Ein Fake zum Frühstück

Sonntag, 24. Mai 2015 12:41

Liebe Andrea,

der Sonntag gehört in mehrfacher Hinsicht dem Töchterlein. Das gilt vor allem auch dahingehend, dass wir von der kleinen Nachwuchsköchin seit geraumer Zeit in einem immer höherem Perfektionierungsgrad ein Spiegelei zum Sonntag-Frühstück serviert bekommen.
Diesmal jedoch dürfte ich einmal eine neue Variante probieren und Servieren. Allerdings war das

Spiegelei mit Pommes

zum Frühstück nur eine optische Täuschung und in Wahrheit fürchterlich gesund. Die Zutaten pro Portion sind nicht nur gesund, sondern überschaubar: 2-3 EL Joghurt, 1/2 Dosenpfirsich und 1 Apfel, geschält und in Schnitze geschnitten.



Das Ergebnis ist – laut Expertenmeinung – viel zu wenig durchgegart, schmeckt aber trotzdem und hebt die Laune. Ein weiteres Beispiel dafür, dass man 1.) doch mit dem Essen spielen und 2.) Spaß beim Essen haben sollte. Und so ganz nebenbei lassen sich gesunde Vitamine naschen.

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Feine Sachen mit feinem Spargel

Sonntag, 17. Mai 2015 13:19

Liebe Andrea

ein paar Wochen ist es noch hin bis zum finalen Spargel-Stichtag am 24. Juni. Zeit also, an dieser Stelle noch einmal über ein paar Spargel-Varianten zu berichten, bevor einem die klassisch zubereiteten Stangen zu den Ohren herauskommen. So lecker die allerersten Spargel zu Anfang einer jeden Saison auch sind, so sehr bedarf es denn auch immer gegen Mitte, Ende Mai an etwas Abwechslung. Diese glückte uns heuer mit einem Rezept aus der Familienkiste. Die schlichte Umschreibung

Spargelsalat 

müsste eigentlich Spargelsalat mit Kresse, Frischkäse, Ei und Crème Fraiche heißen. Zugegeben, ein Rezept-Titel so holzig wie das Ende eines überlagerten Spargels, das Gericht selbst jedoch ist ein wohlschmeckender Spargel-Traum. Ideal bietet sich diese Zubereitung auch für den Fall, dass man – einmal mehr – viel zu viel Spargel gekauft hat. Bislang war eine gelingsichere und schmackhafte Verzehrvariante, diesen Restspargel erkaltet mit Balsamico-Essig und Olivenöl zu marinieren und frisch gehobeltem Parmesankäse zu servieren. Hier nun eine unwesentlich aufwendigere Variante mit deutlichem Geschmacks-Oho.

Die gekochten und erkalteten Spargel – ich hatte mir für die von langer Hand geplante Zubereitung Spargelspitzen besorgt – habe ich portionsweise (und mit den Köpfen eingenordet) auf den einzelnen Tellern angerichtet.
Dann habe ich 200 g Crème Fraiche mit 1 EL Dijon-Senf, 1 EL Olivenöl und dem Saft 1/2 Zitrone verrührt. Diese, mit Salz und Pfeffer abgeschmeckte Mischung verteilte ich über die Spargelstangen. Danach bekam jede Portion 2 EL Hüttenkäse obenauf.
Zum Abschluß schälte und hackte ich 2 hartgekochte Eier, vermischte diese mit den Auswüchsen von je 1 Schachtel klassischer und roter Kresse und streute diese Melange über den Spargel.



Das alles ergibt eine herrlich frische und abwechslungsreiche Vorspeise, die allein schon optisch ordentlich was her macht. Und so ganz nebenbei ordentlich lecker schmeckt.

