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Das Ragout der Lämmer – Pasta, meine Pasta (34)

Sonntag, 12. März 2017 11:01

Liebe Andrea,

diese Woche stand mal wieder ein Pastagericht aus der Rubrik Ohmeingottwieleckeristdasdenn auf unserem Esstisch. Bei überschaubarem Zeitaufwand und Materialeinsatz ein Grund mehr, die Einzelheiten von

Makkeroni mit Lammragout

an dieser Stelle in einem Küchenmonolog festzuhalten. Frisch durchgedrehte 300 g Lammhack gab ich in eine Pfanne, in der ich bereits ca. 3 EL Olivenöl ordentlich aufgeheizt hatte. Das Hack liess ich Farbe nehmen und krümelig werden, dann gab ich 1 rote Zwiebel und 3 Knoblauchzehen, beides fein gewürfelt, sowie die kleingeschnittenen Nadeln von 2 Rosmarinstängeln dazu. Bei reduzierterer Hitze schwitze ich den Pfanneninhalt für weitere 5 Minuten an, dann kam die Tomatenfraktion dazu: 3 EL Tomatenmark, das ich kurz in der Pfanne verrührte, sowie 400 stückige Dosentomaten.

Mit 2 TL Zucker sowie einer generösen Prise Meersalz würzte ich die Sauce, die sich nun bei kleinster Hitze weiterentwickeln durfte, und setzte das Wasser für die Nudeln auf. Das kochende Wasser salzte ich ordentlich und gab die Pasta hinein. Von dem wallenden Nudelwasser schöpfte ich nach und nach zwei Kellen zum Sugo rüber, damit dies nicht zu trocken wurde.



Zwei Minuten vor dem empfohlenen Garzeitende schüttete ich die Makkaroni ab und vermengte diese mit dem Sugo in der Pfanne. Zwischenzeitlich hatte ich für die, dies’s dazu mögen, frischen Parmesan gerieben, verteilte die Pasta auf Tellern und würzte die Portionen von denen, die es mögen, frisch mit Pfeffer. Der Rest war pures Glücksgefühl, begleitet von einem leckeren roten Landwein.

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Auch der Sommer hat ein Ende. Und die Wurst hat zwei.

Donnerstag, 6. Oktober 2016 15:43

Liebe Andrea,

in den letzten Spätsommertagen dieses Jahres hatten wir mehrfach Glück. Zum einen klopfen gleich mehrere Juni-Tage, die ihren Einsatz verpasst hatten, an die September-Türe und wurden hereingelassen. Zum anderen teilte unser Familienumfeld gleich mehrmals die reiche Ernte sonnengereifter Tomaten mit uns. Da drängte sich ein neues Tomatengericht geradezu auf. Mit meiner Variante der

Merguez auf Ofentomaten

kam zudem eine geschmacklich bombige Geschichte auf den Tisch. Vor allem aber habe ich jetzt endlich den entscheidenen Kniff herausgefunden, wie sich Merguez-Würstchen sprotzelfrei knusprig zubereiten lassen: Das Geheimnis liegt darin, die Würstchen zuerst einzustechen und dann im Ofen zu garen. So geschehen mit meinen Merguez. Die beidseitig mehrmals mit einer Gabel eingestochenen Lamm-Würstchen habe ich zunächst ohne weitere Zutat in einer Auflaufform in den auf 170° C vorheizten Ofen gelegt.

In der Zwischenzeit habe ich unterschiedlich große und bunt gefärbte Strauchtomaten gewaschen, entstrunkt und halbiert bzw. die größeren Modelle geviertelt.
Nachdem die Merguez 10 Minuten allein im Ofen vor sich hingegart hatten habe ich die Würste aus der Form genommen und die Tomaten mit dem ausgetretenen Fleischsaft vermischt. Dann legte ich die Würstel auf der Tomatenbett, streute noch die kleingehackten von 2 Zweigen Rosmarin darüber und schob die Form für weitere 10 Minuten in den heißen Ofen.



