Tag-Archiv für » Risotto «

Reis in der Hauptrolle

Samstag, 13. Mai 2017 12:15

Liebe Andrea,

im Gegensatz zu Nudeln haben es Kartoffeln und Reis – zumindest bei uns – immer etwas schwerer, als Hauptgericht auf den Tisch zu kommen. Dabei war das erste Gericht, das ich als damals 6-jähriger kochte, mit Risi e bisi ein veritables Reisgericht. Und auch Paella, Arroz Marisco sowie die zahlreichen Risotto-Varianten zeigen, dass sich mit Reis so einiges machen lässt. Und auch zum heutigen Thema habe ich bereits eine Variante monologisiert. Zu meinem erneuten

Tomaten-Risotto

gab es diesmal zwar auch noch ein paniertes Schnitzel, der Star auf dem Teller jedoch war eindeutig der Reis.

Für das neue Tomaten-Risotto habe ich zuerst 400 ml Wasser aufgekocht, mit 1 EL Hühnerbrühe (Instant) verrührt und dann noch 300 ml passierte Tomaten dazugegeben.

Während die Brühe bei kleinster Flamme vor sich hinköchelte, erhitze ich in einem großen Topf bei mittlerer Hitze Olivenöl und schwitzte darin 2 Schalotten und 1 Knoblauchzehe an, die ich vorher kleingewürfelt hatte. Zu den glasigen Zwiebeln gab ich 1 Becher Rundkornreis und rührte den Topf-Inhalt ca. 1 Minute um.
Ich löschte alles mit 100 ml Weisswein ab und liess die Flüssigkeit fast vollständig verkochen. Dann gab ich die erste von einigen Suppenkellen Tomatenbrühe zum Reis. Immer dann, wenn – unter stetem Rühren natürlich – die Brühe nahezu verkocht bzw. aufgesogen war, sorgte ich suppenkellenweise für Nachschub. Zwischenzeitlich würzte ich den Reis mit 1 TL Thymian.

Die ganze Kocherei und Rührerei dauerte ca. 15 Minuten, dann wurde der Reis langsam schlotzig, das Innere der Reiskörner war noch leicht bissfest.
Nun rührte ich 1 Kugel Mozzarella (125 g, kleingewürfelt) sowie 100 g Parmesan (fein gerieben) unter den Reis und rührte weiter, bis alles eine homogene Konsistenz erreichte. Final mit Meersalz abgeschmeckt war der (oder das) Risotto auch schon fertig.



Die panierte Schnitzelbeilage (flachgeklopftes, doppelt paniertes und in reichlich Öl ausgebackenes Schnitzel) zum Risotto war nett, aber wirklich nicht notwendig und zeigte einmal mehr, dass es Reis durchaus öfter mal als Hauptgericht auf unseren Esstisch schaffen sollte.

Thema: Monologe Küche | Kommentare (1) | Autor:

Paprika, die glücklich macht

Montag, 2. Januar 2017 19:14

Liebe Andrea,

über die zahlreichen Feiertage und freien Tage zum Jahresende isst man in aller Regel nicht nur zu viel, sondern – jeder will halt was ganz Besonderes auftischen – ordentlich viel Fleisch. Als bekennender Flexitarier freue ich mich nach all dem – durchaus leckeren – Fleischgenuss auf jene Gerichte, die Gewissen, Seele und Körper gleichsam guttun.

Der von uns gleichermaßen geschätzte Claudio del Principe hat in seinem großartigen Buch Italien vegetarisch eine Vielzahl wohlschmeckender Alternativen zum Fleisch- und Fischverzehr. Ganz besonders angetan hat es mir die

Mit Risotto gefüllte Paprika

angetan, die nachweislich glücklich macht. Dazu habe ich erst einmal 1 rote Zwiebel kleinstgewürfelt und in einem Topf mit Olivenöl sanft angeschwitzt. Knapp 200 g Risotto-Reis gab in den Topf und rührte den Reis so lange umher, bis die Reiskörner rundherum glänzten. Nun goss ich, so wie es sich für ein ordentliches Risotto gehört, kellenweise heiße Gemüsebrühe dazu und liess diese unter stetem Rühren immer wieder vom Reis aufnehmen bzw. verkochen. Auf diese Weise brachte ich in knapp 20 Minuten 1/2 l Gemüsebrühe in den Topf ein.

