Big Hendl in Japan

Mittwoch, 3. Februar 2016 9:42

Liebe Andrea,

asiatische Wochen in der Monologen Küche! Eigentlich als Hauptgang zu meinen kürzlich vorgestellten vietnamesischen Frühlingsrollen gedacht, musste sich das

Japanische Backhähnchen

noch ein paar Tage gedulden. Dafür jedoch gebührte ihm am Kochtag dann die volle Aufmerksamkeit, ebenfalls am Tisch. Frittiert wird ja in der asiatischen und besonders in der japanischen Küche äußerst gerne, man denke nur an das ganze Tempura-Zeugs. Und so waberte auch diesmal wieder der Duft einer asiatischen Imbissbude durch unsere Wohnung.

Zuerst einmal habe ich 2 Hühnerbrust-Filets ohne Haut in Würfel bzw. ca. 2-3 cm große Stücke geschnitten und mariniert. Für die Marinade habe ich 2 EL Sojasauce, 1 EL Reisessig und 1 TL frisch geriebenen Ingwer verrührt, mit den Hühnerbruststücken vermischt und für knapp 30 Minuten kühl und abgedeckt ziehen lassen. Zum Reiben des Ingwers bewährte sich eine Coarse Grater Reibe von Microplane geradezu perfekt.

In der Zwischenzeit schlug ich 2 Eiweiß schaumig und rührte mit dem Schneebesen 2 EL Maisstärke, 1/4 TL Salz sowie 1 EL Ingwer, frisch gehackt, darunter.
Nachdem in einem breiten Topf Sonnenblumenöl auf Frittenöl-Temperatur aufgeheizt war, wendete ich die marinierten Hühnerstücke zuerst in einem Teller mit Maisstärke, tauchte sie in den Teig und gab sie in portionsweise ins heiße Öl. Man könnte das Gericht auch Ballonhähnchen nennen, so herrlich schön geht die das Hähnchen umschließende Kruste auf und wird lecker-knackig. Nach knapp 4-5 Minuten sind die Hühnerballons fertiggegart.



Zu guter Letzt frittierte ich noch ein paar Paprikarauten, für die ich je 1/2 rote, grüne und gelbe Paprika entsprechend in Form geschnitten hatte; die Rauten sind nach knapp 30 Sekunden gar.
Zum japanischen Backhendl gab’s den bewährten Ofenreis sowie Sojasauce. Das Hühnchenfleisch bleibt unter der knusprigen Panade herrlich saftig und schmeckt dank der Marinade dermassen gut, dass man vor lauter Freude geradezu Schlitzaugen bekommt.

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Frühling in Vietnam

Dienstag, 2. Februar 2016 13:03

Liebe Andrea,

asiatische Köstlichkeiten scheinen immer ratz-ratz zu gehen, total gesund zu sein und überhaupt irrsinnig gut zu sein – zumindest die mainstreamigeren Angebote.
Ein Grund mehr also, mal zu schauen ob sich die fixe Asia-Küche nicht auch à la minute am heimischen Herd realisieren lässt.
Und ja: Schnell gekocht wird in Asien vieles. Allein vor die finale Zubereitung in Wok & Co. haben die asiatischen Küchengötter eine Vielzahl kleinerer Schnibbeleien gesetzt. So wird der Schnellimbiss dann doch zu einer zeitintensiveren Variante. Vom Beschaffen allerlei Kostbarkeiten unter den Zutaten ganz zu schweigen. So suchte ich mir für meine asiatische Versuchsküche auch erst einmal Rezepte mit Dingen heraus, die auch unser örtlicher Lebensmittel-Dealer im Angebot hat. Und dann stand meinen

Vietnamesischen Frühlingsrollen mit süß-saurer Sauce

auch nix mehr im Wege. Schritt eins in meinem asiatischen Küchen-Versuchslabor war die Herstellung der süß-sauren Sauce. Dazu schnitt ich 1 rote Chili-Schote, 1 grüne Chili-Schote, 2 Knoblauchzehen sowie 1 Zwiebel in sehr kleine Würfel und schwitzte diese in 3 EL Erdnussöl sanft an. Nach ca. 5 Minuten gab ich 3 EL Zucker dazu und liess diesen karamellisieren. Den hellbraunen Karamell löschte ich mit 150 ml Orangensaft ab. Die finale Würze besorgten 2 EL Reisessig sowie 1 EL Sojasauce. Die erkaltete Sauce hatte wahrlich einen recht authentischen typischen süß-sauren Geschmack – und auch die eigentlich ordentlich scharfen Chilis zeigten sich im Endergebnis als durchaus genießbar.

Bevor ich mich ans Rollen der Frühlingsrollen machen durfte, galt es, erst einmal die einzelnen Füllstoffe in Form zu bringen: 2 Karotten schälte ich und schnitte sie danach erst längs in Scheiben, dann in Streifen, dann in Stücke. 1 Hühnerbrust schnitt ich in kleinst möglich Würfel, ebenso 1 handvoll Garnelen. Des weiteren teilte ich 1 Bund Frühlingszwiebeln schräg in Ringe und schnitt 25 g Mu-Err-Pilze klein. Die getrockneten Pilze, die von Farbe und Konsistenz an alte Fensterleder erinnern, hatte ich vorher in heißem Wasser eingeweicht. Ebenfalls ein heißen Wasserbad hatte ich 1 Ballen Reisnudeln verabreicht, die ich nach dem Einweichen abschüttete und grob kleinschnitt. 1 Zwiebel würfelte ich kleine, ganz ungeschnitten beliess ich den Inhalt von 1 Schale Mungo-Bohnen-Sprossen.
Hühnerbrust, Garnelen und Frühligszwiebeln würzte ich in einer Schüssel mit 1 TL Salz, 1 TL Zucker sowie 1/2 TL Pfeffer, gab 1 Ei dazu und knetete alles ordentlich durch. Dann gab ich die restlichen Zutaten dazu und vermengte alles zu einer einigermassen homogenen Masse.

Die Reisblätter tauchte ich einzeln in ein Schüssel mit handwarmem Wasser und legte die Blätter auf ein angefeuchtetes Küchentuch auf der Arbeitsfläche. Im unteren Drittel eines jeden Reisblattes platzierte ich ein wenig Füllstoff und faltete die Reisblätter wiefolgt; Zuerst schlug ich das untere Ende über die Füllung und zog diese sanft fest zurück. Dann faltete ich die beiden Seitenränder zur Mitte in und rollte das Reiseblatt zur Rolle auf. Die fertigen Rollen lagerte ich auf einer Platte zwischen.



Dann endlich kam Action: In einem großen Topf erhitze ich dann 1 l Sonnenblumenöl und gab die Rollen in Vierergruppen in das heiße Öl. Die Garzeit beträgt ca. 5-10 Minuten, das Öl sollte heiß, aber nicht zu heiß sein. Die Reisblatt-Rollen nehmen leicht Farbe an und werden – idealerweise – schön knusprig. Die fertig gegarten Frühlingsrollen hielt ich – auch zum Abtropfen – auf einer Reine im auf 100° C vorgeheizten Ofen warm.
Zum Servieren der vietnamesischen Frühlingsrollen reichte ich Blätter von Chinakohl und Romana-Salat. Mit den Blätter lassen die Rollen gut greifen, in die Sauce tunken und gemeinsam aus der Hand genießen. Fazit: Die „35 süß-sauer“ beim professionellen Asiaten wäre sicher mit weniger Aufwand erhältlich gewesen. Geschmeckt hat das alles jedoch erstaunlich fernöstlich. Und gut.

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Herrn Grün’s Gratin ganz ohne Grün

Donnerstag, 28. Januar 2016 9:44

Liebe Andrea, im Blog des von uns sehr geschätzten Herrn Grün tauchte letztens ein kleines feines Rezept für einen kleines, feines Gratin auf, an dessen Duplizieren ich mich umgehend machen musste. Vor allem, da wir gerade sämtliche Zutaten für das

Karotffel-Kohlrabi-Gratin

in der Vorratskammer griffbereit hatten. Im Gegensatz zu „meinem“ Kartoffel-Gratin wird diese Variante flüssiger zubereitet, was bei ausreichend Kartoffeln zum in-die-Sauce-knatschen aber auch durchaus gut und lecker ist.

Neben 1 Kohlrabi-Knolle schälte ich die ca. doppelte Menge Kartoffeln und schnitt alles in 3 mm dicke Scheiben. Die Kohlrabi-Knolle halbierte ich vorher.

In einer gebutterten Auflaufform schichtete ich Kartoffeln und Kohlrabi abwechselnd horizontal übereinander und übergoss diesen Stapel mit einer Mischung aus 200 ml Sahne, 100 ml Milch und 200 ml Gemüsebrühe. Vorher hatte ich 1 Zwiebel gewürfelt, in einem Topf mit Butter sanft angeschwitzt und mit der Sahne, Milch und Brühe abgelöscht. Während die Flüssigkeit einmal kurz aufwallte würzte ich diese mit Muskatblüte, Muskatnuss (gerieben), 1 Knoblauchzehe (gepresst) und weißem Pfeffer (gestreut). Die Muskatblüte hat ein ordentlich intensives, erdiges Aroma, das nicht jedem mundet; daher dosiere ich die Macis beim Kochen immer sehr bescheiden.



Die übergossene Kartoffel-Kohlrabi-Schichtung schob ich für ca. 45 Minuten in den auf 200° C vorgeheizten Ofen. Da ich Käse auch sonst nicht zum Gratin nehme, schlug ich Herrn Grüns Vorschlag in den Wind, den Gratin für die letzten 10 Minuten mit Gouda zu bestreuen und mit diesem zu überbacken (die Grün’sche Petersilie fehlte bei meiner Version ebenfalls).
Wir bereits eingangs erwähnt: Diese Gratin-Variante ist um einiges flüssiger als mein pures Kartoffel-Gratin mit Sahne und Milch, aber durchaus eine brauchbare und fleischlose Alternative für ein lecker Mittag- oder Abendessen.

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ROPL – Roll on plate, lecker!

Donnerstag, 21. Januar 2016 12:25

Liebe Andrea,

Kalbfleisch an sich ist ja schon etwas ganz feines – die Wiener wissen ihr Schnitzel-Lied davon zu singen. Aber wenn man das zarte Kalbfleisch nochmals verfeinert, landen statt einem leckeren Schnitzel auch mal

Involtini alla milanese

auf dem Teller. So kürzlich bei uns geschehen. Zugegeben: Die gerollten Varianten vom Kalbsschnitzel machen ein wenig mehr Aufwand als das pure Schnitzel, aber am Ende zählt der großartige Geschmack.

Für die Füllung der Involtini habe ich von 3 kleinen Bratwürsten (fränkischer Herkunft) das Brät aus der Wurstpelle in eine Schüssel gedrückt. Dazu gab ich 2 Eigelb, frisch geriebenen Parmesan (1 Handvoll), 3 Stengel Petersilie (glatt, feingehackt) und würzte alles vor dem Verkneten mit schwarzem Pfeffer aus der Mühle. Im Vergleich zum Milaneser Originalrezept verzichtete ich lediglich auf die Beigabe kleingeschnittener Hühnerleber.

Die 4 Kalbsschnitzel waren mir ein wenig zu dick geschnitten, sodass ich diesen erst noch mit einem Plattiereisen zu Leibe rücken musste.

Nach dem Fertigklopfen habe das Fleisch mit der Brätmischung bestrichen, zusammengerollt, mit je 1 Salbeiblatt belegt und mit Streifen von Pancetta umwickelt. Auch wenn ich es zuerst nicht glauben wollte: Das Fixieren der Rouladen mit je einem Holzspießchen hat spätestens dann Sinn, wenn das Fleisch in der Pfanne brät und sich die Fasern dehnen möchten.

Die fertig gewickelten Fleischrollen habe ich dünn mehliert und bei mittlerer Hitze in einem Bräter rundherum angebraten. Nach dem Anbraten habe ich alles mit 1 Glas Weißwein abgelöscht und etwas einkochen lassen. Es folgten 1/4 l fette Brühe und der Deckel, unter dem die Involtini dann die nächsten 20 Minuten bei kleiner Hitze vor sich hinschmurgelten. Nach der Hälfte der Schmurgelzeit wendete ich die Kalbsrouladen und gab 5 kleingeschnittene Salbeiblätter in die Sauce.



