbeteig-Quiche. Während der Ofen auf 180° C Umluft vorheizte, legte ich eine quadratische Auflaufform mit Fertig-Blätterteig inklusive Packpapier aus und schnitt den überstehenden Rand ab.

Den Blätterteig belegte ich mit 5 Scheiben Kochschinken, den ich vorher in dünne Stifte geschnibbelt hatte. Ich verquirlte 3 Eier, rührte 250 g Crème Fraîche darunter und rieb knapp 150 g Bergkäse dazu. Die Eier-Käse-Sahne-Masse würzte ich mit Salz und Pfeffer und goss sie über den Schinken in die Auflaufform.



Jetzt war der Ofen auch schon auf Betriebstemperatur und ich schob die Auflaufform für knapp 40 Minuten in die heiße Umluft. Voilà! Auch ohne die sonst von mir durchaus geschätzte Salatbeilage schmeckte die – in punkto Arbeitsaufwand – Express-Variante der Quiche großartig, mehr als befriedigend.

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Das kommt mir aber spanisch vor (Tapas, Teil 5)

Freitag, 1. April 2016 8:08

Liebe Andrea,

lag es an der Umstellung auf die Sommerzeit und dem damit längeren Tageslicht!? Auf jeden Fall gelüstete es mich auf eine neue kleine Schweinerei aus unserer losen Tapas-Reihe. Und so gab es nun

Schinken-Kroketten

nach spanisch anmutendem Originalrezept. Spannend und ausprobierenswert fand ich die Basis der Kroketten auf Mehlschwitzen-Basis allemal.

So rührte ich 5 EL Mehl in 4 EL Butter, die bereits schäumend in einem heißen Topf geschmolzen war. Nachdem die Schwitze einen schönen Bräunungsgrad aufwies, goss ich unter weiterem Rühren 1/2 l Milch dazu, würzte mit ein wenig Salz sowie ordentlich Muskat und liess die Masse bei kleinster Hitze und stetem Weiterrühren eine (nicht zu) feste Pampe werden.
Währenddessen schnitt ich 100 g Serrano-Schinken in kleine Stücke, um diese dann in einer Pfanne mit ein wenig Olivenöl kross anzubraten. Die Schinkenstücke gab ich zur Mehlschwitze und strich die Masse danach auf einen flachen Teller.
Dort durfte die Mischung erst einmal auskühlen. Ich deckte den Teller mit Frischhaltefolie ab und stellte ihn für einen Tag in den Kühlschrank.

Zur Weiterverarbeitung stelle ich zwei Suppenteller bereit. Den einen füllte ich ordentlich mit Paniermehl, in dem anderen verklepperte ich 1 Ei.
Nun stach ich aus der Mehlschwitze-Schinken-Masse mit einem Teelöffel etwas Material ab, aus dem ich Kroketten formte. Diese wälzte ich zuerst im Paniermehl, zog sie dann durch’s Ei und panierte sie ein zweites Mal. Die Masse reicht für ca. 20 Kroketten.



Fünferweise gab ich die Kroketten dann in einen Topf mit heißem Pflanzenöl und frittierte sie gold-braun. Die abgetropften Krokettjes sind schnell verputzt und geradezu suchtgefährdend. Aber ein idealer Snack und sie werden noch besser in Kombination mit anderen Tapas gereicht, die einen bereits nach 1-2 Bissen stimmungstechnisch in eine spanische Tapas-Bar beamen.

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Dem Herrn Paul sein Monsieur

Freitag, 21. November 2014 9:47

DIESER BEITRAG ENTHÄLT WERBUNG.

Liebe Andrea,

bei der Recherche zu meiner ersten Croque Monsieur-Monologie stieß ich immer wieder auf Rezeptvarianten mit Béchamel-Sauce. In seinem neuen Buch „Stevan Paul – Auf die Hand“ stellt Stevan Paul ebenfalls seine Variante mit Sauce vor und bezeichnet diese als Original-Version. An dieser hat er aber noch ein wenig geschraubt, denn der

Croque Monsieur im Original

nach Stevan Paul ist eine großartige Geschichte! Denkt man bei Béchamel eher an mehllastige Saucen, ist diese Variante eine wölkchengleiche Offenbarung.

Zunächst einmal habe ich ein großes Stück Butter, im Original 25 g, in einem Topf aufschäumen lassen, 1 EL Mehl mit dem Schneebesen hineingerührt, kurz wirken lassen und den Topf vom Herd gezogen. Unter weiterem Rühren goß ich 250 ml warme Hühnerbrühe (Instant) sowie 150 ml Sahne hinzu. Den Topf stellte ich wieder auf die Herdplatte und kochte alles unter stetem Rühren kurz auf. Ich rieb ca. 120 g Gruyère, gab die Hälfte davon rührend zur Sauce, ebenfalls 1 Schuss Weißwein und ließ dann alles bei kleiner Hitze vor sich hinwallen. Abgeschmeckt habe ich moderat mit wenig Salz und frisch gemahlenem Pfeffer.

In der Zwischenzeit toastete ich 8 Toastscheiben, XL-Größe im American-Sandwich-Format. Vier Toastscheiben legte ich auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und bestrich das Toast mit der Béchamelsauce. Die Saucenkonsistenz sollte nicht zu flüssig sein, lieber bei moderater Hitze noch etwas einköcheln lassen. Zum Schöpfen und Verstreichen bewährte sich bei mir ein großer Löffel.
Auf die leicht erstarrte Béchamelsauce legte ich je 1 Scheibe Kochschinken, den ich ebenfalls mit der Sauce bestrich. Darauf folgte im Schichtbetrieb je eine weitere Toastscheibe und darauf eine weitere Saucenlage. Final bestreute ich die Toasts mit dem restlichen Gruyère.



Zum kurzen Überbacken schob ich das Blech mit den Toasttürmchen unter den Ofengrill und verfolgte durch die Scheibe das weitere Geschehen. Sobald die nicht mit der Sauce bedeckten Toastecken einen schönen Bräunungsgrad erreicht haben ist der Käse bereits geschmolzen und die Monsieurs dürfen serviert werden.

Geschmacklich bringt die Béchamel-Sauce dem Herrn Paul seine Monsieurs ganz weit nach vorne – und degradierte meine frühere Croque-Variante eher zu einem Schinken-Käse-Toast (was per se aber auch nicht schlecht sein muss, nur eben kein Original-Monsieur zu sein scheint). Dazu einen frischen Romana-Salat – très simple mit Balsamico, Olivenöl, Salz und Pfeffer angemacht – und es steht eine vollwertige Mahlzeit auf dem Tisch, die weit über einen Snack hinausgeht.
Allein die etwas instabile Konsistenz der Toasts – die Saucenschichten zwischen Schinken und den Toastscheiben sorgen für ein wenig Rutschgefahr und erfordern zwingend die Verwendung von Messer und Gabel – sind zu beachten.
Der Rest ist schlicht großartig. Meine Herren!

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Herr Knusprig beim Abendbrot

Dienstag, 7. Oktober 2014 13:40

Liebe Andrea,

auch, wenn Frankreich nicht gerade mit einer üppigen Brotauswahl gesegnet ist – warum auch, schließlich gibt’s dort Baguette – findet sich in nahezu jedem Pariser Café oder Bistro

Croque Monsieur

auf der Speisekarte. Das ist nicht einfach nur eine mit Schinken und Käse belegte Toastbrotscheibe, sondern schon etwas mehr als das. Als kleiner Imbiss ist der/die/das Croque fix gemacht und kann geschmacklich ordentlich punkten.

Für meinen ersten Croque Monsieur am heimischen Herd habe ich zwei große Sandwich-Toast-Scheiben normal getoastet und mit Salzbutter bestrichen. Auf die eine, unten liegende Brotscheibe habe ich 1 Scheibe gekochten Schinken gelegt (hierfür kann man sich beim Metzger eine dicke Scheibe schneiden lassen!). Für die etwas herzhaftere Variante verstrich ich Dijon-Senf auf dem Schinken. Dann kam, gleichmässig verteilt, frisch geriebener Gruyère auf den Schinken, bevor dieser mit der Butterseite nach unten liegenden zweiten Toastscheibe gedeckelt wurde. Für die obere Abdeckung mischte ich frisch geriebenen Gruyère mit süßer Sahne und würzte mit Pfeffer und Muskatnuss. Die Sahne-Käse-Mischung sollte nicht zu trocken sein und die obere Scheibe großzügig bedecken. Für 4 Toasts hatte ich am Ende 200 g Gruyère kleingerieben. Abschließend schnitt ich noch Scheiben vom rohen Schinken in Streifen und legte ihn auf die Käse-Haube.