Zu guter Letzt rührte ich noch 100 g frisch geriebenen Parmesan sowie 1/2 Bund Petersilie – frisch, glatt und feingehackt – unter den Reis.

Während der Reis auskühlte entdeckelte ich 3 rote Paprika, entfernte die Kerne und salzte die Paprika von innen mit ein wenig Meersalz. Dann füllte ich den Risotto-Reis in die Paprika-Hohlkörper setzte diese in eine geölte Auflaufform und legte den jeweils passenden Paprika-Deckel wieder obenauf.



Die Deckel der Paprika olivenölte ich noch ein wenig ein und schob die Auflaufform für knapp 40 Minuten in den auf 180° C vorgeheizten Ofen. Claudio sieht eine geringere Ofentemperatur vor, daher schwärzte sich die Haut meiner Paprika ein wenig – das jedoch mit voller Absicht. Denn unter der – nun geschwärzten und leicht entfernbaren – Paprikahaut entwickelt die Paprika eine wunderbare Süße. Und die macht mich, wie der Rest dieses schmackhaften Ofengerichtes, ganz einfach glücklich.

Thema: Monologe Küche | Kommentare (0) | Autor:

Risotto? Einfach mal machen!

Mittwoch, 25. November 2015 9:26

Liebe Andrea,

alle sagten, das geht nicht. Dann kam einer, der wußte das nicht. Und machte es einfach. Diese Weisheit könnte auch auf Risotto zutreffen. Was wird man an nahezu jeder Ecke mit Warnhinweisen über „Ständig Rühren“, „Aber nur in eine Richtung“, „Nur in Knochenmark anschwitzen“ und „Schwierig, schwierig“ davon abgehalten, sich einfach mal wieder ein einfaches und leckeres Reisgericht zuzubereiten!
Unser beiderseits geschätzter Claudio del Principe hat kürzlich in seinem Blog eine nicht nur einfache Vorgehensweise bei der Risotto-Zubereitung beschrieben – auch seine Grundzutaten zum

Tomaten-Risotto

waren übersichtlich genug, um sich nicht gleich wieder von irgendeiner irritierenden Kleinigkeit von der Zubereitung eines geschmackvollen Risottos abschrecken zu lassen.

Die Basis des Tomaten-Risottos à la Claudio ist eine gute Tomatensauce, eine Sauce, wie ich sie auch immer wieder gerne für Basis-Nudelgerichte zubereite. Zuerst wird 1 Zwiebel in feine Würfel geschnitten und mit Zeit und Olivenöl so lange sanft angeschwitzt, bis sie schön weich ist. Dann kommen passierte Tomaten dazu, der Doseninhalt wird nochmals mit Wasser gefüllt und mit in den Topf gegeben. Wenn überhaupt wird mit ein wenig Salz und Zucker gewürzt und der Sugo hernach für mindestens 1 Stunde bei kleiner Flamme vor sich hinblubbern lassen. Wenn fast sämtliche Flüssigkeit verkocht ist kommen 1 Karotte sowie 1 Selleriestange in kleinste Würfel geschnitten und zusammen mit knapp 1 Liter Wasser in den Topf. Alles bei kleiner Flamme simmern lassen und fertig ist die Basis-Brühe für den Risotto-Reis.

In einem anderen Topf habe ich Olivenöl erhitzt und darin 1 Becher Risotto-Reis glasig gerührt. Nun kommt das Procedere, das beim Risotto nun einmal unumgänglich ist: 1-2 Schöpflöffel Brühe zum Reis, ein wenig Rühren, Flüssigkeit einkochen, aufsaugen oder verdampfen lassen und wieder von vorne beginnen. Ständiges Rühren, zudem nur in eine Richtung ist Mumpitz und Hokuspokus, eine Mär, die einen viel zu oft vom Risotto-Kochen abhält.
Nach knapp 20 Minuten ist die komplette Brühe in den Reistopf rübergewandert und dort mit dem Reis zu einem Risotto verschmolzen.



Final abgeschmeckt habe ich mit ein wenig Meersalz, bevor ich 2 Stich großzügige Butter und 2 Handvoll frisch geriebenen Parmesankäse unter das Risotto rührte.
Das cremig-schlotzige Ergebnis harmonierte hervorragend mit gehacktem Basilikum und einmal mehr der Erkenntnis, dass die einfachen Dinge doch meist die besten sind.
Man muss sie einfach nur mal machen.

Thema: Monologe Küche | Kommentare (3) | Autor: