Tag-Archiv für » weiße Bohnen «

Etwas Hervorragendes zum Aufwärmen

Sonntag, 3. Mai 2020 17:19

Liebe Andrea,

Das Schöne am frühen Frühling ist, dass immer mal wieder noch ein kühlerer Tag vor der Tür steht. Schön? Nun, man muss nicht zwanghaft dem Drang nach draußen nachgeben, sondern kann ganz ohne schlechtes Gewissen einen Wochenend-Tag auf dem Sofa verlümmeln, in Rezeptbüchern stöbern oder es sich zum Bingewatching bequem machen.

Auch das ein oder andere Rezept, das man im Winter unbedingt ausprobieren oder nochmals kochen wollte, kommt so doch noch zum Zuge, bevor die Tage lang und heiß werden. Mein

Lammeintopf mit Couscous

ist so ein Kandidat. Und wie bei fast allen Schmorgerichten gilt auch hier: Nicht nur ideal, um sich damit aufzuwärmen, sondern noch leckerer nach dem erneuten Aufwärmen.

Beim türkischen Supermarkt meines Vertrauens erstand ich 600 g Lammfleisch, hauptsächlich Schulter und ein wenig Hals. Das Fleisch schnitt ich in grobe Würfel und ließ es in einem Bräter mit Olivenöl portionsweise bei starker Hitze Farbe annehmen. Das Fleisch nahm ich heraus, lagerte es zwischen, entsorgte das Bratfett, gab zuerst frisches Olivenöl in den Bräter und dann, grob kleingeschnitten, 2 Karotten, 2 Zwiebeln, 2 Stangen Sellerie, 1 rote Paprika, sowie 12 Pfefferkörner und 3 Knoblauchzehen (nur leicht angedrückt).

Nachdem alles bei reduzierterer Hitze ordentlich „angeschmurgelt“ war, rührte ich 1 EL Tomatenmark und vier Scheiben von 1 Bio-Zitrone dazu, würzte mit 2 Lorbeerblättern, 1 EL Paprika edelsüß, 1 EL Ras el Hanout sowie 1 EL Koriandersamen (gemörsert), legte das Fleisch obenauf und goss 750 ml Hühnerbrühe an. Abschließend legte ich noch 1/2 Bund Blattpetersilie nebst Stängeln obendrauf.

Bei geschlossenem Deckel und auf minimale Hitze reduziert konnte nun alles in aller Ruhe vor sich hinblubbern. Nach 1,5 Stunden gab ich 1 Zucchini in groben Stücken sowie 300 g weiße Bohnen aus der Dose dazu (Kichererbsen anstatt Bohnen sind an dieser Stelle auch eine gute Wahl). Nach einer weiteren halben Stunde Kochzeit entfernte ich die Petersilie, fischte den übrigen Inhalt mit einer Schaumkelle heraus und stellte diesen im Ofen bei 80° C warm.

Während ich die Flüssigkeit im Bräter bei großer Hitze reduzierte setzte ich 1 Becher Bulgur (extra fein) mit der 1,5-fachen Menge Salzwasser auf und lies ihn nach einmaligem Aufkochen bei kleiner Hitze quellen. Über den eigentlich geplanten Couscous hatten sich die Mehlmotten hergemacht, aber der feine Bulgur als Ersatz war perfekt. 1 EL Butter, mit einer Gabel untergehoben und aufgelockert machten den Bulgur dann schön geschmeidig und servierfertig für den nun wieder vereinigten Lammtopf (feste Inhaltsstoffe und reduzierte Flüssigkeit). Das war das Aufwärmen Teil 1. Das Aufwärmen am Tag 2 (immer noch durchwachsenes Frühlingswetter) war umso schmackhafter.

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Pasta mit Flötentönen – Pasta, meine Pasta (43)

Samstag, 4. Januar 2020 12:06

Liebe Andrea,

mit bassem Erstauen habe ich feststellen müssen, dass ich Dir von einem regelmässig bei uns auf dem Tisch stehenden Pastagericht noch kein einizges Wörtchen vormonologisiert habe. Das ändert sich nun. Denn die

Nudeln mit weißen Bohnen

sind nicht nur schnell zubereitet, sondern auch zu lecker, um sie in einer dunklen Rezeptekladde der Öffentlichkeit vorzuenthalten.