Um dem Croque Monsieur seinen namensgebenden „crock“ zu verleihen, habe ich die vorbereiteten Brote in den auf 200° C vorgeheizten Ofen (ohne Umluft) für ca. 10 Minuten auf den mit Backpapier belegten mittleren Rost knusprig werden lassen. Mit einem Spiegelei obendrauf wird aus dem Croque Monsieur schnell eine Croque Madame. Diesmal aber gab es den nur den Monsieur, der definitiv nicht nur was für Jungs ist.

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Grenzüberschreitende Makkaroni – Pasta, meine Pasta (23)

Sonntag, 23. März 2014 19:10

Liebe Andrea,

die Zutaten dieses Gerichtes treffen sich – geografisch gesehen – irgendwo in den Alpen zwischen Frankreich und Italien. Am Ende natürlich landeten sie in unserer Küche allesamt in einem Topf und dann bei uns auf dem Tisch. Dort waren Sie dann aber auch ganz schnell weg, denn bei diesem Essen muss man schnell sein, um genügend zu bekommen. Was es gab? Nun, das hier:

Makkaroni-Auflauf mit Käsesahne

aus dem Ofen. Inspiriert vom grandiosen Kochbuch „365 Rezepte aus der französischen Landküche“ von Stéphane Reynaud gab es bei uns den Pasta-aus-dem-Ofen-Klassiker in neuem Gewand.
Dazu habe ich erst einmal den 200 g Makkaroni (Maccheroni? Macaroni?) für 10 Minuten in Salzwasser gekocht. Währenddessen hobelte ich 200 g Comté Käse kleing und vermengte diesen mit 200 ml Sahne und 1 handvoll Basilikumblättern (in kleinen Stücken, ich nahm der Convenience halber TK-Ware). Die abgeschüttete Pasta kam dann zu 2/3 der Käse-Sahne-Mischung, wurde gründlich durchgemischt und mit Salz und Pfeffer gewürzt.
In einer gebutterten Auflaufform schichtete ich dann eine Lage Nudeln, die ich mit 4 Scheiben (sehr gutem!) Kochschinken belegte. Das gleiche wiederholte ich einmal und beendete die Schichterei mit Nudeln. Oben drauf verteilte ich dann noch das restliche Drittel der Käse-Basilikum-Sahne.



Die Auflaufform kam für 20 Minuten in den auf 160° C vorgeheizten Ofen und danach fix auf den Tisch, wo sie – wie oben bereits erwähnt – jedoch nicht lange blieb.
Fazit: ratzfatz gemacht, ordentlich lecker und daher ratzfatz verputzt.

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Speckige Mäntel stehen den tollsten Hühnern

Donnerstag, 16. August 2012 22:11

Liebe Andrea,

kurz bevor uns die angekündigte Hitzewelle – von weit über 30° C ist die Rede, und das in unseren Breiten! – zum gantäglichen Eis- oder Melonenverzehr zwingt, gab es noch schnell mal was Warmes zum Abendessen. Natürlich, Schnelligkeit ist relativ. Aber so richtig lange Vorbereitungszeit brauchte es nun auch wieder nicht für unser

Ricotta-Spinat-Huhn im Speckmantel

Zuerst kam frischer Spinat dran. Von dem hatte ich einen ganzen Sack gekauft. Nach dem portionsweisen Blanchieren in heißem Salzwasser blieb davon ein doch recht überschaubarer Rest übrig. Zu 125 g Ricotta gab ich drei, in einer Hand ausgepresste und kleingeschnittene Spinatbällchen, würzte ordentlich mit Muskat, Salz sowie Pfeffer und vermengte alles zu einer geschmeidigen Masse.

