Beitrags-Archiv für die Kategory 'Analoge Küche'

Marokkanischer Riad im Elsässer Fachwerkhaus

Donnerstag, 3. Dezember 2015 21:31

Liebe Andrea,

der Blick in andere Kochtöpfe bzw. Kochblogs bringt doch immer wieder überraschend schöne Dinge zutage. So war es letztens ein Beitrag von Claudio del Principe auf dem Blog Anonyme Köche, der meine Vorstellungskraft nachhaltig aktivierte und mich dazu animierte, dich für eine Küchen-Analogie des dort vorgestellten

Hühnereintopf, marokkanische Art

zu gewinnen. Der Original-Post von Claudio und dessen wunderbare Beschreibung dazu ist hier zu finden. Aber zurück zu unserem analogen Nachbau, Teil Christoph.

In der hintersten Ecke meines Kellers schlummerte ein bereits mehrfach mit umgezoger, doch bislang nie genutzter Tontopf. Ursprünglich hatte ich den einmal bei einem Elsass-Besuch für den heimischen Nachbau eines Baeckeoeffe erstanden, das Original-Rezept lag auch noch im Topf. Aber nun musste der Topf bei seiner Premiere für ein Gericht aus einem ganz anderen Kulturkreis herhalten (ein bisschen erinnerte mich das an ein schon einige Jahre zurückliegendes Länderspiel der Tschechischen Republik gegen die Türkei, bei dem die übersetzen Texte der Nationalhymnen eingeblendet wurden; wer mag kann sich DAS mal ergooglen!).

Zuerst einmal musste jedoch mein konventioneller Bräter ran, denn die Hähnerunterschenkel sollten rundherum bei sanfter Hitze angebraten werden. Hähnerunterschenkel! Das Schweizer Küchenlatein von Claudio hält mit Pouletkeulen eine akustisch weitaus aromatischere Bezeichnung parat. Nun denn.

Während des Rundherumanbratens schälte ich Karotten, Kartoffeln und 2 Zwiebeln und schnitt diese in grobe Stücke. Das mischte ich, ebenfalls grob geteilt, 3 Selleriestangen. Alles schichtete ich in den Tontopf und verteilte 2 Handvoll schwarze Oliven sowie die ungeschälten Zehen einer Knoblauchknolle sowie 3 Lorbeerblätter darauf. Die mittlerweile gebräunten Hühnerkeulen verteilte ich auf dem Gemüse.

Derweil löschte ich den Bratensatz im Bräter mit 1 Glas Weißwein ab, gab 400 ml Hühnerfond sowie 800 ml Hühnerbrühe dazu und ließ alles einmal aufwallen. Zur Würze gab ich 1 TL Kurkuma, 1 TL rosenscharfen Paprika, 1 TL gemahlenen Kreuzkümmel, 1 Döschen Safranfäden und 1 Stück Ingwer, in kleine Würfel geschnitten, dazu. Die Flüssigkeit goss ich über die Hühnerkeulen in den Tontopf, legte noch 1 Bund Petersilie darüber und schob den Topf mit Deckel in den auf 180° C vorgeheizten Ofen. Dort blieb der Bräter dann für die folgenden zwei Stunden.

Vor Ende der Garzeit bereitete ich einen Topf Bulgur mit Hühnerbrühe vor und deckte den Tisch, auf dem dann der komplette Topf landete, damit alle beim Lüften des Deckels olfaktorisch daran teilhaben dürfen. Es war bombastisch!



Und da ausreichend Bulgur vorhanden war, kam auch die flüssige, hocharomatische Sauce nach Verspeisen der Festbestandteile vollends auf ihre Kosten. Allein den 1 EL Harissa, der im Originalrezept mit in den Topf landet, habe ich aufgrund minderjähriger Mitesser außen vorgelassen und die Tube mit der Würzpaste zum individuellen Nachwürzen mit auf den Tisch gelegt.

Und dann war da noch etwas, was mir spontan fehlte und beim nächsten Mal mit in den Topf wandern wird: Getrocknete Aprikosen, die würden sicher ganz wunderbar mit in dieses großartige Geschmacks-Potpourri passen.

To be continued…

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Etwas Französisches nur für SIE (von Andrea für C.)

Dienstag, 3. November 2015 17:41

Lieber Christoph,

ich habe dir ja neulich davon erzählt, dass eine liebe Freundin für ihren Liebsten einen Adventskalender vorbereitet hat, hinter dessen Türchen Rezepte aus unserem feinen, kleinen Blog versteckt sind, die die beiden dann im Dezember nachkochen wollen. So eine schöne Idee.

Für den Fall, dass sie noch ein 25. Türchen aufmachen möchte, wollte ich ein

Schweinekarree

zubereiten, scheiterte beim Metzger meines Vertrauens allerdings daran, dass man ein Stück, das die karree-typischen Knochen aufweist, vorbestellen muss. Also kaufte ich einfach 4 Halskoteletts am Stück, Gesamtgewicht ca. 1,3 kg.

Das Fleisch habe ich in Butterschmalz und Olivenöl auf allen Seiten ordentlich angebraten und danach mit Salz und Pfeffer gewürzt. Dann habe ich es in eine Reine bei ca. 180 °C in den Backofen gegeben.

Nach ca. 15 Minuten gab ich die Scheiben von 4 Karotten und 4 Schalotten dazu, sowie 1 geviertelte Knolle frischen Knoblauchs. Etwas später gab ich noch 1 Sträußchen Thymian dazu und außerdem noch ca. 150 ml Wasser. Ca. 300 g geräucherter Bauchspeck kamen auch noch dazu; diesen hatte ich zuvor in dicke Scheiben geschnitten.

Ca. 300 g  geschälte und geviertelte Kartoffeln habe ich durch eine Mischung aus Olivenöl, Fleur de Sel und etwas Thymian gezogen und auch noch in die Reine gegeben.

Dann hieß es warten, den Duft genießen und ab und an etwas von der entstandenen Flüssigkeit über den Braten geben.



Ca. 1,5 Stunden später hatten wir ein sensationelles Gericht auf dem Teller, ohne Schnickschnack, einfach zuzubereiten und so wunderbar lecker.

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Etwas Französisches nur für SIE (von Christoph für C.)

Dienstag, 3. November 2015 17:41

Liebe Andrea, 

als Du mir von dem Projekt Deiner Freundin erzählt hast, mit unseren Rezepten einen Adventskalender zu bestücken, habe ich mich riesig gefreut. Wie lecker ist das denn?! Einmal mehr zeigt sich da, dass Liebe durch den Magen geht!

Für das besondere Rezept hatten wir uns ja schnell auf ein analoges Schweinekarree geeinigt. Da das angepeilte Schweinekarree auch hier an einer Vorbestellung scheiterte, landete bei mir mit dem

Schweinebraten mit Schmorgemüse und Kartoffelpüree

eine mehr als passable Alternative im Ofen. Für den Braten habe ich ein Stück mit knapp 500 g Schweinekamm ausgewählt, dessen Struktur schön durchwachsen und somit ordentlich saftig war.

Nachdem ich 100 ml Olivenöl in meinem Bräter erhitzt hatte, habe ich das (ungewürzte!) Fleisch von allen Seiten ordentlich angebraten. Danach stellte ich das Fleisch mit Deckel in den auf 150° C vorgeheizten Ofen. Alle 15 Minuten übergoss das Fleischstück mit dem heißen Olivenöl. Nach insgesamt 1 Stunde Garzeit gab ich 2 Karotten, gedrittelt, und 1 dicke Scheibe Räucherspeck, ebenfalls in 3 Teile geschnitten, sowie 4 Schalotten und 1/2 Bund Thymian in den Topf. Ich ließ den Deckel weg, schaltete den Ofen auf 180° C und ließ alles so für die nächsten 75 Minuten – nicht ohne das Fleisch jedoch hin und wieder mit Braten-Olivenöl-Saft zu benetzen und die anderen Zutaten im Bratensatz zu wenden.

Ich nutzte die Wartezeit und bereitete aus 2 Teilen Kartoffeln und 1 Teil Sellerie ein Kartoffelpüree zu. Nach 10 Minuten Kartoffelzeit gab ich die in Würfel geschnittenen Sellerieknollen-Stücke mit ins gesalzene Kochwasser, presste alles zusammen nach Ende der Garzeit durch und rührte 1 ordentliches Stück Butter sowie ausreichend Milch unter. Final schmeckte ich mit das Püree mit ein wenig Salz und Muskat ab.




Mittlerweile war der Braten gar und zart. Zusammen mit dem Schmorgemüse und dem Kartoffelpüree lag dann ein wundervoll duftender und schweineleckerer Braten auf dem Teller. Und beim nächsten Mal werde ich noch ein paar Apfelschnitze zusammen mit dem Gemüse in den Bräter werfen – das apfelige Süß-Sauer wird geschmacklich noch einen Tacken mehr zu diesem wunderbaren Gericht beisteuern.

 

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Schrankenwärter auf Probe

Sonntag, 18. Oktober 2015 10:23

Liebe Andrea,

endlich geht es in unserer Analogen Küche mal wieder richtig um die Wurst. Für die einen stellt sie ein nahezu tägliches Grundnahrungsmittel dar, für andere ist sie ein wahres Werk des Teufels: Die Currywurst.

Mit allzu vielen gesundheitlich wertvollen Aspekten kann dieses Gericht – trotz seiner „vitaminreichen“ Inhaltsstoffe, F, E, und T2 – nicht wirklich punkten, sprengt ihr Kaloriengehalt doch locker das Tagespunkte-Konto jedes Weight Watcher-Speiseplans. Aber hin und wieder braucht auch die Seele mal etwas Futter. Und getreu dem Motto „Mein Körper ist kein Tempel, sondern ein Freudenhaus“ kann auch ich mich einer guten

Currywurst mit Pommes und Mayo

beizeiten nicht verwehren. Eine gute Currywurst lasse ich mir auch gerne einfach mit einer Scheibe (gutem) Graubrot schmecken, aber die rot-weiße Schranke ist nun einmal ein echter Klassiker. So stand nun einmal mehr so ein Ding auf unserem Analogen Speiseplan, das man sonst nur auswärts zu sich nimmt.

Allein schon zur Sauce kann man Trilliarden unterschiedlicher Zubereitungen ergooglen. Aber so gern ich die fruchtige Schärfe auch mag: Zutaten wie Mango, Ananas und Ingwer waren in der Ur-Curry-Suppe der Nachkriegszeit wohl eher nicht drin. Und da ich erst einmal „original“ starten wollte, führte mich meine Currysaucen-Premiere zu einer eher bodenständigen Zubereitungsart ohne viel Schnick und großartigen Schnack.

Für die Tomatenbasis der Sauce wählte ich 500 ml passierte Bio-Tomaten. Diese kochte ich mit 2 EL Rotweinessig, 4 EL Waldhonig und 1 TL Hühnerbrühe (instant) auf. Zur weiteren Würze gab ich 1 EL Worcester Sauce, 1 EL rosenscharfen Paprika sowie drei Spitzer Tabasco Sauce hinzu.

Während alles die nächsten 45 Minuten bei kleinster Flamme vor sich hinblubberte, bereitete ich aus 1 Eigelb, 1 TL Senf, 1 TL Weißweinessig, 1 Prise Salz und ca. 200 ml Sonnenblumenöl eine Mayonnaise, schälte und teilte Kartoffeln in Stifte und wässerte diese für 15 Minuten. Die trockengetupften Pommes frittierte ich in zwei Schritten in heißem Pflanzenöl – und endlich einmal gelangen mir die krossen Kartoffelstifte, die ich mit Meersalz würzte!



Bei der Wurstware hatte ich mich für Thüringer Würstchen entschieden – die kann man auch mal mit Senf genießen. Meine Würste hingegen schnitt ich nach dem gar brutzeln in der Pfanne schräg in Stücke, legte dieses Stückwerk in eine artgerechte Schale, gab erst die Tomatensauce und dann ordentlich Curry-Pulver darüber.

Am Ende stand die Erkenntnis im Küchenraum, dass man an der Frittenbude seines Vertrauens schneller ans Essen kommt. Aber das wäre ja viel zu einfach. Und nicht unbedingt leckerer!

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Exkursion ins Ruhrgebiet

Sonntag, 18. Oktober 2015 10:23

Lieber Christoph,

schon 1982 hat Herbert Grönemeyer auf seiner großartigen LP „Total egal“ ein Loblieb auf die Currywurst gesungen, natürlich im allerfeinsten Ruhrpott-Slang.

