Tag-Archiv für » Rinderhack «

Neues vom Grill

Dienstag, 13. Juni 2017 9:16

Liebe Andrea,

Sommerzeit ist Grillzeit. Sicher, mancher Hardcore-Griller grillt erst am 31.12. ab, nur um am 01.01. wieder anzugrillen… Aber unsereins hält sich beim Grillen dann eher an den naturgegebenen Grill-Fahrplan, der sich am warmen, trockenen Wetter orientiert.
Doch bereits seit geraumer Zeit versuche ich, auch beim Grillen nicht nur auf fertig produzierte Massenware zurückzugreifen, sondern auch hier so wenig wie möglich auf „processed food“ zu setzen – Qualität setzt sich dann eben doch durch. Und das bringt immer wieder neue Grill-Highlights auf unsere Teller, so wie meine Interpretation der

Cevapcici vom Grill

die sicher auch als Pfannen-Variante ordentlich was hermachen. Für 500 g Rinderhack zermörserte ich 1 EL Kreuzkümmel und 1 EL Koriandersamen. Die Gewürze gab ich mit 1 EL Bohnenkraut (getrocknet) sowie einer ordentlichen Portion Meersalz und Pfeffer zum Fleisch. 
Dazu gesellte sich noch 1 Zwiebel, die ich zuvor kleinstgewürfelt und in Olivenöl weich angeschwitzt hatte.



Die ordentlich vermengte und duchgeknetete Masse formte ich mit leicht eingeölten Händen zu länglichen Quadern und stellte diese kühl. Die Hälfte der (gar nicht so runden) Röllchen versah ich vor dem Grillen noch mit einem Holzspieß; dieser verbrannte zwar hernach ein wenig, liess das Röllchen zu Tisch dann aber als Fleisch am Spieß genießen.

Die mit nur wenig Öl eingepinselten Fleischrollen garte ich dann von allen vier Seiten auf dem Holzkohlegrill. Mit einer Grillsauce nach Wahl, ganz hervorragend passte Ajwar, waren die Röllchen geschmacklich alles andere als kantig, sondern ordentlich lecker.

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Schwedenhappen ohne Inbus-Schlüssel

Montag, 6. Juni 2016 7:48

Liebe Andrea,

beim Stichwort Schweden assoziiert jeder von uns ganz bestimmte Dinge. Neben Abba, Pippi Langstrumpf, Elch und Volvo nicht selten auch IKEA. Und irgendwie steht das schwedische Möbelhaus auch mit unserer aktuellen Analogie in Verbindung. Denn neben Knäckebrot, Dill-Happen und Hot Dog sorgt der Möbelschwede mit kleinen Fleischbällchen für die kulinarische Grundversorgung vor Ort. Für diese

Köttbullar

muss man jedoch nicht zuerst durch das schier endlose Labyrinth einer Möbelausstellung irren, man kann sie auch daheim genießen. Also denn: Ran an die Buletten!

Vorbereitend zu meinen schwedischen Fleischbällchen vermischte ich 4 EL Semmelbrösel mit 4 EL Wasser und liess die Mischung fünf Minuten quellen. In dieser Zeit würfelte ich 1 Zwiebel sehr fein und schwitze die Zwiebelwürfel sanft in Olivenöl an.

Semmelbrösel und Zwiebelwürfel gab ich in eine Schüssel mit 400 g Bio-Rinderhack und mischte 1 Ei, 1 EL Petersilie, 1 TL Salz sowie 3 Pimentkörnern, fein zermörsert, darunter.

Aus der ordentlich durchgekneteten Fleischmasse formte ich knapp 30 kleine Fleischbällchen; das ging ganz hervorragend mit regelmässig eingeölten Fingern. Buletten dieser Größenordnung backe ich mittlerweile gerne im Ofen. Diesmal jedoch hatte ich es – die für Köttbullar typische Sauce lässt grüßen – auf den Bratensatz abgesehen. So wanderten die Fleischbällchen mit Olivenöl in die heiße Pfanne und ich liess sie von allein Seiten Farbe annehmen. Dann nahm ich die Fleischbällchen aus der Pfanne, rührte 1 EL Mehl ins heiße Öl und löschte mit 400 ml Kalbsfond ab. Zu der sich nun bei Hitze reduzierenden Flüssigkeit goss ich knapp 150 ml Sahne und rührte 2 EL Johannisbeergelee dazu.



Dann gab ich die Fleischbällchen zurück in die Sauce und schwenkte sie darin. Zwischendurch hatte ich geschälte Kartoffeln weichgekocht, durchgepresst und mit Butter, Milch und Muskatnuss zu einem schlotzigen Püree gerührt. Das Kartoffelpüree war die perfekte Beilage für die Köttbullar mit ihrer unvergleichlichen Sauce.

Und weder vorher, noch nachher, musste irgendein Regal oder ein anderes Möbelstück aufgebaut werden. Smaklig måltid!

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Die große Buletten-Braterei

Montag, 8. Februar 2016 11:52

Liebe Andrea,

Fleischbällchen kommen nicht nur in schwedischen Möbelhäusern prima an. Auch auf Geburtstagen, Firmenfeiern, beim Picknick und zum Karnevalszug sind Frikadellen oder Buletten immer ein Garant für gute Verpflegung. Vor allem dann, wenn man nicht zu Fertigware greift, sondern selbst Hand legt. Muss die Metzgerware laut deutscher Frikadellen-Verordnung Zutaten in klar geregelten Mengenverhältnissen beinhalten, darf man in der heimischen Küche durchaus freestyliger werden. Für die Serienproduktion meiner

Frikadellen aus dem Ofen

habe ich keinerlei altbackenes Brötchen eingeweicht, sondern auf gekochte Kartoffeln zurückgegriffen. Um am Ende knapp 100 Frikadellchen aus dem Ofen zu holen habe ich 1 kg Rinderhack und 1 kg gemischtes Hack (Rind-Schwein) als Basis genommen. 4 große Kartoffeln habe ich geviertelt und in Salzwasser gar gekocht. In der Zwischenzeit habe ich 3 Zwiebeln klein gewürfelt und in Olivenöl sanft angeschwitzt sowie 200 g Parmesan fein gehobelt.

Die fertigen Kartoffeln habe ich kurz ausdampfen lassen und mit der Kartoffelpresse zum Hackfleisch gepresst. Ebenfalls dazu kamen die weich geschwitzten Zwiebelwürfel, der geriebene Parmesan, 4 Eier, Salz , Pfeffer und 50 g getrocknete Petersilie (gerebelt).

Nachdem alle Zutaten ordentlich miteinander vermischt sind – das geht immer noch am allerbesten mit den Händen – habe ich ein Schälchen mit Olivenöl und zwei Backbleche mit Backpapier bereitgestellt. Nun tauchte ich die Finger der einen Hand in das Olivenöl, rieb beide Hände damit ein, griff mir ein wenig der Hackfleischmasse und rollte diese mit den beiden Handflächen zu Bällchen. Das ganze wiederholt sich danach noch ein paar Mal, bis die zwei Bleche ordentlich mit den Bratlingen belegt sind. Idealerweise haben die Hackbällchen die gleiche Größe und etwas Abstand zueinander.



Im auf 200° C vorgeheizten Ofen brauchen die Frikadellchen knapp 30 Minuten zum goldbraun braten; keine Option (für mich) wäre es, die Hackbällchen portionsweise in einer Pfanne anzubraten!
Am Ende steht ein großer Berg herrlich duftender und hochgradig leckerer Hackbällchen, die man (zusammen mit einer großen Gruppe Gleichgesinnter) wahlweise mit Senf seiner Wahl, aber hervorragend auch pur genießen kann.
Den Unterschied von Freakadellen und Bulletten übrigens erklärt ein Cartoon von Gerhard Seyfreid, den ich schon zu Schulzeiten klasse fand.

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