Nach dem Garen stellte ich die Involtini warm und reduzierte die Flüssigkeit bei hoher Hitze bis zur gewünschten Konsistenz. Hervorragend passten dazu Bratkartoffeln – aus vom Vortag gekochten Kartoffeln – mit dem restlichen Pancetta in Stücken sowie Lauchgemüse mit Sahnesauce.

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Ein Hauch vom Rinderfilet

Montag, 11. Januar 2016 12:37

Liebe Andrea,

ein gutes Stück Fleisch ist mir schon mal die Sünde und den ein oder anderen Blog-Beitrag wert. Um gar nicht so viel Fleisch geht es beim Carpaccio, wird dies doch in aller Regel hauchdünn geschnitten und in nahezu homöopathischen Dosen gereicht.
Was mich lange vom Carpaccio daheim abhielt, war die Sorge, das Rinderfilet nicht dünn genug geschnitten zu bekommen. Mittlerweile gibt es im Fachhandel jedoch bestes südamerikanisches Filet, das schon fertig geschnitten auf den Teller kommt. So musste ich für mein

Rinder-Carpaccio

lediglich die von mir geschätzten Zutaten ergänzen. Und fertig war die veritable Vorspeise, für die man nun nicht mehr zwingend die örtliche Gastronomie aufsuchen muss.

Die Portion mit 80 g Rinderfilet in Scheiben habe ich auf einen Teller gelegt und bei Zimmertemperatur auftauen lassen. Zwischenzeitlich habe ich 1 Stange Sellerie in hauchdünne Ringe geschnitten und über dem Carpaccio verteilt. Auf der Mitte des Tellers drappiete ich 1 Handvoll Rucola, den ich vorher kleingeschnitten hatte. Zum flächendeckenden Würzen presste ich 1 halbe Zitrone über Fleisch und Salat und träufelte in mehreren feinen Bahnen bestes Olivenöl darüber.



Abschließend würzte ich noch mit schwarzem Pfeffer und hobelte mit einer groben Reibe ausreichend Parmesan über die Portion. Dazu noch die passenden Grissini und ein Glas Rotwein – so startet man ganz geschmeidig in eine geschmackvolle „Notte Italiana“.

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Kochen für Drückeberger

Dienstag, 5. Januar 2016 22:51

Liebe Andrea,

an dieser Stelle erst nochmal ein hoch-offizielles, inner-bloggerisches HAPPY NEW YEAR und nur die besten Wünsche für ein neues, geschmacklich abwechslungsreiches Jahr in unserer Analogen Küche!

In einer immer hektischer werdenden Zeit, die vielen viel zu oft die Lust und Laune am Kochen nimmt, stelle ich an dieser Stelle einmal mehr ein schnelles Mahl aus der Monologen Küche vor, das jedem Fertigprodukt schlichtweg die Show stiehlt – und jedem Drückeberger vor’m Selberkochen einmal mehr den Respekt vor einer eingeschalteten Herdplatte nehmen soll. Zudem wird dieser

Kartoffel-Karotten-Stampf

bei uns in der mittlerweile (mindestens) dritten Generation gepflegt und erfreut nach wie vor kleine und große Genießer.

Die Zutatenliste ist übersichtlich: Man nehme ein paar Kartoffeln und etwas weniger Karotten, schäle und schneide diese in grobe Stücke und koche diese in Salzwasser gar. Das dauert je nach Größe der Stücke 15 bis 20 Minuten.

Nach dem Abgießen habe ich die Gemüsewürfel zurück in den Topf gegeben und mit dem Gemüsestampfer grob bearbeitet. So, dass durchaus noch Bröckchen sichtbar bleiben. Geschmeidig wird die Masse durch einen ordentlichen Stich Butter sowie ausreichend Milch. Nur: Zu flüssig soll die ganze Chose auch nicht werden.



Final abgeschmeckt habe ich mit Salz, Pfeffer und Muskat. Dann wurde noch einmal umgerührt, der Stampf auf die Teller geschaufelt und einfach genossen.
Will man’s vegetarisch halten passt ein Salat dazu, in der carnivoren-freundlichen Variante sind Bratwürstchen die perfekte Ergänzung.