Ich liebe das Lied, ich liebe

Currywurst mit frischen Pommes

also, ran an die Kochlöffel! Aus gut zehn von über 80.ooo Links mit dem Suchbegriff „die beste currywurst“ habe ich mir das passende zusammengesucht.

Zuerst habe ich 3 Schalotten in allerfeinste Würfel atomisiert und 2 Knoblauchzehen fein gehackt. Die Zwiebelwürfel ließ ich bei geringer Hitze in einer Pfanne mit etwas Olivenöl glasig dünsten, bevor ich den Knoblauch dazugab. Dann wanderten noch feinste Würfel von 1 geschälten roten Paprika dazu.

Danach habe ich den Inhalt von 1 Dose Tomatenmark (140 g) mit 140 ml Orangensaft und 140 ml Wasser verrührt. 1 Dose passierte Tomaten kam noch dazu. In diese Mischung gab ich einen ganzen Haufen Gewürze: je 1/2 TL Kreuzkümmel, Koriander und rosenscharfen Paprika, 1 TL Kurkuma und 1 gehäuften TL edelsüßen Paprika. Schließlich noch 1 EL Zucker, einen Schuss Essig und Salz und Pfeffer.

Die Sauce ließ ich bei geringer Hitze etwas einkochen.

Anschließend habe ich ca. 1 kg möglichst gleich große Kartoffeln geschält und in möglichst gleich große Stäbchen geschnitten. Diese habe ich dann für etwa fünf Minuten in Salzwasser vorgekocht. Während die Kartoffeln danach im Sieb ordentlich abtropften habe ich 3 Grillwürste in einer Mischung aus etwas Butter und etwas Distelöl auf beiden Seiten goldbraun gebraten.

Zuletzt waren dann wieder die handgeschnitzen Pommes dran, die ich in ca. 2 Liter Distelöl in mehreren Etappen ausbuk. Leider sind sie nicht knusprig geworden, dabei hatte ich zu einer vorwiegend festkochenden Sorte gegriffen. Lecker waren sie trotzdem. Die Sauce schmeckte ich final noch mit etwas fertigem Currypulver ab.



Nachdem meine Küche dann endgültig wie eine Pommesbude in Bochum-Dahlhausen roch, habe ich die Wurst nebst Sauce und Pommes angerichtet. Ein bisschen scharf, ein bisschen fruchtig, ein bisschen säuerlich, kurzum: Großartig!

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Herbst auf dem Teller (Suppe, 15)

Montag, 5. Oktober 2015 19:56

Lieber Christoph,

wenn draußen der Herbst Einzug hält, braucht man drinnen umso mehr etwas, das einem Herz und Seele wärmt. Wie gut, dass mir diverse Rezepte für

Kartoffelsuppe mit Steinpilzen

über den Weg liefen, denn so konnte ich mir aus verschiedenen Anregungen eine eigene Kreation zusammenstricken, deren Zubereitung wirklich im Handumdrehen vonstatten ging.

Zunächst habe ich 20 g getrocknete Steinpilze in ausreichend Wasser eingeweicht und zwar für ca. eine Stunde.

Dann habe ich 1 Kilo Kartoffeln geschält, gewürfelt und in Salzwasser gekocht.

Die Steinpilze habe ich abtropfen lassen (bitte nicht das Einweichwasser wegschütten!) und in grobe Stücke geschnitten. Zusammen mit Würfeln von 1 kleinen Schalotte habe ich sie dann in etwas Walnussöl in einer Pfanne gebraten. Ein paar Blättchen frischer Majoran kamen noch dazu und natürlich auch Salz und Pfeffer. Das restliche Majorangebüsch habe ich zu den kochenden Kartoffeln gegeben, so dass es sein Aroma ans Kochwasser abgeben konnte.

Als die Kartoffeln gar waren, habe ich sie abgeschüttet und mit dem Einweichwasser der Pilze kleingestampft. Da mein Pürierstab leider über den Jordan gegangen ist, habe ich ca. die Hälfte der gestampften Kartoffeln durch ein Haarsieb gegeben, um das Ganze etwas feiner und glatter zu gestalten. Da das Pilzwasser für eine suppige Konsistenz nicht ganz reichte, habe ich noch ca. 150 ml Gemüsebrühe dazugegeben.