Und das war’s auch schon. Ein kühler Rosé und frisches Baguette sind sehr angenehme Begleiter für diesen sommerlich geprägten Imbiss, der sich so schnell wie möglich wiederholen lassen sollte – sonnengereifte Geschmacksbomben in Tomatenform vorausgesetzt.

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Den Sommer in die Pfanne hauen

Donnerstag, 2. Juni 2016 7:25

Liebe Andrea,

auch dann, wenn sich der Frühsommer mit seinen Vorzügen im wahrsten Wortsinne bedeckt hält, lässt sich die eine oder andere Begleiterscheinung durchaus genießen. Unsere frischen Kräuter aus dem Garten zum Beispiel bieten sich auch bei Regenwetter dazu an, den Duft des Sommers ins Haus zu holen. Für mein

Zucchini-Omelette mit Rosmarin

habe ich tief in der Vergangenheit gestöbert, in einer Zeit, in der sich Fernsehköche noch nicht inflationär über die Bildschirme kochten. Einer, der auch für mich einen festen Sendeplatz am Samstag nachmittag hatte, war Alfred Biolek. Und in einem von Bios Kochbüchern wurde einmal ein kritisches Omelette vorgestellt.

Für meine Version des Omelettes habe ich 1 mittelgroße Zucchini längs geviertelt und in Scheiben geschnitten. Zusammen mit 1 großen Zwiebel, halbiert und in Ringe geschnitten, schwitze ich die Zucchinistücke mit ausreichend Olivenöl heiß an. Je griechischer das Olivenöl, desto intensiver wird am Ende der Geschmack des Gerichts.

Nachdem die Zucchinistücke langsam Farbe annahmen, gab ich noch 1 Knoblauchzehe und die Nadeln von 3 Zweigen Rosmarin, alles schön kleingeschnitten, in die Pfanne.



In einer separaten Schüssel verklepperte ich 4 Eier, goss die Eiermasse in die Pfanne, legte den Deckel auf und liess das Omelette bei niedriger Hitze ca. 7 Minuten lang stocken. Mit Hilfe eines großen Tellers wendete ich die Eierspeise, um diese auch auf der anderen Seite ein wenig ohne aufgelegten Deckel anzubraten.

Und das war’s dann auch schon. Hocharomatisch, lecker saftig, kross und lecker. So lässt sich eigentlich zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter ein Stückchen Sommer genießen.

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Geometrie mit kleinen Fischen

Donnerstag, 26. Mai 2016 10:12

Liebe Andrea,

kürzlich stellte sich mir mal wieder die ganz spontane Frage: Was tun an einem überraschend frei verfügbaren Abend? In einem von vielen Terminen und anderen Fixgrößen bestimmten Leben kommt so etwas tatsächlich äußerst (und viel zu selten) vor. Ich blätterte Rezeptbücher, ging einkaufen, legte mir ein die passende Musik bereit und hatte entspannten und schönen Abend. Kulinarisch begleitet wurde dieser Abend von einem Gericht, für das ich hier im Haushalt nur schwer Begeisterte finde. Aber die

Pissaladière

wollte ich immer schon einmal ausprobieren. Nun war es soweit. Die französische Zwiebelpizza mit Oliven und Sardellen wir häufig mit einem Hefeteig zur Zubereitung angeboten. Um bewusst weg von dem Pizza-Image dieser Köstlichkeit zu gelangen entschied hielt ich mich für einen Vorschlag unseres 365-Tage-Kochs Stéphane Reynaud und wählte als Basis Blätterteig. Der eigenwillig anmutende Name Pissaladière übrigens leitet sich vom französischen Pissalat an, was nichts anderes als zerkleinerte Sardellen bedeutet.

