Fenchel. Einfach. Lecker. – Da haben wir den Salat (17)

Sonntag, 17. Februar 2019 18:50

Liebe Andrea

die guten Vorsätze für’s Neue Jahr tragen Früchte bzw. bringen vermehrt Gemüse und andere gesunde Dinge auf unseren Tisch. Natürlich haben wir unseren Speiseplan nicht komplett umgestellt, jedoch um ein paar schöne und durchaus leckere Dinge ergänzt. Kleine feine Salate zum Beispiel, die man als geschmackvolle Beilage oder – mit Brot ergänzt – durchaus als leckere (Zwischen-)Mahlzeit genießen kann. Der

Fenchelsalat mit Scamorza

ist zum Beispiel einer dieser leckeren Appetithappen. Und so schnell zubereitet! Denn einmal mehr braucht es gar nicht viel, um glücklich zu sein!

Ich habe 1 Fenchelknolle geputzt, in ihre „Einzelteile“ zerlegt und in feine Streifen geschnitten. Knapp 150 g Scamorza-Käse – ein geräucherter und schnittfester, dem Mozzarella ähnlicher Käse – habe ich erst in Scheiben, dann ebenfalls in knapp streichholzdicke Stifte geschnitten und zusammen mit den Fenchelstreifen auf einer Seriverplatte angerichtet.

In einer separaten Schüssel habe ich dann 4 EL Olivenöl mit den abgezupften Blättern von 4 Stängeln Zitronen-Thymian, dem Saft von 1 Zitrone sowie 1 TL Senf, Salz und Pfeffer verrührt.

Fenchel- und Käsestifte habe ich final mit dem Dressing überzogen, kurz ziehen und es mir dann schmecken lassen. So einfach, so gut. Und einmal mehr eine schnell zubereitete Neuentdeckung!

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Da gehen die Herzen auf – Da haben wir den Salat (16)

Sonntag, 13. Januar 2019 18:33

Liebe Andrea,

eine alte Lebensweisheit besagt, dass es weniger relevant ist, was man zwischen Weihnachten und Neujahr isst, sondern vielmehr wichtig ist, was man zwischen Neujahr und Weihnachten verzehrt… Nun, der kulinarische Ablauf rund um die Weihnachtsfeiertage ist in aller Regel durch übermässige Futterei geprägt. Schließlich kommt man ja mit netten Menschen zusammen und tischt dabei große (Gänse-)Braten und allerlei andere Völlerei auf.

Zeit also, den Blick einmal wieder auf einen schönen Teller Salat zu richten. Ein optisch und geschmackliches Highlight habe ich uns kürzlich mit dem

Bresaola-Brot-Salat

auf den Tisch gezaubert. Dazu habe ich 2 Romana Salatherzen kleingeschnitten und ebenso wie den Inhalt 1 Schale Rucola-Salat gewaschen und trockengeschleudert.
Im Vorfeld hatte ich – insgesamt waren wir 3 Esser – pro Person 1 Ei hartgekocht und dies jeweils geviertelt. Weitere Vorbereitungsschritte bestanden im Halbieren von 300 g Cocktailtomaten sowie dem Anrösten von 4 Toastbrotscheiben, die ich zuerst entrindet sowie geviertelt und dann mit ein wenig Olivenöl in der Pfanne angeröstet hatte. Für die vorgeschnittenen 100 g Bresaola musste ich lediglich die Verkaufsverpackung öffnen. Bresaola ist in etwa das gleiche wie Bündner Fleisch, in jedem Fall ein schön magerer und luftgetrockneter Rinderschinken.

Für die Vinaigrette verrührte ich in einer großen Schüssel 2 EL weißen Balsamico-Essig mit Salz, Pfeffer und 4 EL Olivenöl, danach presste ich noch 1 Knoblauchzehe dazu. Den vorbereiteten Salat gab ich mit mit den Cocktailtomaten sowie 1 Handvoll schwarzen Oliven zur Vinaigrette und mischte alles ordentlich miteinander.

Nachdem ich den angemachten Salat ich auf Tellern angerichtet hatte, garnierte ihn mit den gerösteten Toastecken, den geviertelten Eiern sowie den Bresaola-Scheiben und hobelte noch mit der groben Reibe generös Parmesan darüber. Nach all den üppigen Braten der Weihnachtsfeiertage war dieser Salat eine willkommene und schmackhafte Einstimmung auf frische Vitamine und tendentiell weniger gehaltvolle Kost.

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Sally’s Kartoffel-Ecken

Mittwoch, 2. Januar 2019 16:44

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Liebe Andrea,

was gibt es Schöneres, als bei Heißhunger ein neues Rezept zu entdecken und alle Zutaten im Haus zu haben? So geschehen beim Blick in Sally’s Kochbuch für die Kinderküche. Denn dort waren die notwendigen Bestandteile für beschriebenen

Kartoffelecken mit Kräuterquark

allesamt vorhanden und im Handumdrehen ein Genuss für Klein und Groß zubereitet.

Für die Ecken habe ich ca. 5 Kartoffeln geschält, halbiert und dann in nicht zu dünne Scheiben geschnitten. Danach habe ich die Kartoffelstücke mit 2 EL Olivenöl in einer großen Schüssel vermengt, zudem mit Fleur de Sel und Kräutern der Provence gewürzt.

Auf einem Backblech mit Backpapier habe ich die Kartoffeln für 20 Minuten in den auf 200° C vorgeheizten Backofen (Umluft) geschoben. In der Zwischenzeit habe ich aus 200 g Schmand, einem Schwung TK-Kräutern (bunte Gartenmischung), ein wenig Salz und Pfeffer einen Kräuterdipp angerührt, in dem wir die fertig und knusprig gebackenen Kartoffelecken tunken und danach genießen konnten.
Es muss also gar nicht immer opulent und schwierig sein; auch die einfachen Dinge können richtig großen Genuss bieten.

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Gans leckerer Weihnachtsbraten

Sonntag, 30. Dezember 2018 18:54

Liebe Andrea,

in diesem Jahr durfte ich mich zum ersten Mal am weihnachtlichen Familien-Gänsebraten versuchen. Und ich ging mit einer gehörigen Portion Demut an diese Aufgabe. All die zurückliegenden Jahre waren wir immer zum Gans-Essen eingeladen. Und egal wo, das eine war allen Gans-Essen gleich: Die Gänsebräter klagten nahezu unisono ihr Leid ob der schwierigen und zeitaufwendigen Arbeit, um eine Gans in einen leckeren Braten zu verwandeln. Nun also ich. Aber was soll ich sagen!? Zumindest habe ich das Braten einer Gans für mich entmystifiziert. Alles halb so schlimm!

Hier nun also mein Erfahrungsbericht, wie ich die

Weihnachtsgans

im einzelnen zubereitete. B

ei dem Ausgangsmaterial griff ich auf TK-Ware polnischer Provenienz zurück. Die 4,4 kg Hafermastgans sollte am Ende für sechs Personen genügen. Die Gans, das Wetter spielte mir hier in die Karten, ließ ich knapp 36 Stunden auf dem Balkon auftauen.

Nachdem ich die Gans gewaschen, abgetrocknet und die äußeren Flügelspitzen abgeschnitten hatte, rieb ich sie innen und außen mit Meersalz ein. In das Innere stopfte ich 3 Boskoopäpfel, 2 Lauchstangen sowie 3 Stiele Beifuß. Die Äpfel hatte ich vorher geschält, entkernt und in Viertel geschnitten, den Lauch in Scheiben geteilt. Ich verschloss die Gans mit Zahnstochern, rieb sie außenrum großzügig mit getrocknetem Majoran ein und umwickelte den Braten fest mit Küchengarn, so dass Flügel und Keulen eng am restlichen Gänsekorpus anlagen.

Dann setzte ich die Gans mit der Brust nach oben in einer Reine auf ein Bett aus 1 Lauchstange, 2 Karotten, 1/2 Sellerieknolle, 3 Zwiebeln und 1 Knoblauchzehe, alles jeweils grob zerkleinert, goss heißes Wasser dazu (knapp 1,5 Liter, das Gemüse soll komplett bedeckt sein) und schob den Gänsebraten in den auf 150° C vorgeheizten Ofen.

Und dort ließ ch die Gans die nächsten drei Stunden vor sich hinschmoren. Natürlich stieg durch das herauslaufende Fett der Pegel in der Reine stetig und kritisch an. Mit einer großen Spritze – die größte, die es im freien Apothekenhandel zu erwerben gibt – saugte ich immer wieder Flüssigkeit aus der Reine und füllte diese in einen hohen Messbecher.

Jetzt kam ein Besonderheit meiner ersten Gans: Denn diese sollte erst am Folgetag serviert werden. Somit holte ich die Gans nach drei Stunden aus dem Ofen, ließ sie abkühlen und stellte sie danach mit Frischhaltefolie abgedeckt kalt.

Am Tag darauf drehte ich die Gans auf die Brust und liess nun die vorherige Unterseite des Bratens bei knapp 160° C eine Stunde lang Farbe annehmen. Dann holte ich den Gänsebraten aus dem Ofen und teilte diesen mit einem scharfen Messer und der Geflügelschere in seine Einzelteile (also zwei Schlegel, vier Bruststücke, zwei Flügel und Kleinteile aus dem Rückenbereich).

Diese Gänseteile hielt ich bei knapp 90° C im Ofen auf dem Gitter der entleerten Reine warm. Die Haut war nahezu überall knusprig; sonst hätte ich diese nochmals mit einer Salz-Wasser-Lösung eingepinselt, aber das war hier gar nicht vonnöten.



Zwischenzeitlich hatte ich Rotkraut und Knödel aufgesetzt (hier griff ich auf Glas- und Fertigkloßteigware zurück). Die fettreduzierte Sauce – dem abgeschöpften Teil vom Vortag liess sich das oben liegende Fett prima entnehmen, beim neuen, flüssigen Saucenteil half mir eine Fett-Trenn-Kanne – kochte ich bei großer Hitze auf und band die Flüssigkeit mit ein wenig Mehlbutter (Verhältnis 1:1) ab.

Dann ging alles sehr, sehr schnell, zu schnell. Schließlich warteten ja so einige hungrige Familienmitglieder auf ihren Weihnachtsbraten. Und so kam es, dass mir die Gans doch tatsächlich ohne ein Finalfoto auf den Esstisch verschwand. Ein Fauxpas, den ich erst beim Sauberwischen meines Tellers mit dem letzten Stück Kloßteig bemerkte.

Aber da ich jetzt ja weiß, dass der Gänsebraten kein Hexenwerk ist, wird es demnächst mal wieder Gans bei uns geben. Und dann an dieser Stelle auch das Bild eines knusprigen, verzehrfertigen Gänsebratens.

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Surf and Turf mit Fisch und Schwein

Sonntag, 4. November 2018 21:53

Liebe Andrea,

häufig werden vom Kabeljau nur die dünneren Schwanzstücke im Handel angeboten. Daher greife ich immer gerne zu, wenn mir beim Einkauf Kabeljau-Loins über den Weg laufen, die dicken Filetstücke zum Kabeljau. Eine wie ich finde ganz hervorragende Zubereitungsart für diese Fischstücke ist die Kombination mit Speck. Fisch und Speck? Der, bei dem hier die Synapsen in die Hände klatschen und an Scholle Finkenwerder Art erinnern, ist zumindest auf dem richtigen Weg. Aber hinter der profanen Bezeichnung

Kabeljau im Speckmantel auf Linsenbett

verbirgt sich eine richtig ordentliche Leckerei. Für drei Personen habe ich ein 400 g Kabeljau-Loin in Portionsstücke geteilt und mit Pancetta-Scheiben umwickelt.

Acht Stunden vorher habe ich knapp 200 g kleine Linsen in einer Schüssel mit Wasser bedeckt und quellen lassen. Vor der Zubereitung habe ich 2 Karotten geschält und ebenso wie 1 Stange Staudensellerie und 1 Zwiebel kleinst gewürfelt. 3 braune Champignons schnitt ich erst in streichholzdicke Scheiben und dann dünne Stifte.

Als weitere Beilage hatte ich mir Süßkartoffeln ausgewählt. Die geschälten und grob gewürfelten 2 Süßkartoffeln habe ich mit 4 Thymianzweigen in Salzwasser aufgesetzt und gargekocht.

Während die Kartoffeln kochten machte ich mich an die Zubereitung der Linsen. Zuerst habe ich in einem Topf mit ein wenig Öl 3 Scheiben Pancetta ausgelassen, herausgenommen und auf Küchenkrepp zwischengelagert. Im Bratfett schwitzte ich die Champignonstifte an und gab kurz danach Karotten, Sellerie und Zwiebeln dazu. Es folgten die abgetropften Linsen. Ich löschte alles mit 300 ml Brühe ab und würzte mit 4 Thymianzweigen und 1 Knoblauchzehe, die ich zuvor auf der Küchenplatte angedrückt hatte. Während ich die Flüssigkeit des Linsentopfes nun einkochen liess, machte mich an die Zubereitung des Kabeljaus.



Die mit Pancetta umwickelten Fischstücke liess ich in einer Pfanne bei hoher (aber nicht höchster) Hitze von allen Seiten Farbe annehmen. Zwischenzeitlich schüttete ich die Süßkartoffeln ab, gab sie zurück in den Topf und zerkleinerte sie unter Zugabe von ein wenig süßer Sahne und 1 EL Butter mit einem Stampfer.

Die Linsen würzte ich final mit 2 EL weißem Balsamico, befreite sie con den Thymianstängeln und bettete sie auf vorgewärmten Tellern. Der Fisch kam obendrauf, ein Kleks Süßkartoffelstampf daneben und der krosse Speck-Chip in den Stampf. Schon war der Fisch servierfertig. Fisch und Speck – diese unkonventionelle Surf and Turf-Variante kann sich wahrlich schmecken lassen!

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Süßes oder Saures? Was Herzhaftes!

Montag, 29. Oktober 2018 17:18

Liebe Andrea,

früher gab’s am 11.11. die Wahl, zum St.-Martins-Singen zu gehen (Süßes) oder den Beginn des Karnevals zu feiern (Kostüm). Heute gibt’s knapp zwei Wochen vorher die Möglichkeit, beides miteinander zu verbinden: Halloween!

Während sich die Kleinen als Untote und Monster verkleidet auf die Bettelei nach Süßigkeiten in der Nachbarschaft machen, treffen sich die Großen gerne auf einen Plausch, einen Punsch, eine Kürbissuppe & Co. Übrigens ist so ein Treffen der Erwachsenen auch eine prima Homebase für die Kleinen, um sich zwischendurch aufzuwärmen, zu stärken oder Beute abzuliefern.
Und natürlich reicht es schon lange nicht mehr, an solch einem Abend eine Packung Chips aufzureißen oder profane Würstchen zu reichen. Nein, es müssen schon echte Schocker her, so wie die

Halloween-Wurstfinger, frisch aus dem Sägewerk

Da ist für echten Grusel auf dem Büffet gesorgt. Das halloween-mäßige Pimp-my-Würstchen-Programm geht folgendermaßen: Die fertig gegarten Würstchen (Wienerle oder Frankfurter) reisse ich in der Mitte auseinander; ein glatter Schnitt wäre hier doch viel zu profan! Daraufhin schneide ich das unversehrte runde Wurst-Ende oben flach ab. In diese Schnittstelle stecke ich dann einen halbierten Mandelkern, den ich vorher auf der Unterseite mit Senf bestrichen habe.



Ganz wichtig: Auf Höhe der normalerweise vorhandenen Fingergelenke werden nun noch mit einem scharfen Messer je zwei nebeneinander liegende Kerben geschnitten. Die „offenen Enden“ der Würstchen noch fix in Ketchup getunkt – fertig sind die Wurstfinger im Halloween-Style.

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The cake is lava

Sonntag, 28. Oktober 2018 10:08

Liebe Andrea,

Vor allem im Laufe des letzten Jahres ist mir bei Restaurantbesuchen vermehrt ein Dessert über den Weg gelaufen: Lava cake. Und mit geradezu kindlicher Begeisterung wohnte ich ein ums andere mal dem Schauspiel bei, wenn aus dem frisch geöffneten Schokoladenkuchen flüssige Schokoladensauce floss. Was wäre die Monologe Küche nur ohne diese Spur Forscherdrang und Pioniergeist, um dem Rezept der einen oder anderen Spezialität auf die Schliche zu kommen!? Zeit also, mich auch einmal an die Erstellung von warmem

Schokoladenkuchen mit flüssigem Kern

zum machen. Aber wie ich in der Vergangenheit ja schon hinreichend erwähnte, ist das Backen nicht so meins. Ich koche einfach viel lieber, rühre am offnen Topf herum, würze, schmecke ab und justiere nach. Beim Backen betrachtet man die ganze Chose von der anderen Seite der Backofenscheibe und harrt der Dinge, die dort im Inneren des Ofens geschehen. Eine wahre Challenge!

Auf der Suche nach rezeptlicher Inspiration stiess auf die unterschiedlichsten Rezepte für Lava cake, jedoch erst das eine, das Mehl mit in der Zutatenliste aufführte, gewann mein Vertrauen.

So liess ich zuerst 250 g Zartbitter-Schokolade (mit 70% Kakao-Anteil) zusammen mit 100 g Butter unter Rühren im Wasserbad schmelzen. Dann trennte ich 3 Eier. Die Eigelbe schlug ich mit 65 g Zucker schaumig und würzte die Masse mit 2 Prisen Fleur de Sel. Die Eiweiße schlug ich in einer separaten Schüssel steif.

Nun goss ich die etwas abgekühlte Schokoladenmasse zum Eigelb, verrührte alles und mischte noch 60 g Mehl (Typ 405) dazu. Dann hob ich denn Eischnee darunter und verteilte die Masse auf Ramequin-Förmchen, die ich vorher ordentlich mit Butter eingefettet hatte.

Die mit der Schokomasse gefüllten Förmchen deckte ich mit Frischhaltefolie ab und stelle sie erst einmal kühl. Denn erst nach dem Hauptgang des Abendessens, ich hatte den Ofen bereits auf 200° C vorgeheizt, schob ich die Förmchen auf einem Ofengitter Umluft in die mittlere Einschubleiste des Backofens. Exakt 10 Minuten später holte ich die Förmchen wieder heraus.



Ich löste den Teig mit einem scharfen Messer vom Rand der Förmchen und stürzte das fertige Küchlein in ein sauberes Küchenhandtuch, dann positionierte ich es vorsichtig auf einem Teller. Das Törtchen sollte sich noch weich anfühlen, denn im Inneren verfügt es ja im Idealfall über den flüssigen Kern aus reiner Schokoladen-Lava.
Nach dem Dekorieren folgte umgehend der große Aufritt des kleinen Törtchens am Tisch. Und siehe da: Aus dem warmen Törtchen floss eine weiche Schokoladenmasse und zeigte, dass Backen alles andere Magie und Zauberei ist oder gar ein unüberwindbares Hindernis sein muss. Geschmeckt haben die Schoko-Teile übrigens vorzüglichst.

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Aus Kohl mach Kraut – Da haben wir den Salat (15)

Donnerstag, 18. Oktober 2018 18:19

Liebe Andrea,

unsere deutsche Sprache hat ja das eine oder andere Kuriosum in petto. Und da ist bei der unterschiedlichen Bedeutung von „eine Person umfahren“ (drumherum) oder „eine Person umfahren“ (mitten drüber) noch lange nicht Schluss… Auch beim Kohl gibt es kuriose Deutungswendungen. Weißkohl, einmal in kleine Stücke gehobelt wird da ganz schnell zum Kraut. Kraut hingegeben würde man ohne die Kohl-Vorgeschichte jedoch eher anders, auf jeden Fall wohl grüner vernorden. Und im Süden des Landes wird aus Rotkohl dann auch fix mal Blaukraut. Verlassen wir jedoch diesen Exkurs in die Abundanz und widmen uns wieder den kulinarischen Dingen.
Denn ich habe mir kürzlich einen durchaus veritablen

Krautsalat

produziert, dessen Entstehung allemal festhaltenswert ist. Seit gefühlt mehreren Wochen hatte ich im Browserfenster meines Rechners einen Tab geöffnet, auf dem unsere geschätzte Kollegin Astrid Paul von ihrem Standard-Krautsalat-Rezept berichtete. Nun endlich kann ich den Tab schließen und auch meinen Senf zum Thema Krautsalat geben.

Für eine ordentliche Portion Krautsalat habe ich 1/2 Weißkohl mit dem Hobel auf meiner Küchenreibe kleingeschnitten. Für die Optik und den Geschmack habe ich noch 1 Bund Radieschen hinterhergehobelt.

Gewürzt habe ich alles generös: Mit 2 EL Meersalz und 1 EL Zucker bestreut knetete ich das Kraut so lange in einer Rührschüssel durch, bis sich am Boden der Schüssel deutlich Flüssigkeit absetzte. Die komplette Knetmasse nebst Flüssigkeit füllte ich in einen Gefrierbeutel, den ich – fest verschlossen – zur Sicherheit in einen weiteren, fest verschlossenen Gefrierbeutel steckte. Beutel nebst Inhalt strich ich flach und legte ihn, mit einem dicken Topf beschwert, in den Kühlschrank.



Jetzt sollte man dem Kraut einen halben, bis besser ganzen Tag Zeit zum entwickeln geben. Gesagt, getan. Am Folgetag drückte ich das Kraut aus und entsorgte die Würz-Flüssigkeit. Ich schmeckte mit ein wenig weißem Balsamico-Essig, Rapsöl sowie frisch gemahlenem Pfeffer ab und mischte noch 1 TL Kümmel, grob angemörsert, unter das Kraut. Zur Deko (und zum Geschmack) gab’s noch eine Handvoll frischer Petersilie obendrüber. Ob nun zünftig mit Brezeln und Bier, als Beilage zum Steak oder mit frischem Landbrot und Butter – der Kohl als Krautsalat hat mir auf vielfältige Weise gemundet!

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Feuer und Flamme für Pizza vom Grill

Freitag, 5. Oktober 2018 16:49

Liebe Andrea,

nachdem Du mir mit mehr als einem Küchenmonolog zum Thema Pizza oft genug den Mund wässrig gemacht hast, kann ich mich nun an dieser Stelle auch endlich einmal revanchieren und von meinen Erlebnissen und Ergebnissen aus der Welt der Hefefladen berichten. Nicht, dass ich bislang nicht auch einmal eine selbstgemachte Pizza in den Ofen geschoben hätte, aber nun hat es der neu im Haushalt verfügbare Pizzastein möglich gemacht, dass es bei uns

Pizza vom Grill

gab. Ja, anstatt Würstchen lassen sich vor allem auf den Grills mit Haube großartige Pizzen produzieren. Mein Gas-Grill-Modell verfügt dankenswerterweise über einen runden Einsatz, in dem das vorher entfernte Grillrost durch einen Pizzastein ersetzt werden kann.
Der Rest besteht im Anfeuern des Grills auf maximale Stufe, dem Kneten des Teigs und dem Zurechtschnibbeln der gewünschten Zutaten.

Und überhaupt: Der Teig! Es gibt ja – auch von Deiner Seite – einige Anregungen, an denen ich mich orientieren durfte. Eine erst letztens im guten alten Küchenofen verwendete Teigmischung machte jetzt auch auf dem Grill das Rennen: Dafür habe ich 500 g Mehl (Typ 505) mit 10 g Salz vermengt und nach und nach 320 ml lauwarmes Wasser untergeknetet, in dem ich vorher 10 g Frischhefe aufgelöst hatte. Bei der Zubereitung des Teigs kommt es tatsächlich auf die wohldosierte Zuführung des Hefewassers an, damit alles schön geschmeidig, aber nicht zu flüssig und klebrig wird. Geduld ist hier also beim Kneten angesagt, vor allem, wenn der Teig per Hand(eskraft) zubereitet wird.

Nach knapp zehnminütiger Kneterei hatte ich einen zufriedenstellenden Teig, den ich nochmal kurz bemehlte und für knapp 20 Minuten gehen liess; natürlich mit dem wie üblich feuchten Tuch abgedeckt an einem warmen Örtchen. Den aufgegangenen Teig habe ich dann nach und nach mit einem scharfen Teigschaber in vier Stücke geteilt und einzeln nacheinander zubereitet. Beim Auseinanderziehen des Teigs von Hand entstehen bei mit immer zwangsläufig Teig-Quadrate. Das Ausrollen mit einem Nudelholz (nicht mit Foto dokumentiert) führt jedoch zu deutlich runderen Ergebnissen.

Die vorbereiteten Teigfladen habe ich – nicht zu dünn, nicht zu dick – mit passierten Tomaten bestrichen. Hier half mir zweifach ein großer Esslöffel, mit dem ich zuerst die Tomaten aus der Dose auf den Teig beförderte und dann mit dem Löffelrücken verstrich. In meiner liebsten Basisversion habe ich die Tomatensauce mit getrocknetem Oregano bestreut und großzügig mit geriebenem Parmesan bedeckt. Dann folgten noch ein paar Scheiben Mozzarella und ein paar grob gewürfelte, rote Zwiebeln. Ob nun frisch gewürfelte Paprika, Salamischeiben, Schinkenstreifen, Gorzonzola in Stückchen (großartig!), Sardellen, schwarze Oliven (in Scheiben oder mit Kern) oder was auch immer noch dazukommt, bleibt Geschmacksache.