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Stückwerk mit Sellerie – Da haben wir den Salat (13)

Donnerstag, 31. Dezember 2015 15:16

Liebe Andrea,

inspiriert vom Altmeister der deutschen Kochbuch-Literatur, Wolfram Siebeck, habe ich mich letztens an die Resteverwertung unseres Gemüsefaches begeben. Dort schlummerte noch eine veritable Sellerieknolle, für die ich nach dem x-ten Kartoffel-Sellerie-Püree und der soundsovielten Gemüsebrühe so gar keine Verwendung zu haben schien (sicher: Es gibt noch die Schnitzel-Variante, Rohkost und vieles mehr). Aber bei Herrn Siebeck wurde ich fündig. So landete zum ersten und sicher nicht letzten Male der

Sellerie-Salat mit Walnüssen

auf unserem Esstisch. Die Zubereitung des Salates setzt eine herrenlose Sellerieknolle voraus und ist schnell gemacht.

Dazu habe ich 1 Sellerieknolle in dicke Scheiben geschnitten, von dem erdig-runzeligen Rand befreit und dann in längliche, kleine Stücke geschnitten. Die Sellerie-Stücke garte ich für ca. 10 Minuten in Salzwasser, das ich mit dem Saft von 1 Zitrone aromatisiert hatte. Die Sellerie al dente goss ich in ein Sieb, schreckte sie mit kaltem Wasser ab und liess sie abtropfen.

Für die Vinaigrette schnitt ich 2 Schalotten in feinste Würfel, gab 3 EL Sherry-Essig dazu, würzte mit ein wenig Zucker, Salz sowie frisch gemahlenem Pfeffer und gab 5 Walnusskerne dazu, die ich vorher mit einem großen Messer in kleine Stücke geteilt hatte. Dann rührte ich mit dem Schneebesen so lange Walnussöl unter, bis die Vinaigrette eine geschmeidige Konsistent bekam und zu saure Essignoten getilgt waren.



Die getrockneten Selleriestücke wendete ich mit einem Löffel so lange in der Vinaigrette, bis sich alle Zutaten gut miteinander angefreundet hatten. Die Portionen auf dem Teller würzte ich noch mit frisch gehackter Petersilie. Dazu passte frisches Baguette und einmal mehr die Erkenntnis, dass die großen Freuden oftmals in den kleinen Dingen liegen.

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Tonangebendes Huhn

Donnerstag, 3. Dezember 2015 21:33

Lieber Christoph,

zuweilen lünkern wir ja gerne mal in die schönen Blogs aus unserer Blogroll, und so war dir diesmal ein Artikel von Claudio aufgefallen, den du dringend analog nachkochen wolltest. Daher gab es

Huhn aus irgendwo in Nordafrika

Bevor es losgehen konnte, habe ich dem eigens zu diesem Zweck von meiner lieben Schwester ausgeliehenen Römertopf ein Bad in meiner Wanne gegönnt, auf dass er im Ofen nicht zerplatze.

Die Vorbereitung der Zutaten war höchst einfach: Ca. 1 Kilo kleine Kartöffelchen mit Schale habe ich gewaschen und dann geviertelt. 5 mittelgroße Karotten habe ich geschält und dann in dickere Scheiben geschnitten. 2 große Schalotten habe ich ebenfalls geschält und geviertelt und dann noch 3 Knoblauchknollen (die ohne einzelne Zehen) geschält.

Das alles gab ich auf den Boden des Römertopfes. Dazu noch eine Handvoll schwarzer Oliven.

Sodann habe ich 12 Hähnchenunterkeulen in einer Mischung aus etwas Butterschmalz und Olivenöl angebraten, so dass sie ein bisschen Farbe annehmen konnten. Den entstandenen Bratensatz löschte ich mit 150 ml Weißwein und 1 l Gemüsebrühe ab.

Dann ging’s ans Würzen. In den Sud gab ich: 1 EL Paprika (rosenscharf), je 1 gestr. TL Kreuzkümmel und Kurkuma, 1 daumengroßes Stück Ingwer und 2 Lorbeerblätter. Damit wir alle nicht an der Schärfe versterben, habe ich entgegen Claudios Rezept nur 1/4 TL Harissa dazugegeben. 1/4 Bund glatte Petersilie kam ebenfalls noch dazu.