Zuerst einmal schälte ich 4 große Zwiebeln, halbierte diese und schnitt sie in nicht zu dünne Ringe. Die Zwiebelringe schwitzte ich für knapp 7 Minuten in Olivenöl glasig an. Da es keine weißen Zwiebeln mehr gab, nahm ich übrigens rote Zwiebeln.
1 handvoll schwarze Oliven entkernte ich und zerkleinerte sie zusammen mit den Nadeln von 3 Zweigen Rosmarin im Mixer. Diese Olivenmasse verstrich ich mit der Rückseite eines Löffels auf dem Blätterteig. Da es Blätterteig mittlerweile auch abseits des Tiefkühlregals zu kaufen gibt, nahm ich eine Rolle mit 375 g Blätterteig aus dem Kühlregal und rollte diesen vor dem Bestreichen mit der Olivenmasse auf einem Backblech aus.
Danach verteilte ich die Zwiebelringe über dem Teig und öffnete 1 Glas Sardellen in Öl. Die markanteste Gemeinsamkeit von nahezu allen Rezepten und Abbildungen der Pissaladière ist die geometrische, rautenförmige Garnier-Anrichtung der Sardellen. Natürlich hielt auch ich mit daran und setze in die fertigen Sardellen-Rauten je eine schwarze Olive.



Das Backblech schob ich für 20 Minuten in den auf 200° C vorgeheizten Ofen, entkorkte eine Flasche südfranzösischer Provenienz, legte eine DVD von Patrick Bruel ein (das Wetter war leider alles andere als ein lauer Sommerabend) und beamte mich danach Bissen für Bissen weit in unser Nachbarland hinein. Kurz: Es wurde ein schöner Abend.

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Huhn nach Art des französischen Hauses

Donnerstag, 27. August 2015 7:52

Liebe Andrea,

sollte meine kulinarische Berichterstattung aus dem südfranzösischen Urlaubsdomizil in letzter Zeit überhand genommen oder gar zu Verdruss geführt haben, kann ich Dich beruhigen: Dies ist der vorerst letzte Beitrag des monologen Küchenlebens im Süden Frankreichs und ein weiterer Nachweis dafür, wie schnell doch so eine Woche des Müßiggangs vorübergehen kann …

Für mein

Poulet „Les Tourelles“

lief mir im hiesigen Supermarkt – weniger lebendig und dann noch in Teilen – ein ehemals freilaufender Mistkratzer über den Weg. Und so nahm ich die 2 Hähnchenkeulen unter meine Obhut und bereitete diese wie folgt zu:

Zuerst einmal schnitt ich 2 Zucchini, 1 Karotte und 1 Gemüsezwiebel in passende Würfel. Die Hühnerkeulen rieb ich mit Meersalz ein und legte diese in einen mit Olivenöl aufgeheizten Topf. Nachdem die Keulen beidseitig knusprig und goldbraun angebraten waren, nahm ich diese heraus und schüttete das Bratfett ab. In neuem Olivenöl schwitzte ich 150 g Speck in Streifen an und gab nach kurzer Zeit das Gemüse und die Zwiebeln dazu.

Nachdem alles schön Farbe angenommen und einen großartigen Duft in der Küche verteilt hatte, goss ich 200 ml Hühnerbrühe (Instant) sowie 200 ml Roséwein an, legte frisch gepflückten Rosmarin aus der Nachbarschaft dazu, gab noch 1 TL Kräuter der Provence hinterher und legte erst die Hühnerkeulen in den Topf, dann den Deckel auf den Topf.

Danach folgte bei kleiner Flamme eine 30-minütige Wartezeit, die wir uns mit dem Aperitif auf dem Balkon vertrieben.



Kurz unterbrochen wurde der Apéro lediglich durch das Einstreuen von 1 Tasse Reis in den Topf bzw. die Flüssigkeit. Bei weiterhin kleiner Hitze und aufliegendem Deckel zog der Reis gar und nahm sich derweil der überschüssigen Flüssigkeit an.

Am Ende hatten wir ein dufte Hähnchen vor uns auf dem Teller liegen. Begleitet vom Zirpen der Grillen und einem trockenen Landwein genossen wir einmal mehr einen schönen Abend an der Côte d’Azur – und natürlich das Baguette dazu und den Käse danach.