Beim Huhn hatte ich mir nur auf die Brüste konzentriert, drei an der Zahl. In diese schnitt ich längs mit dem Filiermesser je eine tiefe Tasche, in die ich daraufhin meine Ricotta-Mischung verteilte. Danach drückte ich die Brüste wieder vorsichtig in Form und umwickelte jede mit 2-3 Scheiben Serrano-Schinken. Für einen späteren Einsatz schnibbelte ich 1 Zwiebel in Würfel und 250 g braune Champignons in Scheiben.

In einer heißen Pfanne mit mäßig Olivenöl zum Braten bräunte ich die Brust-im-Speck-Pakete von allen Seiten ordentlich an und parkte sie dann in einer Reine im bereits auf 180° C vorgeheizten Backofen. Im Bratenfett wurden daraufhin mit 2 EL Butter und guter Hitze die Champignons nun etwas brauner, dazu kam dann noch die gewürfelte Zwiebel. Nachdem auch die Zwiebelstückchen glasig wurden, löschte ich alles mit 300 ml Hühnerbrühe (Instant, kräftig angerührt) ab und ließ die Flüssigkeit etwas einköcheln. Dann gab ich den Pfanneninhalt zu den Hühnerbrüsten in den Ofen, nach 20 Minuten wendete ich das Fleisch einmal. Während der verbleibenden 10 Minuten kochte ich die Tagliatelle al dente, die sich schon auf die leckere Bratensauce freuten.



Groß war auch die Freude bei uns, als alles auf dem Teller parat lag. So können sich Hühner gerne häufiger in Schale werfen!

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Convenience? Nein, danke. (1)

Mittwoch, 11. Januar 2012 20:42

Lieber Christoph,

zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich in letzter Zeit öfters auf Fertigprodukte zurückgegriffen habe. Die Lust aufs Kochen – vor allem aufs tägliche – wollte sich nur langsam einstellen und es ist ja so bequem, einfach etwas in den Backofen zu werfen …

Besonders angetan hatten es uns die Bistro Baguettes à la provençale von Dr. Oetker. Nun ist es aber an der Zeit, wieder feine Dinge selber zu machen. Für

überbackene Baguettes

habe ich eine Bio-Baguettestange in sechs Hälften geschnitten. Baguettebrötchen gehen auch. Für den Belag schnitt ich zwei Scheiben gekochten Schinken in feine Stücke und eine Handvoll Schnittlauch in kleine Röllchen. 3 EL geriebener Gouda und 2 EL geriebener Pecorino kamen dazu, ebenso 1 Becher saure Sahne (Herr Oetker sieht Schmelzkäse vor, aber der war nicht im Haus. Der Käse, nicht der Herr Oetker). Das ganze mit Salz und Pfeffer ein wenig gewürzt und schon ging’s ab in den Ofen.


Bei 200 °C (Umluft) habe ich die Baguettes für ca. 12 Minuten gebacken. Heraus kamen schmackhafte Brötchen, die wesentlich krosser als ihr Vorbild aus der Tiefkühltruhe waren. Zusammen mit einem leckeren Salat ergaben sie ein feines kleines Abendessen.

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Pizza, wunderbar!

Donnerstag, 13. Januar 2011 22:31

Lieber Christoph,

was für Dich die Pasta ist, wird für uns allmählich die Pizza: Ein italienischer Klassiker, der schnell gemacht ist und der jedesmal aufs Neue für große Ohs und andächtige Ahs sorgt.

Mit Hefe stand ich lange Zeit auf Kriegsfuß. Nicht nur ich, auch mein Gatte selig; es lag wohl in der Familie. Heute kann ich nicht mehr zählen, wie oft wir versucht haben, aus Hefeteig etwas Gescheites herzustellen, sei es einen Hefezopf oder eben Pizza. Quark-Öl-Teig war dann die Krücke, die nie richtig gut schmeckte, und von dem einen mageren Versuch, Pizza aus total-gesund-Vollkornmehl herzustellen, spreche ich bis heute nicht gerne. Hefe ist eben ein ganz besonderes Zeug, und ich glaube, man muss sie auch ein bisschen lieb haben, damit sie das macht, was man von ihr möchte.