Zuletzt gab ich einen Schuss Sahne (Veganer mögen eine entsprechende Alternative benutzen) dazu und verrührte alles ordentlich mit einem Schneebesen.



Die fertige Suppe garnierte ich mit den gebratenen Steinpilzen und gab noch ein paar Tropfen Walnussöl obenauf.

Einfach, schmackhaft und wärmend war die Suppe und damit ist sie ideal für Tage, an denen es draußen mal wieder fies ist.

 

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Shalalala, Jambalaya

Mittwoch, 22. Juli 2015 20:07

Lieber Christoph,

warst du schon einmal in Louisiana? Ich auch nicht. Müssen wir auch nicht, denn wir können uns die Cajun-Küche auch ganz einfach nach Hause holen, zum Beispiel in Form von

Jambalaya

Zu allererst habe ich eine Gewürzmischung aus gefühlt tausend Zutaten gebastelt:

3 TL edelsüßer Paprika, je 2 TL Oregano und Thymian, 1 TL Knoblauchpulver und je 1/2 TL rosenscharfer Paprika, Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel. Zum Schluss noch etwas frisch geriebene Muskatnuss. Das Ganze habe einmal durch meine Oldschool-Ex-Kaffee-jetzt-Gewürzmühle gejagt, so dass ein homogenes Pulver entstand.

Mangels Kaufmöglichkeit für Chorizo habe ich mir mit Aufschnitt von Paprikasalami geholfen, was wahrscheinlich nicht die beste Idee war, aber was will man machen. Die Streifen hiervon habe ich zunächst in etwas Olivenöl ausgebraten.

Während die Wurst so rumschwitzte, habe ich das Gemüse vorbereitet. 1 rote Paprikaschote habe ich geschält und in dünne Streifen geschnitten. 2 Stangen Staudensellerie habe ich in feine Würfel geschnitten (ich mag den prominenten Geschmack großer Stücke nicht so sehr) und 1 rote Zwiebel habe ich ebenfalls gewürfelt.

Die Zwiebel habe ich in der Pfanne, aus der ich die Wurst vorerst entfernt hatte, glasig gedünstet und noch 1 gepresste Knoblauchzehe dazugegeben. Das restliche Gemüse und die Wurststreifen kam dann dazu. 1 Hähnchenbrustfilet hatte ich schon am Vortag gewürfelt und angebraten, das wanderte ebenfalls in die Pfanne.

Schließlich habe ich 500 ml Gemüsebrühe angegossen, alles einmal ordentlich aufgekocht und dann 1 Tasse Reis und etwas mehr als die Hälfte der Gewürzmischung dazugegeben. Dann habe ich die Hitze auf Nur-etwas-blubbern reduziert und die Pfanne für ca. 15 Minuten ihrem Schicksal überlassen.

Für die letzten fünf Minuten Kochzeit gab ich dann noch 250 g Garnelen dazu, die nach kurzem Bad in der Menge auch schon gar waren.



Bevor die ganze Chose auf den Teller kam, habe ich noch mit etwas von der Gewürzmischung abgeschmeckt und schon konnte die Südstaaten-Schlemmerei losgehen.

Dieser Artikel ist meiner lieben Freundin Anja gewidmet. Sie weiß schon warum 🙂

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Geschmack, der auf der Zunge klingelt

Mittwoch, 22. Juli 2015 20:07

Liebe Andrea,

was in unseren Breiten mit Jamba beginnt, hört nicht selten mit nervigen Klingeltönen auf. Ganz anders Jambalaya aus der der Karibik bzw. der Cajun-Küche im Süden der USA. Das endet mit Fingerlecken und einem wohligen Sättigungsgefühl. Aber der Reihe nach.

Für unsere neueste Küchen-Analogie hatten wir uns eine

Jambalaya

ausgeschaut. Wikipedia, oberschlau wie immer, weiß, dass sich dieses Wort aus dem französischen Wort für Schinken (jambon) in Verbindung (à la) mit der westafrikanischen Bezeichnung für Reis (ya-ya, was auch sonst!?) zusammensetzt. Nun habe ich vorbereitend einige Rezepte durchstöbert, aber statt Schinken meist Chorizo oder der Südstaaten-Andouille als Ersatz-Zutat gefunden (diese Wurst enthält gegenüber der französischen Namensvetterin jedoch keinelei Innereien).