Die belegten Pizzen habe ich im auf knapp 250° C vorgeheizten Grill auf den Pizzastein gleiten lassen (und zwar von einem Bogen Backpapier, den ich vorher mit Griess betreut hatte), den Deckel des Grills geschlossen und knapp 8-10 Minuten gewartet. Das Ergebnis war großes Pizza-Kino. Oder Grill-Kino. Oder einfach nur Genuss-Kino. Der Teig war kross und lecker und die Pizza mit jedem Belag eine Aufforderung, ab jetzt regelmässig Pizza „zu grillen“.

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Ziemlich beste Ra(h)menbedingungen

Montag, 3. September 2018 22:02

Lieber Christoph,

bevor es nicht mehr wahr ist, dass ich diesen Artikel im Frühsommer vorgeschrieben habe, gehen wir zurück in den Mai 2018. Schön war‘s. Und damals schon sehr warm.

„In den in den letzten Tagen war bei mir alles fest in japanischer Hand. Nach einem Ausflug zum Japantag in Düsseldorf war ich in einem Sushirestaurant und aß dort zum ersten Mal

Ramen-Nudelsuppe

Ich war davon so begeistert, dass ich sie gleich nachkochen wollte. Nach einer Odyssee durch die halbe Stadt hatte dann endlich ein Asia-Supermarkt alles, was ich benötigte.

Die Basis bildet eine selbstgekochte Brühe. Hierfür habe ich neben klassischem Suppengrün (bestehend aus 1 Gemüsezwiebel, 1/4 Sellerieknolle, 1/2 Stange Lauch (die grünen Teile) und 1 Möhre), 1 kleine rote Chilischote und  1 Stück Ingwer (zwei Finger groß) in grobe Stücke geschnitten. Die Gemüsezwiebel habe ich in Butterschmalz erst einmal ordentlich angeröstet und dann das restliche Gemüse dazugegeben.

Vorher hatte ich ein Stück Schweinerippe (500 g) in etwas Butterschmalz in einer Gußpfanne schön angebraten. Das Fleisch gab ich dann zum Gemüse und goß mit 3 Litern Wasser auf. 1 Yaki-Nori-Blatt habe ich in grobe Stücke geschnitten und zusammen mit 2 EL heller Misopaste in den Topf gegeben. Dann alles aufkochen lassen und für zwei bis drei Stunden auf mittlerer Hitze auf dem Herd vergessen.

Als die Brühe gut durch war, habe ich das Fleisch herausgenommen und beiseite gelegt. Ich goss die Brühe durch ein feines Sieb. Fertig war die Basis. Da sie ziemlich eingekocht war, habe ich 1 weiteren Liter Wasser dazugegeben und mit Salz, Pfeffer und Sojasauce final abgeschmeckt.

Was dann folgt, ist dem individuellen Geschmack überlassen. Ich gab in die Brühe: 3 Mini-Pak Choi (geschnitten), eine Handvoll Spinat, 1/2 rote Zwiebel, in grobe Stücke geschnitten, eine Handvoll geviertelte Champignons, eine große Menge frischer Sojasprossen1 Dose Bambussprossen sowie den weißen Rest der Lauchstange. Die fleischigen Stücke der Rippe kamen dazu sowie mundgerechte Stücke von 300 g gebratenem Schweinenacken.


Der Fantasie sind hier allerdings keine Grenzen gesetzt, alles, was gemocht wird, kann in die Suppe wandern. Neben Brokkoli, Karotten und/oder Salatgurkenscheiben etc. pp. zum Beispiel auch Hälften von einem weichgekochten Ei.

Die Hauptpersonen der Veranstaltung, 600 g Ramen-Nudeln (vorgekochte TK-Ware), habe ich separat für kurze Zeit in reichlich Salzwasser gekocht, dann Schüsseln mit der Suppe gefüllt und die fertigen, kurz abgewaschenen Nudeln dazugegeben.

Dann wird es spannend, denn man isst die ganze Veranstaltung mit Stäbchen, auch die Nudeln. So schlotzten und schlürften wir am Tisch fröhlich vor uns hin.

PS: Natürlich muss man die Brühe nicht komplett selber machen, sondern kann auch auf Fertigware zurückgreifen. Wer allerdings Zeit, Lust und Muße hat, sollte sich die geschmacklichen Früchte der Arbeit nicht entgehen lassen.“

Das wäre ein feines Herbstprojekt, denn die Misopaste, die in meinem Kühlschrank wohnt, ist noch gut.

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