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SO schmeckt der Sommer

Dienstag, 11. August 2015 13:34

Liebe Andrea,

wer eigentlich hat die Meinungshoheit über den Geschmack des Sommers gepachtet? Nur weil ein großer Lebensmittelkonzern viel Geld in die Verbreitung seines Claims steckte, muss der Sommer noch lange nicht (nur) nach Speiseeis schmecken.
Wie der Sommer an sich sind auch die Geschmäcker verschieden. So findet man immer wieder einzelne Geschmacks-Nuancen, die man selber gerne mit der – in aller Regel – warmen Jahreszeit verbindet. Die

Tomatentarte

nach unserem aktuellen Haus- und Hof-Inspirator Stéphane Reynaud gehört für mich definitiv zum Geschmacks-Potpourri des Sommers. Und zubereitet ist das alles genauso entspannt, wie auch ein schöner Sommertag sein sollte.

Das beginnt schon mit dem Fertig-Blätterteig. Die bereits auf Backpapier eingerollte Teigplatte mit 250 g Blätterteig rollte ich der Länge nach auf ein Bachblech und streute knapp 3 EL Griess darüber; der Griess hilft, den Teig später nicht allzu schwammig werden zu lassen.
Dann schnitt ich 8 Tomaten in ca. 0,4 cm breite Scheiben und verteilte die Tomatenscheiben leicht überlappend auf dem Teig.

Ebenso verfuhr ich mit 3 Mozzarella-Kugeln à 125 g. Die Mozzarella-Scheiben verteilte ich gleichmässig auf den Tomaten. Es folgten 5 Knoblauchzehen von einer frischen Knoblauchknolle, die ich längs in Scheiben schnitt und zwischen dem Mozzarella platzierte.
Ein leicht angetrockneter Strauß Thymian spendete danach flächendeckend seine würzenden Blätter, ebenso die kleingeschnittenen Nadeln von 2 Zweigen Rosmarin. Final streute ich noch etwas Meersalz über die angehende Tomatentarte und beträufele alles mit Olivenöl.



Fertig belegt wanderte die Tarte für 30 Minuten in den mit Umluft auf 180° C vorgeheizten Ofen. Und während ich noch überlegte, in welchem Eckchen unseres Gartens und mit welchem Sommergetränk wir das Endergebnis genießen würden, durchströmte ein herrlicher Sommerduft unsere Küche.
Der Rest ist ein weiteres Kapitel über eins von vielen wunderbaren Geschmackserlebnissen, mit denen man den Sommer immer wieder gerne verbindet…

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Wenig Brass mit der Brasse

Sonntag, 11. Mai 2014 14:46

Liebe Andrea,

sicher habe ich es an anderer Stelle schon einmal erwähnt, dass die Dorade zu meinen Lieblingsfischen zählt. Dieser Fisch hat nicht nur festes Fleisch und einen feinen Eigengeschmack, er ist auch schnell zubereitet und gottlob auch in unseren Breitengraden regelmässig zu haben. Von den verschiedensten Zubereitungsarten ist mir die

Dorade aus dem Backofen

die liebste. Hier ist der Aufwand überschaubar und das Ergebnis eigentlich immer gut.
Für den vorliegenden Monolog habe ich die Fische auf einem Tomatenbett drappiert, damit das zum Essen gereichte Baguette später auch noch eine tragende Aufgabe bekommen sollte.
Dazu habe ich erst einmal 1 Fenchelknolle in dicke Scheiben geschnitten und diese in Stücke geteilt. Mit einer ebenso zerkleinerten Zwiebel schwitzte ich das Gemüse in ordentlich Olivenöl in einem Topf an. Ich löschte mit einem ordentlichen Schuss Pastis ab und ließ die Flüssigkeit etwas einköcheln, dann kamen 400 g stückige Tomaten sowie 50 g Kräuter der Provence mit dazu. Eine Prise Zucker und Salz sowie Pfeffer aus der Mühle würzten den Sugo.