Chorizo ist hier ja schon schwer zu bekommen, aber die Sonderart der Andouille? Da war ich doch froh, bei unserm lokalen Food-Dealer ansprechende Chorizo-Würste zu finden.

Vorbereitend schnibbelte ich erst einmal 1 große Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 2 Stangen Sellerie sowie je 1 gelbe und grüne Paprika klein; die fest eingeplante rote Paprika aus dem Ampel-Mix hatte wohl am Abend vorher zuviel gesoffen und war leider entsprechend matschig.

In einem mit Olivenöl aufgeheizten Bräter ließ ich jedoch erst einmal 400 g Hühner-Oberkeulen Farbe annehmen. Die Hühnerteile hatte ich vorher noch längs geteilt mit Salz und Pfeffer eingerieben.

Nachdem das Huhn allseitig kross war, nahm ich es heraus und schüttete das Bratfett ab. In frischem Olivenöl dürften sich nun die Scheiben von 300 g Chorizo-Würsten bräunen und auslassen. Zu den Wurstscheiben gab ich dann das klein geschnittene Gemüse und schwitzte dies bei moderaterer Hitze an.

Als nächstes kamen 3 EL Tomatenmark hinzu, gefolgt von 350 g Langkornreis, der unter Rühren schön glasig werden durfte. Das alles löschte ich mit 400 g stückigen Dosentomaten sowie 750 ml Hühnerbrühe ab und ließ den Reis bei offenem Deckel, mittlerer Flamme und gelegentlichem Umrühren quellen. Nach ca. 20 Minuten gab ich die Hühnerstücke sowie 18 Gambas dazu, TK-Ware, die ich vorher in Wasser hatte auftauen lassen.



Ich ließ den Reis fertig garen, goss final 100 ml Orangensaft dazu und mischte 2 Tomaten, in Würfel geschnitten, darunter und mengte alles nochmals durch. Die Chorizo entpuppte ich als wahrer Glücksgriff; sie drückte dem Reisgericht mit ihrer rauchigen Note geschmacklich den Stempel auf und verleihte ihm Tiefe. Für individuelle Schärfe auf dem Teller stellte ich ein Fläschchen Tabasco bereit.

Und schon kurz danach tanzten mir wohlschmeckende Klänge um den Gaumen, während Willy de Ville mit seinem Südstaaten-Blues für eine perfekte akustische Untermalung sorgte, an die ein profaner Klingelton niemals heranreichen wird.

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Salat Nizza im Bayrischen Nizza – Da haben wir den Salat (10)

Mittwoch, 1. Juli 2015 9:16

Liebe Andrea,

laut Wikipedia hat Nizza, Stand 01.01.2012, 343.629 Einwohner. Annähernd ebensoviele Rezepte gibt es für den Salade Niçoise, hierzulande auch gerne Salat Nizza oder Nizzaer Salat genannt. Was kaum einer der knapp 300.000 Einwohner der französischen Mittelmeerstadt weiß: Meine derzeitige Heimstadt Aschaffenburg wird hierzulande gerne auch als das bayerische Nizza bezeichnet. Wieviele Rezepte des

Salade Niçoise

hier in der knapp 70.000 Einwohner zählenden Kleinstadt am bayerischen Untermain existieren, mag ich nun wirklich nicht abzuschätzen, aber: Tendenz weniger. Nun soll meine Küchenanalogie diesen Zähler um eins nach oben treiben. Schließlich ist der Nizzaer Salat so lecker, vielfältig und schnell gemacht, dass er perfekt in unser feines Blog passt und einer ausführlichen Beschreibung wert ist.

Für meine Version des provenzalischen Salats habe ich zunächst einmal 2 Romano-Salatherzen in passende Stücke gerupft, gewaschen und trockengeschleudert. Generell kann man sich beim Salat Niçoise – am besten vorher – entscheiden, ob man eine ganze Schüssel Salat zubereitet oder jeden Teller einzeln anrichtet. Ob der vielerlei Zutaten habe ich mich für die tellerweise Anrichtung entschieden.

