Hin und weg mit Vongole

Sonntag, 7. Dezember 2014 15:53

Liebe Andrea,

es gibt ja so viele Situationen im Leben, in denen man sich wünscht, dass das Beamen kein Science Fiction sei. Für mich verlockend ist beispielsweise die Vorstellung, mich zur Mittagszeit mal eben in eine ganz bestimmte Strandbar in Süden Spaniens zu beamen. Nur, um dort eine Vielzahl kleiner kulinarischer Schweinereien zu genießen. Danach würde ich mich bereitwillig auf den Nachhauseweg ins trübe Novemberwetter Mitteleuropas begeben (die Reisedauer spielt sich beim Beamen ja zudem in einem recht überschaubaren Rahmen ab, so dass man zeitig genug wieder vor Ort ist).

Solange die Technik über das ent-materialisierte Reisen jedoch noch nicht einmal über die Kinderschuhe hinausgekommen ist, muss man der ganzen Sache sanft nachhelfen – und kräftig dran glauben! So gehen dann zumindest die Gedanken kurzfristig auf Reisen. Hilfreich und unterstützend kann man kulinarische Genüsse einsetzen, um dem ganzen zusätzlich auf die Sprünge zu helfen. Einmal mehr gelang mir so ein Kurztrip durch die kürzliche Zubereitung von

Vongole-Muscheln in Sherry-Tomaten-Sauce

Ebenso wie Wein, den man aus dem Urlaub mit nach Hause bringt und dann enttäuscht feststellt, dass er so gar nicht wie wenige Monate zuvor im Urlaubsdomizil schmeckte, muss man bei solchen Gedankenreisen immer Abstriche machen. Aber ein klein wenig lassen sich die Gedanken schon auf den Weg bringen.

Alles fing mit der Auslage beim lokalen Fischdealer an. Dort lag ein Säckchen mit braunen Vongole. Das nahende Wochenende hatte den absolut frischen Muscheln einen verbraucherfreundlichen Preisabschlag beschert. Da greift man doch gerne einmal spontan zu. Werden die Vongole meist zusammen mit Pasta serviert, wollte ich die Muscheln diesmal als Vorspeise ohne viel Beiwerk zubereiten.

Dazu schälte ich erst einmal 2 Schalotten und würfelte diese sehr klein. Die Schalottenwürfel schwitzte ich in Olivenöl glasig. Dann gab ich die Muscheln dazu, liess diese kurz mitdünsten, löschte mit einem kleinen Glas Sherry ab und gab dann noch jeweils ein größeres Glas Weißwein und Fischfond dazu. Bevor ich den Deckel auflegte rührte ich noch eine Schöpfkelle fertig zubereiteter Tomatensauce dazu. Zwischendurch würfelte ich noch 1 Tomate klein und schnitt glatte Petersilie in kleine Stücke. Nach ungefähr 5 Minuten nahm ich die Muscheln aus dem Topf, reduzierte den Sud und gab die Vongole anschließend mit den Tomatenwürfeln zurück in den Topf, schmeckte mit Salz und Pfeffer ab und verteilte die Muscheln auf die Teller.



Bevor ich mich auf die Reise an die anfangs erwähnte Strandbar machte, streute ich noch die Petersilie über die Muscheln und war dann mal kurz weg. Das Knurpsen des frischen Baguettes, das ich dazu reichte, holte mich dann sanft wieder in das Hier und Jetzt zurück. Ganz ohne Reisestrapazen.

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Datum: Sonntag, 7. Dezember 2014 15:53
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