Nach kurzer Einkochzeitz bei kleiner Flamme verteilte ich den Sugo in einer Reine und legte die geschuppten und ausgenommenen Fische darauf. In jeder Fischbauchhöhle befanden sich je 2 halbierte Knoblauchzehen sowie ein paar Zweige frischer Thymian und Rosmarin.
Die nächsten 20 Minuten verbrachten die Fische im auf 200° C vorgeheizten Ofen und wir mit einem Gläschen Weißwein zum Aperitif.



Der Hauptgang war aromenreich und lecker. Und auch das Weißbrot langte, um die am Ende blitzblanken Teller von der übrigen Sauce zu reinigen.

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Little Red Rooster

Samstag, 27. April 2013 22:58

Liebe Andrea,

es war mal wieder Zeit für ein Hähnchen. Schon lange wollte mal ich eines von den Rezepten auf Tomatenbasis aus meinem Fundus zubereiten, eines mit Speck und das andere mit schwarzen Oliven. Am Ende jedoch entschied ich mich für ein weder-noch – und das Ergebnis war dennoch hochgradig schmackhaft. Aber der Reihe nach. Für meinen

Tomatenhahn (Tomatenhuhn-Reprise)

teilte ich zunächst einen gar nicht so kleinen Fleischhahn (1,7 kg) in 7 Teile. Diese salzte ich und erhitze im Bräter ein wenig Olivenöl. Danach kamen alle Fleischstücke der Reihe nach dran und durften bei hoher Hitze Farbe annehmen. Bevor ich nun 2 Selleriestangen, in kleine Stücke geschnitten, kurz anschwitzte, entsorgte ich das Bretfett und gab 1 EL Olivenöl in den Bräter. Dazu presste ich 2 Knoblauchzehen.
Den Bratensatz löschte ich dann mit 200 ml Hühnerbrühe und 100 ml Weißwein ab und gab 1 Dose Coktailtomaten dazu. An Gewürzen kamen 1 TL Salbei, 1 TL Rosmarinpulver, 2 TL Kräuter der Provence sowie ein paar Zweige frischer Rosmarin und 2 TL Zucker in den Sud. Dem folgten dann die Hühnerteile, die im offenen Bräter ca. 40 Minuten bei sanfter Hitze vor sich hinschmurgelten.
Als ich 10 Minuten für Garende das Wasser für die begleitenden Bandnudeln aufsetzte, parkte ich die Hähnchenteile in einer Reine im auf 100° C vorgeheizten Ofen und reduzierte die Tomatenflüssigkeit im Bräter.



Mit dem Garpunkt der Pasta war die Sauce auf ein angenehmes Maß reduziert und hatte eine nicht mehr allzu flüssige Konsistenz.
Dann ging es mal wieder alles ganz schnell. Die Nudeln aufgedreht und auf den Tellern plaziert, je ein Hühnerteil daneben gelegt, mit Sauce begossen, ab an den Tisch – und in Rekordzeit sehr lecker genossen.

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Genuss, der durch Mark und Bein geht

Sonntag, 17. Februar 2013 19:30

Liebe Andrea,

schon wieder ein Klassiker. Schon wieder Italien. Und schon wieder ganz schön lecker. Mein neuer Küchenmonolog ist zwar ein Nachgesang auf die White-Table-Ausgabe Nr. III, wenn auch – oder besser: selbstredend – mit ein paar eigenen Interpretationen zum