Für ein Backblech voll Pizzateig braucht man also die richtige mentale Einstellung, 500 g Mehl (ich benutze Typ 550, das nur minimal grober ist als das herkömmliche vom Typ 405), einen halben Würfel frische Hefe (die man ganz wunderbar im Tiefkühlfach bevorraten kann), 250 ml Wasser, ein wenig Zucker und einen Esslöffel Salz. Sonst nichts.

Ok, das stimmt nicht ganz. Was man bei der Zubereitung eines Hefeteigs nämlich vor allem anderen braucht, ist: Geduld.

Das Mehl wird mit dem Salz vermischt und die Hefe darf in dem Wasser, das mit dem bisschen Zucker angereichert ist, ein Bad nehmen. Dieses darf allerdings nicht mehr als handwarm sein, denn wenn es zu heiß ist, geht die Hefe über den Jordan und wenn es zu kalt ist, geht sie später einfach nicht auf. Mit der geringsten Hitzestufe auf meinem Herd habe ich gute Erfahrungen gemacht. Der Zucker nährt die Hefe und sorgt so dafür, dass sie sich in ihrem Bad noch ein wenig besser fühlt.

Wenn der halbe Würfel komplett aufgelöst ist, rührt man das Ganze einmal kräftig mit dem Schneebesen durch und gibt die Flüssigkeit zu dem gesalzten Mehl. Dort darf der Hefebrei erst einmal ein wenig vor sich hingären (was keine größere Schweinerei ist, wenn man den Teig in der Küchenmaschine zubereitet). Erst, wenn die Hefeflüssigkeit nach einer guten halben Stunde die eine oder andere Blase geworfen hat, vermischt man sie gründlich mit dem Mehl. Und knetet. Und knetet. Und knetet. Von Hand ist das vielleicht ein wenig anstrengend, aber jede Minute Kneten lohnt sich, versprochen.

Ist der Teig dann glatt und nicht mehr klebrig, muss er – genau! – ruhen. Das gerne über zwei Stunden oder noch länger. Man kann den Teig z.B. in eine Schüssel geben und ein feuchtes Tuch darauf legen, damit er nicht austrocknet. Oder ihn am Vorabend zubereiten und in einer Plastiktüte fest verschlossen im Kühlschrank aufbewahren. Dann allerdings sollte er vor der Weiterverarbeitung die Chance bekommen, auf Zimmertemperatur zu erwärmen und noch ein wenig zu gehen.



Wenn alles optimal gelaufen ist, hat der Teig sein Volumen mindestens verdoppelt.

Auf einer bemehlten Fläche wird der Teig nun ausgerollt, zwischendurch mit den Händen gezogen, wieder gerollt und dann passend aufs Backblech gelegt, wo er sich wiederum ein wenig ausruhen darf, bevor die Zutaten aufgelegt werden. Ob man nun Dosentomaten oder frische Tomaten, ordentlich gekochte Tomatensauce, nur gewürzte passierte Tomaten oder etwas ganz anderes auf den Teig gibt (Crème fraȋche z.B. verträgt sich wunderbar mit Lachs), ob man italienischen Schinken, feine Salami, diverse angedünstete Gemüse, Eier, Thunfisch, Anchovis und/oder Kapern wählt, bleibt ganz dem eigenen Geschmack überlassen.

Wichtig ist nur, dass man den Backofen auf die größtmögliche Hitze aufheizt und erst dann, wenn er das Maximum erreicht hat (Optimum: Über 250 Grad), das Backblech für zehn bis allerhöchstens 15 Minuten auf mittlerer Schiene in den Ofen gibt. Und die Pizza nicht aus den Augen lässt, denn schon eine halbe Minute zuviel kann in einer braunverbrannten Katastrophe enden.

Das Ergebnis: Oh! und Ah! und Lecker! Und, wenn man genau hinschaut: Ein perfekt gebackener Hefeteig. Ich hab‘ sie lieb, die olle Hefe.

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