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Wenn aus Äpfeln eine runde Sache wird

Dienstag, 18. Oktober 2016 16:25

Liebe Andrea,

die täglich empfohlene Verzehreinheit eines Apfels könnte ich ohne Probleme auch als Apfelkuchen zu mir nehmen; zusätzlich befeuert wird die Lust auf Apfel durch das derzeit reichhaltige Apfelangebot – es herbstelt halt’. Inspiriert aus einer nahezu historischen Kochzeitschrift (Erscheinungsdatum 1995!) habe ich mal wieder meine

Apfeltarte mit Marzipanbett

zubereitet. Eine hochgradig süchtig machende Version des Apfel-Klassikers aus Frankreich.

Für den Mürbeteig habe ich 250 g Mehl mit 125 g Puderzucker und 1 Prise Salz vermischt. Dann habe 150 g kalte Butter in kleine Stückchen geschnitten und zusammen mit 2 Eigelb und 3 EL Wasser zum Mehl gegeben und alles ordentlich zu einem geschmeidigen Teig verknetet.
Den Teig habe ich flachgedrückt, in Folie eingeschlagen und für 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

10 Minuten vor der Weiterverarbeitung habe ich den Teig aus dem Kühlschrank genommen und in der Zwischenzeit 100 g Marzipanrohmasse mit 50 g Puderzucker verknetet.
Den Teig habe ich dünn ausgerollt und mit einem Dessertring 15 cm große Kreise ausgestochen, 4 an der Zahl. Ebenso verfuhr ich mit der Marzipanmasse und lege die Marzipankreise auf die Mürbeteigkreise, die wiederum auf einem Backblech mit Backpapier Platz fanden.

3 Boskop-Äpfel entkernte, schälte und halbierte ich, dann schnitt ich sie in dünne Scheiben. Die Apfelscheiben legte ich dachziegelartig auf die Teigkreise. Darüber streute ich ordentlich Mandelblättchen und setzte je 1 Flöckchen Butter drauf. Aus aus Aluminiumfolie baute ich je einen Tortenring, den ich um die einzelnen Apfeltörtchen in spe setzte.



Das so bepackte Backblech schob ich für 20 Minuten in den auf 200° C vorgeheizten Ofen. Nachdem ich die Törtchen großzügig mit Puderzucker eingestäubt hatte, kamen diese für weitere 10 Minuten in Ofen (bis der Zucker sanft karamellisierte).
Die lauwarmen Törtchen bekamen zum Schluss noch eine frische Schicht Puderzucker und der Rest ist purer Apfel-Marzipan-Genuss.

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Birnen mit Leuchtkraft

Montag, 10. Februar 2014 20:19

Liebe Andrea,

vielleicht liegt es ja daran, dass ich lieber den Kochlöffel statt Backlöffel schwinge – und es mich daher immer ganz besonders freut, wenn ich mal wieder ein leckeres Backrezept entdeckt habe. Oder aber es lag einfach nur daran, dass es an einem kalten Winter-Sonntag nur wenig mehr gibt, das einem ein Strahlen ins Gesicht zaubert. Kurz: Meine

Birnentarte

war schnell gemacht und super-lecker. Für den Teig habe ich 400 g Mehl, 150 g Butter, 6 EL Puderzucker, 1 Eigelb, 1 Prise Salz und 2 EL kaltes Wasser miteinander verknetet und die Masse für 2 Stunden kühlen und ruhen lassen.

Hauchdünn ausgerollt habe ich den Teig dann in eine Tarteform gelegt und den Boden mehrmals mit einer Gabel eingestochen. Da es sich bei den frisch geschälten, halbierten, entkernten und in Fächer geschnittenen Birnen um recht saftige Vertreter handelte, habe ich den Teigboden mit ein wenig Gries bestreut. Das soll – so las ich in einem Birnenkuchenrezept – austretende Flüssigkeit aufsaugen helfen. Nachdem ich 5 Birnen auf dem Teig verteilt hatte verquirlte ich 1 Eigelb mit 1 Schuss Milch und pinselte die Birnenfächer mit diesem Eiergemisch ein. Danach streute ich noch generös Haselnusskerne über die Früchte und wiederholte dies etwas sparsamer mit braunem Zucker.



Und dann schon kam die zukünftige Birnentarte für knapp 30 Minuten in den auf 180° C vorgeheizten Ofen. Das Ergebnis zauberte –  wie oben bereits erwähnt – ein echtes Leuchten in aller Augen und bescherte uns an diesem Sonntag ein ganz besonders schönes Kaffeekränzchen.

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Ein sommerlicher Vorgeschmack auf Weihnachten

Donnerstag, 15. August 2013 12:21

Liebe Andrea,

ja, es ist Sommer! Aber wart’s nur ab: Schon in wenigen Wochen (wenn nicht sogar Tagen?) werden uns in den Supermärkten die ersten Weihnachtsmänner bzw. deren letzten Vertreter vom Vorjahr mit stanniolenem Grinsen daran erinnern, dass es nun schnurstracks Richtung Weihnachten geht.

Zeit also, eine Brücke zu schlagen, zwischen Leckereien aus dem Hier und Jetzt sowie dem, was da noch alles wiederkommen wird. Diese Symbiose fand ihre geschmackliche Offenbarung in einer neuen Version meiner

Apfeltarte, direction Noël

Diesmal jedoch probierte ich mal einen andern Teig aus und experimentierte auch in Sachen Belag. Für den Teig mischte ich 250 g Mehl mit 125 g Butter (in Stückchen), 90 g Zucker, 1 Ei sowie 2 Prisen Salz. Wir hatten zwar keine Weihnachtsmänner mehr aus dem Vorjahr, dafür aber noch einen Beutel gemahlener Haselnüsse, deren Mindesthaltbarkeitsdatum zum baldigen Verzehr mahnte. Somit gab ich noch 60 g gemahlene Haselnüsse mit in den Teig hinein, gemahlene Mandeln – so man diese auf Lager hat – würden sicher auch prima passen.

Nachdem ich den Mürbeteig unter Hinzunahme von 3 EL kaltem Wasser ordentlich per Hand durchgeknetet und zu einer Kugel geformt hatte, durfte sich dieser für 3 Stunden im Kühlschrank ausruhen. Eine Viertelstunde vor der Weiterverarbeitung nahm ich den Teig aus der Kühlung, rollte diesen dünn aus und legte eine gebutterte Tarteform damit aus.

Ohne vorheriges Blindbacken schichtete ich 3 Äpfel, jeweils geschält und in 16 Teile geschnitten, dachziegelförmig auf den Teig und drückte die Apfelstücke dabei sanft in die weiche Teigmasse. Danach kam die Form für 15 Minuten in den auf 170° C vorgeheizten Ofen.

In der Zwischenzeit verrührte ich 4 Eigelb mit 1 Tütchen Vanillezucker (Bourbon), 40 g Zucker, 4 Prisen Zimt sowie 200 ml Sahne. Die Mischung gab ich dann über die Äpfel und ließ die Tarte für weitere 35 Minuten bei 160° C im Ofen fertigbacken.



Mit einer schönen Tasse Kaffee ließ sich die kommende Weihnachtszeit geschmacklich durchaus erahnen. Die hungrigen und eigentlich auf Pflaumenkuchen wartenden Wespen erinnerten uns jedoch schnell wieder daran, dass wir uns aktuell noch deutlich in der warmen Jahreszeit befinden.

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Kaffeekränzchen mit den Demoiselles Tatin

Sonntag, 4. März 2012 17:01

Liebe Andrea,

in fast jedem Frankreich-Kochbuch findet man ihr Rezept, vor Ort selber habe ich den legendären Apfelkuchen der Schwestern Tatin jedoch noch nie zu Geschmack bekommen. Zeit also, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und eine

Tarte Tatin

zu backen, also einen im weitesten Sinne gestürzten Apfelkuchen. Das Schöne, weil Praktische bei diesem Kuchen ist, dass er kopfüber gebacken wird. Daher habe ich zuerst 120 g Butter in einer ofentauglichen Pfanne geschmolzen und ca. 90 g Zucker eingestreut. Die nächsten 5-8 Minuten habe ich bei moderater Hitze ein klassisches Karamell zubereitet, in das dann gesechstelte Apfelstücke kamen. Die geschälten Apfelstücke, die ich vorher in ein wenig Zitronensaft geschwenkt hatte, sollten dicht an dicht in der Pfanne Platz nehmen. Die nächsten 20 Minuten dürfen die Apfelspalten dann ihr Bad im Karamell genießen. Ein Hin- und Herschwenken der Pfanne überzieht die Äpfel gleichmässig mit der Karamellmasse.

Die meisten Rezepte, die ich zu diesem französischen Apfelkuchen gefunden haben, sehen als Boden einen Mürbeteig vor. Ein Rezept jedoch basierte auf Blätterteig – und von dem hatten wir noch eine Fertigrolle in der Kühlung. Mit dem Teig habe ich dann die Äpfel abgedeckt und die Pfanne für 20 Minuten in den auf 190° C vorgeheizten Ofen geschoben.



Nachdem der Teig den gewünschten Bräunugsgrad erreicht hatte, nahm ich die Pfanne aus dem Ofen und stürzte nach kurzer Ruhezeit die Tarte auf einen Teller. Spätestens bei einer Tasse Kaffee wurde uns dann auch klar, warum wir diesen Kuchen in Frankreich noch nie vorgesetzt bekommen haben: Er schmeckt einfach zu gut, um ihn mit anderen zu teilen…

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Rhabarberbarbarabarbarenbärte

Samstag, 7. Mai 2011 9:51

Lieber Christoph,

geht es Dir auch so? Es gibt wenige Aromen, die mich an meine Kindheit erinnern, aber eines davon ist definitiv das von Rhabarber. Der säuerlich-bittere Geruch, der freigesetzt wird, wenn man die Stangen schält, versetzt mich sofort zurück in die Siebziger. Als Kompott mochte ich Rhabarber überhaupt nicht, aber den Kuchen, den meine Schwester einmal in einem Anfall von Backwahn produzierte (der kam mit Vanillepudding daher) war wirklich sehr lecker.

Rhabarberkuchen schmeckt aber auch so:

Ein Pfund Rhabarber wird geschält und in kleine Stücke geschnitten. Diese lässt man mit 2 EL Zucker überstreut eine Zeitlang ziehen.

3 Eier werden zusammen mit 200 g Zucker schaumig geschlagen. Dazu kommen 375 g Buttermilch, bevor man 375 Mehl, vermischt mit 1 EL Backpulver, unterrührt: fertig ist der Teig.

Für den einfachen Transport habe ich den Kuchen in einer gefetteten Reine von 35 x 25 cm gebacken, eine große Springform geht aber genau so gut. Man gibt den Teig in die Form und den Rhabarber dazu. Diesen drückt man leicht in den Teig ein und backt den Kuchen für 20 Minuten bei 180 °.

Nach diesen 20 Minuten gibt man eine Mischung aus 1 Becher Schlagsahne, einer Handvoll gehobelter Mandeln und etwas Zucker auf den halbgaren Kuchen und backt ihn für weitere 20 Minuten, bis die Ränder goldbraun werden.



Vom fertigen Kuchen bekommt aber nur etwas ab, wer mindestens die Hälfte dieses Textes auswendig aufsagen kann 🙂

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