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Von kichernden Ziegen und kulinarischen Enthauptungen

Donnerstag, 30. April 2015 21:56

Lieber Christoph,

nach gefühlten tausend Jahren haben wir es endlich geschafft, eine Analogie auf die Beine zu stellen. Hatte ich zunächst “Käse” als Oberthema vorgeschlagen, hast du es verfeinert auf “Quiche”. Käse gab es trotzdem, nämlich in einer

Spargel-Ziegenkäse-Quiche

Bei meiner Suche nach passenden Rezepten stieß ich auf eine interessante Alternative zu dem sonst quiche-üblichen Mürbeteig. Und zwar mischt man zu gleichen Teilen Mehl, Quark und Butter (und die obligatorische Prise Salz). Weil wir viele waren, nahm ich von jeder Zutat um die 150 Gramm, verknetete alles und stellte den Teig bis zu seinem Einsatz kalt. So reichte der Teig für acht Förmchen und ein 12-Muffinblech, hierzu weiter unten.

Während der Teig also im Kühlschrank vor sich hinfröstelte, habe ich 1 Bund grünen Spargel großzügig von den holzigen Enden befreit und außerdem jede Stange geköpft. Den verbliebenen Spargel habe ich in kleine Stücke geschnitten und über Salzwasser für ca. 12 Minuten gedämpft.

Für die inneren Werte der Quiche habe ich 150 g Ziegenfrischkäse mit ca. 100 g saurer Sahne, einem Schluck Milch und 2 Eiern in einer Schüssel verkleppert. Hinzu kamen noch ca. 100 g geriebener Emmentaler und ein Schuss Sahne sowie Salz und Pfeffer. Schließlich rührte ich noch die inzwischen wieder abgekühlten Spargelstücke unter.

Es folgte das etwas mühselige Ausrollen des Teigs. Walnussgroße Stücke rollte ich zu Kreisen und füllte Tartelette-Förmchen damit, deren Ausfettung ich mir aufgrund des Buttergehalts des Teiges auch hätte sparen können. In die ausgelegten Förmchen gab ich mit einer Kelle die Innenmasse und legte noch eine dünne Scheibe St.-Maure-Ziegenrolle und die abgeschnittenen Spargelköpfe obendrauf.

Schließlich wanderte alles für ca. 25 Minuten in den auf 180° C Umluft vorgeheizten Ofen (Umluft deswegen, weil ich für die Jungs, die Spargel nicht so sehr lieben, eine klassische Speck-Zwiebel-Quiche in Muffinförmchen gepackt hatte und nicht alles für Ober-/Unterhitze (dann 200° C) reinpasste).

 



Zu der frühlingsfrischen Köstlichkeit reichte ich Salat, angemacht mit einer Citronette. Diese enthielt eine Besonderheit, nämlich den Saft einer Zitrone, die eine Freundin mir kürzlich aus dem Familiengarten in Australien mitgebracht hatte.

Alles in allem ein in dieser Form sehr aufwendiges Gericht, das aber jede Sekunde der Mühe wert war. Weil.  So. Lecker!

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Kleine Quiche mit großer Wirkung

Donnerstag, 30. April 2015 21:49

Liebe Andrea,

seit geraumer Zeit sind wir beide ja stolze Besitzer kleiner Auflaufförmchen. Zeit also, diese a) einmal auszuprobieren und b) eine schöne Analogie daraus zu machen. Gesagt, getan. Ich habe gleich mal ein richtiges Jugend-forscht-Projekt daraus gemacht, aber dazu später mehr. Schließlich sollte sie ja schnell in den Ofen, meine

Quiche-Fromage

mit verschiedenen Käsesorten. Seitdem ich koche und Quiche backe, habe ich für die Eiermasse neben Käse immer auch süße Sahne verwendet. Da ich nun in letzter Zeit beim Kochbuch-Stöbern regelmässig über Quiche-Rezepte mit saurer Sahne stolperte, machte ich nun einmal den direkten Sahne-Vergleich und bereitete zwei unterschiedliche, aber ansonsten identische Quiches zu: Einmal mit süßer und einmal mit saurer Sahne. Die kleinen Förmchen sollten mich aufgrund ihrer Größe und des überschaubaren Inhalts vor all zu viel Ausschuss bei Nichtschmecken bewahren.