Am liebsten nehme ich für dieses Gericht die wunderbaren Casarecci-Nudeln. Die sehen nicht nur chic aus, die schmecken auch richtig gut. Einziges Problem: diese Pastasorte ist nicht an jeder Ecke erhältlich. Hier bewährt sich, vor allem beim spontanen Kochen, eine vorausschauende Vorratshaltung.

Während ich das gesalzene Nudelwasser aufsetzte, schnitt ich 120 g Speck in Stifte, würfelte 1 kleine Zwiebel und schnitt 1 Knoblauchzehe klein. Nachdem ich den Speck in ca. 2 EL Olivenöl bei hoher Hitze rundherum angebraten hatte, reduzierte ich die Temperatur und gab unter Rühren erst die Zwiebelwürfel und kurz danach den Knoblauch dazu. Es folgten 400 g Cannellini-Bohnen aus der Dose (Abtropfgewicht 240 g), die ich vorher abgegossen und abgespült hatte.

Die nicht ganz al dente gekochten Nudeln schöpfte ich in die Pfanne, gab noch 2 Kellen Pastawasser dazu und würzte den Pfanneninhalt mit 1 TL Instant-Hühnerbrühe sowie 1 EL getrocknetem Salbei. Unter Rühren alles bei moderater Hitze miteinander vermengen lassen, und das war’s dann schon auch. Schnell und lecker auf dem Teller – so liebe ich meine Pasta!

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Dem Herbst eins auslöffeln (Suppe 19)

Dienstag, 24. Oktober 2017 14:20

Liebe Andrea,

nach einem fast schon hochsommerlichen Sonnenwetter mitten im Oktober passen sich die Außentemperaturen langsam wieder der gefühlten Normalität an. Endlich, mag man sagen. Denn damit wandern nach langer Warterei wieder all jene Speisen auf den Tisch, für die Herbst und Winter doch erst erfunden wurden.
Als einer dieser essbaren Aufwärmer hat sich bei uns die

Bohnensuppe mit Salcsiccia-Wurst

durchaus bewährt. Schöner Nebeneffekt dabei: Diesmal habe ich auf weiße Bohnen aus dem Glas zurückgegriffen. Damit war der Suppenschmaus im Handumdrehen fertig.

Zuerst habe ich 100 g Räucherspeck kleingewürfelt und zusammen mit 1 Zwiebel, geviertelt und in halbe Ringe geschnitten, und Salsiccia-Würsten in einem Topf bei mittlerer Hitze mit etwas Olivenöl sanft angeschwitzt. Pro Person hatte ich eine Salsiccia eingeplant und die Wurst vor dem Anschwitzen mehrmals mit einer Gabel eingestochen.
Dann füllte ich den Inhalt von einem 200 g Glas weiße Bohnen in den Topf und goss 1 l Fleischbrühe an. Für die Brühe hatte mich eines Fertigwürfels „Fette Brühe“ bedient.

Nachdem ich mit einem Holzlöffel die Röststoffe vom Topfboden gelöst und damit der Brühe zugeführt hatte gab ich noch 2 Blätter Wirsing und 2 Rippen Fenchelknolle, beides jeweils in dünne Streifen geschnitten, in den Topf liess alles knapp 20 Minuten sanft ohne Deckel köcheln.



Die fertige Suppe verteilte ich auf Teller, streute frisch gehackte Petersilie sowie frisch geriebenen Parmesan darüber und würzte mit schwarzem Pfeffer. Das wärmende Süppchen, serviert mit ein paar Scheiben Graubrot, ist immer wieder ein Highlight, wenn sich das Wetter draußen von seiner herbstlichsten Seite zeigt.

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Pures Glück mit weißen Bohnen

Mittwoch, 29. März 2017 9:09

Liebe Andrea,

zum Glücklichsein gehören ja meist zwei Komponenten. Bei mir ebneten das endlich frühlingswarme Sonnenwetter und einmal mehr ein Artikel auf der von mir sehr geschätzten Seite vom Splendido Magazin den Weg Richtung Glück. Und mit dem

Bohnen-Brot-Salat

stand eine wunderbare Speise auf dem Gartentisch, die in der nächsten Zeit sicher noch den einen oder anderen Einsatz zum Aperitif haben wird.
Wenn man vom Job nach Hause kommt und die letzten Sonnenstrahlen im Garten genießen mag kommt es quasi auf jede Minute an. Umso hilfreicher ist die überschaubare Zubereitung des schmackigen Snack-Salats mit Bohnen und Brot.