Die Keulen, die natürlich mit Salz und Pfeffer gewürzt wurden, habe ich dann auf die Gemüsemischung drapiert und zuletzt die Sauce darübergegeben.



Dann kam der Teil, den ich am meisten mag: Essen im vorgeheizten Ofen einfach vergessen, in diesem Fall für gute drei Stunden (zwei davon bei 180 °C, die letzte bei 100 °C).

Als mir während der Wartezeit ein wenig langweilig wurde, habe ich noch Couscous zubereitet. Dafür habe ich 1,5 Tassen Couscous mit 3 Tassen kochendem Wasser übergossen und quellen lassen. Dann habe 1/2 Gurke geschält, entkernt und gewürftelt, mit 1/2 Paprikaschote (rot) das selbe gemacht, ein weiteres 1/4 Bund glatte Petersilie gehackt und alles mit einem Dressing aus 5 EL Olivenöl, 2 EL Tomatenmark und 1 EL Zitronensaft vermischt und zum Ziehenlassen in den Kühlschrank gestellt.

Als die drei Stunden endlich vorbei waren, waren nicht nur unsere Teller zum Bersten gefüllt, sondern auch unsere Mägen. Danke, lieber Claudio.

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Marokkanischer Riad im Elsässer Fachwerkhaus

Donnerstag, 3. Dezember 2015 21:31

Liebe Andrea,

der Blick in andere Kochtöpfe bzw. Kochblogs bringt doch immer wieder überraschend schöne Dinge zutage. So war es letztens ein Beitrag von Claudio del Principe auf dem Blog Anonyme Köche, der meine Vorstellungskraft nachhaltig aktivierte und mich dazu animierte, dich für eine Küchen-Analogie des dort vorgestellten

Hühnereintopf, marokkanische Art

zu gewinnen. Der Original-Post von Claudio und dessen wunderbare Beschreibung dazu ist hier zu finden. Aber zurück zu unserem analogen Nachbau, Teil Christoph.

In der hintersten Ecke meines Kellers schlummerte ein bereits mehrfach mit umgezoger, doch bislang nie genutzter Tontopf. Ursprünglich hatte ich den einmal bei einem Elsass-Besuch für den heimischen Nachbau eines Baeckeoeffe erstanden, das Original-Rezept lag auch noch im Topf. Aber nun musste der Topf bei seiner Premiere für ein Gericht aus einem ganz anderen Kulturkreis herhalten (ein bisschen erinnerte mich das an ein schon einige Jahre zurückliegendes Länderspiel der Tschechischen Republik gegen die Türkei, bei dem die übersetzen Texte der Nationalhymnen eingeblendet wurden; wer mag kann sich DAS mal ergooglen!).

Zuerst einmal musste jedoch mein konventioneller Bräter ran, denn die Hähnerunterschenkel sollten rundherum bei sanfter Hitze angebraten werden. Hähnerunterschenkel! Das Schweizer Küchenlatein von Claudio hält mit Pouletkeulen eine akustisch weitaus aromatischere Bezeichnung parat. Nun denn.

Während des Rundherumanbratens schälte ich Karotten, Kartoffeln und 2 Zwiebeln und schnitt diese in grobe Stücke. Das mischte ich, ebenfalls grob geteilt, 3 Selleriestangen. Alles schichtete ich in den Tontopf und verteilte 2 Handvoll schwarze Oliven sowie die ungeschälten Zehen einer Knoblauchknolle sowie 3 Lorbeerblätter darauf. Die mittlerweile gebräunten Hühnerkeulen verteilte ich auf dem Gemüse.

Derweil löschte ich den Bratensatz im Bräter mit 1 Glas Weißwein ab, gab 400 ml Hühnerfond sowie 800 ml Hühnerbrühe dazu und ließ alles einmal aufwallen. Zur Würze gab ich 1 TL Kurkuma, 1 TL rosenscharfen Paprika, 1 TL gemahlenen Kreuzkümmel, 1 Döschen Safranfäden und 1 Stück Ingwer, in kleine Würfel geschnitten, dazu. Die Flüssigkeit goss ich über die Hühnerkeulen in den Tontopf, legte noch 1 Bund Petersilie darüber und schob den Topf mit Deckel in den auf 180° C vorgeheizten Ofen. Dort blieb der Bräter dann für die folgenden zwei Stunden.

Vor Ende der Garzeit bereitete ich einen Topf Bulgur mit Hühnerbrühe vor und deckte den Tisch, auf dem dann der komplette Topf landete, damit alle beim Lüften des Deckels olfaktorisch daran teilhaben dürfen. Es war bombastisch!



Und da ausreichend Bulgur vorhanden war, kam auch die flüssige, hocharomatische Sauce nach Verspeisen der Festbestandteile vollends auf ihre Kosten. Allein den 1 EL Harissa, der im Originalrezept mit in den Topf landet, habe ich aufgrund minderjähriger Mitesser außen vorgelassen und die Tube mit der Würzpaste zum individuellen Nachwürzen mit auf den Tisch gelegt.

Und dann war da noch etwas, was mir spontan fehlte und beim nächsten Mal mit in den Topf wandern wird: Getrocknete Aprikosen, die würden sicher ganz wunderbar mit in dieses großartige Geschmacks-Potpourri passen.

To be continued…

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Kokosnuss trifft Hühnchen (Suppe, 16)

Samstag, 28. November 2015 11:27

Liebe Andrea,

einmal habe ich mich an einen (bei uns modernen) Klassiker gewagt und im Nachhinein festgestellt, dass auch woanders nur mir Wasser gekocht wird. Oder mit Kokosmilch. denn das ist die hauptsächliche Basis mit der sich eine

Thailändische Hühnersuppe

herstellen lässt. Die vom Experten gern auch Tom Ka Gai genannte Suppenmahlzeit ist fix gemacht und nachhaltig lecker. Und wie bei vielen anderen Gerichten östlich von unseren Kochtöpfen besteht der größte Arbeitsaufwand im Vorschnibbeln der einzelnen Zutaten.

Für meine Suppen-Exkursion habe ich die meisten Zutaten im Asia-Laden erstanden. Lediglich die anfangs von mir noch eingeplante Zwiebel musste außen vor bleiben, auch wenn nahezu jeder meiner Rezepte mit dem Kleinschneiden einer Zwiebel beginnt…

Eine Besonderheit lag in der Menge der geladenen Gäste: Die Suppe sollte für 8-10 Personen reichen. So goss ich 2 Liter Kokosmilch (die gibt es mittlerweile auch im 1-Liter-Tetrapack) in einen großen Topf und erhitze diesen. 1 Liter Hühnerbrühe goss ich dazu, als die Kokosmilch das erste Mal aufwallte. Vorher hatte ich schon 4 Hühnerbrüste in Streifen geschnitten, mit ca. 3 EL Fischsauce vermischt und für 30 Minuten kühlgestellt.

Die Thai-Auberginen entfernte ich vom Stielansatz und halbierte sie. 4 Stangen Zitronengras klopfte ich mit der flachen Seite eines großen Kochmessers faserig und vierteilte jede Stange. Die anfangs noch recht harten Auberginen sowie das Zitronengras gab ich zusammen mit 1 Stück frischen Ingwer – in kleine Streifen geschnitten – in den Kokos-Hühnerbrühe, die ich zudem mit dem Abrieb von zwei Limonen würzte. Der frisch gepresste Saft der 2 Limonen folgte in den Topf.
Dann gab ich die Hühnerbrust-Streifen zum Garziehen in die Flüssigkeit und ergänzte alles mit den Blättern von 1 Bund süßem Thai-Basilikum und 400 g braunen Champignons, die ich in mundgerechte Stücke geteilt hatte.



Nachdem alles einmal im Topf unter höherer Hitze noch einmal aufgewallt war, konnte die Suppe auch schon serviert werden.

Zur individuellen Würzschärfe hatte ich mediumdramatische rote Chili-Schoten entkernt, in Ringe geschnitten und separat in einem Schälchen gereicht. Ebenfalls separat gab es die frisch gezupften Korianderblätter, die sich jeder nach Gusto über seinen Suppenteller streuen konnte. Das Ende von Lied und Suppe war einmal mehr die Erkenntnis, dass man sich durch die Zubereitung exotischer Speisen die Reisestrapazen sparen und ein Teller Suppe dem Beamen ganz schön nahe kommen kann.

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