Doch am Anfang steht der Quicheteig. Für den Teig verknetete ich 250 g Mehl mit 125 g weicher Butter, 1 Eigelb sowie 1 Prise Salz und gab während des Hand-Knet-Vorgangs 3 EL kaltes Wasser dazu. Die geschmeidig verknetete Teigmasse formte ich zu einer Kugel, drückte diese flach und liess sie, in Klarsichtfolie eingeschlagen, für 1,5 Stunden im Kühlschrank ruhen.

Nun folgte der Belag. Für jeweils vier Förmchen verquirlte ich 100 ml süße Sahne mit 1 Ei in der einen und 100 ml Crème Fraiche mit 1 Ei in einer anderen Schüssel. Beide Sahne-Eier-Mischungen würzte ich mit ordentlich Muskat, Salz und Pfeffer. Der Teig reicht übrigens für insgesamt acht Mini-Förmchen.

Den recht dünn ausgerollten Teig verteilte ich auf die gebutterten Förmchen. Es folgte ein 10-minütiges Vor- aber nicht Blindbacken im Ofen bei 170° C, also ohne Bohnenkerne oder ähnliches. Lediglich den Teigboden hatte ich vor dem Backen mit den Zinken einer Gabel einige Male eingepiekst.

Die Quiches belegte ich mit zwei unterschiedlichen Käsevariationen: Zum einen vier Käsesorten (Bergkäse, Camembert, Ziegenkäse und Gorgonzola), zum anderen Ziegenkäse auf einem Bett von geschmelzten Zwiebelringen. Dazu hatte ich vorher eine Zwiebel geschält, halbiert in (nicht zu) dünne Ringe geschnitten und bei mittlerer Hitze mit einem Klecks Butter in einem Topf sanft angeschwitzt, bis diese eine sanfte Farbe bakamen.

Die jeweiligen Sahne-Eier-Mischungen füllte ich bis knapp unter den Teigrand. Hier zeigte sich, dass die Förmchen mit Hebeboden bei gleichzeitig rissigem Teigboden zum Auslaufen neigen; zumindest bei der süßen Sahne, der Creme-Fraiche-Mix ist da etwas dickflüssiger.

Die Förmchen verschwanden nun für ca. 25 Minuten im (immer noch 170°C heißen) Ofen und dürften an der Oberfläche schön bräunen.

Beim Lösen der fertigen Quiches aus den Förmchen sah ich leichte Handlingsvorteile bei den Modellen ohne Hebeboden; das Antihaft-Material der Förmchen ermöglichte ein einfaches Herauslösen – und dabei war mir der Hebeboden vom Handling her eher im Weg.



Zusammen mit einem frischen Pflücksalat und dem Hausdressing schmeckten die Quiches geradezu bombig. Da ich selber auch vor kräftigen Käsesorten nicht zurückschrecke, fand ich die Variante mit den vier Sorten einen Tick leckerer als die geradezu feine Variante mit nur Ziegenkäse (und leicht süßlichen Zwiebeln). Aber hier werden wir in den kommenden Wochen wohl noch zahlreiche weitere Varianten ausprobieren. Denn gehörig lecker sind und waren die Quiches in jeder Hinsicht.

Nur einen schmeckbaren Unterschied zwischen süßer und saurer Sahne konnten wir bei dem Käse-Experiment mit absoluter Gewissheit partout nicht mehr bestimmen….

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Frankfurter Fast Food

Freitag, 17. April 2015 9:22

Liebe Andrea,

die Frankfurter Küche hat neben Würstchen, Haspel und Rippchen mit Kraut noch einiges mehr zu bieten. Ein großer und dazu vegetarischer Klassiker ist – neben dem Handkäs mit Musik – die Grie Soß. Von vielen gerne (und ausschließlich) an Gründonnerstag verzehrt (bei uns gibt es in an diesem Tag in alter Tradition immer Rahmspinat mit Kartoffeln und Spiegelei) ist die Grie Soß das ideale Ostereiervernichtungs-Mahl. So bekamen wir auch dieses Jahr rund um den Weißen Sonntag einen ganz natürlichen Jieper auf die

Frankfurter Grüne Soße

Da wir in diesem Jahr die an Ostern eingesammelten Eier bereits sehr fleissig schon um die Osterfeiertage herum dezimiert hatten, mussten wir dieses Mal sogar noch Eier dazukochen. Denn schließlich gehören – zumindest für mich – immer auch drei bis vier halbe Eier (so steht es auf den lokalen Speisekarten) dazu.

Für die Grüne Soße muss man hier auch nicht mit Körbchen und Kräutermesser bewaffnet in die freie Natur ziehen. In der Metropolregion Frankfurt sind die sieben Standardkräuter in jedem gut sortierten Supermarkt fertig und frisch abgepackt zu haben. Die Zusammensetzung von Borretsch, Kerbel, Kresse, (krause) Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch variiert dabei in der einzelnen Menge. Am Ende jedoch ergibt das alles, schön kleingehechselt, die schmackhafte Soßen-Basis.

Die Kräuter habe ich zusammen mit 3 Gewürzgurken portionsweise in der Küchenmaschine zerkleinert. Zu den geschnittenen Kräutern gab ich 150 g Crème Fraiche, 200 g Schmand, 200 g Joghurt (3,5%) und 2 EL Senf (mittelscharf). Diese Zutaten vermengte ich miteinander und würzte mit Salz, Pfeffer und dem Saft 1/2 Zitrone.

Das alles war schneller zubereitet, als die vorher aufgesetzten Salzkartoffeln fertig gegart waren. Die hart gekochten Eier stehen ja, siehe Ostern, in aller Regel auch schon bereit und müssen nur noch geschält und geteilt werden.



In der klassischen Ethno-Version wird natürlich ein “Geripptes” gereicht, das typische Glas mit Äppler (Apfelwein), wenn überhaupt mit Sprudelwasser verdünnt (lokaler Code: gespritzt). Aber auch ohne das “Stöffsche” schmeckt die Grie Soß immer wieder gut und kann, wenn’s denn mal wieder Fleisch geben soll, bei Bedarf auch prima zu einer Portion Tafelspitz gereicht werden.

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Ein Kessel Buntes mit einem Hauch Provence

Montag, 13. April 2015 9:39

Liebe Andrea,

mit den steigenden Temperaturen und Sonnenstunden verabschieden wir uns – zum Teil voller Freude – von Wintergemüsen wie Rosenkohl, Wirsing (gelle!?) und Co. Und den bislang wärmsten Tag des Jahres hat uns ein

Französicher Gemüsegratin (Tian)

mehr als geschmackvoll abgerundet. Die Sache ist zudem relativ einfach: Man nehme ein paar Gemüsesorten, schneide diese klein und schichte sie in eine Auflaufform.
Mir standen 1 Aubergine, 2 Zucchini, 4 Kartoffeln, 2 rote Zwiebeln und 4 Tomaten zur Seite, die ich allesamt in Scheiben schnitt.
Die Auflaufform pinselte ich mit Olivenöl aus, das ich mit Käutern der Provence bestreute. Nachdem ich das Gemüse abwechselnd und hochkant in der Form angeordnet hatte, streute ich noch ein paar kleingehackte Zehen von 1 Knolle frischem Knoblauch darüber, beträufelte alles mit Olivenöl und würzte das Gemüse mit Meersalz und Kräutern der Provence.



Den Gemüseauflauf stellte ich in den auf 200° C vorgeheizten Ofen und verteilte nach 30 Minuten die kleingeschnittenen Würfeln von 1 Rolle Ziegenkäse darüber. Weitere 20 Minuten später war der Auflauf fertig, alles schön durch und noch Rosé-Wein vom Apéro übrig.
Auch die letzten Sonnenstrahlen leisteten uns Gesellschaft, als wir vollmundig auf den da nahenden Sommer anstiessen und und eben diesen schmecken liessen.

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Rübe, reloaded

Mittwoch, 1. April 2015 22:05

Lieber Christoph,

vor etwas über einem Jahr bekam ich von einer Bekannten, mit der ich mich ein wenig über vegane Ernährung in die Wolle bekommen hatte, ein Rezept für ein Curry, das Steckrüben enthält. Steckrüben? Kann man die heute noch kaufen? Ich kenne sie nur aus Erzählungen der Altvorderen, die in Kriegs- und Nachkriegszeiten vermittels der ungeliebten Knollen überleben mussten und die sagen: Nie wieder Steckrüben!

Um mir eine eigene Meinung zu bilden, kochte ich ein

veganes Curry mit Steckrüben

1/2 Steckrübe habe ich geschält und in Würfel von ca. 1 cm Kantenlänge geschnitten. Ebenso verfuhr ich mit 4 Möhren. Beide Gemüse habe ich in etwas Olivenöl in einer Pfanne mit geschlossenem Deckel erst einmal bei mittlerer Hitze etwas weichdünsten lassen. In der Zwischenzeit habe ich 2 Schalotten und 2 Knoblauchzehen atomisiert, ebenso 1 daumengroßes Stück Ingwer und 2 rote Chilischoten. Als das Rübengemisch etwas weich geworden war, habe ich ein wenig Platz in der Pfanne geschaffen, die Zwiebeln und den Knoblauch angedünstet und schließlich Ingwer und Chili dazugegeben. Schließlich wanderten noch 1 Dose Kichererbsen und 1 in Ringe geschnittene Stange Lauch in die Pfanne. Dann einmal ordentlich aufheizen.

250 ml Gemüsebrühe dienten zum Ablöschen, bevor ich 1 Dose Kokosmilch in die Pfanne gab. Dann ging es ans Würzen: Ordentlich Salz fehlte noch, auch etwas Pfeffer, und für den richtigen Curry-Geschmack gab es eine Menge exotisches Gewürz: 1 gestrichener TL Zimt und je 1 gehäufter TL Kurkuma, Koriander und Kreuzkümmel. Noch ein paar Tropfen Zitronensaft zum Abschmecken und fertig war die Laube.



Lass es mich so sagen: Ich kann schon verstehen, dass nicht besonders viele Menschen Fan von der Steckrübe sind. Im Rohzustand riecht sie wie Kohlrabi und daher lecker, im Curry allerdings machte sie sich mit einer herben bis bitteren Note breit, die ich nicht gerade angenehm fand. Der Rest vom Curry war allerdings richtig gut. Nun, es war einen Versuch wert.

Danke, liebe Anja, es hat nur ein bisschen bis zum Kochen gedauert :)

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Fischfreuden ganz ohne Angelschein

Samstag, 28. März 2015 19:39

Liebe Andrea,

bei der Suche nach frischem Fisch zog es mich einmal mehr weniger an den hiesigen Main, sondern zu dem Fischhändler meines Vertrauens. Denn auch dort bekommt man segenswerterweise und ganz ohne Angelschein eine feine Auswahl regionaler Fisch-Spezialitäten. So kam bei uns nahezu fangfrisch der

Saibling mit Kartoffel-Kräuterpüree und Romanesco

auf den Tisch. Pro Person hatte ich je ein Saiblingsfilet eingeplant und diese in je drei gleichgroße Stücke geteilt. Das die Zubereitung des Fischs heuer eine fixe Sache werden sollte kümmerte ich mich zuerst um die Beilage. Für das Püree setze ich geschälte und halbierte Kartoffeln in Salzwasser auf. Das Kartoffelwasser würzte ich mit einer handvoll frischem Thymian sowie 3 frischen Knoblauchknollen; die Knollen waren zwar frisch, enthielten jedoch nur winzige Zehen, sodass ich die Knollen halbierte und mit ins Kochwasser gab. Vorherige Selbstversuche hatten gezeigt, dass man mit 4-5 mitgekochten Knoblauchzehen die Kartoffeln fein parfümiert bekommt. Im salzigen Wasswerdampf über den Kartoffeln garte ich 1 Romanesco-Kopf. Ich finde, der Romanesco, eine Mischung aus Brokkoli und Blumenkohl, hat äußerlich etwas sehr apartes bis außerirdischwes und ist optisch immer wieder ein Hingucker.

Die trockengetupften Fischfilet-Stücke legte ich mit der Hautseite in eine mit wenig Öl gefüllte, heiße Pfanne. Bei mittlerer Hitze konnte sich sich Fischhaut schon knusprig braten und die Hitze langsam von unten durch das Fischfielt vorarbeiten. Als die Filest an der Oberseite glasig wurden, war es Zeit das Püree komplett durchzupressen, also inklusive Kartoffeln Kräuter und Knoblauch. 1-2 EL Butter, ein Jutsch Milch, ein weiter Jutsch Sahne, ein wenig Muskat und Salz rundeten das Püree ab, das ich zusammen mit dem in seine Röschen zerteilten Romanesco um die Fischfilets auf vorgewärmten Tellern anrichtete.
Die Fischfilets hatte ich vor dem Servieren für wenige Sekunden gewendet und auf dem Teller lediglich mit Meersalz gewürzt.



Der Fisch war nicht nur regional (und damit fürs Gewissen gut), sondern auch arg lecker (was wiederum dem Wohlfühlfaktor zugute kam). Schön also, wenn man für lecker Fisch nicht immer in die Ferne schweifen muss.

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Konichiwa, Sushi-san

Samstag, 21. März 2015 20:24

Lieber Christoph,

heute bin ich zu einer Geburtstagsfeier eingeladen. Auf meine Frage, ob ich etwas zu essen mitbringen soll, kam die Antwort: “Mach doch bitte ein Dessert.” Ich verfiel umgehend in Panik. Vor Dessert drücke ich mich nämlich sehr gerne, weil ich es einfach nicht so gut auf dem Zettel habe. Zufälligerweise kam mir George Takei auf Facebook zu Hilfe, auf seiner Seite wurde nämlich ein Video verlinkt, das zeigt, wie man

Frushi

macht, süßes Sushi mit Früchten.

Zuerst habe ich ca. 300 g Sushi-Reis unter fließendem Wasser abgespült und dann mit Wasser, etwas Salz und 3 EL Zucker in einem ausreichend großen Topf zum Kochen gebracht. Als das Wasser zu brodeln anfing, habe ich die Hitze auf untere Mitte heruntergedreht und den Reis – mit Deckel auf dem Topf – für 15 Minuten ziehen lassen.

Während dieser Zeit habe ich verschiedene Obstsorten geschält und in recht gleich große Stücke geschnitten. Am Start waren Erdbeeren (es ist ein wenig fragwürdig, im März Erdbeeren zu kaufen, aber was tut man nicht alles für seine Lieben), Himbeeren, Kiwi, Filets von 1 Orange und 1 Mango (Der Versuch, die Mangostreifen als Decke für eine Sushirolle zu verwenden, wie die Dame im Video es ganz nonchalant fertigbringt, ist kläglich gescheitert, daher kam das exotische Stück nicht zu seinem geplanten Einsatz).

Als der Reis gar war, habe ich ihn in einer Schüssel mit dem Inhalt 1 Dose Kokosmilch vermischt und weitere 15 Minuten ziehen lassen. Er war dann auch ausreichend abgekühlt.

Jetzt wurde es spannend: Eine Sushirollmatte habe ich mit Frischhaltefolie bedeckt und ein einigermaßen anständiges Reisquadrat darauf flachgedrückt. Ein Stück weit hinter den hinteren Rand habe ich das vorbereitete Obst gelegt und dann ging es ans Rollen. Einfach ist das nicht, aber es muss ja auch nicht immer alles perfekt sein.

Die fertige Reisrolle habe ich dann in einer Mischung aus geriebenen Mandeln und Kokosraspeln gewälzt. Mandeln und Kokos hatte ich vorher in einer Pfanne kurz trocken angeröstet.