So man die weißen Bohnen nicht selbst zubereitet, kann man – so wie ich diesmal – auch auf qualitativ hochwertige Fertigware aus dem Glas zurückgreifen.
 Die bereits vorgegarten 250 g weiße Bohnen habe ich kurz abgespült, abtropfen lassen und mit ca. 2 EL weißem Balsamico-Essig in einer Schüssel vermengt.

Danach bereitete ich Brot-Croutons im Ofen zu. Die Brotwürfel hatte ich vor dem Ofengang (200° C Umluft, 10 Minuten) mit Olivenöl, 5 Salbeiblättern (kleingeschnitten) und 1 Knoblauchzehe (kleinstgeschnitten) gewürzt.



Die knusprigen Brotwürfel mischte ich mit den weißen Bohnen, goss ordentlich bestes Olivenöl und sparsamer dunklen Balsamico-Essig darüber, gab 1/2 rote Zwiebel in dünne Ringe geschnitten dazu und schmeckte final mit Meersalz und schwarzem Pfeffer ab. Dazu braucht es noch ein freies Plätzchen in der Abendsonne und ein kühles Glas Weißwein. Fertig ist das bohnenbasierte Glücksgefühl am Feierabend.

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Hülsenfrüchte mit langem Atem

Montag, 2. Februar 2015 15:34

Liebe Andrea,

ein richtiger Wintertag am Wochenende ist doch was schönes: Es ist kalt draußen, die Nacht über hat’s geschneit, nun graupelt es, der Kaminofen leistet treu seine wärmenden Dienste, das Buch liegt lesebereit auf dem Söfchen und die über Nacht eingeweichten Bohnen blubbern vor sich hin. Und blubbern. Und blubbern. Knappe drei Stunden brauchte es, bis die Bohnen für meine neue Variante der

Weiße-Bohnen-Suppe

endlich klein beigaben und sich endlich erweichten, einen verzehrtauglichen Aggregatzustand anzunehmen. Nun, denn: Gut Ding erfordert beizeiten die dafür notwendige Weile und auch einen langen Atem…

Aber es stand ja sonst nicht allzu viel auf Tagesprogramm und 2-Do-Liste, noch nicht einmal das für den winterlichen Bohnengenuss sonst obligate Spazierengehen.
Nachdem meine 500 g weiße Bohnen in einem ausreichend großen Topf in ausreichend Wasser die Nacht über vor sich hingequellt waren, schüttete ich das Quellwasser ab und setzte die Bohnen mit frischem Wasser auf. Während sich das Wasser erhitzte schälte ich 2 Karotten, 2 Petersilienwurzeln und 2 Zwiebeln, 1/4 Knollensellerie, 4 Kartoffeln und gab diese zusammen mit 2 Selleriestangen, 2 Lorbeerblättern, 100 g Räucherspeck, 1 Speckschwarte sowie je 1 TL Thymian, Majoran und Salbei zu den Bohnen. Das Gemüse teilte ich grob, die Kartoffeln würfelte ich auf Bohnengröße. Im Laufe der folgenden Stunden schüttete ich immer wieder Wasser nach, wenn sich die Flüssigkeit allzu sehr reduziert hatte.

Nachdem die Bohnen dann endlich weichgekocht waren, nahm ich die restlichen Gemüse aus dem Topf und gab eine neue Gemüse-Garnitur hinein. Die Garnitur bestand aus 150 g gewürfeltem Speck und – fein- wie kleingeschnitten – 2 Karotten, 2 Selleriestangen und 1 roten Zwiebel, die ich allesamt mit ausreichend Olivenöl in einer Pfanne angeschwitzt und um eine handvoll kleingehackter Petersilie ergänzt hatte. Für noch mehr geschmacklichen Tiefgang sorgten 4 Frankfurter Rindswürste, die ich vor dem Garziehen in der Suppe in Stücke schnitt. Finale Würze kam aus mit einer Prise Meersalz und aus der Chili- und Pfeffermühle .



Am Ende der Suppe hatte dann auch der Tag sein Ende erreicht. Und somit fand ein chilliger Tag seinen geschmacklich wohl duftenden Abschluss. Mit knusprigem Baguette und der Erkenntnis, dass der Winter auch für Stubenhocker seine schönen Seiten haben kann.

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