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Scharf auf Tafelspitz

Donnerstag, 21. Januar 2021 18:37

Liebe Andrea,

in manchen Regionen wird es ganzjährig verspeist, für mich ist es tendenziell eher ein schönes, wärmendes Winteressen. Das Schöne am

Tafelspitz

ist aber auch, dass er eine großartige Fleischbrühe liefert und auch aufgrund des recht oppulenten Grund-Fleischeinsatzes noch die Grundlage für das ein oder andere Folgegericht liefert.

Für meinen Tafelspitz habe ich endlich mal wieder den ganz großen Kochtopf aus dem Küchenschrank geholt, viel Wasser mit ausreichend Salz aufgekocht und die knapp 2,5 kg Ochsenbrust ohne großartiges vorheriges Parieren 10 Minuten blanchiert.

Nachdem ich das Kochwasser abgegossen hatte, habe ich den Topf, diesmal mit dem Fleisch drin, erneut mit kaltem Wasser gefüllt. Als Beilage gab ich 500 g Karotten, 4 Stangen Staudensellerie, 3 Zwiebeln, allesamt grob kleingeschnitten, 3 Lorbeerblätter, 4 Nelken, 10 schwarze Pfefferkörner sowie 1 TL getrockneten Thymian, 1 EL Meersalz und 1 TL Zucker mit ins Wasser.

Nach einem ersten Aufwallen der Flüssigkeit drosselte ich die Temperatur auf kleinste Stufe, so dass der Topfinhalt nun sanft vor sich simmerte. Die folgenden knapp 3 Stunden kann man mit anderen Dingen verbringen.

Zum Beispiel mit dem Reiben von frischem Meerrettich. Dazu habe ich mir zunächst eine dicke Jacke, Schal und Mütze angezogen und bin mit einer scharfen Reibe sowie 1 frischen Meerrettichwurzel ins Freie gegangen. Wer einmal in geschlossenen Räumen Meerrettich frisch gerieben hat, weiß frische Luft zu schätzen, in der sich die ätherischen Meerrettich-Öle verflüchtigen können, ohne allzuviel Atemnot oder tränende Augen zu verursachen. Von der geschälten Meerrettichwurzel habe ich dann ein knapp 10 cm langes Stück kleingerieben.

Zurück in der in der Küche liess ich für die Sauce zum Tafelspitz 40 g Butter in einem Topf schmelzen und gab ca. 2/3 des geriebenen Meerrettichs dazu. Kurz danach löschte ich mit 1 großen Kelle Rinderbouillon (das hoch-schmackhafte Nebenprodukt des Tafelspitz-Kochens) ab und goss weitere 250 ml Sahne hinterher. Ich kochte die Flüssigkeit auf und liess sie reduzieren. Mit etwas Apfelsaft goss ich weitere Flüssigkeit an, um die Sauce nicht zu dickflüssig werden zu lassen. Final schmeckte ich die Saucce mit etwas frischen Zitronensaft, Salz und etwas Meerrettich ab. Den restlichen Meerrettich servierte ich nebenher, so daß jeder Mitesser den für sich erträglichen Schärfegrad der Sauce am Tisch nachjustieren konnte.


Das Fleisch des Tafeslpitz hatte ich gegen die Faser in Scheiben geschnitten und servierte diese nebst der Sauce mit klassischen Salzkartoffeln. Ein wahrer (Winter-)Schmaus.

Ein Teil des übriggebliebene Fleisches landete zwei Tage später neben kleinst gewürfelter Karotte und hauchdünnen Lauchscheiben in Würfelform als Suppeneinlage in der Bouillon. Weitere zwei Tage später gab’s asiatischen Rindfleischsalat mit Glasnudeln, Koriander und Chili. Und den Rest habe ich eingefroren.

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Glückwünsche mit Fisch

Sonntag, 26. Oktober 2014 19:11

Lieber Christoph,

bevor ich uns ganz herzlich zu unserem dreihundertsten Artikel gratuliere, ein wenig Statistik.

Seit März 2010 haben wir also tatsächlich 300 Artikel auf die Beine gestellt. In der Zeit haben wir sage und schreibe 61 Mal analog gekocht (quasi einmal pro Monat) und über 104.000 Menschen haben unsere Seite besucht. Ist das nicht einfach nur wunderbar? So lange kann man ja gar nicht Hände schütteln.

Zur Feier des Tages gingen wir zurück zu den Anfängen und nahmen als Anregung ein Rezept aus einer Kochzeitschrift daher, die wir schon für unsere erste – sehr misslungene – Analogie genutzt hatten. Damals hatten wir uns geschworen, nie wieder nach dieser Zeitschrift zu kochen. Allerdings haben wir ja inzwischen gelernt, dass man sich nicht genau an Rezepte halten muss und so wurde

Seelachs mit Kartoffel-Meerrettich-Gratin

zu einer sehr schmackhaften Angelegenheit.

Zu Anfang habe ich das Gratin vorbereitet. Ca. 600 g Kartoffeln habe ich geschält und auf dem Gemüsehobel (ein Gerät, das ich mit höchstem Respekt benutze, seit ich mir damit einmal den halben Daumen aufsäbelte …) in feinste Scheiben gehobelt. Diese Scheiben habe ich in einer Mischung aus 200 ml Milch und 200 ml Sahne, die ich mit Salz und Pfeffer sowie 4 TL Meerrettich aus dem Glas verrührt hatte, für ca. zehn Minuten erst einmal im Topf vorgekocht. Dann gab ich die ganze Chose in eine ofenfeste Form und buk sie im auf 220 °C vorgeheizten Ofen für ca. 40 Minuten auf der mittleren Schiene.

Zeit, den Fisch vorzubereiten. 8 schmale Filets Seelachs (TK-Ware) hatte ich vorher aufgetaut. Ich gab die Filets in eine Reine und rieb sie mit der abgeriebenen Schale von 1 Bio-Zitrone ein. Dann gab ich darauf Salz und Pfeffer dazu sowie einige Zweiglein Dill, die ich noch etwas gehackt hatte. Die letzte Massage erfolgte dann mit einigen Tropfen Olivenöl pro Filet.

Gute zehn Minuten vor Ende der Backzeit des Gratins – das bräunte oben schon fein – stellte ich die Fisch-Reine auf einem Rost auf die obere Schiene des Backofens und drehte die Temperatur auf 180 °C herunter.


Kurz darauf konnten wir das Mahl genießen. Und nun ist doch genug Zeit, um stundenlang Hände zu schütteln. Herzlichen Glückwunsch zur Dreihundert!

 

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