Nach der Herstellung von zwei “Maki”-Rollen und der Notwendigkeit, nach deren Zubereitung meine Küche zu renovieren, wurde ich etwas ungeduldig und habe den restlichen Reis zu “Nigiri” verarbeitet, das sieht auch hübsch aus. Alles gut kühlen vor dem Servieren ist das A und O.


 

Das Frushi selber ist vegan. Meine Sauce aber nicht: Das verbliebene Obst habe ich mit Vanillequark und Milch püriert und mit etwas Zucker abgeschmeckt. Bestimmt kann man das Obst entweder mit Fruchtsaft pürieren oder eine vegane Milchversion benutzen.

Ich bin nun wirklich keine Dessertmaus, aber meine Güte, ist das lecker, man muss sich glatt davor verbeugen! Nachmachen empfehle ich ganz dringend!

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Mut zur Feige

Sonntag, 15. März 2015 13:52

Liebe Andrea,

die Feige und ich hatten bislang so überhaupt gar nicht zueinander gefunden. Sah ich Feigen auf dem Markt oder im Supermarkt strafte ich sie mit Missachtung. Ließ ich mich mal zu einer näheren Betrachtung herab, erschien mir allein schon die wachsweiche Konsistenz der Feigenfrüchte immer sehr suspekt. Eine erste zarte Annäherung zwischen Feige und mir gab es vor knapp 2 Jahren. Damals schenkte mit unsere liebe Freundin Méli ein Glas selbstgemachter Feigenmarmelade. Die Feigen stammten von einem Feigenbaum, der an der Côte d’azur steht. Und so reiste ich fortan bei jedem Feigenmarmeladenbrot in Gedanken nach Südfrankreich und fand die – zudem wahrlich wohl schmeckende – Feige zunehmend sympathisch.

Beim wochenendlichen Kochbuchstöbern nach Essens-Inspiration stolperte ich nun in einem Kochbuch – natürlich: Küche der Provence! – über ein spannendes Feigenrezept. Diesmal überwand ich all meine Vorbehalte und griff beim folgenden Einkauf mutig bei der Feige zu. So gab es bei uns die

Karamellisierte Feige mit Aah und Ooh

zum ersten und sicherlich nicht zum letzten Mal. Denn die Dinger taugen tatsächlich was! Für drei Personen sollten uns für’s Erste 5 reife Feigen reichen. Diese befreite ich vom Stiel- und Blütenansatz und setzte sie in eine Pfanne, in der sich bereits 30 g Butter aufgelöst hatte. Die Feigen hatte ich aus Stabilitätsgründen sanft in Form gedrückt, sodass die Früchte in der Pfanne nicht umkippten. 1 EL Zucker streute ich über die Feigen und goß 2 EL Wasser dazu. Die folgenden fünf Minuten schöpfte ich immer wieder süße Pfannenflüssigkeit über die Feigen und ließ diese bei mittlerer Hitze sanft köcheln.

In der Pfanne hatte ich vorher bereits 30 g Pinienkerne und 30 g Mandelstifte ohne Fett sanft hellbraun angeröstet und beiseite gestellt.

In einem zweiten, kleinen Topf verrührte ich 2 EL Wasser mit 2 EL Zucker und erhitzte das Gemisch sanft. Nachdem sich die Farbe des Zuckerwassers goldgelb färbte zog ich den Topf von der Flamme und gab weitere 2 EL Wasser unter Spritzen dazu; hier geht es wahrlich um Sekundenbruchteile, die über wohl duftendes Karamell und einen bitteren, pechschwarzen Fehlversuch entscheiden.

Den fertigen Karamell gab ich zusammen mit den gerösteteten Mandeln und Pinienkerne zu den Feigen in die Pfanne, rührte noch den Saft 1 kleinen Zitrone dazu und ließ alles bei mittlerer Flamme für finale 5 Minuten schmurgeln.



Die Feigen platzierte ich neben einem großen Klacks Crème Fraiche (ca. 50 g pro Portion) auf jedem Teller und goß die Karamellsauce darüber. Was soll ich sagen!? Mea culpa, Ficus: Du hast Dir Deinen nächsten Auftritt an unserer Essenstafel mehr als verdient!

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