Basics (1): Butterschmalz

Dienstag, 21. September 2010 22:44

Lieber Christoph,

im Artikel „Ich will auch nach Paris“ habe ich schon erwähnt, dass ich geklärte Butter zum Braten des Steaks benutzt habe.

Daraufhin packte mich der Ehrgeiz: Ich wollte eine größere Menge Butterschmalz herstellen, nicht nur die zwei Esslöffel, die ich akut für das Anbraten des Fleischs benötigte. Also wanderte ich in den Bioladen und kaufte zwei schöne Stücke Butter.

Die gute Butter, die wir so sehr mögen und die mit ihrem leichten Geschmack dafür sorgt, dass bestimmte Gerichte noch leckerer werden, ist zusammengesetzt aus Fett, Wasser, Eiweiß, Milchzucker und noch einigen anderen Stoffen wie Salzen, Cholesterin und Vitaminen. Für die Herstellung von Butterschmalz, also dem Auszug des (fast) reinen Butterfetts, gilt es, den Milchzucker, das Wasser und das Eiweiß – das Kasein – loszuwerden.

Hierzu habe ich meine hübschen Butterstücke in einem Topf bei geringer Hitze erwärmt. Mehrere Anläufe haben gezeigt, dass die schmelzende Butter in Ruhe gelassen werden muss, denn wenn man sie umrührt, verteilen sich die zu entfernenden Stoffe so sehr, dass es schwierig wird, diese vom Fett abzuscheiden.

Während die Butter schmilzt, gerinnt das Kasein;  es setzt sich wie ein dickflüssiger Schaum auf der Oberfläche der Butter ab. Ein Schaumlöffel hilft, diese Masse abzuschöpfen.

Zuletzt wird das flüssige Butterfett gefiltert (notfalls zwei Mal). Hierzu habe ich ein Stück Küchenpapier in ein Haarsieb gelegt und das Fett in einem Glas darunter aufgefangen. Das Ergebnis: Eine wunderbar duftende, goldgelbe Flüssigkeit, die beim Abkühlen langsam trüb und fest wird.



Butterschmalz hält sich im Kühlschrank über ein Jahr. Es ist bis zu 200° erhitzbar und damit zum Anbraten von z.B. Fleisch gut geeignet.

Und das Glas, das mir am besten gelungen ist – lustigerweise der erste Anlauf – ist unterwegs zu Dir nach Aschebersch.

Anzumerken ist noch, dass ich drei verschiedene Buttersorten probiert habe: Süßrahmbutter von Dennree, ebenfalls Süßrahmbutter von Rewe und Sauerrahmbutter, auch von Rewe. Die Dennree-Butter war in der Verarbeitung die problemloseste. Die von Rewe hat wohl darunter gelitten, dass sie umgerührt wurde (der Entdeckergeist, Du weißt schon…). Und das Schmalz aus der Sauerrahmbutter hat eine hellgelbere Farbe und es ist im flüssigen Zustand trüber als die anderen beiden Sorten.

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Datum: Dienstag, 21. September 2010 22:44
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2 Kommentare

  1. 1

    Wow, das sind ja schöne Nachrichten. Ich gehe gleich schon einmal Steak kaufen… 😉
    Und werde wohl bis auf weiteres gerne auf mein Biskin mit Butteraroma verzichten.

  2. 2

    So, nachgemacht :). Meine Erfahrung: mild gesäuerte Butter vom Edeka, 250g.
    Das Kasein hat sich netterweise am Boden abgesetzt, so dass ich mir das Schöpfen sparen und direkt dekantieren konnte.
    Habe Teefilter zum Klären genommen und es funzt ebenfalls einwandfrei.
    Morgen hab ich Schweinsbraten auf der Agenda, da kommt mir die geklärte Butter sehr gut zu Passe.
    Ich wünschte, mein Fett würde sich ebenso simpel klären lassen *g*.

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