Osso buco

Dabei fängt dieses Gericht doch immer gleich an. Man nehme also: „Ein paar Beinscheiben vom Kalb…“.
Diese Kalbsbeinscheiben habe ich mehliert, in einem Bräter mit ausreichend Olivenöl von beiden Seiten scharf angebraten, herausgenommen und beiseite gestellt. Als nächstes habe ich geschälte und gestiftelte Möhren, ebenso vorbereitete Staudensellerie und grob gewürfelte Zwiebeln – allesamt im gleichen Mengenanteil – in das Bratfett gegeben, die Hitze reduziert und ein wenig angeschwitzt.
Dann legte ich ein paar Zweige Rosmarin sowie 2 Lorbeeblätter auf das Gemüse und schichtete die Beinscheiben obendrauf. Mit dem Inhalt einer 400g-Dose Cocktailtomaten, 150 ml Weißwein und 150 ml Rinderbrühe löschte ich ab, warf noch 10 schwarze Pfefferkörner dazu und legte für die nächsten 2,5 Stunden den Deckel auf. Das Aroma, das bei kleinster Hitzezufuhr aus dem Bräter strömte verhieß schon im voraus hohen Genuss.
Zum Ende der Garzeit nahm ich die Beinscheiben, von denen sich das Fleisch bereits sanft löste, mit einer Suppenkelle aus dem Bräter und stellte diese in einer Reine in den auf 90° C vorgewärmten Backofen. Auch die dicken Rosmarinstängel fischte ich heraus, erhöhte die Temperatur im Bräter und füllte ein kleines Schälchen mit zwei Suppenkellen Sauce. Diese verquirlte ich mit knapp 1,5 EL Mehlbutter und gab das Gemisch zurück in die nun aufwallende Flüssigkeit im Bräter.



Nachdem die Sauce eine geschmeidige und glänzende Konsistenz erhalten hatte, platzierte ich die Beinscheiben zusammen mit al dente gekochten Tagliatelle auf Tellern und gab die Sauce über Fleisch.
Auf die an so vielen Stellen ach so sehr besungene Gremolata verzichtete auch ich und vermisste sie kein bisschen. Da auch genügend Nachschlag von allen Komponenten zur Verfügung stand, wurde dies nicht nur ein leckerer, sondern auch ein sehr ausgefüllter Abendschmauss.

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Viele Zehen machen auch keinen Fuß

Sonntag, 15. Juli 2012 20:04

Liebe Andrea,

es gibt Küchenklassiker, die – rein namentlich – eindeutig mehr versprechen, als sie schlussendlich auf den Teller bringen. Das Poulet aux quarante gousses d’ail, das Huhn mit 40 Knoblauchzehen, ist so ein Fall. Sicher: Allein der Name lässt ehrfürchtig Luft holen – und diese auch nicht mehr Ausatmen, da der bloße Gedanke an 40 Knoblauchzehen automatisch einen Knofi-Atem zu verleihen droht.

Bereits beim Rezepte-Setup jedoch entfuhr mir ein unweigerliches: „Ja wie, ist das alles!?“ Aber wir pimpen unsere Grundvorgaben ja immer ein wenig. Und so kam ich zu meinem

Brathahn mit 40 Knoblauchzehen im Weißweinsud

Einen Fleischhahn von 1,8 kg salzte ich außen und innen und füllte ihn mit allerlei frischem Kraut: Rosmarin, Thymian und Salbei.

Danach wurde der Hahn allseitig bei sanfter Hitze in Olivenöl goldbraun gebraten, kurz aus dem Bräter genommen und dann auf einem Bett von 40 (in Worten: vierzig) Knoblauchzehen seitlich in Position gebracht. Der Knoblauch wird dabei übrigens „en chemise“, also ungeschält, mitgeschmort. Deckel drauf und ab in den auf 180°C vorgeheizten Ofen. Nun folgte ein viertelstündliches Wendemanöver, bis der Hahn auf dem Rücken für weitere 30 Minuten seine endgültige Liegeposition fand. Bei jedem Wenden goss ich ein kleines Glas Weißwein in den Topf hinein, der ansonsten fest verschlossen blieb. Nach dem ersten Wenden fanden auch noch eine handvoll Cocktailtomaten ihren Weg in den Sud.



Am Ende waren das Geflügel durch, der Knoblauch pastös weich und der Sud geschmacklich durchaus passabel. Ein trockener Rosé sowie frisches Baguette rundeten das frankophile Mahl ab, das jetzt keine Sternstunde unserer Analogien war. Aber Knoblauch verliert bei diesem Garmanöver all seinen Schrecken und schmeckt – ohne Reue am Tag danach – einfach nur lecker; vor allem dann, wenn er aus der Schale gedrückt und das Püree aufs Weißbrot gestrichen wird. Ein solides Leckeressen mit Huhn war diese Analogie somit allemal.

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