Jeden Teller habe ich erst einmal mit einem ordentlichem, aber nicht zu großen Schwung Salatblätter gefüllt. Darauf habe ich dann je: 1 Tomate, in sechs Ecken geteilt, 1/3 hartgekochte Eier und anteilig den Inhalt von 1 Dose Thunfisch (in Öl eingelegt) verteilt. Darüber gab ich je 1 handvoll schwarzer Oliven, die in nicht zu dünne geschnittenen Ringe von 1 roten Zwiebel sowie anteilig 1/2 Salatgurke, die ich zuvor geschält, längs geteilt, mit einem Löffel von den Kernen entfernt und in Stücke geschnitten hatte (reichte für 3 Teller).  Zu guter letzt drapierte ich noch 3 Sardellenfilets (ebenfalls in Öl eingelegt) auf jedem Teller.



Das Thunfischöl sowie ein 1 TL Sardellenöl veklepperte ich mit 1 EL Rotweinessig und träufelte das Dressing mit einem Löffel über den angerichteten Salat. Zum Abschluss zerrupfte ich noch einer paar Blätter Basilikum und verteilte diese über den Salat, bevor ich alles mit Meersalz und schwarzem Pfeffer würzte.

Dazu passte dann – naturellement – knuspriges Baguette-Brot und kühler Rosé-Wein, um den fabelhaft lauen Sommerabend im bayerischen Nizza mit einem entsprechenden Salat so richtig genießen zu können.

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Voilà une tomate… Da haben wir den Salat (9)

Mittwoch, 1. Juli 2015 9:14

Lieber Christoph,

wenn der Sommer es wieder einmal besonders gut mit uns meint, ist es nicht angezeigt, in einer warmen Küche warme Gerichte zuzubereiten. Und da ein Urlaub in Südfrankreich leider nicht ansteht, muss eben ein Rezept aus der Gegend her.

In Erinnerung an unser altes Französischbuch „Cours Intensif“ fiel mir die

Salade Niçoise 

ein. Von Adverbien, Adjektiven und Akkusativpronomen weiß ich heute nicht mehr allzu viel, aber das Rezept für diesen Salat ist mir recht gut in Erinnerung geblieben.

1/2 Kopfsalat habe ich von den äußeren Blättern befreit und die übrigen recht unzerteilt gewaschen. Der Salat durfte in der Salatschleuder warten, während ich 1/2 Dose Thunfisch (ohne Öl, aber das ist Geschmackssache) mit 1/2 Teelöffel Oregano und ein paar Tropfen Olivenöl vermischte. 1/2 Fleischtomate habe ich von ihren Kernen befreit und in grobe Stücke geschnitten. Danach habe ich 1 rote Zwiebel geschält und ein Stück davon in feinste Scheibchen gehobelt. Der Rest – ein paar Oliven, 2 Sardellenfilets und 1 gekochtes Ei – brauchte keine weitere Vorbereitung.

Ich weiß noch ziemlich genau, dass im Buchrezept auch „haricots verts“, also grüne Bohnen, als Zutat angegeben wurden. Da ich aber leider keine Lust hatte, Bohnen zu kochen, habe ich einfach darauf verzichtet.

Als alles so weit fertig war, habe ich einen Teller mit einer Knoblauchzehe abgerieben und den Kopfsalat darauf drapiert. Und nach und nach die restlichen Zutaten hübsch verteilt. Auf die Tomaten und die Eierviertel gab ich noch etwas Salz und Pfeffer.

Schließlich goss ich eine feine kleine Citronette, aus dem Saft von 1/2 Zitrone und einem Schuss Olivenöl gut vermengt, über den Salat.



Feine Sache, schnell und lecker. Dann flott einen kühlen Platz in der Wohnung gesucht und die Gedanken an die Côte d’Azur gebeamt, wo sich jegliche Sommerhitze viel besser aushalten lässt als hier.

In diesem Sinne: Voilà une tomate. Tu la manges?

Mit schönen Grüßen an meine liebe Anna. Falls dich mal jemand nach dem Unterschied zwischen h muet und h aspiré fragt, darfst du mich gerne anrufen!  🙂

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